Auf zu neuen Gestaden

Author: Nils /

Aber zu unserem Glück hatten wir alle zwei Spieler völlig vergessen – Kapitänin ap Trion und Akbash Weißhaupt! Offensichtlich hatten die beiden unser Schicksal aus der Entfernung beobachtet, auch wenn mir bis heute unklar ist, was die beiden die ganze Zeit getrieben haben. Käpt'n ap Trion behauptet, sie hätte Akbash gefunden, als er nackt wie ein Wahnsinniger im Kreis gelaufen wäre, während Akbash steif und fest behauptet, Sie wäre eine größenwahnsinnige Meerhexe, die er gerade noch davon abhalten konnte, das Piratendorf mit uns zusammen anzuzünden.

Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, und ich war durchaus erleichtert, als die beiden des Nachts über die Bordwand kamen und uns befreiten – beinahe...

Zwar waren die wenigen verbliebenen Marienburger Wachen kein Problem, aber Hakan vom Berg durchaus... Der „Hexenjäger“ stellte uns kurz, bevor wir uns von unseren Ketten befreien konnten. Hakan ist alles in allem ein deutlich vernünftigerer Verhandlungspartner als die Fürstin, und immerhin kennen wir jetzt seine wahre Motivation – Geld. Das ist eine Basis, auf der man aufbauen kann.

Nachdem wir ein letztes Mal unsere Situation durch gesprochen hatten, beschlossen wir gemeinsam, das eine Expedition in die Mahlstrominsel alles in allem wahrscheinlich die vernünftigste Alternative für uns alle darstellte. Zwar schmeckte es keinem von uns, mit einem solchen Haufen offener Rechnungen davon zu laufen, aber wieder einmal schien uns das Schicksal schlichtweg keine vernünftige Alternative zu bieten.

Käpt'n ap Trion und der Admiral waren nach den Berichten über den Schatz schnel überzeugt, sich uns anzuschließen. So verabschiedeten wir uns von unseren Marienbürger Freunden an Bord eines kleinen Ruderbootes – ich ließ es mir nicht nehmen, dem Kapitän noch einen Spruch über die Wankelmütigkeit der Götter reinzudrücken, bevor ich Ihm vom Kastell seines eigenen Schiffs zuwinkte.

So setzen wir Segel gen Süden, über Marienburg in die Mittlere See! Ahoi, Kameraden, auf zu neuen Gestaden!

Gefangen!

Author: Nils /

Das Pack verschleppt uns in ein Räuberlager, aber zu meiner Überraschung behandelt man uns fast zivilisiert. Sogar eine Schwester der weißen Hand kümmert sich ums unsere Wunden. Das folgende Verhör allerdings stellt dann die Zivilisiertheit der Schurken schwer in Frage. Tatsächlich lässt es sich der Kapitän nicht nehmen, mit einer Pistole auf mich zu schießen! Einen wehrlosen Gefangenen! Offensichtlich ist der Kapitän sehr am Inhalt unserer Geheimkiste interessiert, hat aber Angst, sie zu öffnen – vermutlich zu Recht. Mit vagen Drohungen und einem Loch in der Schulter läßt er uns zurück.

Am nächsten Morgen sehen wir uns tatsächlich unseren Gegnern von der goldenen Maske gegenüber. Einem Moment lang bin ich beeindruckt, von welch langer Hand diese ganze Sache geplant ist und mit welcher Reichweite die Goldene Maske handelt – bis der Piratenkapitän sie hintergeht und ebenfalls zu uns in die Zellen wirft.

Tja, offensichtlich ist kein Geheimbund so allmächtig das er nicht von plumpen Strandpiraten überrumpelt werden kann. Ich überlege kurz, ob das nicht auch eine Karrierewahl für uns darstellt – das kriminielle Register haben wir vorzuweisen, und bei einem Überfall mal zur bwechlsung die aktive Rolle zu übernehmen hat einen gewissen Reiz.

Leider sind unsere Optionen dahingehend recht begrenzt, und der Kapitän will so eine Art Spiel mit uns spielen – wir sollen einer nach dem anderen versuchen, die Kiste zu öffnen. Bei Versagen werden wir an die Fische verfüttert. Akbash erklärt mir, das es sich da um so eine Art Kopfspiel geht, mit dem man uns als Gruppe unter Druck setzen will. Es überrascht mich immer wieder, was für merkwürdiges Wissen dieser Bursche mit sich herum trägt.

Mal versucht ein Gegenangebot – offensichtlich sind seine Auftraggeber auch eine recht rabiate Vereinigung, die vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken, wenn es um Ihr Eigentum geht. Langsam aber sicher keimt der Verdacht in uns auf, ob Mal nicht für die Masken arbeitet, was die beiden Masken in unserer Zelle unterstützen. Aber auch hier kann es sich um reine Kopfspiele beider Seiten handeln. Nichts desto trotz sind Mals Motive und Hintermänner etwas, was mir Sorgen macht.

Auch unsere Warnungen, das er sich mit dem Besitz der Kiste nicht glücklich macht, schlägt der Piratenanführer in den Wind – tatsächlich werde ich für meine ernst gemeinte Warnung nochmals nieder geschossen!

Vielleicht sollte ich eine Karriere als Prophet anstreben – der Kapitän und seine Bande sind zu Mittag des nächsten Tages tot, nieder gestreckt von einer Kompanie Marienburger Seesöldner, die uns aus Reikhafen verfolgt haben.

Ich kann nicht sagen, was schlimmer war, nachdem sie uns an Bord der „Holden Prinz“, Ihres Schiffes gebracht haben. Der Spott des Marienburger Söldners oder der Wutausbruch der Fürstin del Mar, in dessen Auftrag die Söldner stehen.

Nachdem Joachim und ich verzweifelt versuchen, unsere Situation zu erklären, exekutiert die Gräfin schlichtweg die beiden Masken und wirft unsere Geheimtruhe über Bord! Diese Frau ist eindeutig wahnsinnig! So langsam wird mir bewusst, das die von Joachim verabreichten Kräuter anscheinend das einzige waren, das uns bis dahin von Ihrem furienhaften Wesen bewahrt hat. Wir hüllen uns in Schweigen, um nicht noch Ihren Zorn auf uns zu ziehen, und finden uns damit ab, in einem Altdorfer Kerker zu landen.

Irgendwie ist es auch ein wenig befreiend, diese Verantwortung nicht mehr zu tragen – auch wenn ich mir sicher bin, das uns die Konsequenzen noch einholen werden. Aurelia stellt noch die Theorie auf, das wir nur die Ablenkung für den Transport der wirklichen Kiste waren – das würde immerhin erklären, warum wir seit dem ersten Schritt verfolgt wurden. Leider sind Inkompetenz und Verrat in meinen Augen ebenso solide Gründe, aber inzwischen ist es müßig, sich darüber Gedanken zu machen.

Immerhin sind die Strömung und der Schlick des Reiks eine recht gute Absicherung gegen das Auffinden der Kiste durch Verbündete der Maske, aber in Nuln wird sie wohl nie ankommen.

Flucht auf dem Reik

Author: Nils /

Das Donnern der Kanonen war noch nicht ganz verhallt, als uns Käpt'n ap Trion zur Rede stellte. Für eine so kleine Person konnte sie ganz schön aufbrausend sein, Ihre roten Haare wehten wie im Sturm. Nur mit Mühe konnten wir sie beruhigen, nachdem wir durch Ihre Aktion nicht nur Ihr Leben, sondern auch Ihr Schiff in Gefahr gebracht hatten. Zu guter Letzt hatten wir wohl auch Ihre Lizenz mit der Reikshandelsgesellschaft zunichte gemacht. Wir beruhigten sie mit dem alten Hausmittel Gold und Versprechungen.

Auch fanden wir jetzt erst Gelegenheit, den Inhalt der Kiste zu prüfen. Zu unser aller Erleichterung fanden wir tatsächlich ausreichend Geldmittel, um Kaptän ap Trion zu beruhigen, als auch noch einige weitere gegenstände, die unsere frühere Reisegesellschaft in ein neues Licht (oder in tiefere Schatten?) tauchte.

Anscheinend wahr die gute Fürstin del Mar eine Nachfahrin des berüchtigten Korsaren Escobar del Mar, der ein gutes Jahrhundert zuvor die Mittlere See unsicher gemacht hatte. Nach seinem Verschwinden häuften sich dann die Gerüchte über die sagenahften Schätze, die er im Mahlstromarchipel in einem Geheimversteck angehäuft haben sollte.Dieses sei nur zu finden mit einem Schiff, das von Ihm selbst gesteurt wurde.

Aufgrund unserer Erfahrungen mit dem medialen Begleiter der Fürstin und dem Fund einer mumifizierten Hand mit dem Siegelring der Del Mars wurde uns dann recht schnell der Plan der guten Fürstin gewahr. Wir waren umso erleichterter, diese merkwürdige Gesellschaft hinter uns gelassen zu haben.

Unglücklicherweise scheinen wir die Götter gegen uns aufgebracht zu haben. Nicht anders kann ich es mir erklären, das wir es keine zwei Tage über den Reik schafften, bevor wir die Opfer einer üblen Flußpiratenbande wurden. Mittels einer Ballista schossen sie uns vom Ufer einen gewaltigen Bolzen in den Bug, der mittels einer kurzen Kette und einem langen Tampen verankert war, um uns ans Ufer zu treiben.

Heidrun und Mal eröffneten sofort Feuer auf die Banditen, während Akbash einen wagemutigen Plan zu unserer Rettung fasste. Er wollte sich auf die Kette werfen und dann bis zum Tampen vorhangeln, um uns freizuschneiden. Aurelia und ich sicherten ihn an einem Seil, was auch mehr als nötig war, denn schon beim Sprung auf die Kette schlug er sich die Stirn an und wurde dann unter die „Wasserratte gespült“ Der Ruck riss mich beinahe über Bord, und sowohl Aurelia als auch ich mussten ordentlich Seil geben, bevor wir uns wieder aufrappeln konnten. Wir hatten Akbash grade wieder an der Oberfläche, als das von Joachim gekappt Segel auf uns landete und wieder zu Boden riss.

Trotz heldenhafter Bemühungen schaffte es Akbash nicht, das Seil zu kappen, bevor wir auf Grund liefen. Als dann weitere Enterhaken zu uns herüberflogen, holten wir ihn lieber schnell wieder an Bord, um uns auf den Angriff vorzubereiten. Joachim wühlte ein Diadem der Füstin hervor und zog es an und murmelte irgendwas von „Besser konzentrieren“. Ich glaube, er hält dem Druck nicht mehr lange stand, der Gute.

Der fette Piratenkapitän stellt uns ein Ultimatum. Nachdem wir mit Käpt'n ap Trion unsere Optionen durchgegangen sind, entscheiden wir uns zum Kampf. Wir antworten dem fetten Schuft mit einer vollen Salve aus Pistole, Armbrust und Langbogen – zum Glück können wenigstens Heidrun und Mal zielen, so das der Pirat von seiner Kiste gepustet wird.

Dann beginnt die Schlacht – brennendes Öl fegt über unser Schiff, und während wir noch die Feuer löschen, trifft ein verfluchter Pfeil Heidrun am Kopf und halbiert damit unser effektives Fernkampfpotential. Trotz tapferen Gegenfeuers von Mal kann er alleine die Bande nicht niederhalten, und so kommt es wie es kommen muss, die Piraten stürmen das Schiff.

Wir kämpfen wie die Löwen, aber am Ende sind es einfach zu viele Piraten. Einzig Akbash, der alleine das Kastell gegen drei Piraten verteidigt hat, und Kapitän ap Trion, können entkommen, wir anderen müssen uns ergeben, als die Piraten sowohl Joachim als auch mich überwältigt haben.

Reikhafen – Die Masken zeigen sich

Author: Nils /

Kaum hatten wir uns eingerichtet und versucht, eine Überfahrt zu buchen, wurde unser Problem offenbar. Irgend jemand hatte alle vor Anker liegenden Kapitäne bestochen, damit sie uns nicht an Bord nahmen. Schon bald war klar, das unsere Gegner jemanden hier vor Ort hatten.

Einzig ein merkwürdiges Paar auf einem abgerissenen Flussschiff namens Wasserratte wollte zumindest mein Angebot hören. Es handelte sich um eine Halbelfe namens Ap Trion und einen südländisch aussehenden Typ, der sich „Der Admiral“ nannte. Da mir keine Wahl blieb, einigte ich mit den beiden auf eine frühe Abfahrt am nächsten Morgen.

Während dessen war in der Taverne eine Nachricht für uns hinterlegt worden. Unsere Gegenspieler wollten verhandeln!

Zwar wussten wir nicht, was es zu verhandeln gab, aber es ist immer lohnend, den Dialog mit dem Feind zu suchen. Im schlechtesten Falle hat man einen Eindruck von Motivation und Entschlossenheit seines Gegenübers.

Da man aber nie mit nur einer Option in eine solche Verhandlung gehen soll, bereiteten wir einen kleinen Schlaftrunk vor – sollte sich die Gelegenheit ergeben, würde Aurelia das Getränk unseres Verhandlungspartners etwas „nach würzen“

Unser Gegenspieler erwies sich als kultivierter Vertreter seiner Partei namens Kasai. Er trug offen einen Wappenrock mit einer güldenen Theatermaske auf rotem Grund, eine uns gänzlich unbekannte Insignie, die wir aber schon früher bei unseren Angreifern gefunden hatten. Der Hexer aus dem Hinterhalt war bei ihm, aufgrund seiner Begegnung mit Heidrun aber recht schweigsam.

Die Verhandlungen stagnierten recht schnell. Unser Gegner erging sich in den üblichen Drohungen – nach dem Motto, je weiter Ihr kommt, desto schwerer wird es,warum kämpft Ihr überhaupt, kann ich Euch nicht kaufen, jadda jadda. All das ohne konkrete Angebote oder wirklich Alternativen, die uns den Ärger mit dem zwergischen, den Weißen Wölfen und der Inquisition erspart hätte. Wir spielten also ein paar Runden Drohungen austauschen, ohne jedoch weiter zu kommen.

Am Ende wussten wir nur, das es sich um Kräfte von außerhalb des Imperiums handeln musste, denn unser Gegner war recht überzeugt, das das offene Tragen seiner Insignien kein Problem darstellen würde. Da unser Weg uns quasi durch das ganze Imperium führen würde, lag es nahe, das wir hier mit ausländischen Gegnern zu tun hatten, was wir aber aufgrund Ihres Akzentes und der fremdartigen Ausrüstung eh schon vermutet hatten.

Es wurde Zeit, unser Vorgehen neu zu überdenken. Es war offensichtlich, das unsere Tarnung als Begleiter der Fürstin von vorne herein gescheitert war. Der Feind wusste, wer wir waren, kannte unseren Weg und mit wem wir reisen. Wenn wir hinzu ahmen, das uns allen die Gesellschaft der Gräfin (insbesondere Ihres Totenbeschwörers und des mehr als Verdächtigen „Hexenjägers“) schon von Beginn an unangenehm war, beschlossen wir, uns von Ihnen zu trennen. Nicht zuletzt brachten wir die drei, mal abgesehen von unseren Sympathien, immer und immer wieder in Todesgefahr, wenn unsere Gegenspieler uns als Gruppe attackierten.

Unangenehmer weise fehlten uns aber die Mittel, um alleine ein Schiff zu chartern und unsere Reise gen Nuln fort zu setzen. Also entschlossen wir uns, in einer Nacht und Nebelaktion die Reisekasse der Fürstin zu entwenden und auf der „Wasserratte“ zu fliehen. Wir wollten sowohl eine Art erklärendes Schreiben hinterlassen als auch auf schnellstem Weg von Altdorf aus die Behörden informieren, damit man sich um die Fürstin kümmern konnte. Alles in allem war uns wohler dabei, sie in Reikhafen stranden zu lassen, wo Ihr maximal ein paar unangenehme Fragen der Reikshandelsgesellschaft und der Ritter von Reikwacht bevor stünden – schlussendlich war sie eine Adlige und würde alle Schuld auf uns abwälzen können.

Überhastet hämmerten wir einen Plan zusammen, bei dem Joachim die Wächter der Schenke ablenken würde, während Akbash und Aurelia die Reisekasse plünderten. Wir anderen bereiteten unsere hastige Abreise über die Mauern vor. Im Morgengrauen wollten wir uns dann an einer Flußbiegung mit der „Wasserratte“ treffen. Durch dieses Manöver sahen wir eine Chance, unsere Verfolger wenigstens kurzfristig abzuschütteln.

Wie sagte mir mal ein alter Söldner? Kein Schlachtlan überlebt den Kontakt mit dem Feind. Auch hier hatten wir die Sicherheistmassnahmen der Fürstin unterschätzt. Ihr „Medium“ hatte offensichtlich das Zimmer der Fürstin mit einem Zauberbann belegt, der einen Totengeist aus der Hölle auf Eindringlinge hetzte!

Bis heute sind die Details schwammig, wie wir es trotzdem schafften, die Geldkiste und die schwer verwundete Aurelia aus dem Gasthaus zu schaffen. Auf jeden Fall stand es außer Frage, über die Mauern oder das Tor zu fliehen. Statt dessen flohen wir Hals über Kopf auf die Wasserratte, die unter dem Feuer der Hafengeschütze von Reikhafen ablegte und uns auf die vorläufige Sicherheit des offenen Reiks brachte.

Von Schwertwald nach Reikhafen

Author: Nils /

Nachdem wir von Schwertwald abgereist waren, um den Verwicklungen mit der Kirche Lok'nars, den Rattenmenschen und unseren allgegenwärtigen Verfolgern zu entgehen, steuerten wir auf kürzestem Wege Reikhafen an. Reikhafen (oder so) ist einer der nördlichsten Handelsposten der Reikhandelsgesellschaft, einer Verbindung von Handelshäusern, die den Warenverkehr auf dem Reik in eisernem Griff hielten.

Leider hatten wir unsere Verfolger nicht abgeschüttelt. Heidrun und Mal untersuchten gerade einige Reiter, hinter uns, als unsre Kutsche von einem grausigen Zauberspruch attackiert wurde, der unsere Pferde und den Kutscher sofort dahinraffte und die gesamte Kutsche in den Graben beförderte. Nur durch pures Glück konnte ich mich selbst rechtzeitig vom Bock befördern.

Ich rappelte mich auf und war entsetzt – ob in den Trümmern überhaupt jemand überlebt hatte? Und um alles noch zu verschlimmern, kamen unsere Gegner, zwei der merkwürdigen mit Edelsteinen verzierten Attentäter den Weg hinunter auf mich zu. Zum Glück kamen Mal und Heidrun zurück galoppiert und zogen die Waffen, so das ich kurz Akbash aus den Trümmern helfen konnte.

Einer unserer Gegner, offensichtlich ein Hexer oder etwas ähnliches, begann merkwürdige Gesten zu vollführen, aber Heidrun brachte ihn mit einem gezielten Halsschuss zum Schweigen. Leider konnte ich Ihre Präzision nicht nachahmen, so das der Schuss meiner Pistole weit am zweiten Attentäter vorbei flog, während dieser mit 2 Schwertern auf mich zu stürmte. Sein erster Hieb durchbrach kurz darauf meine Verteidigung und mir war klar, das ich mich unmöglich einem geübten Schwertkämpfer im Nahkampf stellen konnte. Ich ließ mich also mit einem theatralischen Schrei zu Boden sinken, in der Hoffnung, das Akbash, Heidrun und die anderen inzwischen kampfbereit waren.

Der Mörder schüttelte einen von Mals Bolzen einfach ab, offensichtlich geschützt durch die Magie seiner Edelsteine, und selbst im Duell mit Heidrun und Akbash sah es nicht so aus, als würde er den kürzeren ziehen. In der verzweifelten Hoffnung, ihn abzulenken und so meinen Gefährten eine Vorteil zu verschaffen, schlug ich mit der Peitsche nach ihm, und es gelang mir tatsächlich, seine Arme an den Körper zu fesseln!

Umringt von Feinden und gefesselt ließ der Scherge seine Schwerter fallen. Leider erwies sich das ebenfalls als Finte, und als Heidrun ihn fesseln wollte, trat er sie so heftig gegen den Kopf, das sie bewusstlos zu Boden ging. Als wir ihn schließlich überwältigt hatten, widesetzte er sich jedem Verhör. Bei der Durchsuchung fiel uns ein Amulett an seinem Hals auf. Als wir es ihm abnahmen, um es näher zu prüfen, brach unser Gefangener tot zusammen! Welch furchtbare Hexerei war hier am Werke!

Wir beschlossen, so schnell wie möglich weiter zu ziehen, um ja keine weitere Nacht im Freien zu riskieren. Mittels der beiden übrigen Pferde und einiger Tragen schleppten wir uns bis Reikshafen.

Wir alle freuten uns darauf, endlich in Ruhe unsere Wunden lecken zu können, nachdem beim Angriff auf den Skaventurm gerade Aurelia und Heidrun noch einige alte Verwundungen aus zu kurieren hatten, ganz zu schweigen von dem neuen nach dem Überfall. Auch die Fürstin und Ihr Gefolge hatten genug.

Leider war das Schicksal uns schon zuvor gekommen...

Erberharts Reisetagebuch, 20.3.1427

Author: Nils /

Diesen Eintrag möchte ich für eine kurze Vorstellung unserer Reisegruppge nutzen.

Zum einen wäre da Aurelia Güldenstern, eine ehemalige Goldschmiedin irgendwo aus Sigmars schönem Reich. Sie scheint ein ungeheures Geschick beim Umgang mit Schlössern und Feinmechanik zu haben. Damit einher geht leider auch die Begabung, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein - sonst wäre sie wohl auch nicht auf dieser Reise.

Als nächstes wäre da Heidrun Horn, eine Waldläuferin aus einem kleinen Dorf im Drakwald. Sie ist die gefährlichste Bogenschützin, die mir je begegnet ist und somit eine echte Bereicherung für unsere Gruppe. Allerdings frage ich mich manchmal, ob Sie nicht bereut, den vergleichsweise friedlichen Drakwald verlassen zu haben.

Joachim Wundschneider ist ein Mitglied der weissen Hand, der allerdings Ihren Ruf als hochnäsige Doktoren und geldgierige Säcke Lügen straft. Zwar hat er einen ordentlichen Lohn mit der Fürstin ausgehandelt, aber er hat sich mehr als einmal selbst in Gefahr gebracht, um einem von uns das Leben zu retten.

Wenn Akbash Weißhaupt nicht so eine gefährliche Klinge führen würde, könnte man Ihn beinahe für eine Gecken und Schönling halten. Ohne Ihn wären wir sicherlich schon einem der vielen Hinterhalte und Monster zum Opfer gefallen, denen wir unglücklicherweise ständig zu begegnen scheinen. Das macht Ihn leider auch zu einem von Joachims Hauptkunden, aber meist nimmer er es mit Humor. Nur manchmal macht er so merkwürdige Würgegesten und seine Augenbraue beginnt zu zucken...

Der mysteriöseste und neueste unserer Begleiter nennt sich Mal Brin - und er ist der einzige bei dem ich darüber nachdenke, ob es sein richtiger Name ist. Wir haben Ihn in schwertwald getroffen, wo er auf der Suche nach einem magischen Schwert ist für irgendwelche nebulösen Auftraggeber. Seitdem ist er irgendwie bei uns geblieben, und die letzten Ereignisse und Kommentare werfen ein merkwürdiges Licht auf seine Motive. Allerdings hat auch er uns schon im Kampf auf Leben und Tod zur Seite gestanden, und nun sitzen wir buchstäblich alle im selben Boot.

Zuletzt noch ein paar Worte zu Eurem Autor und Chronisten, Eberhart Brettschneider, freier Händler aus Kemperbad. Die freie Handelsstadt ist zwar ein wundervoller Ort für einen aufstrebenden Händler, allerdings ist die Konkurrenz dort hart, und so bin ich auf der Suche nach einem lukrativen Projekt, das meiner geplanten Firma das nötige Startkapital verschafft. Das Reisen liegt mir im Blut, und auch wenn mir noch das eine Mal das Herz in die Hose rutscht ob der unfassbaren Geschehnisse und fruchtbaren Gefahren, in die wir regelmässig geraten, bin ich doch froh, mit dieser Truppe auf dem Fluss unterwegs zu sein!