Xin-Shallast!

Author: Nils /

 Der Aufstieg auf die Alptraumgipfel ist vielleicht das furchtbarste, das ich je erlebt habe. Wir haben Riesen gegenüber gestanden, Ogern, Drachen und Wesen direkt aus der Alptraumwelt. Aber nichts hat mich mehr auf die Probe gestellt als dieses endlose, gnadenlose Wandern. Kälte, Hunger, Schmerzen. 

Am Ende konnte ich kaum noch atmen. Ohne Heidruns scharfe Augen, die uns vor endlosen Gefahren in Schneefeldern und Abgründen gerettet haben, hätten wir niemals die Spitze erreicht. 

Ich kann nicht mehr aufzählen, wie oft sie oder Mel mich von einer Spalte zurückzerren mussten, wie oft meine Hände und Beine einfach nicht mehr wollten. Und wieviele Abgründe wir überquerten. Ich will niemals wieder einen Berg besteigen. 

Schließlich, wenn ich meinen Aufzeichnungen noch vertrauen kann, nach zehn Tagen, erreichen wir die gefrorenen Moore. Laut den Booras verschwindet der Strom hier, und wir müssen einer geisterhaften Version des Flusses folgen? Auch Joachim weiß damit nichts anzufangen, aber während wir suchen, verschwinden nacheinander Heidrun, Mel und Aurelia! 

Was kann das bedeuten? Hat Aurelia sie mit auf die Schattenebene genommen, ohne uns Beschied zu sagen? Wäre nicht das erste Mal, aber so nahe dem Gipfel und den Alptraumlanden, machen wir uns Sorgen. 

Schließlich findet Joachim im Muster der Leylinien einige Risse, und dort finden wir einen Übergang in die andere Ebene - ist dies die Alptraumwelt? 

Es sieht auf jeden Fall sehr danach aus - im grenzenlosen Zwielicht liegen nur hier und dort merkwürdige Erhebungen, aus denen weiße Gebeine hervorragen. Das einzige, was das Auge einfängt, ist ein gewaltiger, schwarzer Monolith. In den Beschreibungen der Boora Brüder ist die Rede von einem balsaltenen Tor, das nach Xin Shallast führt - ist es das? Wird sich dieser Monolith öffnen und uns den Weg in die verborgene Stadt Karzougs freigeben? Ich bin überzeugt davon. 

Als ich mich nähere, entdecke ich oben auf dem Monolithen noch etwas - eine ausgemergelte Gestalt, gebunden in eherne Ketten. Und dort, von ihrem Rücken herab hängt etwas - sind das - Flügel? Ist das einer der Diener Ildarins, gefangen in der Dunkelheit? Welche Schrecken wird es noch hier geben? Mir ist klar, wir müssen diesen Engel befreien, das muss der Schlüssel sein!

Plötzlich reisst etwas an mir - ich werde durchgeschüttelt, und plötzlich steht Heidrun vor mir.

"Wir müssen hier raus! Wir müssen dem Fuchs folgen!" 

Ich bin verwirrt. Was für ein Fuchs? Das Tor liegt doch vor uns, der Engel weißt uns den Weg. 

"Wir können uns nicht mit denen anlegen, nicht in unserem Zustand!" Akbash Stimme dringt langsam zu mir durch. Anlegen? Erst jetzt schweift mein Blick ab vom Monolithen, und dahinter stürmt eine Horde gelbgewandeter Kultisten auf uns zu, die Waffen schwingend. Und hinter ihnen hüpft Etwas durch das Dunkel.

"Aber der Engel..." ich versuche noch schwach, zu argumentieren, aber die anderen ziehen mich zurück. Dann sehe ich hinter den gelbgewandeten eine neue Truppe auftauchen. Merkwürdig, der Einäugige kommt mir bekannt vor. Und da ist auch ein Heiler im Gewand der weißen Hand, und der dürre Typ da hat eine Donnerbüchse, wie ich sie auch trage...

Dann wird es plötzlich wieder kalt, und ich stolpere durch den gefrorenen Matsch des Moors, das wir grade hinter uns gelassen haben. Und tatsächlich ist da ein Fuchs, aber dieser Fuchs ist auch nicht normal. Er atmet nicht, und statt Spuren im Schnee zu hinterlassen, scheint er einen Schleier von Eiskristallen hinter sich her zu ziehen. Er verschwindet hinter ein paar Felsen. 

"Was ist das denn jetzt wieder?" Aber bevor wir zu Atem kommen, wanken plötzlich ein paar menschliche Gestalten auf uns zu. Aber sie haben keine Gesichter, sondern nur ein kaltes, seelenloses Licht. Es scheinen Untote zu sein, die uns in ihre kalten Reihen eingliedern wollen. 

Unverhofft hilft uns eine Fee namens Gletscherherz, diese Monster zu besiegen, und lädt uns dann in ihr Refugium ein. Der Fuchs gehörte zu ihr,   und offenbar ist sie eine entfernte Verwandte der Fee, die wir vom Fluch der Oger befreit haben. Und die mir half, mit meinem kleinen Fettproblem fertig zu werden. Zumindest vorübergehend, wenn ich mir meinen derzeitigen Zustand so ansehe...

Gletscherherz erklärt uns so einiges über die Entstehung von Xin-Shallast und die Geschichte der Runenherrscher der Gier. Dinge, die wir vielleicht gar nicht wissen wollten, aber die uns dennoch zu denken geben. Angeblich ist das Massiv, auf dem wir uns befinden, von den Göttern erschaffen, um ein gewaltiges Monster gefangen zu halten, eine Art Gott der Gier, die versucht, sich aus dem Inneren der Welt nach außen zu fressen. Das Wesen heißt Mahr - vielleicht der Namensgeber der Nachtmahren? Wer weiß.

Auf jeden Fall haben die Runenherrscher der Gier deshalb ihre Stadt hoch oben auf diesem Massiv errichtet, und irgendetwas mit ihm gemacht. Nicht zuletzt verwandelten sie wohl sein Gesicht immer in das des derzeitigen Runenherrschers, also prangt zur Zeit Karzougs Konterfei oben auf diesem Massiv. 

Und was immer passiert ist - dieser Mahr ist wohl aus seinem Schlaf erwacht und regt sich wieder...

Als wäre das nicht schon apokalyptisch genug, offenbart die Fee uns, das Xin-Shallast keineswegs eine leere, vergessene Ruine ist. Tatsächlich hat Karzough schon eine ganze Reihe von Heerführern und Statthaltern wiederbelebt, die seinen Feldzug vorbereiten. Die sogenannten Heptarchen bauen schon munter sein neues Runenreich der Gier auf. Und einer von ihnen ist unsesr alter Freund Nomorius...

[Platzhalter für Bilder/Liste der Heptarchen] 

Unsere einzige Hoffnung ist, das diese Ausbünde an Gier in Abswesenheit Karzougs sich gegenseitig an die Gurgel gehen. 

Wir verbringen lange Zeit damit, unsere Kräfte wiederzugewinnen und letzte Vorbereitungen auf den Angriff auf die Stadt zu vollbringen. Auch wenn die Zeit drängt, verspricht uns Gletscherherz, das sie zumindest dafür sorgen kann, das die Zeit auf unserer Seite ist. Aus unseren alten Erfahrungen mit Feenreichen und Zeit kann ich nur hoffen, das es hilft, wenn die Feenherrscherin auf unserer Seite ist. 


Hier sind wir irgendwo den Leng Spinnen begegnet?

Sie bieten uns an, uns nach Shallast zu bringen, wenn wir die Leng Bewohner aufhalten, die die Ebenen verschmelzen wollen

Die Stadt der Gier

Zu guter Letzt müssen wir uns verabschieden. Gletscherherz zeigt uns, wie wir dem Geisterfluss folgen können, und er führt uns diesmal tatsächlich zum Basalttor. Dieses wird von zwei Steinriesen bewacht, was uns entweder zuviel oder zu wenig vorkommt. Wer soll es denn hierher schaffen und dann von zwei Riesen aufgehalten werden? 

Wir einigen uns auf einen Bluff - schließlich liegt das Heer des goldenen Pfades unwissend zu Füssen des Gebirges vor Lager. Es scheint logisch, das sie Botschafter gen Xallast schicken würden, und für Riesen sehen alle kleinen Wesen gleich aus. 

Wir hätten uns allerdings keine ausgiebigen Geschichten ausdenken müssen... Denn keiner der Riesen sprach eine unserer Sprachen. Vielleicht hätte es sich doch gelohnt, das Theranische auch sprachlich zu erlernen. Aber wer hätte uns diese Tote Sprache näher bringen können? Vielleicht der goldene Wächter, den Aurelia in den Tiefen des marakasarischen Dschungels aufgetan hatte, und der jetzt die dortigen T´Skrang protegierte. 

Nun, man soll verschüttetem Bier nicht nachweinen - Akbash phantomimisches Talent reichte wohl aus, um die Riesen von unserer