In den Schlund!
Nachdem wir also in einer kurzen Sackgasse steckten, was unsere Nachforschungen anging, versuchten wir erstmal etwas Normalität in unseren Alltag zu bringen. Verwertung des so langsam etwas madig werdenden Drachenkadavers, Beruhigung der anstrengenderen Glaubensanhänger von Joachims neuen „Blutmeerkultisten“, solche Dinge halt. Leider kamen wir nicht mehr dazu, bei Prinzessin Askima Sonnenglut vorzusprechen, der zergischen Abgesandten mit dem äußerst interessanten Luftschiff - doch schafften wir es zumindest, einen Majordomus für unser Hauptquartier einzukaufen, der Reparaturen und Tagesgeschäft führen konnte, während wir mal wieder unsäglichen Monströsitäten nachjagten. Zugegebenermaßen war er sehr großzügig, was das Teilen seiner Getränkerezepte anging, und so einige Becher wurden geleert. Denn Normalität hat immer nur eine sehr kurze Überlebensdauer für die Gesellschaft.
So bekamen wir dann schnell Besuch von einem selbst für unsere Verhältnisse exzentrischen Burschen. 
Ein Gnom namens Quabilai mit hervorragendem Modebewusstsein (vielleicht abgesehen von der doch leicht übertriebenen Schminke) lud sich in unser neues Domizil ein und machte deutlich, das wir ihm unsere volle Aufmerksamkeit schulden. Schließlich sei er von Myriana selbst geschickt, uns zu helfen. Ich gebe offen zu, dass ich der Hilfe von Feen etwas zwiespältig gegenüber stehe. Es besteht kein Zweifel daran, dass sie uns allen das Leben gerettet hat, als sie uns aus dem Haken zurück nach Port Grim brachte, aber hätte sie nicht den Schatz mitbringen können? Und auch für ihre heilsame Entschlackungskur bin ich dankbar, aber den Fettstein hätte sie gerne selbst entsorgen können. Lange Rede, kurzer Sinn - wir hätten dem Burschen wohl genauer zuhören sollen. Zugegebenermaßen war er sehr großzügig, was das Teilen seiner Getränkerezepte anging, und so einige Becher wurden geleert.
Denn kaum hatten wir uns zur wohlverdienten Nachtruhe gelegt, versetzte er uns alle mittels eines dieser verwirrenden Feentricks mitten in die Berge von Jorgenfaust!
Und nicht irgendwohin, sonder mitten in die Höhle eines Drachen ... Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass wir genau zu dieser Höhle wollten, und der Anblick eines Drachenhorts beruhigte auch große Teile meiner Bedenken. Weniger Glücklich machte mich, das dieser Hort nicht nur zu großen Teilen aus schwer transportierbarem Kupfer besteht, sondern offensichtlich auch noch von Geysiren durchsetzt war, der in unregelmäßigen Abständen kochendes Wasser und brühendheiße Münzen durch die Höhle katapultierte!
Erfreulich aber war, das Brodert Quint noch unter den Lebenden weilte! Teraktinus hatte in seiner typisch riesenhaften Arroganz den guten Brodert einfach samt dem Erststein eingesackt und war gen Jorgenfaust aufgebrochen, um sich dort mit seiner Stammesmutter zu beraten.
Allerdings hatte sich die Lage in seiner Abwesenheit noch deutlich zum Schlechteren entwickelt. Seine Mutter befand sich irgendwo in den Tiefen des „Schlunds“, einer gewaltigen Höhle inmitten des Kriegslagers der Riesenstämme. Er selbst könnte unmöglich unbemerkt dorthin gelangen. Aber wir Winzlinge könnten vielleicht der Aufmerksamkeit der Wachen entgehen. Nur mussten wir erstmal ins Lager, und seine geniale Idee war es, uns als Kriegsgefangene in die Mitte all dieser Riesen zu schleppen! Nun, wir hatten ehrlich gesagt schon schlechtere Pläne, die gut ausgegangen sind. Und wir sind ja nun mal eine Gesellschaft für Abenteurer, auch wenn mir unverständlicherweise gern unterstellt wird, das sei nur ein Name zu Werbezwecken.
So mussten wir mal wieder alle Bedenken sausen lassen und ließen uns in einem Käfigwagen durch eine Konglomerat von Ogern, Riesen und unbenennbaren Monstrositäten zerren, um schlussendlich in der Nähe des Opferschlunds abgestellt zu werden. Akbash ließ uns wissen, das in einem der Türme ein Ding mit dem freundlichen Namen „Gottschlächter“ wohne - ich will wirklich nicht wissen, was er mit seinem fiesen Auge da manchmal sieht. Heidrun erzählte uns dann noch, das dieser „Gottschlächer“ seine Sagengestalt aus der Gründerzeit des Imperiums sei. Eines von den wenigen Monstren, die unser Herr Sigmar nicht erschlug, sondern nur vertreiben konnte. Prost Mahlzeit.
Dennoch - Ich muss gestehen, Riesen sind mir deutlich sympathischer als Oger. Auch wenn diese gewaltigen Steinwesen uns den Krieg erklärt hatten, waren sie einfach vernunftbegabter. Ihr Äußeres war zwar erschreckend und fremd, aber nicht so komplett abstoßend wie das der Oger. Und es roch einfach besser in ihren Lagern als im Hakengebirge.
Diese Meinung musste ich schleunigst wieder revidieren, als wir in die Tiefen des Opferschlundes herabstiegen. Dieser gewaltige Schacht endete nämlich in einem wahren See aus Leichenteilen, Körperflüssigkeiten und unidentifizierbaren Dingen, den wir dann mittels weniger armseliger Trittsteine überqueren mussten. Dank Myriana war unser gnomischer Freund fähig, die nicht ganz so athletischen unter uns mittels Hexerei auf die andere Seite zu bringen. Ich kann nicht sagen, was ein Unfall in diesem grausigen See mit mir gemacht hätte. Die Erinnerung an Mama Grauls Fluch war noch frisch in meinem Kopf. Aber ich will nicht lange in diesen widerlichen Erinnerungen verweilen.
Schließlich fanden wir in den Tiefen des steinernen Labyrinths Teraktinus Mutter, Conna, eine weise Steinriesin von unvorstellbarem Alter. Sie klärte uns auf über Mokmurians Abstieg unter den sogenannten schwarzen Turm, und über das ketzerische Wissen, das er von dort mitgebracht hatte. Offensichtlich ist Mokmurian für einen Steinriesen missgestaltet und kleinwüchsig, was unter den ihren aber das Zeichen für ein großes Schicksal und magische Begabung ist. Nur war Mokmurian leider nicht von alleine mit Magie gesegnet, so das er sie von einer anderen Quelle holen musste. Und diese Quelle lag unter dem schwarzen Turm, einem unheimlichen Bauwerk inmitten von Jorgenfaust.
Ein Ort, der eigentlich selbst für die mächtigen Steinriesen Tabu ist und der schon so lange verschlossen ist, dass sich selbst Conna nicht erinnert, warum dieser Ort so gefährlich ist. Aber anschienend hält er seit diesem Besuch immer wieder Zwiesprache mit einem „Runenherrscher Kharzough“ - was immer das sein soll. Ich erinnere mich vage, dass die Runenherrscher etwas mit dem alten Reich zu tun haben, auf dessen Spuren wir immer wieder treffen - Thassilon? Und diesen merkwürdigen siebenzackigen Sternen, die das elende Lamiagezücht gerne benutzt, um gierige Seelen zu stehlen.
Sie zeigt uns schließlich einen geheimen Weg, bei dem wir nur noch eine letzte Leibwächterin Mokmurians überwinden müssen - eine wahnsinnige T’skrang namens Jeka.

Nun, ich stelle mein Licht ja gerne unter einen Scheffel, aber bei dieser doch recht unausgeglichenen Dame konnte meine silberne Zunge dann doch einiges erreichen. Indem ich die Fähigkeiten und Vorzüge unserer Gesellschaft in das rechte Licht rückte, hätte ich beinahe eine neue Anwärterin anheuern können. Leider bestand sie dickköpfigerweise darauf, das wir unsere Fähigkeiten unter Beweis stellen. Zum Glück ist Akbash immer für ein kleines Duell unter Freunden zu haben, und der „Mächtige Stachel“ hatte bislang noch wenig Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu demonstrieren.
Das ganze lief auch nahezu wie geplant - es gab dann noch ein paar Mißverständnisse, die Jeka ungünstigerweise als „Betrug“ auslegte und dann mittels übler Hexerei einige von uns an die Decke schleuderte und dann mit Feuerbällen um sich warf. Zu guter Letzt sah sie aber ein, das wir würdige Gegner sind und ließ sich darauf ein, ein paar Trolle für uns aus dem Weg zu räumen und dann den Rückzug zu sichern, wenn wir uns Mokmurian selbst stellen. Trotz aller Bravado schien sie nicht darauf erpicht, sich dem Herrn der Steinriesen selbst zu stellen.
Abstieg in den Schlund!
Author: Nils /
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