Die Nachwehen von Xaneshas Untergang

Author: Nils /

Die Nachwehen von Xaneshas Untergang

Die Gerüchte über den Untergang Xaneshas und des Untergangs der Schatenuhr sind mannigfaltig. Man spricht von der Goblinschlächterin und Ihre 5 Ehemänner, von einer Expedition Sturmgeborener im Auftrag Laros selber, oder von Geheimgesellschaften. Es obliegt wohl wieder einmal mir, richtig zu stellen, das diese Heldentat auf die Rechnung der Gesellschaft für Abenteuer in Maracar und dessen Entdeckung von Maracasar, oder auch GAME, geht.

Benno führt uns tatsächlich erstmal in einen sicheren Hafen mit Blick auf ein Butterkuchenhaus, das rein zufällig von einem seiner Verwandten geührt wurde. Er ist eine Krämerseele nach meinem Geschmack, das kann man nicht anders sagen. Unsere wohlverdiente Rekuperationszeit wird allerdings von hoher Stelle unterbrochen:
Der Hohe Präfekt des Adelsforums, Lord Vachon, will uns treffen. Da wir gleich einen guten Eindruck hinterlassen wollen, empfangen wir ihn in der neuerdings leerstehenden Villa der Chabrons.
Im Gespräch erreichen wir sowohl die Freigabe unserer eingefrorenen Mittel als auch eine Prämie von 10000 Goldmünzen, plus die Nutzung der Chabronvilla als unser Gesellschafts-Hauptquartier in Larifa. Das lässt hoffen. Wir schlagen vor, Projektpläne für die Befriedung Unterbrücks abzugeben, in die diverse Adelshäuser investieren wollen – zwar schient der Präfekt nicht unmittelbar überzeugt von der Machbarkeit dieses Vorhabens, aber er ist aufgrund unserer Referenzen auch nicht komplett abgeneigt.
Der erste Schreiber der Brauerei und Tamwyn, die Stadtführerin, kümmern sich um die Verwaltung und Austtattung des Gebäudes. Herr Butterkuchen sollte sich um die Küchenausstattung kümmern.

Ein neues Abenteuer wartet

Der eigentliche Auftrag ist es, eine Grenzfeste zu erforschen, die seit 5 Wochen keinen Kontakt mehr mit Larifa aufnimmt. Die Rannikfeste nahe Schildkrötenfähre ist der Ort, auf den der Brief von Xaneshas Schwester verwiesen hat. Es handelt sich um eine Art Strafkolonie – verurteilte Verbrecher können sich den Schwarzen Pfeilen anschließen, anstatt in den Kerker zu gehen. Wenn wir dieses Problem lösen, will Vachon offiziell die Gesellschaft in Larifa einführen.
Wir werben noch Feldarbeiter an, diein Port Grim auf den verwaisten Höfen arbeiten sollen, um den weizen und Hopfen Nachschub zu sichern, nachdem die Ghulseuche viele Gehöfte entvölkert hat. Die Ausrüstung Xaneshas (Rüstung, Speer, Maske, Skarabäus des Golembanns, Ring der Sprungkraft) geben wir zur Untersuchung in der Magiergilde ab. Wir zahlen bei Abholung, sonst geht die Beute in einem Jahr in den Besitz der Gilde über. Da wir offensichtlich auf Großwildjagd gingen, rüstete auch ich auf eine Donnerbüchse auf – bei der Größe des Ungeziefers, das sich schon um Port Grim herum trieb, wollte ich zumindest auf den Abschreckungseffekt setzen.

Wir heuern den Seeerpel unter Käptn Kor an, ein kleines Handelsschiff, das den langen Flussweg über den Jondobakari-Strom mit uns bestreitet. Wir werden Zeuge weiterer Wunder der alten Zivilisation von Maracasar, einem technomagischen Schiffshebewerk. Außerdem bewundern wir die wilde und exotische Fauna der Sümpfe und Dschungel von Marakasar, von gewaltigen Kristallkrokolisken bis zum brennenden Singvogel.
In Schildkrötenfähre kommen wir im strömenden Regen zunächst im „Wohl bekomms!“ unter, einem Gasthaus geführt on Jep und Jaz, einem munteren Halblingpaar. Jep ist geschwätzig, aber auhc unfassbar schreckhaft. Wegen des Dauerregens und dem fehlenden Kontakt zur nahen Feste sind alle niedergeschlagen, aber es gibt noch mehr. Auf Nachfragen nach dem Sihedron schlägt uns zunächst eine Mauer des Schweigens entgegen, bis wir erfahren das kurz vor dem Abbruch des Kontakts zur Feste ein Freudenschiff namens „Paradies“ vor Schildkrötenfähre lag, das dann in einem mysteriösen Feuer untergegangen ist und dabei ein Fünftel der Dorfbevölkerung dahingerafft hat. Das Sihedron als Tätowierung war das Zeichen der Stammkunden.
Wir vermuten zunächst, das entweder die Somniapriesterin mitdem Untergang zu tun hat oder zumindest die Täter deckt, denn sie bezeichnet den Brand und darauf folgenden Untergang recht vehement als göttliche Fügung. Allerdings gibt es viele Einwohner mit einem Motiv, angefangen bei den Gastwirten über den verschuldeten Schmied bis hin zur betrogenen Ehefrau des Krämers. Wir wissen nichts genaues, wollen aber auch nicht in den monsterverseuchten See tauchen. Wenn man sich das Vorgehen des Sihedronkultes bis jetzt ansieht, kann es sich auch um ein Massenopfer handeln, bei dem die Anführerin selbst dann verschwindet, nachdem sie die Gier der Stammgäste geerntet hat.
Wir hören außerdem noch viel über die Grauels, eine Familie von Halbogern, die nahe der Stadt ein Gehöft haben und wohl äußerst unangenehme Zeitgenossen sind. Außerdem ist Lanatar Baiden, der Anführer der Feste, wohl des öfteren auf der andren Seite des Seens in einem Sumpfgebiet zur Meditation gewesen. In der Hoffnung, entweder etwas über seinen Verbleib oder etwaige verräterische Tätigkeiten heraus zu finden, machen wir uns mit einer Waldläuferin aus Larifa auf den Weg dorthin.
Sigmar sei Dank bleibt uns eine Begegnung mit der schwarzen Marga, dem örtlichen Seeungeheuer, erspart, und wir finden im Sumpfgebiet von Weißweide recht schnell einen Hinweis in Form eines Pixies, der um Hilfe für seine verwirrte Herrin bittet. Sie scheint den Verlust Ihres Geliebten, der ein Meschn wie wir war, nicht gut verkraftet zu haben.
Der Pixie führt uns in eine merkwürdige Halbwelt, wie wir sie seit unserem Treffen mit dem Halbwolf nicht mehr gesehen haben. Allerdings ist diese weniger von verzaubertem Leben erfüllt als vom Gefühl des Zerfalls und der Verzweiflung. Wir finden ein mysteriös gestrandetes Schiff inmitten des Sumpfes, komplett mit einer Seekarte mit uns völlig unbekannten Küstenzügen und einem Band fremdartiger, aber meisterhafter Partituren für ein Cemballo. Die Opale des Kapitän sicherte ich für die Nachwelt.
Der Rest des Weges war gepflastert mit furchtbaren Spuren der Verwüstung und des Verfalls, von geisterhaften Feenwesen über blutende Bäume bis hin zum gräßlichen Kadaver einer Dryade, die mit roher Gewalt aus Ihrem Baum heraus geprügelt wurde. Als wir schließlich an den Teich der Nymphenkönigin treten ist diese nur noch ein schreckliches Abbild Ihre selbst. Ihre abgerissenen Armen schweben neben Ihr, der Unterkörper besteht nur noch aus geisterhaftem Nebel, und die Trauer in den Augen ist so tief, das es uns beinahe schmerzt. Sie beschuldigt uns, Ihren Geliebten Lamatar nicht gerettet zu haben und will uns dafür büssen lassen, aber zum Glück können wir sie mit freundlichen Worten beruhigen. Baiden wurde entführt und befindet sich in der Feste der Kreeg-Oger, auf dem Hakenberg. Der Geist der Nymphe entlässt uns noch mit der Drohung, das sie den befallenen Wald zu ihm bringen wird, wenn wir ihren Geliebten nicht zurück bringen. Wir versprechen, den verschleppten Geliebten von den Ogern zurück zu holen, auch wenn es möglicherweise nur seine Leiche sein wird.
Im Nachhinein, angesichts der kulinarischen Vorlieben von Ogern, die wir bald aus der Nähe sehen sollten, war das ein sehr optimistischs Versprechen...

Willkommen bei den Grauels

Auf dem Weg zum Gehöft hatten wir noch ein paar Zankereien, ob es denn überhaupt lohnt, mit Halbogern sprechen zu wollen. Alle Dorfbewohner und sogar unsere Waldläuferinnen hielten das für eine völlig hirnrissige Idee. Vielleicht war ich vom Gesit der imperialen Einheit erfüllt, aber ich konnte mich nicht dazu hinreißen, diese Leute nur wegen Ihrer Herkunft zu verurteilen. Hatten wir nicht schon freundliche Echsenwesen, Halborks, ja sogar sogenannte Werwölfe getroffen? Warum wurden dann diese Leutchen von Ihren Nachbarn so dermassen verabscheut?
Schon der Weg zu den Grauels war dekoriert mit Fetischen, Voodomasken und Schädelhaufen. Ich gebe zu, das mich das ein wenig am guten Geschmack der Familie zweifeln ließ – andererseits muss man niemanden ermorden, nur um einen Schädel zu bekommen. Ich erinnere ungern an unsere „Personalbeschaffung“ zum Kanonenraub, aber für wenige Goldtücke konnten wir damals ganze Leichen erstehen – ein Schädel war schon im einstelligen Silberbereich zu erwerben.
Nun, als wir von „Prügel“, dem jüngsten Mitglied der Familie begrüßt wurden, bestätigten sich leider alle Vorurteile. Prügel war ein beinahe drei Meter großer Mutant, dessen rechte Hand nur aus einem langen, knöchernen „Finger“ bestand, und dessen einzige Verständigungsversuche „Prügel prügelt!“ und „Rampe friss!“ waren. Rampe war ein räudiger Hofhund von erschreckenden Ausmaßen. Sigmar sei Dank konnte Joachim den Hund unter seine Kontrolle bringen, und mit vereinten Kräften mussten wir den guten Prügel dann leider töten. Vielleicht hätten wir ihn noch zur Aufgabe bewegen konnten, doch unsere halbeflische Begleitung hatte keinerlei Interesse an Verhandlungen mit diesen – ich muss Ihr inzwischen leider zustimmen – Monstern, und gab Prügel den Gnadenschuss. Prügels Lendenschurz entschied dann auch unser weiteres Vorgehen. Ich hätte mich jetzt auch gerne zurück gezogen, denn warum sollten wir hier Streit suchen, wenn die Schildkrötenfährer ihm jahrelang aus dem Weg gegangen waren? Nun, da Prügels Lendenschurz aus Uniformen der Schwarzen Pfeile gefertigt war, schienen nicht alle Anwohner dem Konflikt aus dem Weg gegangen zu sein. Also blieb uns nichs, als auf dem Gehöft nach Gefangenen oder zumindest Überresten der Söldner zu suchen.
Joachims Kontrolle über Rampe war uns dabei ein wahrer Segen. Mithilfe des Hundes konnten wir das Gehöft und die angeschlossene Scheune ausspähen. Zwar wurde eine weiterer Spross der Grauels dabei auf ihn aufmerksam, der unpassend benannte „Zucker“ - aber zu unserer großen Überraschung gelang es uns tatsächlich, ihn in einen Hinterhalt zu locken und ohne viel Federlesen niederzuschießen.
In der Scheune waren zwei weitere Grauels, der fiese Schweinrat und der depperte Jeppos dabei, sich mit vergorenem Mais zu betrinken und widersetzten sich vehement den Versuchen, auch einen von Ihnen herauszulocken. Stattdessen schlich sich Akbash an das Gebäude und verschnürte die Tore der Scheune, um sie zumindest kurzfristig einzusperren.
Rampes unfreiwilliger Dienst endete schließlich vor der Tür des Haupthauses, durchbohrt von einer grausamen Speerfalle, die die Grauels vor „Mamas“ Hütte installiert hatten.
Leider konnten wir nicht mit Sicherheit sagen, ob in der Scheune noch Gefangene waren, denn Joachim hatte durch Rampes auge eine weitere Tür und Treppen in dem Gebäude entdeckt. Da mit den Halbogern auch noch ein Rudel Hunde in der Scheune war, drängte es uns nicht zur direkten Konfrontation. Statt dessen nutzten wir meine verzauberte Säge, um in die Rückwand der Scheune ein Loch zu sägen. Dort entdeckten wir eine bizarre Mischung aus Arena und Spinnenest. Ein abgesenkter Boden wurde beinahe völlig von fast fingerdicken Spinnweben verdeckt, und ein umlaufender Balkon, der anscheinend für die Zuschauer von irgendwelchen perversen Spielen genutzt wurde, hatte auch noch Platz für einen Käfig mit drei anscheinend noch lebenden Gefangenen!
Es war fraglos nötig, diese armen Burschen zu befreien. Um nicht in die Fänge des Netzes zu geraten, steckte ich sie kurzerhand in Brand. Aufgrund der allgemeinen Feuchtigkeit rechnete ich nicht mit einer großen Ausbreitung – was sollte schon passieren?
Nun, ich zog mir ungünstigerweise die unmittelbare Aufmerksamkeit der Spinne zu. Wie wir später erfuhren, hörte sie auf den unschönen Namen „Fettbacke“, und sie beschloß, mich mittels eines widerlich gespuckten Spinnenfadens direkt in Ihre Höhle zu zerren. Dann verpasste sie mireine ordentliche Dosis Ihress Giftes, das mich ins Reich der Träume schickte.
Wie ich hörte, konnte das Vieh noch den armen Akbash einwickeln, bevor Joachim sie blendete und dann unter den Hieben von Heidrun, Mel Aurelia zu Grunde ging. Die Maismaische muss ein äußerst potentesGebräu sein, denn selbst nach diesem Gefecht namen die beiden Halbogernebenan keinerlei Notiz von uns, so das wir die drei Gefangenen befreien konnten.Tatsächlich waren es Mitglieder der Schwarzen Pfeile – einer tatsächlich der Adoptivvater unserer Waldläuferin! Allerdings schient da familiär einiges im argen zu liegen, denn sie verweigerte die Heilung Ihres Vaters. „Er wird es überstehen – mehr hat er nicht verdient.“ War alles, was wir zudem Thema aus Ihr heraus bekamen. Da wir dringlicheres zu erledigen hatten, ließen wir die drei versorgten, aber immer noch geschwächten Schwarzpfeile unter der Obhut unserer Bekannten zurück.
DA es immer noch zwei Menschenfresser in der Scheune gab, probierten wir eine neue Variante unseres beliebten Plan B. Da das Stroh zu feucht war, wurde aus niederbrennen schlicht ausräuchern. Der Plan ging sogar besser aus, als geplant – anstatt hustend und geblendet die Scheune zu verlassen, entschlummertein die Gebrüder Grauel samt Ihrer Hundemeute sanft in den schwarzen Schwaden. Es tat mir ein wenig Leid für die Hunde, aber wahrscheinlich wären sie ebenso wenig zu sozialisieren gewesen wie die Grauels, daher war es wohl eher eine Gnade, sie mit Ihren Herrchen zur Ruhe zu legen.

Big Mamas Haus.

Blieb noch die drohende, stinkende Präsenzdes Haupthauses. Makaber gekennzeichnet durch den Kadaver von Rampe, verschimmelt und mit eingesacktem Dach, war es das Abbild des grausamen Kannibalenhauses aus allen Geschichten. Ein halb knöcherner, halb hölzerner Schaukelstuhl wankte knarrend auf der Veranda, und um den Kadver von Rampe hatten sich schon fingerlange Ameisen gesammelt, die einer Strasse über die ganze Front des Hauses zogen.
Vorgewarnt ob der Speerfalle untersuchte Aurelia jeden Schritt, den wir in dieses Gruselhas taten – was sie leider immer als erste mit den Schrecken dieses Ortes konfrontierte. Schon im ersten Zimmer trug diese grausige Arbeit Früchte. Denn auch wenn niemand von uns Interesse daran hatte, ein mit Körperteilen und und verrottetem Fleisch dekoriertes Sofa zu untersuchen, wären wir eventuell doch in die Fallgrube getappt, die sich darunter verbarg.
Mit gezückten Waffen arbeiteten wir uns weiter ins Dunkel vor. Am Ende des nächsten Flures schließlich entdeckten wir den Zugang zum „Herz“ des Hauses – Mamas Schlafzimmer. Ich gebe zu, spätestens hier verwandelt sich alles für mich in eine Art Albtraum. Wir waren gefangen in einer Hölle aus Fleisch, Blut und Gedärmen. An jeder Wand, in jeder Ecke, lauerte eine weitere Abartigkeit. Seien es die Bildnisse, gemalt auf abgezogener Haut mit Hilfe von verrottenden Eingeweiden Oder die aufgebahrten, missgestalteten Leichen von Mamas verstorbenen Söhne, denen sie mittels widerlicher Hexerei neues Leben eingehaucht hatte. Oder zuletzt das Grauen von Mama selbst in Ihrem „Bett“ - ein Haufen von Decken, Stoffen, Leichen, Körperflüssigkeiten und Exkrementen, auf denen der aufgeblähte, schmierige Körper der Hexe thronte. Auch wenn mein Verstand sich dagegen wehrte, musste ich erkennen, das dieses Wesen ein Mensch war – und die widerliche Erklärung dafür, wiher all die mutierten Halboger stammten, denen wir bis jetzt gegenüber gestanden hatten. Sie war nackt, und hielt in der Hand einen abgehackten Arm, an dem sie abwechselnd knabberte und daraus gräßliche Zaubersprüche produzierte.
Ihr Kreischen, als wir Ihr entgegen traten, scmerzte bis in die Zähne hinein. „Verschwindet von einen Hof, ihr widerliches Ungeziefer! Hackfresse, Spucker, Horst – bringt das Pack um! Ich will Ihre Gesichter fressen!“ Auf Ihre Rufe begannen die aufgebahrten Leichen sich mit unnatürlichen, zuckenden Bewegungen zu regen. Einer von Ihnen hatte einen gespalteten Schädel, ein anderer war kaum mehr als ein Sack von Knochen und Mukeln, offensichtlich von einem Pferd nieder geritten. Der dritte war wie ein Igel mit Pfeilen gespickt, so das man kaum seine fettig-bleiche Haut erkennen konnte.
Als wir wieder zu Mama blicken, waberten um sie herum unzählige Spiegelbilder derselben fetten Hexe – eine Strategie, die wir schon bei Xanesha beobachtet hatten, hier allerdings um einvieles widerlicher war.
Der Kampf brach los. Die Schwerter meiner Gefährten hilten reiche Ernte unter den untoten Ogern, aber Mamas Hexerei forderte einen furchtbaren Zoll von uns. Akbash konnte Ihrer Hexerei widerstehen, aber Joachims Körper veränderte sich mit einem widerlichen Knacken und Knirschen, nachdem ein kränkliche-purpurner Strahl aus Mamas Stab ihn traf. Als die Transformation beendet war, ragte unser Heiler kaum noch über den Tisch – sie hatte ihn in einen Zwerg verwandelt!
Mel überlegte kurz, ob er Mamas Bett einfach anzünden wollte, aber Aurelia konnte ihn gerade noch aufhalten. Im ganzen Raum waren Eimer mit Fett verteilt, so das es gewiss in Sekunden zu einem Großbrand gekommen wäre. Und wir wußten nicht, wieviele arme Opfer in diesem Schreckenskabinett noch gefangen waren!
Unter dem gnadenlosen Beschuss und unseren unermüdlichen Angriffen konnten wir schließlich Mamas Spiegelbilder überwinden, und Akbash Degen drang tief in Ihre Schwarte – mit einem glaszerschmetternden Kreischen verschwand sie in einer Explosion aus Schleim, so das der Arme Gesicht voran in Ihr Bett klatschte.
Als er sich aus dem Unrat hervorgekämpft hatten, sahen wir uns ratlos um. „Ist sie etwa tot?“ fragte Aurelia. Joachim schüttelte grimmig den Kopf. „Das war ein Zauberspruch. Zum Glück konnte Akbash für uns bestätigen, das sie nicht unsichtbar ist – ich fürchte, sie hat sich nur versetzt.“
Ich gestikulierte mit der Pistole, die ich gezogen hatte, nachdem ich diedonnerbüchse in Mamas Süiegelbilder gejagt hatte. „Aber wo ist sie-“
Mit einem satten Schmatzen erschien Mama wieder in unserer Miete. Panisch drück ich ab, aber in derHektik verriss ich den Schuss und trag Aurelia in die Schulter! Mamas fetter Körper waberte und zuckte, und als sie schwarzen Rauch aushustete, wurde uns klar, wohin die Hexe fliehen wollte.
„Pech gehabt, Mama! Deine Räucherkammer haben wir uns schon vorgenommen!“ Mit einem triumphierenden Lachen schwang Akbash seinen Degen – nur, um ihn dank der dicken Fettschicht, die ihn inzwischen bedeckte, aus den Händen zu verlieren. Mutig prangen Mel und Aurelia dazwischen, da die inzwischen völlig panische Mama sich jetzt mit Iher vollen Leibesfülle auf den glücklosen Glücksritter stürzte.
Heidrun hackte mit großen Hieben in Mamas Schwarte, aber es war beinahe unmöglich, unter all den Fettschichten ein lebenswichtiges Organ zu treffen. Joachim und ich stürzten und von hinten auf den Fleischberg und hieben mit Zauberstab und Pistolenkolben auf die wabbeligen Massen ein, ohne eine sichtbare Wirkung zu erzielen.
Endlich hatte Akbash seinen Degen wieder gefunden, zielte genau, stach tief in eine von Mamas Brüsten – und wurde von einem Schwall gelblich-roter Flüssigkeit mitten ins Gesicht getroffen, so das er spuckend und würgend zu Boden ging.
„Bei Laros, genug!“ Joachim trieb seinen weiß glühenden Stab tief in die Fleischwülste Mamas und ließ ihn dort, pumpte mehr und mehr Energie in den Fetten Körper. Mama begann zu blubbern. Ihre Haut – wellte sich an mehreren Stellen, als würde sich etwas unter Ihr bewegen. Sie taumelte, drehte sich, hieb blind um sich.
Wir alle wichen zurück, aber meine Füsse steckten bis zum Knöchel in Mamas Bett. Ihrekaum erkennbaren Schweinsaugen fielen auf mich. Das Blubbern hört auf. Sie öffnete den Mund, und was mit einem tiefen, langen Rülpsen begann verwandelte sich in einen Schwall aus Auswurf, Fett und Innereien, die mich mitten im gesicht trafen. Ich konnte nicht anders, der Ekel war zu groß, mein Mund öffnete sich zu einem Schrei – und die Masse schoss in mich hinein, drückte und presste sich meinen Hals hinunter und schoß in mich hinein. Das Gefühl ist unbeschreiblich – es war, als müßte ich mich übergeben und ertrinken gleichzeitig, und mein Magen füllte sich, blährte sich auf, bis er nichts mehr fassen konnte, und dann drang das weiche, glibberige, schleimige ETWAS durch meinen ganzen Körper, kroch meine Arme entlang, meine Beine, überall hin. Es hörte und hörte nicht auf. Irgendwann wurde s gnädigerweise schwarz um mich, und ich dankte Morr, das er mein Leiden erlöste. Ich dankte ihm für meinen Tod.
Wäre ich doch gestorben.
Ich erwachte in der Hölle, es konnte nicht anders sein. Überall um mich herum war Blut, Schleim und Exkremente. Ich saß inmitten meines eigenen Unrats, mein Körper geschunden, aufgebläht, verformt. Ich war nie schlank, aber das hier war nicht ich. Es war, als steckte ich in einem Haufen Lehm, jede Bewegung war qualvoll schwer. Ich öffnete den Mund, um zu sprechen, aber es kam nur ein Würgen, und wässriger Auswurf leif über meine Lippen. Die Krämpfe dauerten lange, und noch länger dauerte es, bis ich etwas jenseits der Schmerzen wahr nahm. Und das schlimmste war, das es Joachims Gesicht war.

„Bist du wieder bei uns? Wir wussten nicht, ob Du es überstehst.“ Sein Blick war ernst, seine Stimme profssionell, aber er konnte mich nicht täuschen. Er ekelte sich vor mir. Sie alle ekelten sich vor mir. Ich war jetzt keiner mehr von Ihnen. Ich war wie Sie. Ich WAR Sie. Ich begann zu schreien und hörte nicht mehr auf...


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