Das Verhängnis der Chabrons

Author: Nils /

Das Verhängnis der Chabrons

In den Überresten des Gruftschreckens fanden wir eine kleine Truhe, die sich nur mit viel Wohlwollens ob unserer Schlösserkundigen Aurelia öffnen wollte. Darin der Truhe war ein Schlüssel, dessen Griff das Wappen der einer der alten Adelsfamilien von Maracasar darstellte, den Chabrons.
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Wir machten uns also auf den Heimweg nach Port Grim. Zu Fuß war die ganze Reise noch deutlich strapaziöser als mit dem Boot, aber im großen und ganzen dauerte es auch nur wenig länger. Zurück in Port Grim mussten wir erfahren, das es auch hier nicht still geblieben war. Es war in den Nächten zu Hetzjagden gekommen, bei denen 2 weitere Menschen dahin gerafft wurden. Ihre Verwundungen ließen auf Ghule schließen, wie wir sie jetzt schon zur Genüge kannten.

Wir streckten unsere Fühler aus, um mehr über die Chabrons zu erfahren, und der Sheriff riet uns, eine alte Dame namens Mvashit aufzusuchen, angeblich eine Seherin. Nun, wir waren immer geneigt weitere interessante Persönlichkeiten des schönen Port Grim kennen zu lernen, und die Gute erwies sich denn auch als ein Quell des Wissens.

Die Chabrons hatten Verbindungen zur Gesellschaft der 7 aus Larifa und wollte mit Zweiklippen eine Konkurrenz zu Port Grim aufbauen..Dazu bauten Sie ein Anwesen auf einer der beiden Klippen und legten darunter eine Siedlung an. Eins kam zum anderen, und schließlich wurde Zweiklippen von einer Seuche dahin gerafft. 20 Jahre später versuchten die Nachfahren, es aufzubauen. Aber da schien sich schon ein Fluch über das Anwesen gelegt, zu haben, denn das endete mit dem Tod von Hakan Chabrons Eltern. Seitdem bezeichnen die Port Grimmer den Ort nur noch als das „Verhängnis“.

Hakan waren wir tatsächlich schon begegnet – er war einer der wenigen Anwohner von Port Grim, die sich beim Angriff der Goblins nicht versteckt hatten, sondern sich mit den Invasoren anlegte, und wir konnten Ihn aus einer üblen Schlägerei mit einem der Goblinhunde retten. Seitdem hatten wir aber nichts mehr von ihm gehört.

Offensichtlich versucht Hakan inzwischen mit Crosby, dem einohrige Verwalter, das Verhängnis wieder aufzubauen und zu beziehen. Das klang nun wiederum für uns alle nach einer absolut hirnrissigen Idee. Joachim konnte schließlich ein Lied davon singen, wohin einen tolle Erbschaften in Adelsfamilien so bringen. Heidrun erinnerte sich, das der Gruftschrecken auch nur ein Ohr hatte... Na großartig, blieb uns nur zu hoffen, das unsere einschlägigen Erfahrungen mit Erbflüchen uns diesmal helfen würden, dem Problem vorher Einhalt zu gebieten.

Als wir Madame Mvshit verlassen, treffen wir wie befürchtet auf eine dieser Hetzjagden – es sind Ghule, also hat die Seuche auch Port Grim erreicht. Wir können den Sheriff noch rechtzeitig warnen, als die Leichen in seinem Keller auch schon zu untoten Schrecken werden, mit denen wir aber kurzen Prozess machen.

Auf zum Verhängnis

Es hilft alles nichts, wir müssen zur Quelle dieses Problems vordringen. Es erweist sich nicht als trivial, ein Schiff zu chartern. Orte mit Namen wir „Verhängnis“ und mit Seuchen und Selbstmord in Ihrer Geschichte ermutigen Seeleute selten, dort anzulegen. Aus irgendeinem Grund ist die Begeisterung meiner Gefährten denn auch begrenzt als ich vorschlage, selbst ein Schiff zu kaufen und unter meiner Führung dorthin zu segeln. Akbash murmelte irgendwas von „kann man ja gleich am Meeresgrund laufen“ und Heidrun bestand darauf, das wir immer in Sichtweite des Ufers fahren, aber bloß nicht zu nah.

Um nicht unbedarft in die Villa zu stolzieren, sammelten wir Schießpulver, Fackeln, Zauberöl und Strickleitern, Handschellen und ähnliches. Vielen Geisterhäusern hätte eine Heißrenovierung gut getan, allerdings bestand noch die Hoffnung, das wir Hakan befreien könnten.

In den zwei Jahrzehnten seit dem letzten Wiederaufbau hatte sich der Dschungel von Maracasar Zweiklippen nahezu gänzlich zurück geholt. Zum Glück stand eines der Piere noch, so das wir beinahe problemlos anlegen konnten. Ich bestehe weiterhin darauf, das unsere Probleme am Unverständnis meiner Mannschaft liegen – meine seemännischen Fachausdrücke könnten sie langsam aber auch mal verstanden haben. Nun, da wir das Boot gut vertäuten, würde es wohl trotz des Lecks nicht untergehen, also konnten wir uns aufmachen, den Aufstieg zum „Verhängnis“ zu finden. Was sich ober der überwucherten Ruinen allerdings als echte Herausforderung darstellte. Nachdem wir uns fast zwei Stunden durch Unterholz gehackt hatten, fanden Heidruns scharfe Augen schließlich den Pfad, der auf die Klippen führte, so das wir die Handkarre mit unserer Ausrüstung nachholen konnten.

Was soll ich sagen – das Haus erfüllte all unsere Erwartungen und viele unserer Befürchtungen.
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Wir erwägen ernsthaft, das Haus mittels mitgebrachten Schießpulvers zu sprengen. Was immer für ein Übel darin verbirgt, ein paar Tonnen Steine sollten es erst mal eindämmen. Akbash glaubt allerdings nicht, das sprengen hilft und will die Hütte erst mal untersuchen. Er ist überzeugt davon, das er seinem Fluch eh nicht entgehen kann, und so herunter gekommen das ganze Anwesen auch aussieht, vielleicht fände sich ja doch noch die ein oder andere nützliche Trophäe für unser Foyer. Gesunde Einstellung.

Was soll ich sagen - im Foyer empfangen uns diverse Trophäen, inklusive eines Mantikors! Daraufhin löst sich ein Schuss - ja, ich habe mich erschreckt. Ein Mantikor ist unheimlich, bei Sigmar! Wir lassen ob der Sperrigkeit erst mal unseren Sprengstoff hier, bevor wir den Rest des Anwesens untersuchen.

Ab jetzt verwandelt sich das ganze in eine ausgewachsene Geistergeschichte – glaubt mir, meine Freunde, das nächste mag sich nüchtern oder gar lustig lesen, aber dabei gewesen zu sein, hat meine Unterwäsche schwer in Mitleidenschaft gezogen!

- Im Musikzimmer verfalle ich einem magischen Piano. Ich werde zum Tanz mit einer strangulierten Braut gezwungen, der mich panisch und erschöpft zurück lässt.

Im Badezimmer lauert in einem Badezuber eine widerliche aufgeblähte Ratte, die Akbash zum Glück schnell und geschickt aufspießt. Ein widerliches Vieh!

Als nächstes wird Aurelia vom Geist einer Frau besessen, die Angst vor Ihrem Mann im Keller und mit Ihrem Kind (Johannes) aus dem Haus fliehen muss. Als wir Ihr folgen, wird Mel von einem flammenden Mantikor angefallen! Direkt neben unserem Schießpulver!

Zum "Glück" wird nur er versengt. 

Im Keller fackelt Aurelia ein Rattennest ab, daraufhin übergießt Sie sich selbst mit Zauberöl und ich zünde Sie an. Ja, geneigte Leser, Ihr habt richtig gelesen. Und an dieser Stelle unterbrechen wir für eine kurze Verschnaufpause.




Midgard-Tagebuch - Februar

Die Akbash-Akten Teil I

Alte Lasten

Zunächst einmal ein Abschluss unter das Kapitel der Gräfin Del Mar – oder wie immer Ihr wahrer Name ist. Der Umfang Ihrer Täuschungen ist - gelinde gesagt – deutlich größer als von uns erwartet. Nicht nur, das Sie unsere geheime Ladung, mit der wir vor mittlerweile 2 Jahren aus Middenheim aufgebrochen sind, an sich gebracht hat und uns dann mehr oder weniger in Ihr Gefolge zwang. Sie hat uns dann auch noch mit diesem Sprengstoff allein gelassen. Nun liegt das Marniefest in unseren Händen. (Alleine der Titel übrigens lässt mich mal wieder daran zweifeln, ob unser Adel wirklich die beste Alternative ist, ein Land zu regieren)

Die Inhalte sind – brisant. Der Aufstieg unseres geliebten Königs Richard Todbringer mit Hilfe seiner tapferen Gefährten Helena der Schönen, Vangard dem Elementarmeister, Deborah der Bardin, dem edlen Wilden Geschmeidige Kralle und dem mysteriösen Dreckbart lesen sich aus Ihrer Sicht eher wie das verzweifelte Wühlen in den Abgründen der imperialen Gesellschaft, durchzogen von Mördern, Kutlisten und korrupten Politikern. Und das Erbe der Wittgensteins und der purpurnen Hand scheint auch bis Maracasar zu reichen.

Ich kann nur hoffen, das mit dem bizarren Tod der Gräfin und Sandros auch unsere Verknüpfungen mit dieser Intrige ein Ende finden. Zwar ist unser aller Stolz (inklusive des Sheriffs) ein wenig angeschlagen ob unserer Misshandlung der merkwürdigen Elfen auf der Sonnentänzer, aber jedes Abenteuer, das man überlebt, war ein gutes Abenteuer. Mit der Entschädigung der Reikwasser Handelsgesellschaft und der Rückgabe Ihres Schiffes ist auch hoffentlich dieses Kapitel abgeschlossen.

Neue Investitionen

So werfen wir uns denn freudig in unsere neue Rolle inmitten der Gesellschaft von Port Grim. Unser erstes Dinner, bei dem wir unsere neue Gesellschaft und die Unterstützung der Glaserfamilie verkündet haben, war ein voller Erfolg. Die Häuser von Port Grim sind nicht begeistert, einen neuen Spieler auf dem Feld zu haben, aber sowohl der Sheriff als auch Bürgermeister Wrack heißen uns willkommen.

Ich bin mir sicher, die Gesellschaft für Erkundung und Abenteuer wird ein großer Erfolg! Ich habe beim örtlichen Schmied schon mal Siegelringe mit unserem Emblem und ein großes Schild für unser Haupthaus in Auftrag gegeben. 


Neuer Ärger

Gesellschaft für Erkundung und Abenteuer
Mehr als eine Woche der Ruhe und Entspannung war uns leider nicht vergönnt. Schon kurz nach unserem Bankett rief uns der Sheriff zu sich, um uns seine Sorgen anzuvertrauen.
Offensichtlich treibt ein Mörder sein Unwesen im schönen Port Grim. Gerade erst hat sich das Städtchen vom Schrecken des Hackebeil-Mörders erholt (eine Episode, die wir auf See wohl verpasst haben), da schlägt eine neue Gestalt zu – die Hoheit.

Diese Gestalt hat wiederholt zugeschlagen und auf grausamste Art und Weise Ihre Opfer verstümmelt und ermordet – mit äußerst unklaren Motiven. Zu Ihren bisherigen Opfern gehören eine Bande von Trickbetrügern und der Besitzer eines Sägewerks, sowie seine Geliebte.

Da das ganze so kurz nach der letzten Mordserie geschehen ist, und offensichtlich auch noch während des Sklavenmarktes, bittet der Sheriff uns um unsere Unterstützung.

Der Tatort in der Stadt offenbart grausame Details und wirft diverse Fragen auf. Zunächst entdecken wir das Symbol des Septhelions, des siebenstrahligen Sterns der alten Zivilisation von Maracasar. In den Ruinen unter der Stadt waren wir schon auf diese Symbole getroffen – nicht zuletzt trägt Akbash ein magisches Amulett in dieser Form.

Die Spuren weisen auf einen bemerkenswerten Täter hin – er hat einen Fluss durchschwommen, das Dach katzengleich erklommen und konnte den kräftigen Sägewerksbesitzer samt seiner Geliebten überwältigen, obwohl dieser sich offensichtlich sogar mit einer Axt zur Wehr setzte. Und an der Axt sind noch Spuren von Fleisch, das unnatürlich stark nach Verwesung stinkt…

Und der Probleme nicht genug, hat die Hoheit offensichtlich auch noch Gefallen an unserem guten Akbash gefunden! Beim Untersuchen des Tatorts fanden wir wahrhaftig einen Brief, der direkt an Ihn gerichtet ist. Er soll sich der Hoheit hingeben, steht dort.

Akbash streitet jedwede Verbindung mit irgendwelchen Hoheiten vehement ab. Zwar hat er in seiner Zeit hier in Port Grim diverse Bekanntschaften gemacht, sowohl freundlicher als auch amouröser Natur, aber von einer Hoheit war da nichts zu entdecken.

Bei unseren Recherchen decken wir dann noch schmutzige Geschäfte mit einer der berüchtigteren Adelsfamilien von Port Grim auf und dem männlichen Opfer wird ein gar übler Leumund angehängt (ein Schwerenöter und Filou soll er gewesen sein), aber diese Spuren sind kalt, denn keiner seiner Feinde würde sich eines solch exotischen Mordmittels bedienen.

Unsere Erkundungen bezüglich der alten Kultur Maracasars führen uns zu Professor Wassweissich . Er postuliert so einige Theorien ob der Religion der damaligen Herrscher, offensichtlich eine götterunabhängige Verehrung von sieben Tugenden. Kurz vor dem Fall des Reichs hat es dann wohl eine Pervertierung dieser Tugenden in entsprechende Sünden gegeben, was dann wohl ein Faktor zum Niedergang dieses Reiches war. So verfielen die Paragone der Kühnheit mehr und mehr dem Zorn und der Raserei, Liebe wurde zu Lust und Ambition zu Gier.

Ob es sich hier um jemanden handelt, der diese alten, verdorbenen Riten wieder aufleben lassen will?

In die Wildnis

Uns bleibt nur, die Aussage des einzigen Überlebenden der ersten Tat der Hoheit zu suchen. Unglücklicherweise hat dieser den Verstand verloren und ist in ein Sanatorium eingewiesen worden, das eine Tagesreise entfernt in der Wildnis liegt. Ich kann verstehen, das man solche Orte nicht in der Stadt haben will, aber eine vernünftige Straße hätte man ja dorthin bauen können.
Schon nach wenigen Stunden wird mir klar, warum die Erkundung Maracasars so schleppend voran geht. Das Inland ist eine schwitzige, feuchte und moskitoverseuchte Hölle! Kaum ist der Strand außer Sicht, legt sich eine solch widerlich drückende Hitze über uns, das ich am liebsten direkt umgekehrt wäre.
Trotz allem genossen wir die Aussicht und die Naturwunder des wilden Maracasar – wie Goblinhorden, die mit Riesenkrokodilen kämpfen und so weiter. Bis wir schließlich das feine Haus des Magister – Soundso erreichten.
Villa des Wahnsinns

Zu sagen, der Verwalter des Hauses war nervös, als wir um seine Hilfe baten, wäre ungefähr so als würde ich behaupten Mel wäre manchmal schwer zu durchschauen. Eine Sigmar-schändliche Untertreibung.

Nachdem wir mit goldenen Zungen, Drohungen und Bestechungsgeldern endlich Einlass in seine Hütte gefunden hatten, führte uns eines dieser domestizierten Echsenwesen in die Sicherheitszellen, wo sich der Überlebende dann auch mitsamt kuscheliger Zwangsjacke befand. Unsere rustikalen, aber zivilen Verhörmethoden drangen denn auch recht schnell durch den Nebel im Kopf des Insassen. Unglücklicherweise schienen sie auch eine Art ein trainierte Reaktion hervorzurufen. Der Gute begann nämlich zu leuchten und sabberte Dinge wie „Die Hoheit erwartet Dich! Schließ- Dich der Meute an!“ und ging dann dazu über, Akbash anzugreifen. Da hatte er sich den richtigen ausgesucht, und kurz darauf ging der Patient zähnespuckend zu Boden.

Daraufhin kam es dann zu einem unglücklichen Missverständnis zwischen dem Verwalter und meiner Wenigkeit – es könnte sein, das ich während des Gesprächs kurz zur Pistole gegriffen habe, um ein Argument zu verdeutlichen. Ihr wisst ja, wie das manchmal so ist. Nun, jedenfalls reagierte dieser Mensch komplett über, bezichtigte uns des Einbruchs und Überfalls und ergriff die Flucht. Nun, man kann nicht mit jedem befreundet sein, und es hätte ja alles gut ausgehen können, aber dieser unverantwortliche Mann hatte doch tatsächlich nichts Besseres zu tun, als uns eine rasende Werratte auf den Hals zu hetzen!

Nun, dank der starken Arme von Heidrun und Akbash konnten wir das Monster zurück in die Hölle schicken, aus der es ersteigen war, doch beide Recken wurden zuvor von dem Untier gebissen. Nun ist das normalerweise dank Joachims Heilkünsten kein größeres Hindernis, aber diesmal schien unser guter Doktor in Sorge.

„Die Lykantropie ist eine hinterhältige Krankheit, sowohl schwer zu diagnostizieren als auch nahezu unmöglich zu heilen. Tatsächlich ist man sich unter Gelehrten noch nicht mal sicher, ob es sich tatsächlich um eine Krankheit oder um eine Abart der Besessenheit oder der Flüche handelt. Um es kurz zu fassen – ich persönlich kann nicht sagen, ob Ihr Euch angesteckt habt oder nicht. Und falls es so ist, muss ich Rat suchen, um Euch zu helfen.“

Das wog uns nicht gerade in Sicherheit. Wir mussten uns der harten Frage stellen, ob wir die beiden mit solch einer möglichen Krankheit mit zurück nach Port Grim nehmen konnten. Schlussendlich waren wir uns aber einig, das Sie dort deutlich besser aufgehoben wären als in diesem Irrenhaus.

Der Mann hinter dem Doktor

Unserem Verlassen dieses ungastlichen Ortes standen nun leider noch ein paar Hindernisse im Weg, teilweise von stark schuppiger Art. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern, ließ ich mich auf eine Diskussion mit dem Besitzer dieses merkwürdigen Ortes ein. Zur allgemeinen Überraschung handelte es sich hier nicht um den Doktor, der uns empfangen hatte, sondern um eine zwielichtige Gestalt, die sich „Der Magister“ nannte. Es schien wohl ein gebildeter Mensch zu sein, aber so einiges schien uns denn doch merkwürdig, nicht zuletzt die komplette Absenz der summenden Plagegeister, die uns seit dem verlassen der Küste unentwegt zur Ader gelassen hatten.

Der Mann gab sich zivilisiert, wollte aber keineswegs unseren Argumenten trauen, die zur Mitnahme von Akbash und Heidrun nötig waren. Zwar konnte ich ihm einige vernünftige Punkte nicht absprechen, aber alles in allem war er doch recht uneinsichtig.

So verfielen wir auf die alte Kjull'sche Regel „wenn die Verhandlung nicht läuft, steig übers Dach ein“. Unter Vortäuschung der Kooperation ließen wir also Heidrun und Akbash zurück und ließen dann Aurelia mittels unserer magischen Säge den Weg in die Freiheit bahnen. Ich denke nicht, das der Magister weiter am Sponsoring seines Heims durch die Gesellschaft für Erforschung und Abenteuer interessiert ist...

Ghule auf den Feldern
Nun wollten wir uns auf den Rückweg nach Port Grim machen, doch noch in der finsteren Nacht stolperte uns ein Notsuchender Bauer in die Arme. Der Gute war schwer verletzt und offensichtlich gepeinigt von schlimmen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit.

Er war nicht besonders kohärent, aber alles deutete daraufhin, das es ein furchtbares Gemetzel gegeben hatte unter den örtlichen Farmern, angerührt von – Vogelscheuchen? Nun, was immer es war, wir mussten dort nach dem Rechten sehen. Es waren der Zufälle dann doch einige zu viele, wenn wir auf der Suche nach einem Mörder dann auf weitere Morde auf den Feldern stießen.

Was wir dort fanden, ist schwer, in Worte zu fassen. Das Grauen, die uns erwarteten, hatte epidemische Ausmaße angenommen, und sprach von unfassbarer Grausamkeit. Menschen, die zum sterben an Pfähle gebunden und in die Felder gestellt wurden, wo sie sich dann in grässliche fleischfressende Ghule verwandelten. Eine ganze Scheune voller Leichen, aufgetürmt zu einem grässlichen Haufen zum Mahl der Leichenfresser.

Und zuletzt ein Gruftschrecken, ein Monster, das sich in einen Schwarm von Ungeziefer zu verwandeln vermochte und Blitze finsterer Energie aus seinen Händen schießen konnte, Nun, aus der Tatsache, das Ihr diese Zeilen lesen könnt, ist zu schließen, das wir über all diese Grauen obsiegten, aber unsere Herzen und Seelen werden sich vielleicht nie von den Erlebnissen erholen. Schließlich verloren wir auch jene Männer und Frauen, die wir noch lebendig fanden, und mussten manches Mal mit an sehen, wie sie sich vom Tode erhoben und Ihre klammen Hände um unsere Hälse legen wollten. Gerade Joachim schien schwer erschüttert, stellte dies doch seine Berufung als Heiler in Frage, als Ihre Leben durch seine Hände glitten.

In den Überresten des Gruftschreckens fanden wir schließlich den Hinweis, der uns zur Quelle all dieses Übels führen sollte.

Ausgaben diesen Abend:
400 Gold für Krafttrünke bei Churun Elfe
800 Gold für diverse Ausrüstung.
Schiff gemietet für 300
Interesse an Schiff bekundet.

Eberharts Resietagebuch, Januar

Auf der Wellenreiter

„Eine Million Goldkronen. Eine – Million – Goldkronen. Eine MILLION Goldkronen. Eine-AU“ Eine leere Flasche prallte von Eberharts immensem Bauch ab und verschwand in der Südsee.
„Wir haben es verstanden, es ist viel Gold. Aber wenn Du es noch genießen willst, solltest Du aufhören, diese Zahl herunterzubeten.“
Weißhaar hing irgendwo unter der Rah in den Wanten und öffnete die nächste Flasche.
Indigniert erhob sich Eberhart auf seine watschelnden Füße.
„Seid Ihr Euch auch nur im entferntesten bewusst, was diese Summe bedeutet?“
Johann meldete sich sofort: „Unabhängigkeit von der Weißen Hand!“
Aurelia kam kurz danach „Rum, zwei kräftige Burschen mit Palmfächern, und ein Plätzchen an der Sonne“
Heidrun blickte versonnen in die Ferne. „Das sie uns endlich alle in Ruhe lassen.“
Mel lächelte nur still in sich hinein und kritzelte etwas in ein Büchlein.
Akbash ließ sich elegant an einem Seil von der Rah herab.
„Ehrlich gesagt, nein. Was bedeutet es?“
Eberhart wandete sich ab und blickte dem Horizont entgegen, hinter dem Marakasar wartete.

„Da ist das Problem. Es kann ALLES bedeuten. Mit einer solchen Summe sind wir nicht mehr irgendwelche Bauern auf dem Spielfeld. Das ist genug Geld, um etwas zu verändern. Und es ist zu viel Geld, als das es geheim bleiben könnte. Wir sollten also über die Konsequenzen nachdenken.
Als ich mit Euch aufbrach, da dachte ich daran, irgendwo einen kleinen Profit herauszuschlagen. Ich dachte an eine Kutschenverbindung zwischen Middenheim und Altdorf, später dann eine Ladung exotischer Hölzer von den Inseln nach Marienburg, solche Dinge. Jetzt? Jetzt könnte ich daran denken, mich in die Südmeergesellschaft einzukaufen. Wir könnten die Marquis kaufen und die Herrscher hinter dem Thron von Port Grim werden. Fakt ist – wir sind ein politischer Faktor. In einer sehr brisanten politischen Lage. Marakasar hat sich erst vor kurzem unabhängig erklärt, und das Imperium ist nicht begeistert. Die Südmeergesellschaft will sich auf der ganzen Insel etablieren und nutzt dazu alle Möglichkeiten von Handelsblockade über Bestechung bis – wer weiß, wie weit sie gehen. Wir sollten also scharf überlegen, mit wem wir uns verbünden wollen.“

Johann schüttete ein wenig Wasser in seine Hände. „Ich bin ein Sturmgeborener- ich muss zumindest zum Tempel zurück und berichten, das unsere Mission erfolgreich war.“

Akbasch nahm einen weiteren Schluck Rum. „Und wir wissen immer noch nicht genau, was dieser komische Tempel unter der Glashütte zu bedeuten hatte. Könnte mir vorstellen, dass da noch mehr Ärger wartet.“

Aurelia stupste Eberharts Bauch an. „Du willst doch auch zu diesem Zuckerbäcker zurück, gib’s zu. Und ich könnte mir vorstellen, den guten Ramirez zu kaufen und ihm die Freuden der Freiheit zu zeigen.“
Heidrun nickte versonnen beim Gedanken an Ramirez starke Arme und seinen knappen Lendenschurz.
„Es wäre auf jeden Fall schön, mal etwas zur Ruhe zu kommen. Einen Platz, wo man den Mantel aufhängen und die Füße hochlegen kann.“
„Eine Operationsbasis“ murmelte Mel. „Aber wir brauchen auf jeden Fall einen sicheren Lagerplatz für das Gold. Was haltet Ihr vom Distelkopf?“

Johann nickte zustimmend. Eine gute Idee – ein abgelegener Ort, den außer ein paar Goblins nur wir kennen, mit einem geheimen Zugang vom Wasser. Solange jemand anders als Eberhart steuert, sollte das klappen.“

„Nur Kritik bekommt man, nur Kritik. Aber das hört sich doch nach einem Plan an. Wir lagern das Gold im Distelkopf und kehren dann ruhmreich nach Port Grim zurück, um dort erst mal angesehen Bürger zu werden. Vielleicht fehlt Ihnen ja noch immer ein Hafenmeister?“

In dem Moment erscholl ein Ruf aus dem Krähennest.

„Marakasar voraus!“