Kapitelverzeichnis

Author: Nils /

Da die Abenteuer der Gesellschaft für Erforschung und Abenteuer Maracasars inzwischen doch einige Seiten umfassen, hier eine kleine Übersicht.  Ältere Aufzeichnungen werden zu gegebener Zeit hinzugefügt.



Xin Shallast


Aufbruch nach Xin Shallast

Aufbruch in den Finsterkamm

Die Runenschmiede



Die Gesellschaft
2.4 Abstieg unter Port Grim

Unter Steinriesen

1. Am Tag des Angriffs von Riesen und Drachen
2. Abstieg in den Schlund

Xin-Shallast!

Author: Nils /

 Der Aufstieg auf die Alptraumgipfel ist vielleicht das furchtbarste, das ich je erlebt habe. Wir haben Riesen gegenüber gestanden, Ogern, Drachen und Wesen direkt aus der Alptraumwelt. Aber nichts hat mich mehr auf die Probe gestellt als dieses endlose, gnadenlose Wandern. Kälte, Hunger, Schmerzen. 

Am Ende konnte ich kaum noch atmen. Ohne Heidruns scharfe Augen, die uns vor endlosen Gefahren in Schneefeldern und Abgründen gerettet haben, hätten wir niemals die Spitze erreicht. 

Ich kann nicht mehr aufzählen, wie oft sie oder Mel mich von einer Spalte zurückzerren mussten, wie oft meine Hände und Beine einfach nicht mehr wollten. Und wieviele Abgründe wir überquerten. Ich will niemals wieder einen Berg besteigen. 

Schließlich, wenn ich meinen Aufzeichnungen noch vertrauen kann, nach zehn Tagen, erreichen wir die gefrorenen Moore. Laut den Booras verschwindet der Strom hier, und wir müssen einer geisterhaften Version des Flusses folgen? Auch Joachim weiß damit nichts anzufangen, aber während wir suchen, verschwinden nacheinander Heidrun, Mel und Aurelia! 

Was kann das bedeuten? Hat Aurelia sie mit auf die Schattenebene genommen, ohne uns Beschied zu sagen? Wäre nicht das erste Mal, aber so nahe dem Gipfel und den Alptraumlanden, machen wir uns Sorgen. 

Schließlich findet Joachim im Muster der Leylinien einige Risse, und dort finden wir einen Übergang in die andere Ebene - ist dies die Alptraumwelt? 

Es sieht auf jeden Fall sehr danach aus - im grenzenlosen Zwielicht liegen nur hier und dort merkwürdige Erhebungen, aus denen weiße Gebeine hervorragen. Das einzige, was das Auge einfängt, ist ein gewaltiger, schwarzer Monolith. In den Beschreibungen der Boora Brüder ist die Rede von einem balsaltenen Tor, das nach Xin Shallast führt - ist es das? Wird sich dieser Monolith öffnen und uns den Weg in die verborgene Stadt Karzougs freigeben? Ich bin überzeugt davon. 

Als ich mich nähere, entdecke ich oben auf dem Monolithen noch etwas - eine ausgemergelte Gestalt, gebunden in eherne Ketten. Und dort, von ihrem Rücken herab hängt etwas - sind das - Flügel? Ist das einer der Diener Ildarins, gefangen in der Dunkelheit? Welche Schrecken wird es noch hier geben? Mir ist klar, wir müssen diesen Engel befreien, das muss der Schlüssel sein!

Plötzlich reisst etwas an mir - ich werde durchgeschüttelt, und plötzlich steht Heidrun vor mir.

"Wir müssen hier raus! Wir müssen dem Fuchs folgen!" 

Ich bin verwirrt. Was für ein Fuchs? Das Tor liegt doch vor uns, der Engel weißt uns den Weg. 

"Wir können uns nicht mit denen anlegen, nicht in unserem Zustand!" Akbash Stimme dringt langsam zu mir durch. Anlegen? Erst jetzt schweift mein Blick ab vom Monolithen, und dahinter stürmt eine Horde gelbgewandeter Kultisten auf uns zu, die Waffen schwingend. Und hinter ihnen hüpft Etwas durch das Dunkel.

"Aber der Engel..." ich versuche noch schwach, zu argumentieren, aber die anderen ziehen mich zurück. Dann sehe ich hinter den gelbgewandeten eine neue Truppe auftauchen. Merkwürdig, der Einäugige kommt mir bekannt vor. Und da ist auch ein Heiler im Gewand der weißen Hand, und der dürre Typ da hat eine Donnerbüchse, wie ich sie auch trage...

Dann wird es plötzlich wieder kalt, und ich stolpere durch den gefrorenen Matsch des Moors, das wir grade hinter uns gelassen haben. Und tatsächlich ist da ein Fuchs, aber dieser Fuchs ist auch nicht normal. Er atmet nicht, und statt Spuren im Schnee zu hinterlassen, scheint er einen Schleier von Eiskristallen hinter sich her zu ziehen. Er verschwindet hinter ein paar Felsen. 

"Was ist das denn jetzt wieder?" Aber bevor wir zu Atem kommen, wanken plötzlich ein paar menschliche Gestalten auf uns zu. Aber sie haben keine Gesichter, sondern nur ein kaltes, seelenloses Licht. Es scheinen Untote zu sein, die uns in ihre kalten Reihen eingliedern wollen. 

Unverhofft hilft uns eine Fee namens Gletscherherz, diese Monster zu besiegen, und lädt uns dann in ihr Refugium ein. Der Fuchs gehörte zu ihr,   und offenbar ist sie eine entfernte Verwandte der Fee, die wir vom Fluch der Oger befreit haben. Und die mir half, mit meinem kleinen Fettproblem fertig zu werden. Zumindest vorübergehend, wenn ich mir meinen derzeitigen Zustand so ansehe...

Gletscherherz erklärt uns so einiges über die Entstehung von Xin-Shallast und die Geschichte der Runenherrscher der Gier. Dinge, die wir vielleicht gar nicht wissen wollten, aber die uns dennoch zu denken geben. Angeblich ist das Massiv, auf dem wir uns befinden, von den Göttern erschaffen, um ein gewaltiges Monster gefangen zu halten, eine Art Gott der Gier, die versucht, sich aus dem Inneren der Welt nach außen zu fressen. Das Wesen heißt Mahr - vielleicht der Namensgeber der Nachtmahren? Wer weiß.

Auf jeden Fall haben die Runenherrscher der Gier deshalb ihre Stadt hoch oben auf diesem Massiv errichtet, und irgendetwas mit ihm gemacht. Nicht zuletzt verwandelten sie wohl sein Gesicht immer in das des derzeitigen Runenherrschers, also prangt zur Zeit Karzougs Konterfei oben auf diesem Massiv. 

Und was immer passiert ist - dieser Mahr ist wohl aus seinem Schlaf erwacht und regt sich wieder...

Als wäre das nicht schon apokalyptisch genug, offenbart die Fee uns, das Xin-Shallast keineswegs eine leere, vergessene Ruine ist. Tatsächlich hat Karzough schon eine ganze Reihe von Heerführern und Statthaltern wiederbelebt, die seinen Feldzug vorbereiten. Die sogenannten Heptarchen bauen schon munter sein neues Runenreich der Gier auf. Und einer von ihnen ist unsesr alter Freund Nomorius...

[Platzhalter für Bilder/Liste der Heptarchen] 

Unsere einzige Hoffnung ist, das diese Ausbünde an Gier in Abswesenheit Karzougs sich gegenseitig an die Gurgel gehen. 

Wir verbringen lange Zeit damit, unsere Kräfte wiederzugewinnen und letzte Vorbereitungen auf den Angriff auf die Stadt zu vollbringen. Auch wenn die Zeit drängt, verspricht uns Gletscherherz, das sie zumindest dafür sorgen kann, das die Zeit auf unserer Seite ist. Aus unseren alten Erfahrungen mit Feenreichen und Zeit kann ich nur hoffen, das es hilft, wenn die Feenherrscherin auf unserer Seite ist. 


Hier sind wir irgendwo den Leng Spinnen begegnet?

Sie bieten uns an, uns nach Shallast zu bringen, wenn wir die Leng Bewohner aufhalten, die die Ebenen verschmelzen wollen

Die Stadt der Gier

Zu guter Letzt müssen wir uns verabschieden. Gletscherherz zeigt uns, wie wir dem Geisterfluss folgen können, und er führt uns diesmal tatsächlich zum Basalttor. Dieses wird von zwei Steinriesen bewacht, was uns entweder zuviel oder zu wenig vorkommt. Wer soll es denn hierher schaffen und dann von zwei Riesen aufgehalten werden? 

Wir einigen uns auf einen Bluff - schließlich liegt das Heer des goldenen Pfades unwissend zu Füssen des Gebirges vor Lager. Es scheint logisch, das sie Botschafter gen Xallast schicken würden, und für Riesen sehen alle kleinen Wesen gleich aus. 

Wir hätten uns allerdings keine ausgiebigen Geschichten ausdenken müssen... Denn keiner der Riesen sprach eine unserer Sprachen. Vielleicht hätte es sich doch gelohnt, das Theranische auch sprachlich zu erlernen. Aber wer hätte uns diese Tote Sprache näher bringen können? Vielleicht der goldene Wächter, den Aurelia in den Tiefen des marakasarischen Dschungels aufgetan hatte, und der jetzt die dortigen T´Skrang protegierte. 

Nun, man soll verschüttetem Bier nicht nachweinen - Akbash phantomimisches Talent reichte wohl aus, um die Riesen von unserer  

Gegen den Wendigo!

Author: Nils /

 Tagebuch, 15.2.

Wir entscheiden uns, auf dem Hochplateau zu übernachten. Aber der Schrei kommt immer näher. Joachim kann den Fluch brechen, der auf einigen von uns liegt.

Akbash sieht ein oger-großes Kreischmonster im Sturm. Wir ziehen uns lieber in das Haus zurück. Dann entdeckt er auf dem Gebäudeplan einen Geheimraum!

Im alten Schatzimmer der Zwerge entdecken wir ihr Claimbuch und ihre Goldschätze. Es wird immer klarer, dass wir Silas' Bruder finden müssen, und er ist nicht hier.

Um dem gefährlichen Abstieg zu entgehen, testen wir lieber Aurelias viel gefährlicheren Teleportations-Apparat. Außer Übelkeit und einem Riesenschreck kommen wir aber unbeschadet am Fuß der Klippe an.

Von hier folgen wir Schienen und merkwürdigen Spuren – als wäre jemand auf Stelzen gelaufen? Oder ein Rieseninsekt?

Als wir den Steinbruch erreichen, finden wir Silas' Bruder – oder das, zu dem er geworden ist. Ein Wesen aus Blut und Nebel, ein furchtbarer Geist, der uns zu ersticken droht.


Sigmar sei Dank sind unsere Kämpfer mit den Klingen aus der Runen-Schmiede inzwischen selbst solch widerwärtigen Wesenheiten gewachsen, aber das Ganze hinterlässt Spuren. Lamashtu, die Mutter der Monster, beschenkt uns mit ihrer Gunst! Dem armen Joachim wächst gar ein Horn aus der Stirn, während in mir die widerwärtigen Säfte, die früher mein Blut waren, in ekelhafte Wallung geraten. Ich kann es kaum in mir halten, so blubbert und wandert es in mir.

Wir bringen Teile des Blutes zurück in die Hütte, denn das ist alles, was von Silas' Bruder zurückblieb. Als wir sie wieder zusammenbringen, bricht ein metaphysischer Kampf um die Seelen der beiden aus, den ein furchtbarer Geist des Hungers nutzt, um den armen Joachim zu entführen? Es ist ein Kampf gegen die Urgewalten des Eises und des Hungers selbst. Und ich schäme mich, es zuzugeben, aber im Moment der größten Not, als alles verloren schien, nutzte ich die Gunst der Mutter, um nicht in Panik vor dem Wendigo von der Klippe zu springen.



Stattdessen ließ sie mich die Tragik dieses Kindes Lamashtus sehen, die ewige Pein, die der Wendigo in sich trägt. Und so war es denn eine Erlösung sowohl für das Monster als auch für die Seelen der beiden Zwerge, als Akbash ihn schlussendlich besiegen konnte.

Carmina war überwältigt von den Ereignissen und bat sich aus, erst einmal über diese Neuigkeiten nachdenken zu müssen. Allerdings vermachte sie der Gesellschaft aus Dank für die Erlösung ihrer Familie den Familiensitz.

Wer weiß, vielleicht wird dieses Gasthaus am Ende der Welt ja bald ein wichtiger Stützpunkt für Expeditionen nach Xin-Shallast?

Aber erstmal müssen wir dorthin finden – die verbleibenden Tagebücher der Boora-Brüder machen das zwar möglich, aber ein Spaziergang wird das nicht…




Aufbruch in den Finsterkamm

Author: Nils /

 gebuch 22.12.

Lange genug hatten wir den Aufbruch vor uns hergeschoben - ich hatte mit Camina über den Karten gebrütet, während der Rest der Gesellschaft Vorräte zusammen suchte. Ich gebe zu, ein leichtes Unbehagen ergriff mich ob der puren Dimensionen, die diese Expedition annahm.

Die ersten paar Tage, entlang des Flusslaufes, zeigten uns schnell, das wir unsere Strategie bald ändern würden müssten. Vor allem, da wir bis jetzt quasi nur ein paar kleinere Hügeldurchquert hatten. Trotzdem hatten wir schon große Teile unserer Vorräte aufgebrauchten.

FINSTERTRAUM-GIPFEL 

In der dritten Nacht, als die Stimmung so langsam zu kippen begann, offenbarte uns dann Joachim die pure Reichweite der Verwicklungen, in die wir uns begaben. Auf einem großen Pergament zeigte er uns die Verknüpfungen und Beziehungen, die Karzoug gespannt hatte, um seine Wiederkehr nach 10.000 Jahren umzusetzen.

Der Wandler der Wege, Lamashtu selbst und ihr Herold der Alpträume, der König in Gelb. Der Finstertraumgipfel.. Die Aionensteine, eingesetzt in seinen Schädel, und der Zwist mit seinem alten Herrscher. Es war offensichtlich, das all dieses Wissen aus ihm herausbrechen musste, und es drängte ihn, das wir die Wichtigkeit all dieser Verbindungen erkannten.

Leider muss ich sagen - es überschritt den Horizont der meisten von uns so sehr, das es bedeutungslos wurde. [Siehe auch die Schwertwalltheorie] 

Wir brechen auf, und die Berge, geführt von Camina und arbeiten uns durch das Vorgebirge

Joachim packt aus!

Wir erfahren viel über das Bündnis zwischen Kharzoug, dem König in Gelb und Lamashtu.

Wir werden von Depression und Alpträumen geplagt, vor allem Joachim. Selbst der Nebel der Wolllust erweckt ihn nicht! Trotz Kot-Frage und Prüfwurst!

Im Zwergenbergwerk - Geist von Booras Vater, Arsennebel. Im Treppenhaus Kampf gegen Ketten und Minenlore.

Eberhart und Aurelia machen einen Spaziergang durch die Schattenebene

Carmina wird schließlich beinahe von körperlosen Kiefern zerrissen - der Geist ihres Vaters opfert sich für sie. Seine letzten Worte sind, daß wir Galliveks Knochen aus dem Steinbruch zu Silas bringen müssen, damit sie Ruhe finden.

13. RATIONEN

bis nach Drachenfall 1v3

Author: Sventasie /

 Teil 1 - VIELE WEGE UND NUR EIN ZIEL

Eberhard Brettschneider war mit der zwergischen Abenteurerin Camina Boohra in dem alten Gehöft am Fuß der Klippen, die zu der Stadt Drachenfall führten, zurück geblieben. 

Der Rest ihrer Gesellschaft war ausgezogen, um auf Erasmus drängen das Umland des Tals zu erkunden. Das war durch aus löblich, aber Eberhard war es genug der Anstrengung.
Er wollte die Gelegenheit nutzen ein paar frische Seiten seines Tagebuchs mit den Ereignissen der letzten Tage zu vervollständigen. 
Aus dem kleinen Fenster des Hauses betrachtete Eberhard das üppige Ackerland, das von kleinen Bewässerungsgräben durchzogen wurde, und ließ seinen Blick zu den ungezähmten Bergen schweifen, die sich wild und unnahbar in den Himmel erhoben. Er hatte eine Ahnung, dass ihr Weg sie in den kommenden Tagen, in eben diese Wildnis führen würde.

Grübelnd blickte er auf die leeren Seiten die vor ihm lagen, während Camina ihren Blick in irgendwelche Karten warf. Es erschien ihm fast absurd. Noch gestern waren sie in der südlichen Kristallsee, keine 500 Seemeilen südöstlich von Maracasar, gewesen. Sie hatten an den weißen Stränden des Irawaru-Archipels gesessen, in warme Seeluft gehüllt und unter den Palmen liegend den Sternenhimmel bewundert. Sie hatten den Brandungsreitern zugesehen, wie sie auf hölzernen Planken durch die Wellen ritten, was und Aurelias Entschluß gefestigt hatte, so bald wie möglich und auf unbestimmte Zeit hierher zurückzukehren.

Der Besuch des Archipels hatte die Stimmung der Gefährten angehoben. Es war ihnen gelungen, die alltäglichen Schrecken zumindest zum Teil zu verdrängen, trotzdem überschlugen sich auch hier die Ereignisse. Sie hatten den hohen Aeromant und Arkaner Magistrat Narijan Kalishavar getroffen, der ihnen von den Geheimnissen des Runenbrunnens erzählt und eine Möglichkeit offenbart hatte, ihre Reise drastisch zu verkürzen. Eine Option, für die sie sich nach reiflicher Überlegung entschlossen hatten. Was allerdings auch bedeutete, die außergewöhnliche Reise, auf der Eskaya Maru, so unmittelbar nach ihrem Aufbruch schon wieder zu beenden. Eberhard seufzte bei dem Gedanken - waren die Reise auf dem Luftschiff und mit der ungewöhnlichen Crew doch auf ganz besondere Art belebend gewesen – zumal Eberhards Händlerseele förmlich spürte, dass die Errungenschaft solcher Luftschiffe das Potential besaßen die Welt auf außergewöhnliche Weise zu verändern. Efragte sich ob er in naher Zukunft einer der Pioniere der Luftschiffart werden wolltebeendete den Gedankengang aber nicht. Die Logik gebot den Vorsprung zu ihren Verfolgern unbedingt zu vergrößern und dem Schicksal, das sie suchten, so bald als möglich entgegen zutreten. Vielleicht konnte er später, wenn alles vorbei war, zu dem Gedanken zurückkehren.

In sein Tagebuch begann er die Ereignisse ihres des Besuchs, bei dem leicht verwirrten Orakelkönig zu schreiben und von den Prüfungen, die die Wassernaga ihnen stellte, die den Runenbrunnen bewachte.

Diese Prüfungen waren weniger körperlicher Natur – was Eberhard durchaus willkommen hieß – und forderten die Gruppe stattdessen dazu auf, ihre tiefsten Überzeugungen preiszugeben. Die Wassernaga, eine Anhängerin von Lysianassa, der Elementarfürstin des Wassers, stellte sie vor ethische Grundsätze, die sie hinterfragen und bewerten mussten. Eberhard erinnerte sich dunkel, dass Juri ihm einst von Lysianassa erzählt hatte, doch die Details waren ihm entfallen. Nun jedoch war die Begegnung mit der Wächterin des Runenbrunnens von unmittelbarer Bedeutung, denn sie konfrontierte die Gruppe mit den Prinzipien der Elementarfürstin.

Es war eine Interessante Beobachtung, das über folgende Thesen Uneinigkeit innerhalb der Gruppe herrschte:

  • Wie das Wasser, das ständig seine Form ändert, sollte man bereit sein, sich anzupassen, auch wenn es bedeutet, alte Überzeugungen aufzugeben.

  • Wie der Ozean, der Klippen schleift und Städte verschlingt, kann man Stärke und Ordnung auch durch Zerstörung schaffen.

  • Die tiefsten Geheimnisse und Pläne sollten wie die Tiefen des Meeres unergründlich und verborgen bleiben.

Bei anderen Prinzipien hingegen herrschte Einigkeit in ihrer Ablehnung oder Zustimmung:

  • Wahre Stärke liegt in der Stille, wie ein ruhiges Meer, das Kraft in sich sammelt. Konflikte sollten möglichst vermieden werden.

  • Wie ein Fluss, der sein Ziel unaufhaltsam erreicht, ist es gerechtfertigt, Hindernisse zu beseitigen, auch wenn unbeteiligte dadurch Schaden erleiden.

  • Das Meer gibt Leben in Hülle und Fülle, aber nur denen, die mutig genug sind, es zu nehmen. Überlebende nehmen sich, was sie brauchen, ohne Rücksicht auf andere.

  • Wahre Macht liegt in Gemeinschaft und Zusammenarbeit, auch wenn es bedeutet, die eigenen Wünsche zugunsten des Gemeinwohls zurückzustellen.

Während er schrieb dachte Eberhard darüber nach, dass die Prüfungen der Wassernagaga vor allem darauf abzielten, dass sich die Gefährten gegenseitig ihre Ideale und Prinzipien offenbarten – unabhängig davon, ob sie übereinstimmten. Ein interessantes Vorgehen, dachte er, das sich vielleicht in die Aufnahmezeremonien ihrer Gesellschaft integrieren ließe.

Schließlich hatten sie die Wächterin überzeugt und durften den Runenbrunnen für ihre Reise nutzen. Doch bevor es dazu kam hielt das Schicksal eine weitere Überraschung für sie bereit. Am selben Abend trafen sie auf drei Vistani: die Geschwister Grygory und Cassandra sowie das ehrwürdige Mütterchen Andra Romanova. Die Vistani hatten das Archipel in den Grenzgewässern zwischen der Krsitallsee und dem Südmeer aufgesucht, weil sei der Vision der alten Vistani folgten, die vorausgeahnt hatte, dass sie hier auf den Träger des Silberauges treffen würden.

Die Vistani luden die Gruppe zu einem geselligen Beisammensein ein, um – wie sie sagten – „Geschichten zu tauschen, alte Geschichten, vergessene Geschichten und vielleicht sogar verbotene Geschichten.“ Im Geist dieser Tradition begannen die Gäste mit ihren Erzählungen. Zu aller Überraschung offenbarte Akbash ein verborgenes Talent für das Geschichtenerzählen und schilderte eindrucksvoll die Begegnung der Gruppe mit der Lamia Xanesha auf der Spitze der Schattenuhr in Unterbrück.

Als Akbash seine Erzählung beendet hatte, erfuhren die Gefährten, dass auch die Vistani auf der Spur einer alten, finsteren Macht waren. Die Weise Andra beschrieb dieses Wesen in eindringlichen Worten:

Was wir suchen, ist von altem Blut, stark, mächtig und unglaublich durstig. Eine Macht, die nicht mehr in diese Welt gehört. Ein Schatten unter den Sternen, ein Tanz in der Nacht - die Stimme, die schweigt, aber niemals verstummt. Wir nennen seinen Namen nicht laut, denn solange die Dunkelheit schläft, sind wir sicher. Doch wenn sie erwacht ... dann ergeht es uns wie euch, und unsere Schicksale verflechten sich mit den Schatten der Vergangenheit.“

Die Vistani vermuteten ihren Feind auf den nebelverhangenen, zurückgekehrten Inseln des Mahlstroms und baten Akbash um das Auge des alten Wanderers, das ihnen den Weg dorthin eröffnen sollte. Zu Eberhards Überraschung – und der der anderen Gefährten – zögerte Akbash keinen Moment. Noch bevor die alte Andra ihre Bitte zu Ende gebracht hatte, entfernte er das magische Auge vorsichtig aus seiner Augenhöhle und reichte es ihr. Später erklärte er sein Handeln damit, dass er die berüchtigten Flüche der Vistani fürchtete. Aurelia jedoch mutmaßte schmunzelnd, dass Akbash wohl eher ein Auge auf die junge, attraktive Cassandra geworfen hatte. Eine eigenwillige Wortwahl, wie Eberhard fand, und er musste lachen.

Doch Eberhard spürte, dass mehr hinter Akbashs Handeln steckte. Die Vistani hattenes geschafft das sich das Feuer des Edelmuts, das tief in seinem Freund glühte zu entfachen. Wie sonst ließe sich erklären, dass der Glücksritter den Vistani selbstlos anbot, sie auf ihr gefährliches Unterfangen zu begleiten, sobald ihre bevorstehende Konfrontation mit Karzoug überstanden war?

Die Vistani, waren von Akbashs Reaktion sichtlich bewegt und dankbar für das Versprechen. Sie boten ihm ihrerseits an, die Gesellschaft auf ihre mystischen Pfad durch die Nebel bis an ihr Ziel zu führen. Zwar war es keine Option, so bis an die Tore von Xin-Shalast zu gelangen, aber immerhin bis nach Drachenfall, dem letzten bekannten Aufenthaltsort der Boohra Brüder. Jenen Abenteurern, die laut Camina durch Zufall auf Xin Shallast gestoßen sein sollten und von ihrer Expedition in die Golden Stadt nie zurück gekehrt waren. In Drachenfall erhoffte Caminah die fehlenden Fragmente ihrer Suche zu finden.

Die Menge an Möglichkeiten, die sich der Gesellschaft auf Irawaru boten, ihr Ziel zu erreichen sorgte zugleich auch für Unsicherheit – hatte man die Prüfungen der Wassernaga jetzt gänzlich Umsonst absolviert? Hätten die Vistani sie nicht direkt bei ihrer Ankunft aufsuchen können? Eberhard hingegen fragte sich, ob das Schicksal sie an diesem Ort vielleicht auf besondere Weise begünstigte. War es möglich, dass unsichtbare Kräfte sie leiteten, dass sogar höhere Mächte hinter ihrer Mission standen und sich ihnen nun auf diese Weise offenbarten? Vielleicht war es das göttliche Artefakt des alten Wanderers, das Akbash als Auge trug und das sie nun auf diese ungewöhnlichen Pfade führte. Eberhard war nicht entgangen, dass Cassandra viel Zeit mit Akbash im Nebel verbracht hatte – angeblich, um den Glücksritter in die Geheimnisse des Auges einzuweihen.

Eberhard beendete den Eintrag damit, das er Irawaru rückblickend ein Ort voller Möglichkeiten darstellte. Die Finaleentscheidung, das Angebot der Vistani zu nutzen und mit ihnen die mystischen Nebel zu durchqueren, von denen er bisher nur aus Legenden gehört hatte, basierte auf der gleichen Logik wie die Entscheidung, den Runenbrunnen zu nutzen: die Suche nach dem kürzesten und sichersten Weg. Jetzt hier in dem verlassen Gehöft unterhalb von Drachenfall sitzen ließ ihn erkennen das die mystischen Nebel hatten ihnen gute acht Wochen und eine erschöpfende Reise durch das unbarmherzige Savanne des Grasmeers erspart hatte – Eberhard befand dies als einen Segen der mindestens göttlicher Natur war – wie hieß noch dieser untergegangene Gott, dessen Artefakt Akbash als Auge trug? Insgesamt war Irawaru für sie ein Wendepunkt und einer der selten friedlichen Moment auf ihrer Reise.

Dann widmete er seinen Gedanken etwas von dem er nicht sicher war ob er es aufschreiben sollte. Sein guter vom Schicksal gebeutelter Freund Erasmus (ehm. Joachim) war auf diesem Archipel erneut in den Besitz eines Amuletts des finsteren Wandlers der Wege gelangt. Eberhard fragte sich ernsthaft wie sein Freund das immer schaffte. Erasmus hatte ursprünglich bei dem norbadischen Händler, der hier einen kleinen Handelsposten betrieb und Waren des Südmeers anbot, nach einem Amulett gefragt, das die Vielfalt der Magie symbolisierte bzw. alle Winde der Magie zeigte – Joachim wollte dem Oraklekönig etwas Schenken, das er als Teil seines Weges sah. Der Händler mochte das Anliegen missverstanden haben, aber der gute Draht den sein Freund zu dem Händler aufgebaut hatte, sorgte nach kurzem Zögern dafür, das dieser aus einer verborgenen Kammer unter der hintersten Theke ein Amulett hervorzog, dass das Zeichen des dunklen Gottes Tzeentch trug. Angeblich lag das Stück schon ewig hier und war mit einem Händler und vielen anderen Kuriositäten aus dem Süden gekommen.

Erasmus zögerte nicht lange und erwarb das Stück, nicht weil er wie er behauptete es wollte, sondern aus dem Entschluss, ein solches Artefakt nicht auf Irawaru zu lassen und sicherzustellen, dass es nicht in falsche Hände geriet. Mehrfach versicherte Erasmus allen, das Amulett bei der nächsten Gelegenheit abzugeben bzw. zu vernichten. Da es sich als Opfergabe nicht eignete und der Arkane Magistrat es nicht mal betrachten wollte, geschweige den es als Aufgabe sah, einen solchen Gegenstand an sich zunehmen befindet sich das Amulett nun immer noch im Besitz seines Freundes und somit in ihrer Nähe.

Eberhard verspürte eine wachsende Unruhe und beschloss dies nicht in seine Tagebücher zuschreiben, wer konnte schon sagen wer diese eines Tages lesen würde. Er vertraute Erasmus, zweifelte weder an seiner Integrität noch an seiner Freundschaft – und doch glomm in seiner Brust ein nagendes Unbehagen, das ihn nicht losließ.