Um uns von den Ereignissen abzulenken, begaben wir uns zum „Schwarzen Pitt“, einem weiteren Dreckloch südlich von Stössel, wo Grubenkämpfe gegeben wurden. Das Glück war auf unserer Seite, und tatsächlich trat Wolfenhart heute auf, der Mann, mit dem Käpt'n ap Trion in Kontakt stand.
Wir betrachteten, wie der Irre mit der Wolfsmaske und und Klauenhandschuhen einen armen Herausforderer in Streifen schnitt. Ein kurzer Blickkontakt mit Akbash bestätigte meine Befürchtungen – die gute Alte „Verbrüderung nach Zweikampf“-Nummer würde wohl nicht stattfinden.
Zum Glück hatten wir Heidrun und Aurelia schon draußen positioniert, um dem Wolf auf der Fährte zu bleiben. Dennoch wollte ich nicht die Chance vergehen lassen, dem Mann zivilisiert gegenüber zu treten.
Was soll ich sagen – manchmal ist der erste Eindruck der richtige. Mit zivilisierten Small Talk hatte Wolfenhart nichts zu tun, aber immerhin gab er zu, mit Käpt'n ap Trion gesprochen zu haben. Danach ließ er sich aber zu abgedroschene „Wo sie ist, könnt Ihr nicht folgen“ und ähnliche Redewendungen hernieder. Herr je, hätte ich gewusst, das er es ernst meinte...
Alles in allem wirkte er aber durch und durch wie der Psychopath, als der er auftrat, so das wir überein kamen, das wir eventuell damit rechnen mussten, das die gute Peri an den Falschen geraten war.
Unsere Verfolgung, minutiös geplant mit doppelter Sicherheit scheiterte ungünstig erweise an den Wasserwegen Marienburgs. Mächte der Verdammnis, manchmal steckte aber auch der Wurm drin!
Wir zogen uns also auf den „Goldenen Prinz“ (Ich kann dieses Marienburgische schlicht nicht richtig schreiben) zurück. Frisch gestärkt und nach einer einigermaßen ruhigen Nacht bat uns dann die Fürstin in die Offiziersmesse, kunstvoll umgearbeitet zum Ankleideraum. Ich musste schon sagen, Geschmack hatte die Gute, da waren schon einige schöne Stöffchen dabei.
Umso trauriger war es, das sie mich bat, all dies zu veräußern, ebenso wie Reste des Familienschmucks. Immerhin schien sie es ernst zu meinen mit der Expedition und Ihrer Investition. Sie bat uns eindringlich, auch selbst noch alle Mittel freizumachen, die wir besaßen, um bestmöglich ausgestattet in die Südmeere aufzubrechen. Grade die Bewaffnung des Schiffes lag Ihr am Herzen, aber selbst mit Ihrer Spende und all unseren Mitteln würde eine ordentliche Kanonenbestückung samt Kanonier schlicht unsere Mittel übersteigen. Wieder mal wurden wir mehr oder weniger zum Verbrechen aufgefordert!
Zugegebenermaßen hatte auch unser derzeitiger Auftrag ja mehr mit Raub und Diebstahl zu tun als mit ehrlichem Handel. Oh Mann, was würde der Angroschtempel mich dafür wieder bluten lassen, aber es ging um einen Schatz!
In die Winkelgasse
Der Rest des Tages war von recht normalem Tagewerk erfüllt. Wir verabredeten uns über einen zwielichtigen Marienburger namens Hein für ein Treffen mit Draak am frühen Abend und brachen dann zum Einkaufen in das Winkelviertel auf. Das war mal ein Viertel, wo wir uns alle einigermaßen wohl fühlten. Es gab Straßenstände, kleine Läden, fette Würste und grenzte direkt an ein dreckiges Verbrecherviertel. Ich streckte meine Fühler nach Käufern aus und traf eine recht pompöse „Dame“, die mir auch hinter dem Fächer ein Angebot für die heiße Ware machte. Hoffentlich ließ mich mein Instinkt nicht im Stich - die „Dame“ hatte zwar einiges zu verbergen, aber ich hoffte keine Verbindungen zu den Republikanern. Auch hier fanden wir ein Gildenhaus der weißen Hand, aber wieder war Joachim unsicher. So landeten wir schließlich bei einer Hinterhofhexe, die allerlei magischen Kram im Angebot hatte, vom Schutzamulett bis hin zum ausgestopften Krokodil.
Wir beschlossen, einen Teil unseres baldigen Gewinns in eine magische Waffe für Akbash zu investieren. So waren nun Heidrun, Mel und Akbash mit Waffen ausgestattet, die auch Wesen aus anderen Welten das fürchten lehren konnten. Das ganze betranken wir im „Tanzenden Piraten“, der örtlichen Kaschemme. Selbst hier kannte man Käpt'n ap Trion, konnte uns aber keine neuen Hinweise liefern.
Gestärkt mit ein paar Grog und einem Plan, der diesmal auch eine Verfolgung zu Wasser zuließ, machten wir uns auf zum Treffen mit Draak. Der Gute war sehr misstrauisch und ließ uns erstmal unser Herz einem Trunkenbold ausschütten, während er uns aus einem Haus beobachtete. Wir spielten die Scharade mit und konnten so schließlich ein paar Worte mit dem imposanten Draak wechseln. Mehr auch leider nicht, denn unsere Geschichte von den Märchenerzählern wurde schnell als solches durchschaut, und ein schnell improvisierter Anheuerungsversuch traf nicht auf Gegenliebe.
Einzig das auffällige Aussehen von Draak ließ in Joachims Kopf ein paar Kerzen aufgehen. Ein recht ähnlicher Bursche hatte sich tatsächlich nach ap Trion erkundigt! Welch merkwürdiger Zufall...
Diesmal gelang uns die Verfolgung tadellos, und wir konnten erfolgreich bestätigen, das Draak wahrhaftig im Klabauterhuis weilte. Ildarin erleuchte uns den Weg, warum mussten wir immer in den Schatten wandeln?
Wer mit Geistern spielt...
Nun, da uns nichts mehr einfiel, denn dieses grausige Haus wahrlich zu betreten,mussten wir den Tatsachen ins Auge gehen. Wenn dort fauler Zauber oder düstere Kräfte herrschten, so wäre Sandro eventuell diesmal nützlicher als gefährlich. Ich zerrte den Hexer also aus seinem Boudoir des Grauens, wo tote Dinge auf Seidendecken neben Parfümzerstäubern ruhen, und erklärte ihm unsere Lage. Er war schnell bereit zu helfen, selbst schon gelangweilt vom ereignislosen Aufenthalt im Hafen. Als er die mystischen Kräfte um das Haus untersuchte, überraschte uns alle sein Urteil, das es sich hier um Naturgeister handeln solle.
Mir selbst ist der Unterschied zwar nicht ganz klar, aber anscheinend handelte es sich hier weniger um finstere Dämonen und gräuliche Untote als um verfluchte Feen und Hexenwerk. Unsicher, ob das gut oder schlecht sei, baten wir ihn um Rat. Tatsächlich hatte Sandro eine Idee, und wie sollte es anderes sein, brauchte er dazu unser Blut! Ich sage Euch, die Schlange saugt uns Schritt um Schritt aus! Aber bei der Wahl zwischen sicherem Tod und ferner Verdammnis, nun ja... Pragmatisch ist das, was uns am Ende noch am ehesten verbindet.
So kamen wir denn, geschützt durch die Magie eines Totenbeschwörers sicher durch den Hexengarten, wo Mel uns mittels geschickter Handgriffe Einlass zum Klabauterhaus verschaffte.
Das Innere des Hauses war kaum weniger unheimlich als der Garten. Zunächst war der Plan, das Joachim und ich die Halle sicherten, während unsere leichtfüßigeren Gefährten das Haus sondierten. Ich gebe ohne Scham zu, das ich schnell die Nerven verlor. Das trübe Licht der Laterne, das Knarren der Dielen, die Schatten überall – ich polterte hinter den anderen die Treppe hinauf und verkroch mich in der Bibliothek. Zusammen mit Joachim entzündete ich ein paar Kerzen, während die anderen den Rest des Hauses durchforsteten und – auf den letzten Hinweis für das Rätsel stießen. Wolfenharts Kampfkostüm.
Welch merkwürdiges Schicksal, das diese beiden Stränge verknüpfte. Drake Wolfenhart, wart tatsächlich sowohl der Besitzer des Seelenfressers als auch der geheimnisvolle Kontakt Kapitän ap Trions der sie auf die Fährte Ihres Vaters bringen sollte. Doch trotz all dieser Hinweise fehlte jede Spur des Mannes selbst.
Wir besprachen uns in der Küche. Es schien, als müssten wir den unheimlichen Brunnen im Garten inspizieren, als aus einem der Nebenräume ein merkwürdiges Geräusch ertönte. Als wir herüber eilten, bekam Joachim plötzlich einen merkwürdigen Gesichtsausdruck und sah uns irritiert an:
„Sagt mal, warum haben wir die risesige Doppeltür da noch nicht untersucht?“
Wir alle schauten uns verwirrt in dem Raum um. Es war ein leer geräumter Essenssaal, bei dem einige Bodenpaneele fehlten und eine Werkzeugbank aufgebaut war.
„Na direkt hier, mit Runen und Türknäufen und allem!“
Er schritt auf die Rückwand zu, die offensichtlich aus Holzplanken bestand. Dann griff er irgendwie in die Wand, es flimmerte Wie über einem heißen Ofen, und plötzlich öffnete sich dort ein große, zweiflügeliges Portal, bedeckt mit Runen und beschlagen mit merkwürdigen Verzierungen. Dahinter erstreckte sich ein Spiegelbild unseres eigenen Raumes, nur das dieser sonnen durchflutet war, und voll eingerichtet. Und, noch während wir uns über die Unmöglichkeit dieses Raumes den Kopf zerbrachen, öffnete sich eine Tür auf der anderen Seite und Drake trat uns entgegen, offensichtlich genauso verblüfft wie wir.
Der Wolf hetzt die Meute
„Was – treibt – Ihr- IN - MEINEM - HAUS!“ Jedes der Worte wurde unterstrichen von einem schweren Schritt, und während der Hüne Fahrt aufnahm, schüttelte er einen stählernen Schild vom Rücken und zog ein schlankes, runenüberzogenens Schwert.
Hier zeigte sich leider wieder, das wir zwar eine eingeschworene Gemeinschaft sind, aber leider auch ein wenig – desorientiert und planlos. Noch bevor Drake den Satz beendet hatte, flogen ihm schon Wurfmesser aus Akbash Händen entgegen, ich warf mich hinter dem Ofen in Deckung, Joachim brabbelte arkane Worte und zerbröselte etwas zwischen seinen Händen, das dann in Richtung Tür verschwand. All dies schien Drake nicht mal annähernd aufzuhalten, und er donnerte einer Naturgewalt gleich durch die Tür. Akbash war vorbereitet, und nahm die uns inzwischen bekannte Fechtposition ein. Aber zu unserem Unglück geriet er dabei in die losen Planken auf dem aufgerissenen Boden, geriet nur kurz ins Wanken – und in diesem Augenblick der Unaufmerksamkeit durchbohrte Ihn Drake vom Bauch bis in den Rücken, trat eine Schritt zurück, drehte ein elegante und Unfassbar schnelle Pirouette und streckte Akbash mit einem weiteren, brutalen Hieb nieder, so das er in einer Blutfontäne zusammenbrach.
Heidrun und Mel nahmen den Hünen in die Zange und ließen Schlag um Schlag auf ihn nieder hageln, aber der Schild des Kriegers war wie eine stählerne Wand. Zugleich bewegte sich Drake traumwandlerisch, wie in einer Choreographie, und schlug immer wieder mit übernatürlicher Schnelligkeit zu. Ein ums andere Mal durchbrach er Mels Verteidigung. Als dieser schon schwer blutete, konnte Heidrun ihm mit einem geschickten Hieb das Schwert aus der Hand schlagen, was ihn kurz aus dem Takt brachte. Ich nutzte die Gelegenheit, um hinter ihn zu gelangen. In dem Gewühl wagte ich es nicht, meine Pistole abzufeuern. Auch widerstrebte es mir, einen Mann nieder zu schießen, der eigentlich nur sein Heim verteidigte.
Ich versuchte, ihn zum Aufgeben zu bewegen, aber in dem Durcheinander bekam Mel meinen Aufruf nicht mit und schlug weiter auf Drake ein. Joachim begann inzwischen, Akbash Wunden zu heilen, und wir alle schlugen weiter auf Ihn ein. Die Ausdauer des Kriegers war unfassbar! Noch einmal entglitt ihm das Schwert, und ich nutzte das Glück, um nach der Klinge zu greifen.
Kaum hielt ich das Schwert in Händen, als plötzlich eine überirdische Melodie in meinen Ohren erklang, und ich verspürte den Drang, mich dem Tanz hinzugeben. Voller Panik, das ein Geist auch von mir Besitz ergreifen könne, warf ich die Klinge von mir. Sie beschrieb einen völlig unmöglichen Bogen und landete – direkt in Drakes Hand!
Sigmar, war diesem Mann denn nicht beizukommen. Auch Mel brach zusammen, schließlich war der Blutverlust zu viel für ihn. Auch Drake schien am Rande des Zusammenbruchs, aber er ließ sich nichts anmerken und schlug weiter um sich, inzwischen mehr torkelnd als tanzen, doch immer noch gefährlich. Ich überlegte, ob ich ihn doch würde erschießen müssen, um unser Leben zu retten, als Akbash sich wieder aufrappelte, weiter schwer verletzt, aber kampfbereit.
Mit blutunterlaufenen Augen sah Drake sich um, atmete ein letztes Mal tief ein, und warf Schwert und Schild zu Boden.
„Na gut, Ihr habt gewonnen. Was wollt Ihr?“
Eberharts Reisetagebuch, 28.6.1427
Author: Nils /Das Klabauterhuis
Author: Nils /
Ich habe lange gebraucht, bis ich diese Zeilen schreiben konnte – unseren Besuche im Klabauterhuis...
Wie Ihr schon aus meinen früheren Einträgen wisst, stehe ich dem Übernatürlichen sehr skeptisch gegenüber. Unglücklicherweise ist unsere Welt durchdrungen von Hexern, Göttern und Dämonen, die uns normalen Sterblichen selten freundlich gesonnen sind und sich auch noch ständig in unsere Angelegenheiten einmischen.
Aber zurück zu meine Aufzeichnungen. Der ominöse Draak, Besitzer des viel versprechend benannten Schwertes „Seelenfresser“, hatte sich wohl vor kurzem das angeblich verfluchte „Klabauterhuis“ angeschafft. Schon von außen sah die Ruine von einem Haus wenig einladend aus. Eine Trümmerhütte inmitten eines verwilderten Gartens samt Schuppen und überwuchertem Brunnen. Eine Trauerweide rundete die Stimmung ab.
Wir beschlossen, uns aufzuteilen (weil das in den Theaterstücken immer so gut klappt), und ich ging mit Aurelia und Joachim zur Vordertür, während Akbash, Heidrun und Mel versuchten, über ein anderes Grundstück an den Hintereingang zu geraten.
Schon der erste Schritt auf das Grundstück ließ mich erschauern. Es schien, als würde hier ewiges Zwielicht herrschen statt der strahlenden Sonne draußen, und eine unheimlich klagender Wind erhob sich. Wir rissen uns zusammen und schritten zur Tür. Unser Klopfen blieb unbeantwortet, statt dessen fand Joachim eine unheimliche Inschrift im Türrahmen.
„Ein Schritt über die Schwelle ist schon zu viel...“ oder etwas in der Richtung. Es machte mich auf jeden Fall nicht glücklicher. Aus dem Augenwinkel schien es mir ständig, als würde sich etwas in den Büschen verbergen.
Wir beschlossen, eine Nachricht für Draak zu hinterlassen. Noch während ich sie schrieb, spürte ich, wie etwas sich um meine Füße zu schlingen begann. Als ich sah, das es sich um eine Wurzel handelte, verlor ich die Nerven und rannte zum Tor. Von jetzt an brach die Hölle los. Das Tor ließ sich nicht mehr öffnen. Beim Versuch, die lanzenartigen Pfähle zu übersteigen, spießte ich mich fast auf. Joachim und Aurelia mussten mich vom Zaun weg reißen.
Uns blieb nur der Weg zum Kanal, wo wir wussten, das die anderen eindringen wollten. Aber vom Kanal her näherte sich eine Nebelwolke, geradewegs aus dem Reich der Verdammten. Ich wusste, das die Berührung dieses Nebels mich meine Seele kosten würde und weigerte mich, darauf zu zu gehen. Doch das war nicht die einzige Höllenbrut, die mich verzehren wollte. Auch die Trauerweide offenbarte Ihr dämonisches Wesen und versuchte, mich in ein klaffendes Maul zu zerren. Ohne meine Freunde wäre ich jetzt nicht mehr hier.
Ich weiß nicht mehr, wie sie mich schließlich aus den Fängen dieses Höllenhauses befreiten. Ich weiß nur, das sie mich alle merkwürdig ansehen, als wäre ich der einzige, der die Unholde gesehen hat. Der einzige, der den Schein der Dämonen durchschauten – doch ich trage Ihre Wunden an meinem Bein!
Ich weiß nur eines – es muss einen anderen Weg geben, an dieses Schwert zu kommen, als unsere unsterblichen Seelen derart in Gefahr zu bringen.
Reisetagebuch, 6. Juni 1427
Author: Nils /Nachdem Joachim wieder einigermaßen gehen konnte, beschlossen wir, uns aufzuteilen. Joachim und meine Wenigkeit machten sich auf ins Gildenviertel, um dort das Hauptquartier der Weißen Hand aufzusuchen, während die anderen die Spur von Drak wieder aufnehmen wollten.
Das Gildenviertel ist ein wahr gewordener Traum. Hier treffen sich Adel und Bürgertum auf Augenhöhe, und selbst der Klerus muss vor der Macht des Kapitals weichen. So ist tatsächlich der Tempel der Churun an die Gilde der weißen Hand abgetreten worden! Nun, das macht die aggressive Haltung der Churun-Jünger etwas verständlicher, aber Gewalt kann hier nicht die Antwort sein. Da müssen sich die Tempelschwestern halt was einfallen lassen, um auch in der Oberschicht wieder angesehener zu werden.
Kurz bevor wir die „heiligen“ Hallen betraten, kamen Joachim allerdings Zweifel. Tatsächlich gab es einige Risiken dabei, ein solches Machtzentrum zu betreten. Auch wenn wir die Justiz des Imperiums hinter uns gelassen hatten, war es durchaus möglich, das die Fahndung nach uns auch die Gildenleitung der weißen Hand erreicht hatte. Immerhin wurde Joachim auf den Steckbriefen als Hexer angeklagt, der unter Tarnung eines Heilers durch die Lande zog. Auch war uns nicht klar, wie die Weiße Hand auf den Zwischenfall mit dem Dämon reagieren würde. Alles in allem war Joachim das Risiko zu hoch, und wir beschlossen, ein kleineres Gildenhaus mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen aufzusuchen.
Akbash, Heidrun, Aurelia und Mel waren zwischenzeitlich produktiver. Zwar war der Name „Drak“ wohl ungünstiger weise recht verbreitet, dennoch gab es erste Hinweise auf eine „Oma Hattie“, die quasi jeden im Viertel kennt, und einen Mann von der Seefahrergilde, der sich wohl mit Seesöldnern auskennen sollte.
Leider lösten sich nicht nur Probleme, es ergaben sich auch neue. Käpt'n ap Trion war mittlerweile seit 2 Tagen von Bord. Angeblich hatte sich jemand gemeldet, der Hinweise auf den Verbleib Ihres Vaters und dieses Zwerges hat, den sie sucht.
So mussten wir jetzt zwei vermisste Personen finden. Glücklicherweise waren beide auf der Insel Stössel unterwegs. Der Kontakt mit der Seesöldnergilde war eher unergiebig – trotz Bestechung schien der Gildenmeister uns im Verdacht zu haben, das wir diesen Drak irgendwie über's Ohr hauen wollen.
Oma Hattie war da schon ergiebiger. Zwar hatte sie ein unappetitliches Interesse an Akbash und Joachim, alleridngs auch brauchbare Hinweise. Der Mann, der Käpt'n ap Trion kontaktierte hatte, natte sich „Wolfenhart“ und war wohl Grubenkämpfer in den übelsten Spelunken der Stadt, dem „Wrackhuis“ und dem „Schwarzen Pitt“. Drak hatte angeblich das sogenannte „Klabauterhuis“ erstanden, ein Inselbekanntes Spukhaus.
Da es auf dem Weg lag, besuchten wir zunächst das Wrackhuis, unter dem Deckmantel eines neuen Grubenkampfteams. Um unsere Tarnung aufrecht zu erhalten, ließ sich Akbash zu einem Messerkampf überreden. Er stach einen Burschen namens „Aal“ nieder, der zum Glück schnell einsah, das er unterlegen war.
Besonders weiter brachte uns das nicht, aber immerhin erfuhren wir, das Wolfenhart keine wirklche Terminplanung hat und sich Käpt'n ap Trion hier unbeliebt gemacht hatte.
Auf dem Weg zum Klabauterhuis wurden wir dann von ein paar Wegelagerern überfallen, die uns in einen Hinterhalt lockten. Akbash bremste ein vom Dach geworfenes Fass mit dem Gesicht, ansonsten waren die Burschen eher Abschaum. Ich hoffe, es spricht sich schnell genug rum, das mit uns nicht zu spassen ist.