Nachdem unsere Verhandlungen mit Nomorius gescheitert waren, machten wir uns mit unserem neuen Anwalt und Vertreter der weißen Hand, einem neu gekürten Joachim und seinem frisch verzauberten Stab endlich auf die Heimreise.
Nomorius vorläufiges Ende
Author: Nils /Drachenkrone
Author: Nils /Eberharts Tagebuch, 21.9.2023
Nach dem Erwachen aus diesem elende Albtraum war es nun dennoch angesagt, sich auf die Suche nach der Runenschmiede zu machen. Aus den Aufzeichnungen des wahnsinnigen Herolds hatten wir abgeleitet, das der Eingang sich auf Drachenkrone, einer vorgelagerten Insel in Sichtweite von Port Grim befinden musste.
Auch schien es dort ein magisch zu lösendes Rätsel mit den sieben Runenherrschern zu geben, aber um solche Dinge sollte sich wie üblich Joachim kümmern.
Dennoch hörte sich die gesamte Gesellschaft um, was es denn so über Drachenkrone in Erfahrung zu bringen gab – wir befragten Fischer und Schmuggler, Kartographen und Geschichtsschreiber, und der Wust an Gerüchten über die Insel nahm schier kein Ende.
Über all dem hing die Prophezeiung der alten Niska, das unsere Zeit in Port Grim dem Ende entgegen ging und wir unser Haus in Ordnung bringen sollten. Ich bin ja kein Freund solchen Mummenschanzes, aber die Vision des Angriffs von Okeno hatte mir schwer zu schaffen gemacht. Mel sprach mir beruhigend zu – er hatte nicht umsonst unsere vielversprechenden Nachwuchsforscher auf die Insel der Fleischhändler geschickt. Er war sich sicher, Hartmuut, Motte und der Rest der wilden Truppe würde, absichtlich oder nicht, ordentlich Sand ins Getriebe der gelben Kriesgmaschinerie streuen.
Also machten wir uns auf, eine Expedition in das Reich von Eisdrachen, Frotstriesen und Gespenstern zu machen, denn die Hinweise auf die fehlgeschlagene Besiedlung Drachenkrones deuteten auf ein düsteres Vermächtnis hin. Wenn der Einfluss eines Runenherrschers auf Maracasar ein Beispiel dafür war, mochte ich mir nicht vorzustellen, wie ein Ort aussähe, der von allen Sieben genutzt wurde.
Also setzten wir ein paar Schriftstücke auf, die in der Obhut unseres Majordomo, die unsere neuen Helden auf den richtigen Weg bringen sollten. Wir hinterließen Hinweise auf unser Anwesen und den vergessenen Thaumagral.in Larifa, falls jemand einen neuen Stützpunkt der Gesellschaft dort gründen würde. Aurelia hinterließ einem ihrer Schützlinge sogar ein paar mysteriöse Schätze, und Akbash bat sie, nach dem Auge des Curchaun zu forschen.
Und schon stachen wir in See – begleitet von Brodert Quink, dem rastlosen Gnomenforscher, der sich eine solche Gelegenheit nicht nehmen lassen wollte. Der Abschied unter dem veränderten Himmel fühlte sich merkwürdig endgültig an. Eine kurze, ereignislose Überfahrt brachte uns in die Nähe der verhängnisvollen Klippen von Drachenkrone, und noch bevor wir auch nur daran denken konnte, unser kleines Boot zu Wasser zu lassen, begannen schon die rätselhaften Ereignisse. Ein Schwarm von Fischen versuchte, unser Boot abzudrängen! Da hatten sie die Rechnung natürlich ohne den Garcia gemacht. Joachim rief eines der Raubtiere der tiefen See hervor, einen sieben Meter langen Hai, der wie eine Fräse durch die Fische ging. Leider konnte er das Biest dann nicht davon überzeugen, als unser Schlepper zu agieren, aber auch so kamen wir einigermassen unbehelligt an Land – bis das, was die Macht über all die anderen Meerestiere hatte, ihm auch die Kontrolle über den Hai entriss!
Heidrun und ich konnten zum Glück dennoch einigermaßen um die Gefahren herum manövrieren und fuhren eine Bucht an, die laut unserer Waldläuferin einen guten Zugang zu einem der einfacheren Aufstiege auf das Felsmassiv bot. Der Weg durch die Wälder um den Berg stellte sich dann weniger als gefährlich denn als verstörend da. Schon früh begegneten wir merkwürdiger Fauna, die uns leeren Blickes beäugte – und eine fremde Präsenz befragte uns ob unserer Absichten.
Nach meiner Erfahrung, das viele der überlebenden Wächter der Runenherrscher entweder wahsinnig oder zumindest opportunistisch waren, offenbarte ich unseren Plan – was allerdings zu keinerlei Reaktion führte. Stattdessen ließen uns die merkwürdigen grünen Antilopen einfach in Ruhe. Ich erklärte meinen Gefährten, was geschehen war, aber niemand konnte sich einen Reim darauf machen.
Beim weiteren voranschreiten trafen wir auf verwirrende Anzeichen von Besiedelung - ein Holzfällerlager, das offenbar vor kurzem noch benutzt wurde, aber dennoch völlig verfallen und ungepflegt war. Heidruns scharfe Augen offenbarten den Pfad, den die merkwürdigen Bewohner nutzten, und wir folgten ihnen zu einer Siedlung, die auf den ersten Blick völlig verlassen wirkte. Bis wir dann eine unsichtbare Grenze übertraten und plötzlich waren die Ruinen gefüllt mit Leuten! Menschen, Elfen, Zwerge - aber alle merkwürdig antriebslos und unaufmerksam. Ein verfallener Tempel des Ildarin und die Ruine des dahinterliegenden Rathauses gaben uns nur wenige Aufschlüsse, aber schließlich brachten wir einen Zwergenschmied dazu, mit uns zu reden (versuchter Diebstahl regt bei Zwergen immer Urinstinkte an).
Er schickte uns zu jemand, den er die “Erste Stimme” nannte. Diese Stimme befand sich in einem Gasthaus, ebenso heruntergekommen wie der Rest der Ruinen, aber dort erweckten wir die Aufmerksamkeit eines Elfen, der nicht nur mit arkanen Runen tätowiert war (ähnlich, aber nicht gleich wie das Schicksal Joachims, seit er Nomorius in sich beherbergte). Aber das war nicht das erschreckendste - auf der Stirn des Elfen prangte ein drittes Auge, dessen Anblick mich bis ins Mark erschütterte.
In Valconnen sind Mutanten Teil der traurigen Realität, aber ebenso wusste man, dass Zwerge und Elfen besonders resistent gegen die Verformung des Chaos sind. Einen Hochelfen zu sehen, der offenbar dem Lockruf der finsteren Götter verfallen war, ließ mich erzittern.
Noch schlimmer wurde es, als er uns in monotoner Stimme berichtete, dass er freiwillig diesen Weg gegangen war! Nachdem erst seine Gefährten und dann die nachfolgenden Siedler nach und nach dieser unerklärlichen Lethargie verfielen, wandte er sich dem Wandler der Wege zu, um das Schicksal abzuwenden. Zum Teil schien es geglückt zu sein, denn er war der einzige hier, der wenigstens manchmal bei Sinnen zu sein schien. Als wir ihm unsere Absicht erklärten, griff Joachim zu einer gewagten List und gab sich selbst als Paktierer der ruinösen Mächte aus - daraufhin gab ihm die erste Stimme eine Schriftrolle, die uns beim Öffnen des Weges helfen konnte.
Joachim Fragte fragte sie dann nach dem König in Gelb. Ihre antwortete war eine kleine
Handbewegung die einen Zauber auslöste der Joachims Gedächtnis beeinflusste. Sie löschten jede Erinnerung in der diese dämonische Gottheit erwähnt wurde. Der Tod von Nomorius, das Treffen mit ihm danach auf der Brücke, daran konnte er sich noch erinnern. Nur das was mit dem König zusammen hing, war nicht mehr existent. Zum Glück hatte er schon all dies mit uns schon geteilt, aber es führte doch zu einiger Verunsicherung. Aber welche Macht Talarion hatte, um mit einer Geste der Hand dies zu bewerkstelligen
sagte etwas aus über die Kräfte des Chaos.
Aber er säte auch erste Zweifel in unsere Herzen - war es das Risiko wert, den Weg in die Runenschmiede zu öffnen? Wer wusste schon, was darin lauerte? Und wer wusste, wem wir noch den Weg ebnen würden? Aber dies ist nunmal die Art der Diener des unsäglichen Architekten des Wahnsinns - Zweifel und Rätsel sind ihre Währung, und ihnen zuzuhören ist schon der erste Schritt in die Verdammnis. Als er mir dann auch noch heimlich einen Zettel zusteckte, war es zuviel für mich. Ich warf das Schriftstück von mir (natürlich nur, damit Aurelia es aufhob. Manchmal bin ich sehr einsam in der Gesellschaft).
Wir verliessen dann schnell den Einflussbereich des Fluchs und berieten uns, wie weiter vorzugehen war. Während wir alle das Für und Wider abwägten, besorgte Aurelia noch ein verschlossenes Behältnis mit einem Ohrensymbol - das war es wohl, das die erste Stimme uns geben wollte. Joachim erklärte auch, dass seine Magie hier immer wieder von Stimmen des Irrsinns unterbrochen wurde, und wir uns nicht auf seine Macht verlassen können würden.
Schlussendlich blieben wir dabei, dass wir uns das Tor zumindest ansehen mussten - und sei es, um das Tor endgültig und sicherer zu verschließen, damit niemand anders die Runenschmiede erreichen konnte. Also blieb uns nichts als ein grausiger Aufstieg auf einen Berg. Lieber Leser, ihr ahnt nicht, welch Wunder es ist, das euch diese Worte erreichen. Ich habe mich Dämonen und Drachen entgegengestellt, aber Berge…
Darum lasst uns auch den Mantel des Schweigens über dieses Gegenteil eines Jammertals ausbreiten - es sei genug damit gesagt, das wir es all zum gefrorenen See an der Spitze schafften. Dort offenbarte sich uns der wahre Kern zumindest einiger der Gerüchte um Drachen - der halbe Berggipfel wurde eingenommen von einem Drachenskelett, gegen den das Schiffswrack in der Mitte lächerlich klein aussah! Eine der Seemannsgeschichten handelte von einem Drachen, der ganze Schiffe aus dem Meer hob… Nun, eins hatte es mindestens eine solche Bestie gegeben. Aber so interessant die Überreste, das Wrack und die Höhleneingänge hier oben auch waren, unser eigentliches Ziel lag am Ende des Tals. Sieben Obelisken für Sieben Runenherrscher, und darüber in der Felswand das Antlitz des Runenimperators Xin - das Gesicht in Schmerz und Leid verzogen ob des Verrrats seiner Untertanen. Ob der Imperator das letzte Überbleibsel der Tugendgeführten Theraner war, gestürzt von seinen Runenherrschern, die den Sünden verfallen waren? Wir würden es wahrscheinlich nie erfahren.
Wir schlugen ein letztes Nachtlager im halb eingefrorenen Wrack auf und stellten uns am nächsten Morgen dem Rätsel der Obelisken.
Die sieben Herrscher
Mit Hilfe von Brodert und Joachims Aufzeichnungen und unseren Beobachtungen in Haven hatten wir inzwischen eine recht gute Vorstellung von den Herrschern und ihren Domänen. Wir mussten noch etwas herumrätseln ob ihrer Darstellungen hier als Gesichter, denn viele ihrer Eigenschaften hatte ich eher an ihrer Kleidung oder ihren besonderen Waffen oder Szeptern gemacht. Schlussendlich aber konnten wir mit ausreichender Sicherheit festlegen, um was es gehen würde, und Akbash testete unsere Hypothese mittels seines Flammenhandschuhs am Bildnis der Statue, die wir Alaznist, der Herrscherin des Zorns (und der Hervorrufungsmagie) zuordneten. Tatsächlich absorbierte die Statue seinen Zauber und gab stattdessen einen Schlüsselteil in Form einer Sternenzacke frei.
Ein neuer Scheideweg tat sich jetzt auf - wir wussten also, wie dieses Schloss zu bedienen war. Wollten wir es öffnen oder unbenutzbar machen, sodass niemand die Runenschmiede betreten konnte?
Bevor wir uns einigen konnten, kontaktierte uns die Präsenz wieder und wollte wissen, warum wir zögern? Ich erklärte, dass die Stimmen Joachim oft davon abhielten, seine Magie zu nutzen, und daraufhin hörten die Stimmen sofort auf. Das machte mich sofort sehr misstrauisch - wir hatten jetzt festgestellt, dass diese Stimme verantwortlich war für die Versklavung und den Wahnsinn eines ganzen Dorfes und auch die Tierwelt unter ihrer Kontrolle hatte. Und dieses Wesen WOLLTE jetzt, dass wir die Tür öffnen? Dann spielte die Stimme ihre letzte Karte - sie zwang Aurelia unter ihre Kontrolle und drohte, sie zu töten, wenn wir nicht weitere Schlüssel befreiten!
Als wollte die Stimme mich verhöhnen bedrohte sie Aurelia mit dem Schicksal, dem sie in meinem Theaterstück zum Opfer fiel! Von einem mächtigen besessenen in eine Tiefe geworfen! Joachim gab nach und begann, das Ritual weiter zu führen, während ich mit Akbash zu Aurelia eilte und sie von der Klippe zerrte. Aurelia schüttelte die Kontrolle ab und wurde wütend.
“Der kriegt seine Schlüssel nicht - dafür habe ich diese kleine Überraschung dabei!” und sie produzierte ein kleines Fass Schießpulver aus ihrem Rucksack - offenbar eine kleinere Version der Bombe, mit der uns die Blutkrabbe einst beinahe gesprengt hatte! Der Plan gefiel mir und in Windeseile legten wir den Sprengsatz und rannten auseinander, um dann mittels meiner netten neuen Alchemieschleuder einen Brandsatz auf die Bombe zu schießen.
Der Knall war befriedigend spektakulär - leider aber wirkungslos. Geblendet von unserer Freude am Schwarzpulver hatten wir dann doch die Handwerkskunst der Runenherrscher etwas unterschätzt. Während Joachim einen Schlüssel nach dem anderen auslöste, nur zögerlich ob der Beschwörungsrolle des Chaoskultisten, entwickelte sich das ganze in ein wildes Handgemenge. Endlich konnten wir ihn bändigen, bevor die letzte Statue aktiviert wurde. Krune, der Herrscher der Faulheit - seine Magie war die Beschwörung. Und leider, während wir Joachim zu Boden rangen, übernahm die widerliche Präsenz noch einmal Aurelias Geist und nutzte ihre Schattenrüstung, um etwas aus dem Reich der Finsternis zu beschwören - was den letzten Teil des Schlüssels frei gab…
“Endlich” ertönte die Stimme in unser aller Köpfen, und dann brach sich mit einem gewaltigen Krachen etwas aus der Höhle des Eisdrachen. Es war wohl einmal ein Drache gewesen, aber jetzt? Auf dem Rücken des ehemals prächtigen weißen Wyrms breitete sich eine riesige, fleischige Masse aus, deren Auswüchse sich in den Körper und den Schädel der Echse bohrten.
“Das ist - ein Gehirn…” brachte Joachim zögernd hervor. “Ein gewaltiges, hausgroßes Gehirn!” Ungläubig starrten wir alle auf diese Abartigkeit, die sich auf den ausgezehrten Schwingen des Wyrms unserer nahezu deckungslosen Position näherte.
“Ihr könnt gehen - ihr habt das Tor für mich geöffnet. Ich bin nicht undankbar, deshalb könnt ihr diesen Ort verlassen. Was ihr danach tut, interessiert mich nicht.” Die Stimme war jetzt beinahe unerträglich laut in unser aller Köpfe.
Mel trat an meine Seite. “Was immer das für ein Vieh ist, wir können es unmöglich durch das Portal lassen. Wer weiß, was es da findet!”
Heidrun stimmte zu. “Das Biest hat das ganze Dorf hypnotisiert und dahinsiechen lassen - es kriegt bestimmt keine Freifahrtschein von uns!”
Aurelia ließ ihre Knöchel knacken. “Und Biester, die in meinem Kopf rumspielen, haben eh kein Recht auf irgendwas!”
Ich verschränkte die Arme vor der Brust. “Nun, wenn du unsere Gedanken lesen kannst, dann musst du unsere Antwort nicht abwarten, oder?” dachte ich so laut ich konnte.
“Ihr seid Geschmeiß! Dann sterbt auch wie Ungeziefer!”
Auf den Gesichtern der anderen konnte ich ablesen, das dieser Schrei ebenso schmerzhaft für sie war, wie für mich.
“Geht in Deckung” rief Joachim. “Weiße Drachen speien eisigen Atem!” Wir verteilten uns hinter den Stelen, in der Hoffnung, wenigstens geringfügige Deckung vor den Angriffen der Bestie zu haben.
“Benutzt das Zauberöl” rief ich den anderen zu. “Weder der Eisdrache noch das Hirnvieh sehen mir aus, als würden sie Feuer mögen!”
Akbash gab den Daumen hoch mit seinem Höllenfeuerhandschuh, und Heidrun bereitete Feuerpfeile vor - der Rest von uns bereitete Phiolen von Zauberöl vor.
“Zumindest sollte er schwer zu verfehlen sein” murmelte ich vor mich hin, während ich mehr Feueröl in meine Pistole schraubte.
“Hätte ich das geahnt, hätten wir das Bömbchen für den aufbewahrt” rief Aurelia mir zu, während sie hinter ihrer Stele hervor lugte.
Dann war die Bestie unter uns, und plötzlich schienen sich eisige Lanzen in mein Hirn zu bohren - einen Moment lang war alles weiß vor Schmerz, als ein wortloser Schrei voller Hass und Verachtung sich tief in meine Gedanken bohrte. Als ich wieder einigermassen klar sehen konnte, schwebte das Vieh nur noch wenige Meter von uns entfernt über den Stelen, und die Luft um die Hirnmasse schien zu wabern. Mit zitternden Händen zielte ich einfach irgendwo auf die schleimige Masse und drückte ab. Beinahe zeitgleich prallten die Phiolen von Mel und Aurelia an den Körper des Drachen und ergossen ihre brandgefährlich Ladung in gleichen Teilen über Hirn und Echse.
“Hoffentlich magst du es heiß!” flachste Akbash noch, dann fuhr eine Feuerlanze aus seinem magischen Handschuh hervor. Als wäre diese nicht beeindruckend genug, entzündete der Angriff das großflächig über das Monster verteilte Zauberöl. Die Hitze schlug uns entgegen wie bei einem Vulkanausbruch, und diesmal war der Schrei in unseren Köpfen vom Schmerz der Bestie erfüllt.
“Anscheinend nicht", erwiderte ich grinsend und schraubte mehr Zauberöl in meine Waffe. Währenddessen ließen die anderen einen Hagel von Geschossen auf das Wesen los. Verzweifelt versuchte der Drache, unserer Habhaft zu werden, aber so gewaltig er auch war, so konnten wir doch ein ums andere Mal den Krallen und Kiefern ausweichen, die ganze Teile der Plattform verwüsteten. Dann zeigten Akbash und Mel der Bestie, dass es ein Fehler gewesen war, so nah an ihre magischen Klingen heranzukommen. Der Geruch verbrannten Gehirns vermischte sich mit dem von heißem Drachenblut, das aus unzähligen Wunden floss.
Gerade sah es so aus, als ob wir das Vieh tatsächlich besiegen könnten, da überkam uns alle eine gewaltige Übelkeit - und plötzlich standen wir alle wieder vor den gerade geöffneten Schlüsselsteinen!
“So, Insekten - nun kenne ich all eure Trümpfe und Strategien. Eure Niederlage ist also unausweichlich! Verkriecht euch also in eure Löcher und betet, das ich niemals zurückkehre, wenn ich das Tor einmal durchschritten habe!”
Völlig desorientiert wandte ich mich an Joachim, der ebenfalls völlig geschockt war. “Es muss uns das alles in unseren Köpfen vorgespielt haben." " Das ist - das ist jenseits jeder Magie, von der ich je gehört habe!” sagte er leise.
“Aber das ändert nichts. Wenn das Vieh denkt, es wäre das einzige, das etwas gelernt hat, dann täuscht es sich!” Grimmig schraubte ich wieder Zauberöl in meine Pistole. “Verteilt euch noch weiter - dieses Schreien hat anscheinend eine begrenzte Reichweite, sonst wäre es uns nicht so nah gekommen.”
Akbash und Aurelia nickten und sprachen sich ab, welche Positionen sie abdecken wollten, während Mel und Heidrun Pfeile und Bolzen sortierten.
Joachim ließ nachdenklich die Schriftrolle durch seine Hände gleiten. “Ich denke, ich kann da auch noch etwas beitragen, das ihn überraschen wird”, sagte er bedacht.
Ich rückte noch einmal meine Hose zurecht und schritt an den Rand der Plattform. “Dann lass mal sehen, ob du es diesmal besser hinkriegt, Parasit!”
Ein Wutschrei, der sich gleichermaßen aus der Kehle des Drachen und in unseren Köpfen ausbreitete, war unsere Antwort.
Diesmal versuchte das Monster, den riesigen Auswuchs auf seinem Rücken zu schützen, indem es die Flügel und den Hals des Drachen benutzte, um unsere Schusslinien zu blockieren - aber was soll ich sagen - ein sechs Meter langes Hirn ist kein schwieriges Ziel. Vor allem nicht, wenn man nur eine Flasche in die ungefähre Nähe schießen muss.
Diesmal sparte sich Akbash die flammende Energie seines Handschuhs auf - stattdessen setzte Heidrun mit einem unfassbaren Schuß das Zauberöl in Brand. Ich konnte mit ein “Erinnerst du dich?” nicht verkneifen, als das Hirn wieder vor Schmerzen aufschrie. Akbash sprang über eine der Säulen hinweg und stieß sein magisch verstärktes Rapier bis zum Anschlag zwischen zwei Schuppen, dann entlud er die volle Macht des Feuerstoßes IN den Körper des Drachen. Dutzende verkohlter Schuppen rieselten zu Boden und gaben ein prachtvolles Ziel für Heidrun und Mel ab, wenn das Gehirn grade nicht im Feuerbereich war.
Aber nicht alles lief, wie geplant. Mel wurde verschüttet, als der Drache schlichtweg die komplette Stele und den Teil der Platform zerstörte, auf dem er stand. Ich wurde von der psychischen Energie des Gehirns in die Knie gezwungen, aber nicht, bevor ich meine letzte Flasche Zauberöl in das brennende Inferno geworfen hatte.
Dann spielte Joachim seinen Trumpf - nachdem er ein wahres Blitzgewitter auf die Bestie einprasselnließ, verlas er die Schriftrolle des Chaosanbeters aus dem Dorf. Kurz darauf wurde es still auf der Plattform - so, als würde jegliches Geräusch hinweg gesaugt. Dann bildete sich eine Art Wirbel über seinem Kopf, der in allen Farben des Regenbogens leuchtete. Ich weiß bis jetzt nicht, ob es das war, was er beabsichtigte, aber diese Demonstration war es, die den Willen des Parasiten brach.
Rauchend und kreischend peitschte er seinen Wirtskörper über den zugefrorenen See und ließ ihn dort mit einem markerschütternden Aufprall einschlagen, in der fälschlichen Hoffnung, dort das Zauberöl zu löschen.
Stöhnend, gebeutelt, aber lebendig fand die Gesellschaft sich wieder zusammen, unter dem merkwürdigen, vielfarbigen Licht des Risses.
“Ist es tot?” fragte Aurelia. Joachim wog seinen Kopf hin und her.
“Wahrscheinlich - aber solch ein Wesen ist mir noch nie begegnet. Man munkelt, dass es eines der hirnfressenden Monstren von hinter den Sternen ist, aber in den Geschichten kontrollieren sie Menschen, keine Drachen. Ich denke, wir sollten nicht warten, um es zu kontrollieren.”
Ich nickte. “Die Runenschmiede ist unser Ziel, und wir haben jetzt den Schlüssel - egal, ob das gut oder schlecht war, jetzt sollten wir sehen, ob wir dort einen Weg finden, Karzoug abzuwehren.”
Müde, abgekämpft, aber entschlossen, machten wir uns auf in die Öffnung im Berg. Unter dem schreienden Kopf des Runenkaisers hindurch in die Tiefen der Schmiede.
Der Traum
Author: Nils /Der Traum
Teil 1:
Die Stadt Port Grimm fand sich im gnadenlosen Griff der Piraten von Okeno, deren finstere Macht
die Hafenstadt bedrohte. Bei Kampf traten Heidrun und Akbash hervor, bereit, sich den
Eindringlingen am Hafen entgegenzustellen. Doch das Schicksal verlangte einen bitteren Tribut,
und sie mussten fliehen, ihre Herzen gefüllt mit Entschlossenheit und einer Ahnung von drohendem
Unheil.
Inmitten des Chaos brachen auch Eberhart und ich auf, den Tempel zu erreichen. Doch die Pforten
des Tempels wurden von Laros Prister Segast Flutmeer bewacht, einem Mann von harter
Entschlossenheit, der niemanden einlassen wollte. Doch sein Schicksal führte ihm zu einem
tragischen Schlag, als Segast durch meine Hand eine starken Stromschlag erlitt. Das erste Opfer des
Fluches der meine Hände in eine gefährliche Waffe verändert hat, die sonst Menschen das Leben
gerettet haben. Als die Bedrohung durch die Piraten unaufhaltsam näher rückte, suchten viele
Bürger nun Schutz im Tempel. Auch Heidrun und Akbash trafen dort ein.
Die Tempeltüren waren nun verschlossen aber die Angreifer werden bald eine Gelegenheit finden
das Tor zu durchbrechen. Plötzlich stieg der Wasserpegel im Tempel an. Hatte der Priester doch
recht gehabt und Laros wollte eher das wir uns unserem Schicksal im Kampf stellen? Die Zeit
wurde also nun noch knapper die Bürger von Port Grimm zu retten.
Sollte ich das Zentrum des Tempels öffnen, trotz der Warnungen des Laros Priesters? Oder sollten
wir die Hintertür öffnen und in die gefürchtete Unterwelt fliehen? Unsere Schicksale verflochten
sich in einem Netz aus ungewissen Möglichkeiten, und die Uhr tickte unaufhaltsam weiter.
Teil 2:
Die verzweifelten Versuche, die Tür durch Magie zu öffnen, schienen zum Scheitern verurteilt. Ich,
ein erfahrener Magier, konnte diese komplexe Runenmagie nicht schnell genug entschlüsseln. Das
Wasser stieg unaufhaltsam, und schließlich erreichte es unsere Kehlen. Doch plötzlich ereignete
sich ein Wunder mit dem keiner von uns gerechnet hatte. Eine schützende Blase formte sich um
uns, eine Halbkugel, die uns ermöglichte zu atmen. Später erfuhren wir, dass derselbe Magier, der
den Wasserspiegel hatte ansteigen lassen, uns gerettet hatte.
Die Freude war aber schnell vorbei als Har'son Eldritch auftauchte, der 1. Offizier der Flutdämon.
Er forderte unsere Kapitulation und erklärte, dass Port Grimm von Okeno erobert werden sollte.
Keine anderen Mächte oder Helden seien dort mehr geduldet würden. Stattdessen sollten wir unsere
Waffen niederlegen und unser eigenes Gildenhaus in Flammen aufgehen lassen, um den Bürgern
von Port Grimm mitzuteilen das sie nicht mehr unter dem Schutz unsere Gilde stand.
Inmitten dieser zwielichtigen Verhandlungen erschien plötzlich Aurelia in ihrer neuen Rüstung, eine
Bäute aus dem finsteren Tempel unter Port Grimm. Ihre Worte enthüllten das es eine Illusion war,
die uns umgab. Akbash fühlte sich ermutigt und griff den feindlichen Kapitän sofort an.
Was dann geschah, überstieg jede Vorstellungskraft. Wir fanden uns in einer anderen Astralebene
wieder, eine unwirkliche Welt aus Steinen und gefallenen Bäumen. Nomorius hätte vielleicht die
Antworten auf diese mysteriöse Umgebung gehabt, doch Joachim zögerte, zu versuchen ihn zu
kontaktieren. Die Gruppe beschloss, ohne ein klares Ziel vor Augen, sich los zu maschieren.
Ein Schiffswrack tauchte nach einiger Zeit vor uns auf. Dort erschien ein Schatten der Joachim
glich und ihn mit zaubern angriff die er auch beherrscht. (Was die anderen sahen kann ich leider
nicht aufschreiben, Headset probleme). Als sie gebannt waren erschien die Astralekopie der
Alptraumhexe. Ihrer Bezeichnung entsprechend hatte diese Hexe uns im Schlaf in den Traum des
besiegten Port Grimm geworfen. Ihre Motivation war sich dafür zu rächen das wir ihre Tochter
schon vor längerer Zeit getötet hatten. (Wann wo warum?)
Wir Kämpften gegen sie und nach unserem Sieg erwachten wir in den Betten in dem nicht
eingenommen Port Grimm. Aus dessen Hafen die Flutdämon nun durch die Schiffe der Piraten des
Gezeitenachrchipels zur Flucht gezwungen wurde.