Port Grim Crimes - Wer hat dem Kerzenmacher das Licht ausgepustet?

Author: Nils /


Hartmut saß mit Juri und Korva im rostigen Drachen und erklärte der Seehexe, was in Port Grim seit der Abreise der Helden so abging. Das Südufer über dem neuen Hansehafen war umkämpftes Gebiet - die Hanse patrouiliierte, aber noch lange nicht alle ansässigen ließen es sich gefallen, von irgendwelchen Imperialen kontrolliert zu werden?

Die Seehexen des Gezeiten-Archipels (oft verwechselt mit dem Mahlstrom-Archipel, das die Gesellschaft vom Einfluss des Schreckens Kapitäns befreite) sahen in dem ganzen Sphärenbeben eher einen Plot Issandras und der Mutter der Monster - wenn nicht als Auslöser, so nutzten Issandras Töchter das Aufkommen von Veränderten und Tiermenschen auf jeden Fall. Um ihren Kult zu stärken. 

Mitten in diesem Gespräch trat ein junger. pickeliger Stadtwächter an ihren Tisch. “Ihr seid die neue Gesellschaft, richtig? Sheriff Wrack hat gesagt, ihr kümmert euch um die schlimmen Dinge!”

Hartmut war sich noch nicht so sicher, wieder die Geschäfte der Gesellschaft vertreten sollte, aber der Junge hatte offensichtlich Angst, also begleiteten sie ihn zu Kerzenmacher Malkin, bei dem die benannten “schlimmen Dinge” passiert sein sollten. Juri erklärte Hartmut nochmal, dass sie gerne für die Gesellschaft arbeiten würde - aber bestimmt nicht umsonst.


Die Malkins waren ermordet worden - und nicht einfach so. Beide waren erste vergiftet worden, dann waren dem Vater der Magen und der Tochter die Augen entfernt worden professionell. 

“Das hier ist eine Botschaft”, erklärte Korva.

“Oder jemand bereitet einen Fluch vor”, gab Juri zu bedenken. 

Wer auch immer es war, war zwar nicht dumm, aber kein Profi. Das Personal und die Nachbarn konnten keine Hinweise auf Feinde liefern, und auch in den Büchern oder der Werkstatt gab es zwar Interessantes über das blühende Geschäft der Malkins. Aber keine hervorstechenden Hinweise. Allerdings gab es Zeugen, die eine merkwürdige Lieferantin bemerkt hatten. Eine große, vermummte Frau hatte das Essen geliefert, das sonst der Metzgerjunge brachte. Und nicht nur das - diese Frau hatte die Schmiedin beim letzten Kampf des Brechers gesehen. Offensichtlich war sie nach seinem Sieg über die Klapperschlange auf die Bühne gesprungen und hatte ihn geküsst! 


Also wurde es Zeit, Metzger Sanders einen Besuch abzustatten. Ein alter Bekannter Hartmut, der bei ihm auch schon das eine oder andere Wildbret zur Verarbeitung gegeben hatte. Stolz prangte “Von Hase bis Drache - du bringst es, wir servieren es!” Über dem Eingang. Sanders war hilfsbereit, schließlich waren die Gesellschaft gute Kunden und Zulieferer zugleich. Er ließ Milo, den Lieferjungen antreten, der zerknirscht zugab, seine Lieferung an “das nette Mädel mit den grünen Augen” an die Metzgerin Annabel abgetreten zu haben. Sanders war verblüfft - Annabel war eine fähige Metzgerin. Aber hatte keine Freunde und lebte im Gürtel, den neuen Slums von Port Grim. Nicht zuletzt weil ihr Gesicht viele Leute verschreckte. 

 Deshalb konnte er schon gar nicht glauben, das der “Freund”, dessen Tod sie so mitgenommen hatte, der strahlende Brecher sein sollte. Der Brecher war das Aushängeschild der Hanse, blonde Haare. Seegrüne Augen, gebaut wie eine Fregatte. 

“Wieder grüne Augen”, murmelte Juri. “Ich glaube es wird Zeit, das wir uns für diese Kämpfe interessieren.”


Im rostigen Drachen wurden Korva und Juri auch fündig. Es gab viele Kampfenthusiasten, und schnell wurde klar - der Brecher war ebenfalls tot. Und die Kämpfe wurden organisiert von Knochenhammer, der rechten Hand des fetten Mannes. 

So führte die Suche ins Kraken und Rum - sowohl, um Kontakt mit der Knochenhammer aufzunehmen und eventuell etwas über die Unterkunft Annabels zu erfahren. 

Hier wurde klar, das der Brecher ermordet wurde. Geplant. Es gab einen Preis auf seinen Kopf, und die Meinung ging nur auseinander, Ob die Gesellschaft den Preis ausgesetzt oder den Auftrag ausgeführt hatte. Die Fehde zwischen Gesellschaft und Hanse war stadtbekannt, und nach dem Glockenabenteuer war ein Attentat auf den Preiskämpfer für viele der nächste logische Schritt . Das danach eine merkwürdige Gestalt nachts an seinem Grab geschrien hatte, passte auch ins Bild der verrückten Hexen und Magier, mit denen die Gesellschaft sich herum trieb.

Unter dem Vorwand, den berüchtigten T’Skrang Berserker in den Ring zu bringen, erfuhren die drei den derzeitigen Ort des Fetten Mannes Futtersack. Es wurde Zeit, mit der Knochenha

mmer zu reden.


Diagnose & Analyse Teil 2

Author: Sventasie /

 

Arkane Untersuchung von unbekannten Tätowierungen 

Fallstudie: ebenfalls Joachim von Schwertall

Verfasst von: An’nathiel Teldarion, Heilerin & Hohe Priesterin des Ewiglichts

Einleitung

Im Zuge meiner weiterführenden Untersuchung der vorherigen Fallstudie „Die arkane Untersuchung der Seelenbindung in einem Simulacra, habe ich mich auf die Analyse der tätowierten Schriftzeichen und Glyphen auf der Replica Arkana konzentriert. Die Beschaffenheit dieser Markierungen ließ vermuten, dass sie nicht nur dekorativ oder bloße Kennzeichen sind, sondern tiefere religiöse und arkan-magische Bedeutungen tragen. Diese Vermutung bestätigte sich im Laufe meiner Analyse, in deren Rahmen ich einige bemerkenswerte Entdeckungen machte.

Beschreibung der Runen und Glyphen

Die Runen auf Joachims Körper sind in einer komplexen, verschlungenen Struktur angeordnet, die sowohl visuell als auch magisch eine tiefe Bedeutung offenbart. Bei genauerer Untersuchung stellte ich fest, dass viele dieser Symbole stark an die heiligen Gebetsrunen erinnern, die in den alten Schriften der in Vergessenheit geratenen Göttin Lissala zu finden sind. Lissala, einst verehrt als Göttin der Runen, des Schicksals und der Belohnung, spielte eine zentrale Rolle im ersten Imperium, bevor ihr Kult und ihre Lehren nach dem Fall des ersten Imperiums in Vergessenheit gerieten.

Bedeutung der Runen

Die Runen scheinen in erster Linie darauf ausgelegt zu sein, mächtige Segnungen hervorzurufen. Folgende Wirkungen konnte ich mit meinen begrenzten arkanen Mitteln entschlüsseln:

  1. Göttlicher Schutz: Die Runen tragen eine arkane Struktur in sich, die stark auf eine göttliche Schutzmagie hinweist. Diese magische Barriere könnte den Träger vor jeglicher Form von Magie und auch körperlichen Angriffen schützen.

  2. Förderung der Heilung und der Kampfkraft: Ebenso scheint ein Teil der Runen darauf ausgelegt zu sein, die natürlichen Heilungsprozesse zu beschleunigen und die körperliche Kampfkraft des Trägers signifikant zu steigern. In gewisser Weise könnte dies als eine Form der "Belohnung" durch Lissala verstanden werden, was gut zu ihrer Rolle als Göttin der Belohnung passt.

Es ist anzumerken, dass die Wirkung dieser Segnungen vermutlich nur in Verbindung mit entsprechender Anbetung und den richtigen Gebeten zu Lissala aktiviert werden kann. Ohne den Glauben und die Hingabe an die Göttin bleibt die Macht dieser Runen, zumindest nach meinem Verständnis von göttlichen Wundern, latent und ungenutzt.

Schicksalhafte Verknüpfungen

Es ist besonders bemerkenswert, dass diese Runen ausgerechnet auf dem Körper erscheinen, der nun von der Seele Joachim von Schwertwalls eingenommen wird – einem Mann, dessen Leben von Vorsehung, schicksalhaften Wendungen und dem Hauch göttlicher Bestimmung durchzogen scheint. Es drängt sich die Vermutung auf, dass Joachim sich unwissentlich in Lissalas Schicksalsfäden verstrickt hat.

Ein zentraler Punkt meiner Analyse ist daher die Hypothese, dass die vergessene Göttin des Schicksals, durch ihr göttliches Wirken in Joachims Leben eingegriffen haben könnte. Es scheint möglich, dass sie sein Schicksal so gelenkt hat, dass er nun, in Krunes Körper, nach dem Runenfürsten der Gier sucht. Die Runen auf seinem Körper, die als Manifestation ihrer Präsenz zu deuten sind, könnten das fehlende Bindeglied in den mysteriösen Ereignissen um Joachims Bestimmung darstellen. Ohne tiefere Einblicke in die uralten Mysterien der Göttin bleibt dies jedoch eine spekulative Annahme.

Verborgenes Beschwörungsmuster

Eine zusätzliche Entdeckung sind verborgene Muster in der Anordnung der Runen selbst, die stark auf Beschwörungsformeln hindeuten. Diese Formeln sind jedoch komplex und übersteigen bei weitem meine bescheidenen Kenntnisse in der Beschwörung. Ihre genaue Bedeutung bleibt mir daher verschlossen. Es erscheint jedoch wahrscheinlich, dass sie nicht nur rein schützender Natur sind, sondern auch die Fähigkeit besitzen könnten, fremde Wesen oder Energien herbeizurufen.

Ich empfehle dringend, diese Muster in einer tiefergehenden Untersuchung von einem Experten der Beschwörungskünste analysieren zu lassen. Sollten diese Formeln aktiviert werden, könnten sie möglicherweise gewaltige Kräfte entfesseln, die das Schicksal nicht nur von Joachim, sondern von allen, die mit ihm in Verbindung stehen, beeinflussen.

Schlussfolgerung

Meine Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Runen auf Joachim von Schwertwall keine zufälligen Markierungen sind, sondern heilige Symbole der längst vergessenen Göttin Lissala, die ihn bzw. den Körper in dem er sich befindet auf mysteriöse Weise segnen und schützen. Die in Vergessenheit geratene Göttin scheint ihre Hand in Joachims Leben zu haben und mag eine entscheidende Rolle in seinem weiteren Schicksal spielen.

Was jedoch noch unklar bleibt, ist die genaue Bedeutung der Beschwörungsformeln in den Runen und die mögliche Reichweite ihrer Macht. Die Verbindung von Schicksal, Magie und Glaube ist in diesem Fall besonders stark. Es ist mein aufrichtiger Rat, dass dieses Rätsel von einem hohen Tempel weiter untersucht wird.

An’nathiel Teldarion
Hohe Priesterin des Ewiglichts

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Überwältigt von den jüngsten Entwicklungen und ihren weitreichenden Konsequenzen, kommt euch erst viel später der Gedanke: Wie konnte An'nathiel die Runen des ersten Imperiums derart mühelos entziffern? Ihr hattet stets angenommen, dass nur Brodert Quink wenigstens ansatzweise in der Lage war, die Schriftzeichen der untergegangenen Zivilisation zu deuten. Doch An'nathiel konnte sie nicht nur lesen, sondern stellte auch eine Verbindung zu einer längst vergessenen Schicksalsgöttin her. Darüber hinaus erkannte sie die göttlichen Segnungen Lissalas und deren heilige Wirkung.
Als euch das Ausmaß dieser Ungereimtheiten klar wird, hat – An'nathiel Teldarion  Port Grim bereits verlassen und auch euer Aufbruch steht unmittelbar bevor, so dass ihr den Gedanken beiseite schiebt und euch auf die Reise konzentriert. 

Offenbarung und Vergebung ???

Author: Sventasie /

 



Die Schicksalsgemeinschaft und Gründer*innen der Gesellschaft für Erforschung und Abenteuer auf Maracasar hatten sich im Haus der hohen Priesterin und Heilerin An'nathiel Teldarion in Port Grim eingefunden. An der Seite ihres Gefährten Joachim von Schwertwall suchten sie Rat bei der elfischen Dienerin der Göttin der Morgendämmerung, Churun – dem gütigen und liebevollen Idol der Heilung, des Mitgefühls, des Lichts und der Neuanfänge. Joachim hatte den Entschluss gefasst, sich An’nathiel zu offenbaren und um ihre Unterstützung zu bitten, wissend, dass das eine nicht ohne das andere zu erreichen war. 

Es sollte sich als Hilfreich erweisen, das Harlander, ein betagter gnomischer Paladin des Immerlichts, der erst kürzlich in Port Grim eingetroffen ist An´nathiel zur Seite stand. Harlanders Worte sollten sich in dem folgenden bisweilen hitzigen Gespräch zwischen An´nathiel und Joachim immer wieder als beruhigende Stimme der göttlichen Einsicht und Vernunft erweisen.

Als die Gefährten das Haus der Heilerin erreichten, erkannten sie schnell, dass An'nathiel inmitten der Vorbereitungen war, Port Grim zu verlassen. Während des aufkommenden Gesprächs mit der Gemeinschaft zeigte sich mehrfach, dass sie den Wunsch hegte, bereits fort zu sein, statt sich erneut mit den Anliegen der Schicksalsgemeinschaft auseinandersetzen zu müssen.

Joachims Offenbarungen über seine Taten und die Beweggründe hinter seinen Handlungen stießen zunächst nur bedingt auf das Verständnis der Elfe. Harlander war es, der An'nathiel mehrfach daran erinnerte, welches Versprechen die Göttin der Morgendämmerung und Neuanfänge den sterblichen Völkern nach dem Zeitalter der Dunkelheit gegeben hatte: Dass auf jede Dunkelheit eine Morgendämmerung folgen würde und Hoffnung, Güte und Wahrheit am Ende triumphieren.

An’nathiels innerer Konflikt und ihre ungewöhnliche Zurückhaltung, Joachim die Vergebung der Göttin der Morgendämmerung zu gewähren, wurzeln tief in den unheilvollen Implikationen seiner Rolle als Garcia. Diese Rolle, die durch die schicksalhafte Wahl des unbarmherzigen Meeresgottes Laros bestimmt wurde, zumindest daran hat An´nathiel keinen Zweifel, eröffnet sowohl heilende als auch zerstörerische Aspekte des Meeres, die jenseits von Joachims eigenen Entscheidungen liegen. An’nathiel erkennt jedoch, dass Joachim nicht der Gezeitenhüter ist, den Vater Zantus in ihm sah – ein sanfter Retter, der Leben spendet und die tobenden Fluten abwehrt. Sie sieht sich durch Joachims jüngste Handlungen darin bestätigt das dieser Auserwählte ein Flutbringer ist, der den Zorn und die Prüfungen Laros' verkörpert, eine unbändige Naturgewalt, die gekommen ist, um das Land durch  Zerstörung zu reinigen und die Schwachen zu prüfen.

Als Priesterin der Göttin der Morgendämmerung, deren Prinzipien Heilung, Mitgefühl, Vergebung und der Schutz der Schwächsten ist, steht An’nathiel in einem fundamentalen Widerspruch zu Joachims Bestimmung. Ihre Göttin verkörpert die Hoffnung und das Versprechen, dass selbst diejenigen, die sich verirrt haben, ins Licht zurückkehren können. 

Doch in Joachim sieht An’nathiel jemanden, der sich seiner Verantwortung nicht Bewusst ist und dessen Unsicherheit über seine Loyalitäten zu einer Bedrohung werden – sie ist nicht bereit anzuerkennen das Laros oder der dunkle Manipulator Tzeentch Joachims Handlungen lenken und hegt ernsthafte Zweifel an Joachims Aufrichtigkeit, da er dazu neigt, sich als Opfer höherer Mächte darzustellen, ohne zu begreifen, dass es letztlich seine eigenen Entscheidungen sind, die ihn auf diesen Pfad geführt haben. 

An’nathiel zweifelt an der Aufrichtigkeit von Joachims Reue, da er weiterhin in Kategorien von Macht und Zielen denkt, anstatt die volle Verantwortung für seine Handlungen und deren Folgen zu übernehmen. Aus ihrer Perspektive ist er mehr darauf bedacht, sein eigenes Schicksal und das seiner Gefährten zu steuern und vermeintlich größere Aufgaben in den Vordergrund zu rücken, anstatt sich der Reparatur der von ihm angerichteten Schäden zu widmen. Sie sieht in ihm jemanden, der sich eher rechtfertigt als wirklich Buße tut, und der die Bedeutung seiner Fehler zugunsten eigener Ambitionen herunterspielt.

An’nathiel erkennt, dass Joachim sich wiederholt in Situationen gebracht hat, durch die er sich einen Vorteil gegenüber vermeintlichen Bedrohungen versprach, jedoch scheinbar ohne sich Gedanken über die Folgen seines Handels zu machen. Aus ihrer Sicht zeigt dies, dass Joachim keinen festen moralischen Kompass besitzt und anfällig für Manipulationen bleibt, was ihn zu einer Gefahr für Port Grim macht.

Diese Widersprüche in Joachims Handlungen und seine mangelnde Bereitschaft einen Weg der direkten und unmittelbaren Wiedergutmachung einzuschlagen lassen An’nathiel zögern, ihm die Vergebung ihrer Göttin zu gewähren. Joachim der wiederholt die Bedrohung durch den Runenherrscher anführt die zunächst gelöst werden muss - schlägt sie in leicht sarkastischer Weise vor, für das Unterfangen doch einen Heiler seiner statt anzuheuern und statt nach der goldenen Stadt zu suchen sich um das von ihm geöffnete Dämonentor zu kümmern und den Mörder der tausend Seelen zu finden, der dank seines Handelns wieder in der Welt der Lebenden wandelt.

 An´nathiel befürchtet, dass Joachims Pfad unweigerlich zu weiterer Zerstörung führt und dass er, trotz seiner Beteuerungen, weiterhin eine potenzielle Gefahr für Port Grim, Maracasar und möglicherweise die Welt bleibt.

An’nathiel ist sich sehr Bewusst darüber wie tief verletzt und persönlich angegriffen sie sich dadurch fühlt, dass die Gesellschaf es der Weißen Hand ermöglicht hat, einen festen Standort in Port Grim zu errichten. Tatsächlich gibt sie sich zum Teil auch selbst die Schuld, da es ihr nicht gelungen ist, der Gesellschaft die Werte ihrer Göttin zu vermitteln.  In ihren Augen stehen die Werte der weißen Hand im direkten Widerspruch zu den Prinzipien ihrer Göttin, deren Heilung und Mitgefühl allen Wesen zuteilwerden sollten, unabhängig von ihrem sozialen oder finanziellen Status. Für An’nathiel ist es ein Affront gegen die göttliche Gnade, dass die Heiler der Weißen Hand ihre Gabe an jene verkaufen, die es sich leisten können, anstatt sie uneingeschränkt allen Bedürftigen anzubieten.

Dieser Widerspruch wird für An’nathiel umso frustrierender, weil sie jetzt weiß, dass Joachim den Weg des Heilers und somit der ihrer Göttin verlassen hat und die Weiße Hand und seine Position in Port Grim im Grunde nur instrumentalisiert hat, um seine eigenen Ziele zu verfolgen. Diese Erkenntnis lässt in ihr eine Welle der Enttäuschung und des Grolls, der sich zum Teil gegen sie selbst richtet, aufsteigen, der nur schwer zu ertragen ist. An’nathie kämpft innerlich darum, diese Emotionen zu unterdrücken. Sie weiß, dass ihre Aufgabe als Dienerin der Göttin der Morgendämmerung darin besteht, objektiv zu bleiben und Gnade walten zu lassen, aber Joachims Manipulationen und seine Missachtung der wahren Prinzipien des Heilens stellen eine schwere Prüfung für ihre Geduld und ihren Glauben dar.

Ihre größte Sorge jedoch ist, dass Joachims Rolle als Flutbringer unvereinbar mit der Gnade und dem Licht ihrer Göttin ist. An’nathiel ringt mit der Vorstellung, dass das Immerlicht möglicherweise nicht in der Lage ist, einen Flutbringer wie Joachim zu retten, sondern dass sie vielmehr verpflichtet ist, ihm und der drohenden Zerstörung mit allen Mitteln entgegenzutreten.

Dieser innere Konflikt wirft An’nathiel in ein tiefes Dilemma: Soll sie den Grundsätzen der Vergebung und des Mitgefühls treu bleiben, die ihre Göttin verkörpert, oder muss sie angesichts der dunklen Prophezeiungen und der zerstörerischen Kräfte, die Joachim in sich trägt, ihre eigene Rolle als Beschützerin des Lichts überdenken? An’nathiels Herz steht im Zwiespalt zwischen der Pflicht, das Licht und das Leben zu wahren, und der Erkenntnis, dass Vergebung allein vielleicht nicht ausreicht, um die dunkle Bestimmung Joachims abzuwenden.

Trotz ihrer Zweifel und inneren Konflikte bleiben Joachims Offenbarung, sein Geständnis und nicht zuletzt Harlanders eindringliche Worte, der erneut an die Grundsätze des Glaubens erinnerte, in dem er darauf hinweist, - dass die Fürstin der Anfänge Barmherzig all jenen gewährt, die sich auf den Wegen verirrt haben und sie sich geduldig gegenüber jene erweist, die sich dem Bösen zugewandt haben und das sie jene willkommen heißt, die ihre Verdorbenheit, zu erkennen vermögen und zurück ins Licht kehren, wo ihnen vergeben werden soll,- nicht ohne Wirkung auf An’nathiel. Sie willigt ein, die noch nicht eingereichte Klageschrift an den Rat gegen Joachim von Schwertwall noch einmal gründlich zu überdenken, bevor sie diese einreicht. Dennoch bleibt sie fest in ihrem Entschluss, Joachims Bitte um Unterstützung der Belange der Gesellschaft im Rat und vor den Familien abzulehnen. Da Sir Harlander künftig in Port Grim ihre Arbeit fortsetzen wird, überlässt sie es ihm, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, ob und wie er die Gesellschaft unterstützen möchte.

An’nathiel lehnt es auch ab, über Joachims Taten und sein Handeln zu urteilen. Stattdessen rät sie ihm eindringlich, Verantwortung für seine Entscheidungen zu übernehmen und sich selbst seiner Vergangenheit zu stellen, indem er seine eigenen Handlungen eingehend betrachtet und die notwendigen Konsequenzen zieht. Sollte er dabei Hilfe benötigen, empfiehlt sie ihm, sich den Tempeln der Gerechtigkeit zuzuwenden und den Priestern der Ildarin seine Taten zu beichten, um dort auf ein gottgefälliges Urteil zu hoffen. Ansonsten, so betont sie, liegt das endgültige Urteil einzig und allein in den Händen der Götter.

Trotz ihres Zögerns kommt die Priesterin des Immerlichts in einem Punkt dem Ersuchen der Gesellschaft entgegen. Sie verspricht, den Körper in dem Joachim steckt und die damit verbundene Seelenverschiebung gründlich zu untersuchen und eine sorgfältige Beurteilung vorzunehmen.

Diagnose & Analyse

Author: Sventasie /

Im Beisein von Eberhard, Mel, Heidrun, Akbash und Aurelia begann An’nathiel Teldarion ihre Untersuchung mit einer gründlichen visuellen und magischen Inspektion von dem aus der Runenschmiede stammenden Körper. Sie bemerkte sofort die Unregelmäßigkeiten der physischen Struktur, die auf die Verwendung eines magischen Simulacra hinwiesen. Mithilfe eines Hellsichtzaubers und arkaner Instrumente konnte sie die komplexen magischen Fäden erkennen, die das Simulacra zusammenhielten und eine künstliche, aber erstaunlich stabile Nachbildung eines lebenden Wesens schufen.

Um die Quelle und Natur der Seele innerhalb dieses Simulacra zu ermitteln, aktivierte An’nathiel ihre astrale Wahrnehmung, unterstützt durch ein spezielles arkanes Prisma, das die Sicht auf die astralen Ebenen verstärkte. Durch dieses Prisma entdeckte sie eine fremdartige, aber mächtige Energiequelle, die tief in der oberen Halswirbelsäule des Simulacra verankert war. Es war ein Artefakt, das sie zunächst nicht identifizieren konnte, das jedoch eine starke, konzentrierte arkane Aura aufwies.

Da die Identifikation dieses Artefakts ihre Expertise überstieg, wandte sich An’nathiel auf Vorschlag der Gesellschaft an Valexa von Ruthvek, eine renommierte Artefakthändlerin und Expertin für Relikte aus der Zeit des Ersten Imperiums. Gemeinsam untersuchten sie das Artefakt und identifizierten es als  Nexuskralle, ein Artefakt, das auch als Seelenfessel bekannt ist – ein Relikt aus der Ära der Xin-Dynastie, dem Gründungszeitalter des ersten Imperiums, das berüchtigt für seine Fähigkeit, Seelen zu binden und zu kontrollieren ist. Diese uralte Reliquie trägt sowohl Spuren von  der Magie des Runenkaisers und der Eldar* in sich, als auch die göttliche Magie Lissalas eine Entdeckung, die selbst An’nathiel erstaunt.
* Die Eldar, gelten als die ersten Elfen die nach Ontara kamen und durch die Ausbreitung des ersten Imperiums verdrängt wurden und sich in die Feenreiche zurück zogen (flohen).

 Abhandlung von An’nathiel Teldarion

Titel: Die arkane Untersuchung der Seelenbindung in einem Simulacra: Fallstudie Joachim von Schwertwall

Autorin: An’nathiel Teldarion, Hohe Priesterin und Heilerin der Churun

Zusammenfassung:

Im Zuge meiner Untersuchungen zur mysteriösen Transferierung der Seele von Joachim von Schwertwall in den auf magischeweise geschaffenen Körper des sogenannten Runenherrschers Krune habe ich mehrere entscheidende Entdeckungen gemacht, die Aufschluss über den Verlauf und die Mittel dieser ungewöhnlichen magischen Operation geben.

1. Diagnose und erste Beobachtungen:

Die initiale Analyse des Körpers offenbarte, dass es sich um ein Simulacra handelt, ein magisches Duplikat, geschaffen durch hochgradig komplexe Runenmagie. Dieses Simulacra weist keine natürlichen Lebenszeichen auf, sondern wird durch arkane Energien zusammengehalten, die den Eindruck eines lebenden Wesens vollständig kopieren. Die astrale Untersuchung mittels eines arkanen Primas enthüllte ein Artefakt, welches an der oberen Halswirbelsäule verankert ist und eine ungewöhnlich starke Bindung auf die astrale Ebene aufweist.

2. Identifikation des Artefakts:

In Zusammenarbeit mit der Artefakthändlerin Valexa von Ruthvek konnte das Artefakt als eine Nexuskralle, auch bekannt als Seelefessel, identifiziert werden. Diese Reliquie stammt aus der Gründungszeit des Ersten Imperiums und ist ein Überbleibsel der Magie der Xin-Dynastie, die stark mit elfischen Runen in Verbindung gebracht wird. Die Nexuskralle ist dafür bekannt, Seelen in sich zu binden und sie an einen neuen Wirtskörper zu fesseln. Die Runen auf der Nexuskralle deuten auf eine seltene und stark abgeschirmte Form der Seelenmagie hin, wie sie unteranderem von den Eldar bekannt war - aufgrund der verwendeten Runen muss auch das wirken Lissalas, der Göttin der Runen und des Schicksals in die Betrachtung mit eingezogen werden.

3. Schlussfolgerungen:

Basierend auf den Erkenntnissen der Untersuchung kommen folgende drei Hypothesen in Frage:

Option 1: Seelenrettung durch magische Bindung
Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Nexuskralle verwendet wurde, um die Seele von Joachim von Schwertwall aus einem sterbenden Körper zu retten. Durch die Verankerung der Nexuskralle in das Simulacra wurde dieses als neuer Wirtskörper fungierend, und Joachims Bewusstsein konnte auf diese Weise erhalten bleiben. Dies weist auf eine intentionale Anwendung von Seelenmagie hin, die in manchen Kulturen als Form der Heilung und Rettung akzeptiert wird.

Option 2: Gewaltsame Seelenextraktion
Eine weniger wahrscheinliche, aber mögliche Theorie ist, dass ein finsterer Magier oder ein Anhänger dunkler Götter Joachims Seele gewaltsam extrahiert und in die Nexuskralle gezwungen hat. In diesem Szenario wäre das Simulacra lediglich ein Gefäß, um die Kontrolle über Joachim zu behalten. Dies würde auf eine feindliche Handlung hindeuten, die darauf abzielt, Joachim als Marionette für unbekannte finstere Pläne zu nutzen.

Option 3: Einsatz von verbotener Nekromantie: Seelenschatten
Eine dritte Möglichkeit, die jedoch aufgrund fehlender direkter Anzeichen schwer zu beweisen ist, umfasst den Einsatz des verbotenen Zaubers Seelenschatten. Dieser würde es einem Magier erlauben, Joachims Bewusstsein zu duplizieren und es in das Simulacra zu binden, während der ursprüngliche Körper und die physischen Fähigkeiten nicht reproduziert werden. Sollte dies der Fall sein, könnte es sich um eine verbotene Anwendung handeln, die weitreichende Implikationen für die Manipulation von Seelen und die Herstellung von künstlichen Lebensformen hätte.

4. Ergänzende Schlussfolgerungen:

Fehlgeschlagene Seelenextraktion durch experimentelle Magie

Basierend auf den Berichten von Joachim und seinen Gefährten befanden sich zum Zeitpunkt der arkanen Extraktion zwei Seelen im Ursprungskörper von Joachim: seine eigene und die von Nomorius, dem Mörder von tausend Seelen. Das liegt nahe, dass Joachims Körper nicht, wie unter Option 1 Seelenrettung durch magische Bindung in einem sterbenden Zustand war, sondern dass eine experimentelle, intentionale Anwendung von Seelenmagie durchgeführt wurde, um die Seele von Nomorius aus Joachims Körper zu extrahieren. [Eine kollektiv zurückkehrende Erinnerung der Gefährten des Patienten, bestätigen die Annahme]

Offensichtlich kam es während des komplexen Extraktions Zaubers zu einem folgenschweren Fehler, der dazu führte, dass  Joachims Seele statt der von Nomorius in das Krune Simulacra transferiert wurd . Diese Seele wurde dann in die Seelefessel gebunden. Es ist an dieser Stelle nicht auszuschließen, das Nomorius aktives Wirken, dafür gesorgt hat Joachims Seele in die Nexuskralle zu zwingen.

Durch die Verankerung der Seelenfessel an das Simulacra wurde das arkane Duplikat des Runenherrschers Krune zum neuen Wirtskörper für Joachims Bewusstsein. Der Prozess weist auf eine gefährliche und unausgereifte Anwendung von Seelenmagie hin, die das hohe Risiko solcher Rituale unterstreicht und zeigt, wie leicht es zu fatalen Fehlern kommen kann, die sowohl Leben als auch Seelen in Gefahr bringen.

Diese Hypothese erklärt die Anwesenheit der Nexuskralle sowie die Bindung der Seele an das Simulacra und hebt die potenziellen Gefahren experimenteller Seelenmagie hervor, besonders wenn mehrere Seelen involviert sind. Es bedarf weiterer Nachforschungen, um festzustellen, was sich tatsächlich bei Durchführung des Rituals ereignet hat und ob es Möglichkeiten gibt, Joachims ursprünglichen Körper zurückzuerlangen oder seine Seele zu befreien.

5. Empfehlung und nächste Schritte:

Obgleich es nicht die wahrscheinlichste Option ist, kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, das es sich bei der in der Nexuskralle verankerten Seele lediglich um einen Seelenschatten (eine Kopie des Bewusstseins/Seele) handelt. Eine wachsame Beobachtung des Patienten ist ratsam. 

Darüber hinaus wird empfohlen, die Untersuchung des Simulacra und der Nexuskralle weiterzuführen, um den genauen Ursprung der Seelefessel und die Intention hinter der Seelenbindung zu ermitteln. Eine vertiefte Analyse der Runen und der magischen Signaturen könnte weitere Hinweise auf den Zaubernden und die spezifischen Umstände der Transferierung liefern. Eine Rückkehr in die Runenschmiede zur Gewinnung weiterer Informationen erscheint Sinnvoll.  Auch weil davon auszugehen ist, dass hier Erkenntnisse zur Befreiung bzw. zur sicheren Rückführung von Joachims Seele gewonnen werden können, wobei die moralischen und ethischen Implikationen sorgfältig abgewogen werden müssen.

Abschließend bleibt zu betonen, dass diese Untersuchung wertvolle Einblicke in die Anwendung uralter Magie liefert, die zwar mächtig, aber auch gefährlich und unvorhersehbar ist. Eine sichere Handhabung und ein tieferes Verständnis dieser Magie sind essentiell, um künftige Risiken für die Seelen der Lebenden zu minimieren.

An’nathiel Teldarion
Hohe Priesterin der Churun, Port Grim


Analyse der Nexuskralle basierend auf den Untersuchungen und Erkenntnissen von Valexa von Ruthvek

Die Nexuskralle, auch bekannt als Seelefessel, ist ein hochkomplexes Artefakt aus der Gründungszeit des Ersten Imperiums, speziell aus der Ära der Xin-Dynastie. Sie gilt als eines der mystischen Erbstücke des legendären Runenkaisers und wird in den Asateer, den ältesten Erzählungen des Wüstenreichs Daragesch, erwähnt. 
Diese Artefakte werden von einigen Magistern als Schlüsselkomponenten des Aufstiegs des großen Wüstenreichs und des Beginns des Zeitalters der Magie und Wunder betrachtet, wobei spekuliert wird, dass die Wiederentdeckung solcher Reliquien die treibende Kraft hinter der Entwicklung der Magie jener Zeit war.

1. Design und Konstruktion:

Die Nexuskralle ist eine kunstvolle Einfassung, entworfen, um einen Seelenstein präzise an der oberen Halswirbelsäule eines Wesens zu verankern. Ihr filigraner Metallrahmen ist robust, jedoch auf die natürlichen Kurven des Nackens angepasst, wodurch sie eine sichere, aber flexible Halterung bietet. Die Kralle hat eine symmetrische Form, die an beiden Seiten des Nackens entlang verläuft, mit runenverzierten Gelenken, die geschmeidig um die Halswirbel greifen. Die Struktur sorgt dafür, dass die Gemme – der Seelenstein – fest verankert wird, ohne die Bewegungsfreiheit des Trägers zu beeinträchtigen.

2. Funktion und Magische Verbindungen:

Im Zentrum der Halterung befindet sich eine speziell geformte Vertiefung für den Seelenstein. Diese Vertiefung ermöglicht es, den Stein sicher zu halten und gleichzeitig eine direkte Verbindung zu den Nexussträngen herzustellen, den magischen Adern, die den Körper durchziehen und für den Fluss von Energie und Bewusstsein verantwortlich sind. Dies ist essenziell, damit die gebundene Seele in der Gemme die Kontrolle über den Wirtskörper erlangen kann.

Die Konstruktion beinhaltet dünne, aber mächtige Adern aus magisch leitfähigem Metall, wie Orichalkum oder Adamantit, die entlang der Krallen in den Körper verlaufen. Diese Adern sind mit einem speziellen arkanen Mineral beschichtet, das die Magie und das Bewusstsein der gebundenen Seele verstärkt und durch den Seelenstein leitet. Die Verbindung dieser magischen Fäden mit den Essenzkanälen des Wirtskörpers ermöglicht es der Seele, die volle Kontrolle über die physischen Bewegungen und Sinne zu übernehmen.

3. Verankerungsmechanismus:

Die Halterung wird mittels einer Kombination aus mechanischen Klammern und magischen Siegeln an der Halswirbelsäule befestigt. Die Klammern greifen eng um die Wirbel, ohne dabei in den Körper einzudringen, während die magischen Siegel die Position stabilisieren und die Integration der Kralle verstärken. Diese Verankerung wird durch einen unsichtbaren Zauber unterstützt, der die Halterung optisch verschwinden lässt und eine nahtlose Integration in die Haut des Trägers ermöglicht.

4. Aktivierung und Kontrolle:

Die Aktivierung der Nexuskralle erfolgt durch ein Schlüsselwort oder eine spezifische magische Geste, die die Verbindung zwischen dem Seelenstein und den Nexussträngen aktiviert. Bei Aktivierung leuchten die eingravierten Glyphen leicht auf und erzeugen ein sanftes Summen, das anzeigt, dass die magischen Verbindungen aktiv sind und die Seele nun die Kontrolle übernommen hat. Dies gewährleistet eine präzise und kontrollierte Übertragung der Kontrolle auf die gebundene Seele.

5. Ästhetik und kulturelle Bedeutung:

Die Ästhetik der Nexuskrallen variiert je nach den Vorlieben und Fähigkeiten des Runenschmieds, jedoch sind sie durchweg von edlem und oft makabrem Design geprägt. Einige dieser Artefakte sind mit zusätzlichen magischen Edelsteinen verziert, um ihre Macht zur Schau zu stellen. Schriftliche Aufzeichnungen aus dem alten Daragesch beschreiben, dass die Träger dieser Relikte die Schönheit und Macht der Nexuskrallen offen zur Schau stellten, um ihren Einfluss und ihre Kontrolle über das Leben und die Seelen anderer zu demonstrieren.

Schlussfolgerung

Die Analyse der Nexuskralle lässt den Schluss zu, dass dieses Artefakt als Mittel zur Erreichung einer vermeintlichen Unsterblichkeit dient, indem es eine Seele sicher in einem künstlichen Wirtskörper verankert. Durch die Kombination von mechanischer Präzision und mächtiger Magie ermöglicht die Nexuskralle eine dauerhafte Bindung der Seele an den Seelenstein, der wiederum die Kontrolle über den physischen Körper übernimmt. Diese Konstruktion scheint darauf abzuzielen, die Seele über lange Zeiträume, möglicherweise sogar über Jahrhunderte, in einem stabilen Zustand zu halten, was eine Form von Unsterblichkeit suggeriert.

Jedoch bleibt unklar, welche Auswirkungen eine solche langfristige Bindung auf die Seele hat. Eine mögliche Hypothese legt nahe, dass die Seele durch die anhaltende Isolation und die konstante magische Spannung im Laufe der Zeit zersetzt oder fragmentiert werden könnte. Dies würde bedeuten, dass die Unsterblichkeit, die durch die Nexuskralle erreicht wird, letztlich zu einem Verlust der Identität und des Bewusstseins führen könnte, bis die Seele selbst sich vollständig zersetzt.

Eine gegenteilige Theorie könnte erörtern, dass die magische Verstärkung und die kontinuierliche Verbindung zu den Essenzkanälen des Wirtskörpers die Seele stabilisieren und ihre Integrität bewahren. In diesem Fall könnte die Nexuskralle tatsächlich ein Instrument zur wahren Unsterblichkeit sein, indem sie die Seele nicht nur schützt, sondern auch ihre Macht und ihr Bewusstsein über lange Zeiträume hinweg erhält. Diese Hypothese würde die Nexuskralle als einen Weg zur Überwindung der natürlichen Begrenzungen des Lebens darstellen und damit den Trägern eine Macht verleihen, die sonst nur Göttern vorbehalten wäre.

Da jedoch keine Langzeitbeobachtungen über die Auswirkungen auf die gebundenen Seelen existieren, bleibt die wahre Natur der durch die Nexuskralle gewährten Unsterblichkeit spekulativ. Weitere Untersuchungen und die Sammlung historischer Berichte über die Träger solcher Artefakte könnten helfen, die tatsächlichen Konsequenzen dieser mächtigen Magie zu entschlüsseln. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob die Nexuskralle ein Geschenk der Unsterblichkeit oder ein Fluch der endlosen Qual ist.