Eberharts Reisetagebuch, 4.12.2010

Author: Nils /

Endlich Aufbruch! Nach 3 Wochen in Marienburg haben wir zwar noch lange nicht genug von der Stadt, aber das Geld geht zu Ende und wir sind noch immer auf einer Schatzsuche! Die Wunder dieser Stadt lassen sich mit einem mit Gold vollgeladenen Schiff gewiss besser genießen!


Das Ablegen ist nur noch 3 Stunden entfernt, als mich überraschend noch eine Nachricht der Brandströms erreicht! Sollte es sich Noah doch noch anders überlegt haben und doch noch in unsere Expedition investieren? Leider ist uns soviel Glück nicht vergönnt....


Anscheinend ist unser genialer Coup gegen die Reikland Protektor aufgeflogen? Die Brandströms haben einen Brief, der uns des Verbrechens anklagt! Woher? Wer hat geredet? Sind uns die Imperialen Spione weiter auf den Fersen? Planen die Masken Rache?


Aufgrund dessen muss ich nicht nur Brandströms Empfehlung, sondern auch noch Stockhuis Investition zurück zahlen. Katastrophe! Eine solches Loch kann unsere Reisekasse nicht brauchen! Zum Glück ist Luther Brandström (Noahs Vater) ein Händler nach meinem Herzen. Er will nicht nur seine Investitionen sichern, er sieht hier auch noch gleich eine Chance. Anscheinend ist die Reikwasser-Handelsgesellschaft nicht überall gerne gesehen, und eine Rufschädigung dieses Grades nutzt dem Brandström-Imperium. Ich nutze die Chance und verkaufe dann gleich noch den Rest unserer Rufs, indem ich die Kaperung der Gouden Prinz auf die Liste unserer Missetaten setze.


Wenn wir denn berüchtigt werden, dann richtig!


Danach nötigt mich Brandström zu einem Gespräch mit einem Phex-Geweihten. Die Handelsregeln des Schurkengottes hatte ich mir nie so ausführlich betrachtet – in Nuln wurde eher Angrosch verehrt, und auch das nur am Rande. Nun, auf dem Weg in Laros Reich kann mir jeder Schutz nur Recht sein, und vielleicht kann Kjull ja die Winterstürme seines Bruders zurück halten.


Mit weiter erleichterten Taschen machen wir uns also auf unsere erste große Seefahrt. Akbash und Aurelia wirken irgendwie abgelenkt, fast abwesend während der Fahrt? Ob da was geht? Ansonsten gewöhnen wir uns all an die Seefahrerei mit unserer Crew, einige merkwürdige Burschen haben wir da auf gegabelt. Ich bin des öfteren auf Nachtwache am Steuer, und die Tage verbringe ich im Gespräch mit der Fürstin und den Matrosen über die Sitten der Südmeerinseln.


Fast drei Wochen sind wir auf See, die Wellentänzer ist ein feines Schiff und bringt uns sicher voran. Trotzdem sind wir froh, Port Grim am Horizont zu entdecken.


Bevor wir anlegen, überlegen wir uns noch, wie wir am geschicktesten vorgehen. Der Geist von Schwarzsäbel Dan erinnert Mel daran, das er und NUR ER seine Hand tragen darf, mit der er uns zum Verräterischen Blutmesser führen wird. Tatsächlich deutet die Klaue immer in eine bestimmte Richtung... Wir beschließen also, das schöne Port Grim zu besuchen und während des Stadtbummels immer mal wieder einen Blick in den Beutel mit der Hand zu werfen, um den Standort möglichst genau zu bestimmen.


Port Grim ist zwar winzig im Gegensatz zu Marienburg, beherbergt auf seinen wenigen Quadratmeilen aber viele Überraschungen. Als erstes eine Bierbrauerei, dann ein Kaffeehaus, eine Glasmanufaktur, ein Waisenhaus samt Akademie, ein Theater und zuletzt eine wahrhafte Schatztruhe – ein Süßigkeitengeschäft! Ich bin hin und weg – noch nie habe ich solchen Überfluss an Süsskram gesehen! Die Bäckerin verrät mir Ihr Geheimnis – ein braunes Pülverchen mit dem verheißungsvollen Namen ZUCKER!!! Ich wittere hier unfassbare Gewinnchancen.

Aber auch in Port Grim ist nicht alles zuckersüß. Selbst unsere minimale Ladung in Form von zwergischen Axtköpfen kann ich nicht gewinnbringend an den Mann bringen. Ähnlich wie Reikwasser im Imperium legt sich hier die Schlinge der Südmeer-Handelsgesellschaft um die Hände ehrlicher Händler. Die örtliche Gilde ist geschlossen und vergibt bis auf weiteres keinerlei Handelslizenzen, und nur die Marquesa selbst vergibt Handelslizenzen im Namen der Südmeer-Schurken.


Leider sind wir durch das abspringen Stockhuis' knapp bei Kasse – wenn wir unsere Crew bei Laune halten wollen, müssen wir die Ware losschlagen.


Unserem Hauptziel, der Karte im Blutmesser, scheinen wir allerdings heiß auf der Spur zu sein. Mel ermittelt während einer Hafenrundfahrt recht sicher, das das Messer sich in einer Villa auf der Südseite der Bucht befindet. Durch Nachforschungen in Theater und anderen „Etablissements“ erfahren wir, das es sich wohl um den Hafenmeister handelt, einen neureichen Burschen namens Kielwasser.


Es geht ans Pläne schmieden. In nur zwei Tagen wird es eine große Feier zur Neueröffnung des örtlichen Tempels geben. Es gibt ein paar komische Geschichten über das Abbrennen des letzten Tunnels vor 5 Jahren. In diesem Jahr sind wohl ein Haufen merkwürdiger Dinge passiert – der örtliche Akademiemeister, ein Bursche namens Mervin der Klügere ist wahnsinnig geworden. Diverse Adlige starben teilweise auf mysteriöse Weise, und der Hohepriester des Laros verbrannte in seinem eigenen Tempel.


Auf dieser Feier wird alles sein, was in Port Grim Rang und Namen hat. Eine ideale Möglichkeit sowohl einen guten Eindruck auf die Marquesa zu machen, als auch in Kontakt mit Kielwasser selbst zu treten. Oder aber der ideale Zeitpunkt, seiner Villa einen kleinen Besuch abzustatten...


Aufgrund unserer Erfahrungen mit Geheimgesellschaften und Co suchen wir allerdings etwas Rückendeckung. Wir nehmen in einer abgeranzten Kneipe Kontakt zum „Fatman“ auf. Der vermittelt uns sowohl Käufer, die nicht viel auf Lizenzen geben, als auch zur örtlichen Unterwelt, damit wir bei einem eventuellen „Hausbesuch“ niemand auf die Füße treten.


Wir kommen überein, das ein Teilnehmen an den Festlichkeiten ein Muss ist. Und wenn man mit dem Adel die Schultern reiben will, sollte man selbst Adel dabei haben. Unsere Fürstin ist schnell begeistert – was natürlich wieder teuer wird. Garderobe für eine solche Festivität wird ein tieferes Loch in unsere Kasse reißen als ein Piratenüberfall. Mel und Heidrun planen währenddessen alles vom Einbruch über den Diebstahl bis hin zum Überfall. Langsam verstehe ich, was der Phexgeweihte mit „unserem Lebenswandel“ meinte...


Wir tauschen uns mit Sandro über das merkwürdige Verhalten des Schwarzsäbel-Geistes und seiner Verbindung zu Dan. Irgendwie beruhigt mich nichts von seinen Ausführungen. Erst recht nicht, als wir Ihn mit unseren Nachforschungen zum Mailstrom-Archipel konfrontieren. Beim Gespräch mit einem merkwürdigen gnomischen Bibliothekar sind wir nämlich auf den religiösen Ursprung dieses Wortes gestoßen. Es handelt sich um eine Art Vorhölle , in der die von Laros verdammten Seelen darauf warten, durch den Malstrom in die Tiefe gerissen zu werden, um dort als schreckliche Seeungeheuer wiedergeboren zu werden. Wir folgen also den verdammten Geistern blutrünstiger Piraten in die Hölle, um Ihnen Ihren Schatz zu entreißen.


Um das Thema zu wechseln versucht Sandro dann noch den Schoß-Hexenjäger der Fürstin zu diskreditieren, aber das habe ich von einem Nekromanten, Entschuldigung „Spiritisten“, nicht anders erwartet.


Der große Abend steht bevor. Schwarzsäbels Klaue bestätigt unsere Befürchtungen – Hafenmeister Kielwasser wird das Blutmesser zur Gala tragen, was unsere Möglichkeiten sehr einschränkt. Wir improvisieren mehrere mögliche Pläne – zum einen könnte Aurelia Ihr flinken Finger nutzen, Kielwasser in einem unaufmerksamen Moment von seinem Erbstück zu befreien. Bei Aurelias augenblicklicher Abwesenheit ein sehr riskantes Unterfangen.


Zum anderen könnten Joachim mittels einiger Pülverchen ein Unwohlsein hervorrufen, bei dessen Behandlung das gute Stück verloren gehen könnte. Hierzu müssten wir allerdings die elfische Churunpriesterin beschäftigen. Normalerweise wäre das Akbash Rolle, sie einzuwickeln, aber auch er ist nicht wirklich bei der Sache. Ich überlege kurz, ihn schlicht von einem Stuhl zu schubsen, damit sich die Priesterin um ihn kümmern MUSS! Für einen Fechtmeister ist er nämlich ganz schön wehleidig, und grade Höhen haben es ihm angetan.


Beim Thema Verführung fällt uns dann auf, das unsere Fürstin in den sündhaft teuren Kleidern tatsächlich recht ansehnlich ist (wenn man den knochigen Typ Frau mag). Wir überlegen kurz, ob eine solche Verführung etwas ist, mit dem wir unsere Fürstin beauftragen können – als wir Kielwasser mit seiner kompletten Familie im selbigen anrauschen sehen. Irgendwie war uns nicht wirklich in den Sinn gekommen, das der Hafenmeister Frau und Kinder haben könnte.


Tatsächlich bringt uns die Fürstin selbst auf die Idee, sich schlichtweg auf die Residenz der Kielwassers einladen zu lassen. Zwar nicht schlecht, aber die Chance, das sich das Blutmesser dann wieder in einer sicheren Schatzkammer befindet, ist ebenfalls hoch.


Wir beschließen, einfach erst mal den Kontakt aufzunehmen. Einen persönlichen Eindruck von seinem Opfer, äh, Geschäftspartner zu bekommen, ist immer wichtig.


Wir machen uns also gerade bereit, als plötzlich die Hölle losbricht. Begleitet von einem gar infernalischen Kreischen und Schnattern brechen plötzlich unzählige Goblins aus Verstecken hervor und beginnen, wahllos Feiernde anzugreifen. In Sekundenbruchteilen herrscht völlige Panik. Die wenigen Waffen und Bewaffneten Gäste haben keine Chance, und in diesem ersten Scharmützel sterben mindestens ebenso viele Gäste unter den Absätzen Ihrer Nachbarn wie unter den Klingen der Goblins.


Akbash, Mel und ich halten die Front, so gut es geht, während Joachim, Heidrun und Aurelia sich zu den Kielwassers durchschlagen. Das letzte, was jetzt passieren darf ist das das Blutmesser elenden Goblinplünderern in die Hände fällt.


Ich verliere jeglichen Überblick. Ich werde von Akbash und Mel getrennt, zu Boden gerissen, getreten, kann mich wieder aufrappeln. Überall Schreie, Blut, das schrille Kampflied der Goblins über allem. Ich stehe kurz vor der Panik, als sich endlich die Sicht etwas aufklart. Die große Masse der Menschen sind vom Festplatz verschwunden, ebenso wie die meisten Goblins. Trotzdem muss ich immer wieder Grünhäute abwehren, und meine Festkleidung hängt mir blutig vom Körper. Einzig Heidrun schreitet wie eine Rachegöttin über das Feld. Wo Ihr Schwert fällt, hält es blutige Ernte. Köpfe, Arme, Innereien von Goblins fliegen Girlanden gleich um sie herum. Schon bald halten sich die Grünen fern von Ihr, bald fliehen sie panisch, sobald sie auch nur in Ihre Nähre kommt. Doch auch sie kam zu spät, um die Kielwassers zu retten – Vater und beide Kinder sind tot, die Frau steht unter Schock. Auch Aurelia und Joachim sind kaum ansprechbar, Er stammelt nur immer wieder - „Ich war es nicht - Schwarzsäbel – so kalt – ich war es nicht- Schwarzsäbel“. Aber uns bleibt keine Zeit .Aurelia zeigt uns nur unauffällig das Blutmesser, das sie in Ihrem Kleid verborgen hat. Dann schlagen wir uns den Weg zum Tempel frei.


Keines der kleinen Monster hat es durch die Pforten geschafft, der Hohepriester des Laros selbst steht im Tor und schleudert Blitze und Wasserstrahlen aus seinem Dreizack. Wir bringen alle Verletzen in Reichweite in die Sicherheit des Tempels, dann ziehen wir mit dem Segen des Hohepriesters in die Stadt, um nach weiteren Plünderern zu suchen und falls nötig den Widerstand zu organisieren.


Das ganze ist wie ein Alptraum – gerade gestern noch sind wir durch das muntere kleine Städtchen gewandert, haben gelacht, gescherzt und Kuchen gegessen. Jetzt sind die Straßen leer, wenn wir Glück haben, und mit Goblins gefüllt, wenn nicht. Oder dem, was sie übrig gelassen haben. Von überall hört man Schreie, und immer wieder das furchtbare Lied.


Ich hatte Geschichten über Goblins gehört, sogar welche auf dem Karneval und beim Snotball gesehen. In all den Geschichten wirkten sie immer so – lächerlich. Sie waren so klein, und sie haben diese riesigen Köpfe. Aber wenn sie vor Dir stehen, ein rostiges Messer oder eine rauchende Bombe in der Hand, und diese irre Glitzern in den Augen – dann sind sie gar nicht mehr lächerlich.


Erst recht nicht, wenn sie auf irgendwelchen Mischwesen aus Kampfhund und Ratte reiten. Ich sage Euch, ich bin heil froh, das wir alle zusammen waren. Mit Heidruns gnadenlosen Schwerthieben, Joachims Zauberkünsten und Akbash Degen schafften wir es, die Plagegeister vor uns herzutreiben und ein paar Leute vor Ihnen zu retten – aber wir zahlten einen hohen Blutzoll. Joachim ließ es sich nicht nehmen, selbst einige der Biester mit seinem Magierstab niederzustrecken, und erst als ihm eins Biester den Oberschenkel bis auf den Knochen aufschlitzte, ließ er sich zurückfallen.Er brabbelte auch immer wieder merkwürdiges Zeug, wonach er in seiner Jugend schon Dutzende Goblins mit bloßen Händen erwürgt hätte und ähnliches.


Wir schlugen uns durch bis zum Hafen und sicherten das Waisenhaus dort. Auf der Wellenreiter scheint alles in Ordnung zu sein, Fürstin Del'mar und Sandro hatten es vor den Goblins wieder an Bord geschafft.


Die Frage ist – was tun wir jetzt?

Maracasar - Schwarze Perle des Südens

Author: Sventasie /

"Wenn ich an meine Reise nach Maracasar zurück denke, kann ich sagen, das kein Land und kein Volk mich mit mehr Widersprüchen konfrontiert hat als die Casarer. Nirgendwo anders ,als in den freien Städten des Vierbundes, bin ich mit dem Glanz eines Volkes mehr geblendet worden - ein Glanz der von dem Schweiß und Erfindungsreichtum der Freien und der unschätzbaren Arbeit der Sklaven kündet."
aus dem Buch: Per Abenteuer
durch eine (un-) bekannte Welt

von Drake Wolfenhaart


Etwa 100 Seemeilen südwestlich der krondorianischen Küstenlinie liegt das sagenumwobene Maracasar. Die schwarze Perle des Südmeers, die bisweilen auch das „siebte Königreich“ genannt wird. Von ihrem nördlichsten Kap im Meer der Stürme zieht sich Maracasar gute 600 km weit in den Süden, bis an die farbenprächtigen Riffe der Korallensee. Im Zentrum Inselreichserhebt sich der gewaltige Drachenkamm, ein zerklüftetes Bergmassiv, dessen höchste Gipfel beinah ganzjährig von einer Wolkenkrone verdeckt werden. Die bis heute aktiven Vulkane und die in klaren Nächten rot glimmenden Lavaströme sind der Namengebende Ursprung des maracasarischen Zentralmassives, um das sich viele Geschichten ranken, so wollen Augenzeugen neben monströsen Zyklopen, Siedlungen von entflohenen Sklaven auch schon Drachen zwischen den majestätischen Gipfeln gesehen haben.
Maracasar wir beherrscht von einem subtropischem Meeresklima mit milden Wintern und warmen Sommern. Der überaus angenehme, trockene Nordostpassat, den die Bewohner Maracasars als den lieblichen Säuselwind bezeichnen, weht das ganze Jahr über. Nur im Winter wird der trockene Passat gelegentlich durch Regen unterbrochen. Die günstigen Wetterbedingungen verleihen dem Urwald Maracasars, der sich von Küste zu Küste zieht, und den Drachenkamm wie einen grünen Gürtel umschließt, seine einzigartige Pracht. Der gewaltige immergrünen Zusammenschluss der Waldriesen, zu denen auch die Casarischeeiche, die Panzereiche und über 200 Schritt hohen Drachenbäume gehören ist weitgehend unerforscht. Bislang zeigten die Siedler allerdings wenig Interesse für das Landesinnere und beschränkten ihre Besiedlung auf die Küstenregion. Dennoch trifft man immer wieder wagemutige Forscher und Abenteurer, die Ruinen längst vergangener Kulturen in den tiefen Wäldern entdeckt haben wollen.
Die ursprünglichen Felsbuchten die entlang der gestammten Küste zu finden sind und der natürliche Zustrom von Süßwasser aus den Hängen des Drachenkamms boten den ersten Kolonisten begünstigte Vorraussetzung zu Errichtung von Häfen und Siedlungen.


GESCHICHTE

Im Zuge der Erschließung der südlichen Meere und deren Küsten durch Kron´Dor und Trawonien, vor etwa 150 Jahren, begannen auch die übrigen der sechs Königsländer ihre Kolonialgebiete auszuweiten und wirtschaftlich zu erschließen.
Ursprünglich bot das bis dahin dünn besiedelte Maracasar Kaufleuten und Handelsgilden die Möglichkeit Handelsstützpunkte zu errichten, um den Handel mit den weit entfernten und bis heute zu großen Teilen kaum erforschten Südmeerregionen zu etablieren. Maracasar entwickelte sich unter den Bemühungen der Handelskolonien zum Dreh und Angelpunkt des Südmeerhandels.
Die Händler und Gilden und damit auch die Kolonien erhielten von der Krone des Mutterlandes zahlreiche Privilegien, wie Monopole und Territorialehoheitsrechte. Diese Zeit der Entdeckungen ging einher mit einer erbitterten Rivalität.
So wurde beispielsweise im Gründungsvertrag der Fernhandelsgilde zu Altdorfer festgeschrieben, einem Frieden zwischen den dem Imperium und Trawonien entgegenzuwirken. Dies geschah zu dem Geschäftszweck, bewaffnete Überfälle auf trawonische Silberflotte durchzuführen.
Im Jahr 1342 n.Sig. eskalierten die Rivalitäten der Handelsstützpunkte zum ersten Kolonialkrieg.
Unter der Vorgabe der militärischen Sicherung bot sich den Herrschern der Königsländer die Möglichkeiten zur Landeinnahme und Machtausdehnung. Mit dem Ende des ersten Kolonialkriegs standen die bis dato freien Händlerstützpunkte unter der Flagge der heimischen Krone. Der Südmeerhandel füllte nun vor allem die Kammern der heimischen Krone. Die Handelsposten Larifa, Haeven, Mantis und Port Grimm wurden in dieser Zeit von den Königsländern zu befestigten Stützpunkten ausgebaut, welche die Handelsroute sichern sollte.
Die Rivalität zwischen den Stützpunkten nahm allerdings in dieser Zeit kaum ab. Immer wieder kam es zum kämpferischen Auseinandersetzung und Überfälle auf die Handelsposten.
Die Bedeutung der Casarischen Kolonien für den Fernhandel wuchs dennoch stetig an, mit dem wachsen der Kolonien stieg auch die Präsenz der inneren Länder vor der Küste Kron´Dors. Sehr zum Missfallen der krondorianischen Hoheiten. Kron´Dor hatte Maracasar bislang wenig Beachtung geschenkt, hatte das Land doch eine über aus lange Küstenlinie an den südlichen Meeren und war deshalb nicht auf Kolonien auf Maracsar angewiesen. Auch wenn es heute wenig Beweise dafür gibt, liegt der Verdacht nah das die Seefürsten Kron´Dors am Ausbruch des zweiten Kolonialkriegs im Jahr 1398 n.Sig ursprünglich beteiligt waren, in dem Sie wieder und wieder die Häfen Mantis, Port Grimm und Haeven unter falscher Flagge überfielen und zeitgleich die Siedler und Gilden ermutigten sich gegen ihre Krone aufzulehnen. Dazu muss gesagt werden, dass die Bevölkerung von Maracasar in dieser Zeit bereits in der dritten Generation auf Maracasar lebten, die überwiegende Meerheit war auf der Insel geboren worden und definierte sich sich selbst als Casarier. Die Bewohner der kolonialen Handelsposten hatten kaum Bezug und nur wenig Loyalität mit den weit entfernten Mutterländern und ihren Königshäusern verband.
So kam es, dass im zweiten Kolonialkrieg, in dem die Flotten von Haeven (Trawonien), Port Grimm (Imperium) und Mantis in den Seekrieg zog fuhren, auf den Planken der Fregatten hauptsächlich Casarier gegen Casarier kämpften.Im Jahr 1402 n.Sig fand der Krieg ein jähes Ende als eine gewaltige Sturmflut die Städte an Maracasars Westküste überflutete und tausende in den Fluten ertranken.
Der Hohe Priester des Larostempels zu Larifa erklärte die Sturmflut zum Zeichen der Erzürnung des Meeresgottes selbst und erklärte das ein Krieg unter dem Küstenvolk einem blasphemischen Akt an Laros selbst gleichkäme. Beseelt davon den Meeresgott zu beschwichtigen kam es in allen Koloniestädten außer Larifa zu schweren Unruhen. Kein drei Wochen nach der verheerenden Larosflut erhob sich das Volk der Casarier, unter den Augen der Questoren des Meeresgottes, über seine Herrscher. Die Adeligen Herrscher wurden aus ihren Anwesen gezehrt und in der Nacht die später als die Nacht der Flut in die Chroniken gehen sollte, mit samt ihres besitzes dem Meer übergeben.
Bevor die Kunde über die Unabhängigkeitserklärung in die inneren Königreiche drang, hatten sich die Freienstädte von Maracasar zu einem lockeren Städtebündnis vereinigt, aus dem schon bald der Casarische Viererbund hervorgehen sollte.
Mit den Verträgen von Larifa sicherten die Seefürsten von Kron`Dor dem casarischen Viererbund ein starkes Bündnis zu, das den Freienstädten seine Unabhängigkeit garantierte.
Die einzige Option die dem Imperium, Trawonien und der Argonat blieben, war sich möglichst bald auf Handelsabkommen und neue Verträge mit den freien Städten einzulassen, um den Südmeerhandel nicht zu verlieren und die eigenen Handelsinteressen zu wahren.


MARACASAR HEUTE

1427 n.Sig. fast genau 25 Jahre nach der Nacht der Flut, sind die vier Handelsstädte Larifa, Haeven, Mantis und Port Grimm weiter unabhängig und als Handelsposten weitgehend etabliert. Jede der Freienstädte hat seine Anker- und Handelsrechte mit den inneren Königreichen und dem Seekönigreich Kron´Dor in einer Charta verfasst. Die Häfen Maracasars sind das Zentrum des Südmeerhandels, der mit all seinem Gold, seiner Macht, seiner Korruption und seiner Rivalität fluktuiert und ständig weiter wächst. Nah den großen Städten entstehen kleinere Dörfer entlang der Küste, die ihr Tribut an die freien Städte entrichten.


Wichtige Orte und Plätze

Larifa, Juwel der Freienstädte und Knotenpunkt des Südmeerhandels, ist die größte Stadt des casarischen Viererbunds. Sie liegt in einer weiten, natürlichen Bucht im südlichen Westen von Maracasar. Viele Schiffe laufen den Hafen von Larifa an, bevor sie zu den Kolonien an der Küste der Korallensee aufbrechen. Im Westen befindet sich der große Hafen mit einem guten Dutzend Märkten, auf denen Waren von allen Küsten der bekannten Weltfeilgeboten werden. Hier befindet sich auch der größte Sklavenmarkt von Maracasar auf dem neben menschlichen Sklaven auch versklavte Echsenmenschen feilgeboten werden. Im Zentrum der Stadt befindet sich der Tempel der ewigen Flut, das bedeutendste casarische Heiligtum zu ehren der Meersgottheit Laros.
Neben den casarischen Handelsschiffen, ankern vor Larifa vor allem Schiffe der Seefürsten aus Kron ´Dor und der freien Republik Drakensang.
In mitten einer traumhaften Lagune liegt Haeven, die zweit größte Stadt der casarischen Westküste. Die reiche Markt- und Hafenstadt hat das Erbe ihrer trawonischen Kolonialherren stets gehütet und gilt heute als Zentrum für gesellschaftliches Leben und Kunst. Die Bewohner Haevens leben in prächtigen Gebäuden und beinah jeder Stadtdistrikte besitzt ein eigenes 'Gastviertel', in dem sich ganzjährig allerlei Gäste aus den verschiedensten Ländern einfinden. Große Teile seines Wohlstands erwirtschaftet Haeven mit dem Export von maracasarischen Hölzern, das bis in die nördlichste Region der beschiffbaren Welt exportiert wird.
Neben der Academia Marino de Occidental (Westmeer Akademie), der einzigen Magierakademie der Insel, beherbegt Haeven auch das Santorio Mano Blanco (das Sanatorium der Weißen Hand) ein Domizil der heilenden Künste von herausragendem Ruf.
Nördlich von Haeven liegt die kleinere aber ebenfalls populäre Hafenstadt Mantis, die durch den Handel mit Eisen und hervorragenden Räucher- und Pökelwaren bekannt geworden ist. Die casarische Handwerkskunst verdankt vor allem den Schmieden dieser Stadt ihren guten Ruf.
Viele der Schiffe die, die Handelsroute zwischen den Königsländern und dem Südmeer verkehren legen hier einen Zwischen Stopp ein. Sei es um Metalle zu verkaufen, Vorräte zu laden oder der besonderen Attraktionen der besonders blutigen Gladiatorenspektakel und die Raubtierkämpfe bei zu wohnen, die ganzjährig große Mengen von Fremde an ziehen.
Im Umland wird auf gerodeten Feldern Schaf- und Varkenzucht betrieben mit der Mantis ein Teil seines Goldes erwirtschaftet. Zu der Domäne Mantis gehört auch die 30km landeinwärts liegende wilde Bergbaustadt Varelia am Fuß des Drachenkamms. Der Marquis von Mantis hält das Monopol auf den casarischen Erzhandel, welches für einen großen Teil des Goldes in der Stadtkasse sorgt und Grundlage der Handwerkerstadt ist.
Die einzige und somit bedeutendste Stadt an der Ostküste ist bis heute Port Grim. Der einstige Schmugglerhafen hat zu einem kleinen und dennoch geschäftigen Handelshafen entwickelt. Bevorzugt lassen sich in Port Grim Waren aus dem östlichen Daragesch und den freien Emiraten finden, was dazu führt, dass die unterschiedlichsten Vertreter der Wüstenvölker stets zu Besuch in der kleinen Stadt sind. Aber auch bei den Südmeerfahrern des Imperiums ist Port Grim ein beliebter Handelshafen zum einen bekommt man hier eine Vielzahl exotischer Waren, zum anderen ist Port Grim bekannt für seine einzigartige Kristallglassbrennerei , dessen Sortiment von edelsten Gläsern und Karaffen bis hin zu feinsten alchimistischen Linsen reicht. Darüber hinaus befindet sich in Port Grim die Kathedrale der Göttlichkeit, die den Göttern Laros [Schöpfung, Herrschaft, Meer], Askarvarg [Sturm], Loknar [Tod], Churun[Ackerbau, Fruchtbarkeit, Leben], Ildarin [Weisheit, Magie] und Sigmar [Krieg, Wohlstand] geweiht ist. Die Kathedrale beherbergt somit den einzigen casarischen Tempel Sigmars, was sich als großer Anziehungspunkt für die Reisenden aus den nördlichen Königreichen herausgestellt hat.
Im Zentrum der Stadt liegt der große Markt, auf dem nicht nur exotische Spezialitäten feilgeboten werden. Port Grim steht immer wieder in dem Ruf, ein beliebter Hafen für Kaperfahrer, zwielichtige Händler und Freibeuter zu sein
: Wessen Schiff Maracasar nicht erreichte, hat hier oft Gelegenheit, sein Hab und Gut zurückzukaufen.


Die Casarischen Marquis und der geheime Rat

Trotz der Verträge von Larifa sind die freien Städte und deren Herrschaftsform nicht von einander Abhängig. Das Oberhaupt einer jeden Stadt trägt den Titel Marquis, der von der Funktion her der monarchisch Herrschaftsstruktur der Seelords Kron´Dors angeglichen ist. Der Titel des Marquis wird auf Lebzeit vergeben und verleiht seinem Träger die Staatsgewalt über die Stadt und die dazugehörigen Provinzen. Dem Marquis sind alle Würdenträger, ausgenommen die Questoren des Laros und die Priester des göttlichen Pantheons, untergeben.
Der sogenannte geheime Rat, bestehend aus den würdigsten Persönlichkeiten der Freistadt wählt den Marquis stets aus der eigenen Mitte. Die Mitglieder des Rates sind ebenfalls auf Lebzeit in ihr Amtgerufen und stehen dem Marquis als ständige Ratgeber zur Verfügung. Der Name geheimer Rat rührt daher das nur wenige Mitglieder des Maruis Rats der Öffentlichkeit bekannt sind.


Wirtschaft

Maracasar ist der größte Umschlagsort für unzählige Güter, die zwischen den Südmeerkolonien und den Königsländern im Norden gehandelt werden. Auf den Märkten der freien Städte bieten Kaufleute aus den Königsländern Metalle, Erze, Leder, Getreide, Vieh und Waffen an, während sie Früchte, Edelsteine, Zucker, Baumwolle, Kaffe, Papier Gewürzte, Rum und andere exotische Waren aus den ferne Handelsstützpunkten einkaufen. Der Casarische Viererbund verdient an jedem Stück Kupfer das auf den Märkten umgesetzt wird.
Zu den Hauptexportgütern des Inselreichs zählt vor allem das Holz der casarischen Baumriesen, das vor allem in den inneren Königsländern hoch begehrt ist, aber auch Edelmetalle, wie Gold, Schneesilber und Mithrill, die jüngst in den Minen des Drachenkamms entdeckt wurden.


Sklaverei

Ein weiterer Pfeiler des schnellen wirtschaftlichen Wachstums des Inselreichs ist sicherlich die landesübliche Sklaverei. Die casarischen Sklavenmärkte sind berühmt und berüchtigt. Hier können Sklaven sowohl als Arbeitskraft wie auch als Handelsware erworben und feilgeboten werden. Für Bewohner der nördlichen Königreiche ähnelt die Betriebsamkeit auf dem Sklavenmarkt dem Treiben auf den heimischen Viehmärkten. Sklaven werden zur schaugestellt, begutachtete, charakterisiert – Gebote werden abgeben, Gegengebote werden gemacht, es wird gefeilscht und am Ende kommt es zum Kauf oder eben nicht.
Südlich des Königsgrad ist die Sklaverei weit verbreitet, und ihre Nutzung vielfältig. Die Glücklichsten von Ihnen dienen im Haushalt der Reichen und sind dort ohne Rechte dem Gutdünken ihrer Herren und Herrin ausgeliefert, die sie nach belieben gebrauchen und Missbrauchen können.
Unzählige der Sklaven arbeiten in den Minen, Steinbrüchen, Plantagen, Erzmühlen und Schmelzöfen des Südmeerraums, wo sie gnadenlos verschließen werden.
Die meisten Sklaven werden in Gefangenschaft geboren und haben sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Die durch Kriegsgefangenschaft, Verschuldung oder Raub gewordenen Sklaven werden als Wildfänge bezeichnet. Das Geschäft mit den Wildfängen ist das belebenste und lukrativste Geschäft auf dem Sklavenmarkt. Sklavenjäger aus allen bekannten Ländern probieren ihre Beute auf den Sklavenmärkten in Hartes Gold zu verwandeln. So das es kaum verwundert, das auch die menschliche Ware aus allen Himmelsrichtungen stammt. Der größte Anteil menschlicher Sklaven entstammt trotz allem, den dunkel bis schwarzhäutigen Waldlandbarbaren der südlichen Regenwälder.
Neben den menschlichen Sklaven hat man vor mehr als hundert Jahren damit begonnen, in den Regenwäldern des Südens, jagt auf Echsenmenschen zu machen. In groß angelegten Expedition, den sogenannten grünen Jagdgesellschaften, sind die Sklavenjäger tief in den Dschungel eingedrungen und haben ganze Dörfer der T´Skrang überfallen und in die Sklaverei verkauft.
Das echsische Wesen der T´Skrang galt, bis zur Entdeckung der Rune der Knechtschaft, als störrischer und unzähmbarer. Trotzdem bekam man schon damals das Doppelte an Gold für einen Echsenmenschen, da die T´Skrang zäher und langlebiger Waren als die menschlichen Sklaven.
Als die Sklavenhändler mit der Rune der Knechtschaft garantieren konnten, den Willen der Echsenmenschen thaumaturgische Weise gefügiger zumachen stieg ihr Preis auf das dreifache gegenüber eines menschlichen Sklaven an.

Käpt Aptrion zur Mentalität der Küsten Menschen

Author: Sventasie /

Versteht mich nicht falsch, ich möchte euch nicht belehren, aber ihr solltet etwas über das denken und Verhalten der Menschen des Meeres und der Küste wissen bevor wir die lange Reise in Richtung des Südmeeres antreten. Vor allem gilt das für die Kron oder Krondorier, jenen Menschenschlag der das Land Kron´Dor bewohnt und sich selbst als wahres Volk des Meeres sieht.
An den rauen Küsten der Meere bringt man Fremden aus den inneren Ländern nur selten Respekt entgegen – und Sigmar euer höchster Gott gilt zwischen den Stürmen und Fluten der Meere nur wenig. Die meisten Kron und ich möchte hier wirklich niemanden beleidigen, halten Sigmar eher für einen schwächlichen Bauern, einen verweichlichten Landbewohner der sich in seiner Anmaßung und Selbstüberschätzung selbst zum Gott gekürt hat. Für die Menschen des Meeres ist Sigmar ein Symbol für die Verweichlichung und Korruption die allen Bewohnern der inneren Länder anhaftet. Man sagt, die Wurzeln dieser Aversion reichen bis in die dunkle Frühzeit zurück. Es ist eine Geschichte zur Warnung vor dem Zorn des unbarmherzigen Meeresgottes Laros und seinem Groll auf seine abtrünnig gewordenen Günstlinge.

Als das Meer noch jung war, lange vor den zwölf Stämmen aus denen Sigmar hervor ging, sah Laros, der höchste Gott unter den alten Göttern, mit Wohlwollen auf das Küstenvolk. Diesem seinem auserwählten Volk gab er die tiefen Wasser, alles, was darin schwamm, und die Länder ringsum. Viele Jahre lang zeigte sich das Volk dafür dankbar. Sie fischten im Meer, wohnten an den Küsten, wo es ihnen gefiel, und bekriegten jeden anderen Stamm, der es wagte, ihnen die Gefilde, die Laros ihnen zugesprochen hatte, streitig zu machen. Andere Völker, die sich erdreisteten, ihre Gewässer zu befahren, galten ihnen ebenfalls als Feinde. Das Volk der Küste gedieh und wurde kühn und stark, denn Laros Fluten nährten es. Ihr Dasein war rau und gefahrvoll, doch es machte ihre Knaben zu tapferen Männern und ihre Maiden zu furchtlosen Frauen in Hof und Haus oder an Deck. Das Volk verehrte Laros, und nur zu diesem höchsten und ältesten aller Götter sandten sie ihre Gebete, und nur mit seinem Namen fluchten sie. Und Laros war zufrieden mit seinem Volk.
Doch in seiner Großzügigkeit meinte Laros es zu gut mit seinen Auserwählten. Die harten Winter forderten nur geringen Tribut von ihnen, und die Stürme, die er sandte, waren nicht heftig genug, um ihre Schiffe ins Unglück zu stürzen. Folglich wuchs das Volk in seiner Zahl. Ihre Herden vermehrten sich. In diesen fetten Jahren starben die schwachen Kinder nicht, sondern wuchsen heran und blieben zu Hause und machten das Land urbar, um für das zahlreich gewordene Vieh und für andere Schwächlinge wie sie Nahrung zu schaffen. Aber diese landhungrigen Bauern priesen nicht etwa Laros für seine starken Winde und seine günstigen Strömungen, statt dessen verneigten sie sich vor Sumu, die hierzulande Churun genannt wird, der Urmutter all jener, die säen und pflanzen und das Vieh hüten. Also segnete Sumu ihre schwachen Anhänger mit reichen Ernten und machte deren Tiere fruchtbar. Laros war darüber keineswegs erfreut, doch er beachtete diese Abtrünnigen nicht, denn das kühne Meeresvolk mit seinen mutigen Seefahrern war ihm immer noch treu. Sie priesen ihn und fluchten bei seinem Namen, und um sie weiter abzuhärten, sandte er ihnen Stürme und kalte Winde.
Im Lauf der Zeit wurden Laros Getreue immer weniger. Das verweichlichte Landvolk verführte die Seefahrer und gebar ihnen Kinder, die nur dazu taugten, die Erde umzugraben. Und das Meeresvolk verließ die unwirtlichen Küsten und frostigen Weiden und zog nach Osten in das sonnenverwöhnte Land der Reben und Kornfelder. Jedes Jahr kehrten weniger und weniger zurück, um die Wellen zu pflügen und den Fisch zu ernten, den Laros ihnen geschenkt hatte. Immer seltener vernahm Laros seinen Namen von den Lippen seiner Auserwählten, sei es als Fluch oder Segensspruch. Bis schließlich ein Tag kam, da nur noch wenige übrig waren, die Laros Namen im Munde führten.
Das Volk des Meeres zu denen die meisten Männer und Frauen zur See und die Anwohner der Küsten gehören sind stolz darauf zu den Auserwählten zugehören die sich den Prüfungen des Meeresgottes stellen. Für viele von Ihnen zählt Sigmar nicht viel, für sie ist er ein Abkömmling jener schwachen Bauern das verweichlichte Land leben den harten Prüfungen ihres Gottes bevorzugten.



Der große Kanonenraub

Author: Nils /

Ach, wo fang ich an. Ich glaube, das ganze Geraffel mit dem zwergischen Totenreich, dem Schwert „Seelenfresser“ und der Befreiung einer gefangenen Seele namens Torwa Sörensen lasse icheinfach weg. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das Ganze nicht ein Fiebertaum war.

Wichtig ist nur, dass wir den Kapitän zurück hatten (wenn auch in bemitleidenswertem Zustand), ein paar Goldkronen verdienten und uns endlich wieder auf unsere Reise ins Südmeer konzentrieren konnten.

Was uns zurück brachte zum Problem der Bewaffnung unseres Schiffes. Fürstin Del Mar und Kapitän ap Trion waren sich ausnahmsweise mal einig, dass sie das Südmeer nicht ohne Kanonen befahren wollten. An sich stimme ich solchen Überlegungen zu, nur liegt eine solche Ausrüstung weit außerhalb unserer Geldmittel.

Also ergab sich der wahnwitzige Plan, ein ausgewachsenes Kriegsschiff um einige seiner Kanonen zu erleichtern. Und nicht irgendein Schiff, sondern die gefürchtete „Reikland Protektor“, das Flaggschiff der Reikwasser Handelsgesellschaft – die ohnehin schon ein Kopfgeld auf uns ausgesetzt hatte.

Ich bin immer wieder überrascht, welchen Enthusiasmus unsere kleine Truppe aufbringt, wenn es um die Planung von Verbrechen geht. Wenn ich mit Ihnen über die Logistik unserer Reise oder die Wechselkurse von Goldkronen sprechen will, bekomme ich immer nur leere Blicke, aber kaum geht es um einen Einbruch, Hinterhalt oder Raub, sind sie alle hellwach.

Schnell ergaben sich mehrere interessante Alternativen, viele davon verbunden mit gar haarsträubenden Aktivitäten. Das Hauptaugenmerk galt jedes Mal dem Transport der schweren Rohre von einem Schiff zum anderen, wog doch jedes der Geschütze um die 2 Tonnen. Unsere Ideen waren:

  • Betrug

  • Transportbarken

  • Eine Dampfkonstruktion der Technikusakademie

  • Wassergeister

  • Betrug

  • ZOMBIES!



+ ? = Profit



Im Rückblick kann ich immer noch nicht fassen, dass wir zu guter Letzt tatsächlich Untote als die sinnvollste und einfachste Alternative betrachteten. Dieser Sandro muss irgendetwas in unser Essen mischen…


Keine Chance ohne Séance


Apropos Sandro. Als wir mit dieser Idee zu ihm kamen, war er nicht nur enthusiastisch, sondern hatte sogar eine recht konkrete Vorstellung vom preis frischer Leichen. Verstörend, aber nicht unerwartet. Unerwartet (oder verdrängt) war seine Aufforderung, an einer Seance zur Beschwörung eines Piratengeistes teilzunehmen. Offensichtlich hatte er alleine nicht herausfinden können, wie die Hand von Käpt‘n Del’mar uns zu seinem Schatz führen würde. Also hatte er den genialen Plan, den Geist des Käpt’ns selbst zu beschwören und zu befragen.

Mel übernahm eifrig die Rolle des Mediums, und wiedermal lud ich Schuld auf meine Seele, indem ich an einem Ritual schwarzer Magie teilnahm. Der Grungni-Tempel wird einen Flügel nach mir benennen, wenn ich all meine Schulden abbezahlt habe...


Ich mag gar nicht auf die Details eingehen – belassen wir es dabei, dass ein Teil von Del’mars furchtbaren Pakt mit Heinrich Kemmler (dem Lichmeister, sollte es IRGENDWER VERGESSEN HABEN) den Steuermann Schwarzsäbel Dan an seine abgehackte Hand gebunden hatte.


Dan erklärte uns, das aber auch sein Wissen nicht ausreicht, um uns ins Mahlstromarchipel zur Schatzinsel zu führen. Stattdessen müssen wir Blutmesser Dan/Stan/Olli (hab seinen Namen vergessen) auch noch eine Karte abnehmen. Zum Glück wohnt der Bursche wohl in Port Grim, was sowieso auf unserem Weg in den Süden liegt.


Schlussendlich war unser Plan also tatsächlich, bei Nacht und Nebel auf die „Reikland Protektor“ zu schleichen, die Kanonen ins Wasser zu befördern und dann von einem Team Leichen in die Nähe eines Kaispeichers zu bringen, wo wir sie dann unauffällig auf unser Schiff laden können.

Zur Ablenkung sollte uns ein stimmgewaltiger Barde dienen, der einer gewissen Esmeralda auf einer naheliegenden Insel eine saftige Serenade bietet.


Ein Essen mit Folgen

Noch offen war, wie wir relativ unauffällig und schnell die Rohre aus dem Schiff ins Wasser befördern. Hier sollte uns eine Inspiration von unerwarteter Seite treffen. Des Abends waren wir zum Essen mit Ruben Stockhuis, dem Holzhändler, verabredet. Tatsächlich war auch Noah Brandström eingeladen, der Erbe der Südmeer-Handelsgesellschaft. Während unserer Gespräche über die reichen Hölzer des Südens und vor allem der speziellen Anforderungen, die Thaumaturgen an Hölzer haben, traf uns die Inspiration. Thaumaturgen konnten ja Waffen aus Alchimistenmetall mit übernatürlicher Schärfe und Widerstandskraft ausstatten. Konnten sei dasselbe nicht auch für Werkzeug? Und tatsächlich kannte Ruben sogar einen Experten, der für uns eine solche Säge anfertigen konnte, mit der man Holz wie Butter durchtrennen kann, wenn auch nur für einige Tage. Und ja, das funktioniert auch bei Schiffsplanken…

Allgemein war das Gespräch mir Ruben sehr fruchtbar. Ich konnte ihn sowohl zu einer Investition in unsere Expedition überzeugen als auch einen Stab aus Geisterholz für Sandro organisieren. Das scheint zwar recht verpönt, aber wenn ich ehrlich bin, sind mir tote Baummenschen lieber als lebendige, also werde ich persönlich den Handel mit diesem Material unterstützen. Auch Herr Brandström schien recht angetan von unserem Unternehmen und setzte ein Empfehlungsschreiben für uns auf, was gewiss so einige Türen im Mahlstromarchipel öffnen sollte.


In Anschluss an dieses angenehme Essen, das Johann leider dank eines Gildenbesuches verpassen musste, machten wir uns auf die unangenehme Suche nach toten Körpern. Unsere unauffälligen Nachforschungen führten uns schon bald nach „Doudkanal“ (wie passend), wo wir in einer schmutzigen Hintergasse schließlich mit einem ganz und gar verabscheuungswürdigen Individuum zusammen trafen, das wohl mit den Körpern der Toten handelte. An seiner Kleidung entdeckten wir offen getragen Insignien der finsteren Götter des Chaos, und wir warfen uns gegenseitig wissende Blicke zu.

Bei den Verhandlungen übernahm dann aber wieder unser Geschäftsgeist. So plauderten wir munter über den Zustand der Körper, die Todesart und den Frischegrad, sowie den Einfluss von Salzwasser bei längerer Lagerung und die verschiedenen Transportmöglichkeiten von Sack bis Kiste. Mein Küferherz trauert noch immer, das wir den kostengünstigen Sack dem edlen Fass vorziehen mussten.



Im Hinterkopf rechnete ich schon mal hoch, welche Bestechungsgelder wohl fließen mussten, damit die Wache diesem Individuum gerechte Strafe zukommen lassen würde. Zwar ist es verpönt, Geschäftspartner den Behörden zu übergeben, aber manchmal ist es besser, das richtige zu tun anstatt das profitable. Grungni zieht die Grenze bei Geschäften mit finsteren Göttern.


Der Bruch


Häretiker oder nicht, pünktlich geliefert wurde die Ware. Sandro garantierte auch, dass unsere „Arbeiter“ pünktlich um Mitternacht der nächsten Nacht zur Verfügung stünden und so konnte Operation „Geschützwanderung“ starten. Mel hatte noch die Geistesgegenwart besessen, Matrosenkleidung passend zu der der Protektor zu organisieren. So schwammen wir im Schutze der Nacht, unterstützt von Kapitän ap Trions Wasserhexerei an die Reikwasser Protektor heran und – realisierten, das wir keine Ahnung hatten, wie wir an Bord kommen wollten. Selbst wenn wir nicht alle Seil und Wurfanker vergessen hätten, wie soll man Wasser tretend einen Haken 3-4 Meter nach oben schleudern?


Mel wollte sich schon an der Ankerkette an Deck hangeln, als Käpt’n ap Trion einem Delfin gleich aus dem Wasser schoss und elegant in einer der offenen Klappen landete. Der Anblick war die Mundvoll Wasser wert, die ich schlucken musste, als ich Ihr hinterher starrte …


Wie die Wasserratten hangelten wir uns dann an einem Seil auf das Geschützdeck, das tatsächlich unbesetzt war, und schnell verteilten wir uns und machten uns an die Arbeit. Joachim und ich machten dem Namen Schneider alle Ehre und sägten, das die Späne flogen. Es gab ein paar kritische Momente, als die Patrouillen bei Ihren Rundgängen erst auf Aurelias, dann auf mein Versteck stießen. Aber sowohl Aureliaals auch ich sind routinierte Schauspieler, und was Sie an weiblichen Reizen hat kann ich durch schiere Schamlosigkeit wettmachen.


Aurelias Argumente






Meine Argumente





Schließlich hatten wir an 10 Geschützen die Spundwände durchtrennt, und im Schutz eines Stillezaubers fielen die Rohre wie stählerne Blätter in die wässrige Umarmung des Hafenbeckens. Leider vergaß ich, das Zeichen der Todbringers an Bord zu hinterlassen, aber auch so wird die „Nacht der fliegenden Kanonen“ in die Geschichte Marienburgs eingehen.


Ich kann es kaum fassen, aber tatsächlich muss ich diesen Tagebucheintrag auf einer durchgehend positiven Note beenden. Mit den Worten des berühmten Magisters Hannibal Schmidt: Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert

Akbash's Klage

Author: Nils /

Was ist Wirt? Du willst wissen warum ich hier zu dieser frühen Stunde schon in mein drittes Bier Starre? Naja Ich kann’s dir Ruhig erzählen, bald verlass ich diesen verlausten Hafen eh.
Also:
Mein Name ist Akbash Weißhaupt und die Götter haben mich verflucht!
Hey lauf nicht weg, hab mich vielleicht etwas derb ausgedrückt aber irgendwer da oben hat mich auf dem Kieker.

Wieso? Keine Ahnung. Als ich in Kleinflecken im Imperium geboren wurde starb meine Mutter, nichts besonderes ich weiß. Mein Vater war Stallknecht und bester Kunde im Wirtshaus „Zum Glücklosen Ochsen“. Ich hab früh gelernt dass ich für eine Warme Mahlzeit meinen Charme bei der Köchin spielen lassen musste. War gut so den als ich mit sieben die Schwindsucht bekam, hat mich ein reisender Quacksalber der die Zeche nicht zahlen konnte behandelt, weil die Frau vom Wirt mich mochte. Aus der Traum vom Kriegerdasein. Versuch mal als Junge einen Ruf auf der Straße zu bekommen wenn du schwach auf der Brust bist und die Frauen vom Ort dich dauernd betüddeln.

Hab dadurch aber Schnell rennen gelernt, immer noch besser als verprügelt werden.
Hat mir einige Botenaufträge eingebracht. Aufgrund meiner Schlechten Konstitution wollte mich kein Krieger als Page nehmen nicht mal die versoffenen Gestalten die bei uns rumhingen.

Mit 15 änderte sich alles, Ich bekam den Auftrag ein Paket zu einer Dame im Nordviertel zu Bringen. Diese „Dame“ war Celestine de Piaff eine Abenteurerin aus den Küstenstaaten. Leider war in dem Paket Diebesgut und gerade als ich es überreicht kam die Büttel um sie zu verhaften. Ein paar schnelle Stiche mit ihrem Rapier und die Büttel waren Kampfunfähig und sie stellte mich vor die Wahl Mitkommen oder den Autoritäten erklären was hier passiert war.

Ich ging mit. Zwei Jahre brachte sie mir das tägliche Leben eines Glücksritters bei Fechten, Verführen, Wegrennen und Verstecken. Dann lies sie mich Besoffen in einer Kneipe zurück mit der Zeche eines Monats auf meinen Namen.
Traue keiner Frau, besonders wenn sie Hübsch ist.

Zum Glück konnte ich mich bei der Wirtin einschmeicheln und sie besorgte mir einen Auftrag als Karawanenwächter Richtung Middenheim bevor mich ihr Mann in den Schuldturm werfen konnte.

In Middenheim wurde ich dann mit einer Gruppe Abenteurern angeheuert einen Konkurrenten eines Händlers auszuspionieren. Naja einfache Arbeit dachte ich bis Rattenmenschen und Zwergenluftschiffe ins Spiel kamen. Mist von wegen einfach .
Plötzlich waren wir Geheimboten für ne Wichtige Politische Fraktion, nee, mehr sag ich nicht sonst wird’s auch für dich gefährlich.

Tja mit dem Geheim war schnell vorbei, wir hatten uns an eine Gräfin gehängt um unauffällig reisen zu können. Leider hatte sie schon als Begleitung 'nen Hexenjäger und 'nen Geisterbeschwörer, Ja eine seltsame Kombination.
Schon nach ein paar Tagen kam der erste Hinterhalt von Ausländern mit in der Haut verwachsenen Gemmen, soviel zum Thema Geheim und unauffällig.

Als nächstes Treffen wir auf mutierende Zwerge die Sich um Minen Zanken. Dann müssen wir dem Heiler unserer Gruppe Helfen den Fluch auf seiner Familie zu brechen und die Rattenmenschen daran hindern das Lehen seiner Familie zu Vergiften, Wir vertreiben einen Dämon, rotten das Rattennest aus und retten das Dorf als Dank dürfen wir vor den Templern der Inquisition Fliehen die noch ein paar Fragen haben. Du weist wie die Fragen oder? Keine Diskussionen lieber weg. Als nächstes wollen wir uns von der Gräfin trennen, da wir schon wieder angegriffen wurden die Tarnung dahin war und sie damit in Gefahr. Lange rede kurzer Sinn. Ein Beschworener Geist, ein brennendes Haus wir auf einem Schmugglerschiff und die Reikwasserhandelsgesellschaft am Arsch. Super kann doch nur noch Besser werden oder?

Klar Flusspiraten kapern unser Schiff wollen uns an die Ausländer verkaufen, Reiksmarschalle töten die Piraten nehmen uns gefangen, die Gräfin mutiert zur Piratenkönigin lässt die Reikmarschalle töten und erpresst uns mitzukommen und wirft unsere Fracht über Bord. Super. Jetzt bin ich hier in Marienburg hab das halbe Imperium am Arsch und hier schon wieder Ärger mit Halbwölfen gehabt und du fragst mich warum ich Saufe?

Bring mir mehr Bier!!!

Eberharts Reisetagebuch, 28.6.1427

Author: Nils /

Um uns von den Ereignissen abzulenken, begaben wir uns zum „Schwarzen Pitt“, einem weiteren Dreckloch südlich von Stössel, wo Grubenkämpfe gegeben wurden. Das Glück war auf unserer Seite, und tatsächlich trat Wolfenhart heute auf, der Mann, mit dem Käpt'n ap Trion in Kontakt stand.

Wir betrachteten, wie der Irre mit der Wolfsmaske und und Klauenhandschuhen einen armen Herausforderer in Streifen schnitt. Ein kurzer Blickkontakt mit Akbash bestätigte meine Befürchtungen – die gute Alte „Verbrüderung nach Zweikampf“-Nummer würde wohl nicht stattfinden.

Zum Glück hatten wir Heidrun und Aurelia schon draußen positioniert, um dem Wolf auf der Fährte zu bleiben. Dennoch wollte ich nicht die Chance vergehen lassen, dem Mann zivilisiert gegenüber zu treten.

Was soll ich sagen – manchmal ist der erste Eindruck der richtige. Mit zivilisierten Small Talk hatte Wolfenhart nichts zu tun, aber immerhin gab er zu, mit Käpt'n ap Trion gesprochen zu haben. Danach ließ er sich aber zu abgedroschene „Wo sie ist, könnt Ihr nicht folgen“ und ähnliche Redewendungen hernieder. Herr je, hätte ich gewusst, das er es ernst meinte...

Alles in allem wirkte er aber durch und durch wie der Psychopath, als der er auftrat, so das wir überein kamen, das wir eventuell damit rechnen mussten, das die gute Peri an den Falschen geraten war.

Unsere Verfolgung, minutiös geplant mit doppelter Sicherheit scheiterte ungünstig erweise an den Wasserwegen Marienburgs. Mächte der Verdammnis, manchmal steckte aber auch der Wurm drin!

Wir zogen uns also auf den „Goldenen Prinz“ (Ich kann dieses Marienburgische schlicht nicht richtig schreiben) zurück. Frisch gestärkt und nach einer einigermaßen ruhigen Nacht bat uns dann die Fürstin in die Offiziersmesse, kunstvoll umgearbeitet zum Ankleideraum. Ich musste schon sagen, Geschmack hatte die Gute, da waren schon einige schöne Stöffchen dabei.

Umso trauriger war es, das sie mich bat, all dies zu veräußern, ebenso wie Reste des Familienschmucks. Immerhin schien sie es ernst zu meinen mit der Expedition und Ihrer Investition. Sie bat uns eindringlich, auch selbst noch alle Mittel freizumachen, die wir besaßen, um bestmöglich ausgestattet in die Südmeere aufzubrechen. Grade die Bewaffnung des Schiffes lag Ihr am Herzen, aber selbst mit Ihrer Spende und all unseren Mitteln würde eine ordentliche Kanonenbestückung samt Kanonier schlicht unsere Mittel übersteigen. Wieder mal wurden wir mehr oder weniger zum Verbrechen aufgefordert!

Zugegebenermaßen hatte auch unser derzeitiger Auftrag ja mehr mit Raub und Diebstahl zu tun als mit ehrlichem Handel. Oh Mann, was würde der Angroschtempel mich dafür wieder bluten lassen, aber es ging um einen Schatz!

In die Winkelgasse


Der Rest des Tages war von recht normalem Tagewerk erfüllt. Wir verabredeten uns über einen zwielichtigen Marienburger namens Hein für ein Treffen mit Draak am frühen Abend und brachen dann zum Einkaufen in das Winkelviertel auf. Das war mal ein Viertel, wo wir uns alle einigermaßen wohl fühlten. Es gab Straßenstände, kleine Läden, fette Würste und grenzte direkt an ein dreckiges Verbrecherviertel. Ich streckte meine Fühler nach Käufern aus und traf eine recht pompöse „Dame“, die mir auch hinter dem Fächer ein Angebot für die heiße Ware machte. Hoffentlich ließ mich mein Instinkt nicht im Stich - die „Dame“ hatte zwar einiges zu verbergen, aber ich hoffte keine Verbindungen zu den Republikanern. Auch hier fanden wir ein Gildenhaus der weißen Hand, aber wieder war Joachim unsicher. So landeten wir schließlich bei einer Hinterhofhexe, die allerlei magischen Kram im Angebot hatte, vom Schutzamulett bis hin zum ausgestopften Krokodil.

Wir beschlossen, einen Teil unseres baldigen Gewinns in eine magische Waffe für Akbash zu investieren. So waren nun Heidrun, Mel und Akbash mit Waffen ausgestattet, die auch Wesen aus anderen Welten das fürchten lehren konnten. Das ganze betranken wir im „Tanzenden Piraten“, der örtlichen Kaschemme. Selbst hier kannte man Käpt'n ap Trion, konnte uns aber keine neuen Hinweise liefern.

Gestärkt mit ein paar Grog und einem Plan, der diesmal auch eine Verfolgung zu Wasser zuließ, machten wir uns auf zum Treffen mit Draak. Der Gute war sehr misstrauisch und ließ uns erstmal unser Herz einem Trunkenbold ausschütten, während er uns aus einem Haus beobachtete. Wir spielten die Scharade mit und konnten so schließlich ein paar Worte mit dem imposanten Draak wechseln. Mehr auch leider nicht, denn unsere Geschichte von den Märchenerzählern wurde schnell als solches durchschaut, und ein schnell improvisierter Anheuerungsversuch traf nicht auf Gegenliebe.

Einzig das auffällige Aussehen von Draak ließ in Joachims Kopf ein paar Kerzen aufgehen. Ein recht ähnlicher Bursche hatte sich tatsächlich nach ap Trion erkundigt! Welch merkwürdiger Zufall...

Diesmal gelang uns die Verfolgung tadellos, und wir konnten erfolgreich bestätigen, das Draak wahrhaftig im Klabauterhuis weilte. Ildarin erleuchte uns den Weg, warum mussten wir immer in den Schatten wandeln?

Wer mit Geistern spielt...

Nun, da uns nichts mehr einfiel, denn dieses grausige Haus wahrlich zu betreten,mussten wir den Tatsachen ins Auge gehen. Wenn dort fauler Zauber oder düstere Kräfte herrschten, so wäre Sandro eventuell diesmal nützlicher als gefährlich. Ich zerrte den Hexer also aus seinem Boudoir des Grauens, wo tote Dinge auf Seidendecken neben Parfümzerstäubern ruhen, und erklärte ihm unsere Lage. Er war schnell bereit zu helfen, selbst schon gelangweilt vom ereignislosen Aufenthalt im Hafen. Als er die mystischen Kräfte um das Haus untersuchte, überraschte uns alle sein Urteil, das es sich hier um Naturgeister handeln solle.

Mir selbst ist der Unterschied zwar nicht ganz klar, aber anscheinend handelte es sich hier weniger um finstere Dämonen und gräuliche Untote als um verfluchte Feen und Hexenwerk. Unsicher, ob das gut oder schlecht sei, baten wir ihn um Rat. Tatsächlich hatte Sandro eine Idee, und wie sollte es anderes sein, brauchte er dazu unser Blut! Ich sage Euch, die Schlange saugt uns Schritt um Schritt aus! Aber bei der Wahl zwischen sicherem Tod und ferner Verdammnis, nun ja... Pragmatisch ist das, was uns am Ende noch am ehesten verbindet.

So kamen wir denn, geschützt durch die Magie eines Totenbeschwörers sicher durch den Hexengarten, wo Mel uns mittels geschickter Handgriffe Einlass zum Klabauterhaus verschaffte.

Das Innere des Hauses war kaum weniger unheimlich als der Garten. Zunächst war der Plan, das Joachim und ich die Halle sicherten, während unsere leichtfüßigeren Gefährten das Haus sondierten. Ich gebe ohne Scham zu, das ich schnell die Nerven verlor. Das trübe Licht der Laterne, das Knarren der Dielen, die Schatten überall – ich polterte hinter den anderen die Treppe hinauf und verkroch mich in der Bibliothek. Zusammen mit Joachim entzündete ich ein paar Kerzen, während die anderen den Rest des Hauses durchforsteten und – auf den letzten Hinweis für das Rätsel stießen. Wolfenharts Kampfkostüm.

Welch merkwürdiges Schicksal, das diese beiden Stränge verknüpfte. Drake Wolfenhart, wart tatsächlich sowohl der Besitzer des Seelenfressers als auch der geheimnisvolle Kontakt Kapitän ap Trions der sie auf die Fährte Ihres Vaters bringen sollte. Doch trotz all dieser Hinweise fehlte jede Spur des Mannes selbst.

Wir besprachen uns in der Küche. Es schien, als müssten wir den unheimlichen Brunnen im Garten inspizieren, als aus einem der Nebenräume ein merkwürdiges Geräusch ertönte. Als wir herüber eilten, bekam Joachim plötzlich einen merkwürdigen Gesichtsausdruck und sah uns irritiert an:
„Sagt mal, warum haben wir die risesige Doppeltür da noch nicht untersucht?“

Wir alle schauten uns verwirrt in dem Raum um. Es war ein leer geräumter Essenssaal, bei dem einige Bodenpaneele fehlten und eine Werkzeugbank aufgebaut war.

„Na direkt hier, mit Runen und Türknäufen und allem!“

Er schritt auf die Rückwand zu, die offensichtlich aus Holzplanken bestand. Dann griff er irgendwie in die Wand, es flimmerte Wie über einem heißen Ofen, und plötzlich öffnete sich dort ein große, zweiflügeliges Portal, bedeckt mit Runen und beschlagen mit merkwürdigen Verzierungen. Dahinter erstreckte sich ein Spiegelbild unseres eigenen Raumes, nur das dieser sonnen durchflutet war, und voll eingerichtet. Und, noch während wir uns über die Unmöglichkeit dieses Raumes den Kopf zerbrachen, öffnete sich eine Tür auf der anderen Seite und Drake trat uns entgegen, offensichtlich genauso verblüfft wie wir.

Der Wolf hetzt die Meute

„Was – treibt – Ihr- IN - MEINEM - HAUS!“ Jedes der Worte wurde unterstrichen von einem schweren Schritt, und während der Hüne Fahrt aufnahm, schüttelte er einen stählernen Schild vom Rücken und zog ein schlankes, runenüberzogenens Schwert.

Hier zeigte sich leider wieder, das wir zwar eine eingeschworene Gemeinschaft sind, aber leider auch ein wenig – desorientiert und planlos. Noch bevor Drake den Satz beendet hatte, flogen ihm schon Wurfmesser aus Akbash Händen entgegen, ich warf mich hinter dem Ofen in Deckung, Joachim brabbelte arkane Worte und zerbröselte etwas zwischen seinen Händen, das dann in Richtung Tür verschwand. All dies schien Drake nicht mal annähernd aufzuhalten, und er donnerte einer Naturgewalt gleich durch die Tür. Akbash war vorbereitet, und nahm die uns inzwischen bekannte Fechtposition ein. Aber zu unserem Unglück geriet er dabei in die losen Planken auf dem aufgerissenen Boden, geriet nur kurz ins Wanken – und in diesem Augenblick der Unaufmerksamkeit durchbohrte Ihn Drake vom Bauch bis in den Rücken, trat eine Schritt zurück, drehte ein elegante und Unfassbar schnelle Pirouette und streckte Akbash mit einem weiteren, brutalen Hieb nieder, so das er in einer Blutfontäne zusammenbrach.

Heidrun und Mel nahmen den Hünen in die Zange und ließen Schlag um Schlag auf ihn nieder hageln, aber der Schild des Kriegers war wie eine stählerne Wand. Zugleich bewegte sich Drake traumwandlerisch, wie in einer Choreographie, und schlug immer wieder mit übernatürlicher Schnelligkeit zu. Ein ums andere Mal durchbrach er Mels Verteidigung. Als dieser schon schwer blutete, konnte Heidrun ihm mit einem geschickten Hieb das Schwert aus der Hand schlagen, was ihn kurz aus dem Takt brachte. Ich nutzte die Gelegenheit, um hinter ihn zu gelangen. In dem Gewühl wagte ich es nicht, meine Pistole abzufeuern. Auch widerstrebte es mir, einen Mann nieder zu schießen, der eigentlich nur sein Heim verteidigte.

Ich versuchte, ihn zum Aufgeben zu bewegen, aber in dem Durcheinander bekam Mel meinen Aufruf nicht mit und schlug weiter auf Drake ein. Joachim begann inzwischen, Akbash Wunden zu heilen, und wir alle schlugen weiter auf Ihn ein. Die Ausdauer des Kriegers war unfassbar! Noch einmal entglitt ihm das Schwert, und ich nutzte das Glück, um nach der Klinge zu greifen.

Kaum hielt ich das Schwert in Händen, als plötzlich eine überirdische Melodie in meinen Ohren erklang, und ich verspürte den Drang, mich dem Tanz hinzugeben. Voller Panik, das ein Geist auch von mir Besitz ergreifen könne, warf ich die Klinge von mir. Sie beschrieb einen völlig unmöglichen Bogen und landete – direkt in Drakes Hand!

Sigmar, war diesem Mann denn nicht beizukommen. Auch Mel brach zusammen, schließlich war der Blutverlust zu viel für ihn. Auch Drake schien am Rande des Zusammenbruchs, aber er ließ sich nichts anmerken und schlug weiter um sich, inzwischen mehr torkelnd als tanzen, doch immer noch gefährlich. Ich überlegte, ob ich ihn doch würde erschießen müssen, um unser Leben zu retten, als Akbash sich wieder aufrappelte, weiter schwer verletzt, aber kampfbereit.

Mit blutunterlaufenen Augen sah Drake sich um, atmete ein letztes Mal tief ein, und warf Schwert und Schild zu Boden.

„Na gut, Ihr habt gewonnen. Was wollt Ihr?“

Das Klabauterhuis

Author: Nils /


Ich habe lange gebraucht, bis ich diese Zeilen schreiben konnte – unseren Besuche im Klabauterhuis...

Wie Ihr schon aus meinen früheren Einträgen wisst, stehe ich dem Übernatürlichen sehr skeptisch gegenüber. Unglücklicherweise ist unsere Welt durchdrungen von Hexern, Göttern und Dämonen, die uns normalen Sterblichen selten freundlich gesonnen sind und sich auch noch ständig in unsere Angelegenheiten einmischen.

Aber zurück zu meine Aufzeichnungen. Der ominöse Draak, Besitzer des viel versprechend benannten Schwertes „Seelenfresser“, hatte sich wohl vor kurzem das angeblich verfluchte „Klabauterhuis“ angeschafft. Schon von außen sah die Ruine von einem Haus wenig einladend aus. Eine Trümmerhütte inmitten eines verwilderten Gartens samt Schuppen und überwuchertem Brunnen. Eine Trauerweide rundete die Stimmung ab.

Wir beschlossen, uns aufzuteilen (weil das in den Theaterstücken immer so gut klappt), und ich ging mit Aurelia und Joachim zur Vordertür, während Akbash, Heidrun und Mel versuchten, über ein anderes Grundstück an den Hintereingang zu geraten.

Schon der erste Schritt auf das Grundstück ließ mich erschauern. Es schien, als würde hier ewiges Zwielicht herrschen statt der strahlenden Sonne draußen, und eine unheimlich klagender Wind erhob sich. Wir rissen uns zusammen und schritten zur Tür. Unser Klopfen blieb unbeantwortet, statt dessen fand Joachim eine unheimliche Inschrift im Türrahmen.
„Ein Schritt über die Schwelle ist schon zu viel...“ oder etwas in der Richtung. Es machte mich auf jeden Fall nicht glücklicher. Aus dem Augenwinkel schien es mir ständig, als würde sich etwas in den Büschen verbergen.

Wir beschlossen, eine Nachricht für Draak zu hinterlassen. Noch während ich sie schrieb, spürte ich, wie etwas sich um meine Füße zu schlingen begann. Als ich sah, das es sich um eine Wurzel handelte, verlor ich die Nerven und rannte zum Tor. Von jetzt an brach die Hölle los. Das Tor ließ sich nicht mehr öffnen. Beim Versuch, die lanzenartigen Pfähle zu übersteigen, spießte ich mich fast auf. Joachim und Aurelia mussten mich vom Zaun weg reißen.

Uns blieb nur der Weg zum Kanal, wo wir wussten, das die anderen eindringen wollten. Aber vom Kanal her näherte sich eine Nebelwolke, geradewegs aus dem Reich der Verdammten. Ich wusste, das die Berührung dieses Nebels mich meine Seele kosten würde und weigerte mich, darauf zu zu gehen. Doch das war nicht die einzige Höllenbrut, die mich verzehren wollte. Auch die Trauerweide offenbarte Ihr dämonisches Wesen und versuchte, mich in ein klaffendes Maul zu zerren. Ohne meine Freunde wäre ich jetzt nicht mehr hier.

Ich weiß nicht mehr, wie sie mich schließlich aus den Fängen dieses Höllenhauses befreiten. Ich weiß nur, das sie mich alle merkwürdig ansehen, als wäre ich der einzige, der die Unholde gesehen hat. Der einzige, der den Schein der Dämonen durchschauten – doch ich trage Ihre Wunden an meinem Bein!

Ich weiß nur eines – es muss einen anderen Weg geben, an dieses Schwert zu kommen, als unsere unsterblichen Seelen derart in Gefahr zu bringen.

Reisetagebuch, 6. Juni 1427

Author: Nils /

Nachdem Joachim wieder einigermaßen gehen konnte, beschlossen wir, uns aufzuteilen. Joachim und meine Wenigkeit machten sich auf ins Gildenviertel, um dort das Hauptquartier der Weißen Hand aufzusuchen, während die anderen die Spur von Drak wieder aufnehmen wollten.

Das Gildenviertel ist ein wahr gewordener Traum. Hier treffen sich Adel und Bürgertum auf Augenhöhe, und selbst der Klerus muss vor der Macht des Kapitals weichen. So ist tatsächlich der Tempel der Churun an die Gilde der weißen Hand abgetreten worden! Nun, das macht die aggressive Haltung der Churun-Jünger etwas verständlicher, aber Gewalt kann hier nicht die Antwort sein. Da müssen sich die Tempelschwestern halt was einfallen lassen, um auch in der Oberschicht wieder angesehener zu werden.

Kurz bevor wir die „heiligen“ Hallen betraten, kamen Joachim allerdings Zweifel. Tatsächlich gab es einige Risiken dabei, ein solches Machtzentrum zu betreten. Auch wenn wir die Justiz des Imperiums hinter uns gelassen hatten, war es durchaus möglich, das die Fahndung nach uns auch die Gildenleitung der weißen Hand erreicht hatte. Immerhin wurde Joachim auf den Steckbriefen als Hexer angeklagt, der unter Tarnung eines Heilers durch die Lande zog. Auch war uns nicht klar, wie die Weiße Hand auf den Zwischenfall mit dem Dämon reagieren würde. Alles in allem war Joachim das Risiko zu hoch, und wir beschlossen, ein kleineres Gildenhaus mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen aufzusuchen.

Akbash, Heidrun, Aurelia und Mel waren zwischenzeitlich produktiver. Zwar war der Name „Drak“ wohl ungünstiger weise recht verbreitet, dennoch gab es erste Hinweise auf eine „Oma Hattie“, die quasi jeden im Viertel kennt, und einen Mann von der Seefahrergilde, der sich wohl mit Seesöldnern auskennen sollte.

Leider lösten sich nicht nur Probleme, es ergaben sich auch neue. Käpt'n ap Trion war mittlerweile seit 2 Tagen von Bord. Angeblich hatte sich jemand gemeldet, der Hinweise auf den Verbleib Ihres Vaters und dieses Zwerges hat, den sie sucht.

So mussten wir jetzt zwei vermisste Personen finden. Glücklicherweise waren beide auf der Insel Stössel unterwegs. Der Kontakt mit der Seesöldnergilde war eher unergiebig – trotz Bestechung schien der Gildenmeister uns im Verdacht zu haben, das wir diesen Drak irgendwie über's Ohr hauen wollen.

Oma Hattie war da schon ergiebiger. Zwar hatte sie ein unappetitliches Interesse an Akbash und Joachim, alleridngs auch brauchbare Hinweise. Der Mann, der Käpt'n ap Trion kontaktierte hatte, natte sich „Wolfenhart“ und war wohl Grubenkämpfer in den übelsten Spelunken der Stadt, dem „Wrackhuis“ und dem „Schwarzen Pitt“. Drak hatte angeblich das sogenannte „Klabauterhuis“ erstanden, ein Inselbekanntes Spukhaus.

Da es auf dem Weg lag, besuchten wir zunächst das Wrackhuis, unter dem Deckmantel eines neuen Grubenkampfteams. Um unsere Tarnung aufrecht zu erhalten, ließ sich Akbash zu einem Messerkampf überreden. Er stach einen Burschen namens „Aal“ nieder, der zum Glück schnell einsah, das er unterlegen war.

Besonders weiter brachte uns das nicht, aber immerhin erfuhren wir, das Wolfenhart keine wirklche Terminplanung hat und sich Käpt'n ap Trion hier unbeliebt gemacht hatte.

Auf dem Weg zum Klabauterhuis wurden wir dann von ein paar Wegelagerern überfallen, die uns in einen Hinterhalt lockten. Akbash bremste ein vom Dach geworfenes Fass mit dem Gesicht, ansonsten waren die Burschen eher Abschaum. Ich hoffe, es spricht sich schnell genug rum, das mit uns nicht zu spassen ist.

Reisetagebuch, 30.5.1427

Author: Nils /

Die Ankunft in Marienburg hat uns im wahrsten Sinne des Wortes den Atem verschlagen. Eine solch gewaltige Stadt hatte noch niemand von uns erblickt – und wir waren aufgebrochen aus den luftigen Höhen Middenheims und hatten wenige Tage zuvor die Reichshauptstadt Altdorf durchquert.

Aber die Stadt der 1000 Inseln und Brücken öffnete uns die Augen ob Ihrer schieren Ausmaße. Die Hoogbrug, die hohe Brücke, war ein Meisterwerk der Baukunst, das sich selbst mit den Aquädukten Middenheims messen konnte. Angeblich waren alleine die Grachten innerhalb Marienburgs länger als der gesamte Weg, den wir von Middenheim bis hierher zurückgelegt hatten.

Am furchteinflössendsten jedoch was ds Gebilde, das den Himmel Marienburgs dominiert. Es ist, und hier bestehe ich darauf, nicht ausgelacht zu werden - eine fliegende Festung. Was für ein Hexenwerk hier am Werke sein muss, mag ich mir nicht einmal vorzustellen. Eine wahrhafte Burg, auf einem gewaltigen Felsen, schwebt in der Luft wie eine Wolke! Kein Wunder, das sich Imperator Heinrich nicht direkt nach dem Bürgerkrieg mit einer solchen Macht anlegen wollte.

Eines war klar – um unsere Anonymität mussten wir uns in diesem Moloch keinerlei Sorgen machen. Es war mir schon unklar, wie die Autoritäten alle legalen Reisenden kontrollieren konnten, so das einige wenige Änderungen unserer Namen auf den Einreisepapieren ausreichen sollten, um uns vor neugierigen Augen zu verbergen.

Wie nicht anders zu erwarten, würde alleine unsere Anmeldung hier, geschweige denn die Organisation unserer Expedition Tage dauern. Wir machten uns also auf, diesen Moloch erst einmal zu erkunden, und überließen die ersten Schritte der Organisation Admiral Delargo und Käpt'n ap Trion.

Alleine das Suiddock, an dem wir vor Anker lagen, stellte schon viele imperiale Städte an Ausmaßen in den Schatten. Die Fortbewegung war am ehesten über kleine Barken zu bewältigen. Sobald man den Fuß an Land setzte, war man mitten in einem wahren Menschenstrom gefangen.

Beim Essen in einem der großen Fresstempel ließen wir ein wenig der neueren Geschichte Revue passieren. Zwar kannten wir keine Details, aber offensichtlich hatte sich Marienburg in einer Art Republik organisiert, wo der alte Adel und der Geldadel zusammen mit den Gilden die Politik bestimmten. Auch die Ordnung der Religion hatte sich zwangsläufig geändert. Sigmar stand hier natürlich nicht an der Spitze des Pantheons, stattdessen wurde Ildarin als Sonnengöttin die Leitung des Götterrates übergeben. Angrosch und Laros standen als Götter der Handels und der Meere in hohem Ansehen, wenn auch Angrosch fast alle zwergischen Züge abgelegt hatte. Auch Churun schien nahezu von der Bildfläche verschwunden zu sein – ein eher merkwürdiger Fakt, der uns aber später noch einholen sollte.

Während dieses Gesprächs rücke Mel schließlich mit einer Neuigkeit heraus. Offensichtlich hatte er Kontakt mit seiner Organisation aufnehmen können. Wir mussten uns tatsächlich in Erinnerung rufen, was denn Mel's Mission war – als Artefaktjäger war er zur Zeit auf der Suche nach einer Schwertsammlung die irgend etwas mit Sternen zu tun hatte. Zuletzt war eines dieser Schwerter auf Schloss Schwertwald aufgetaucht, im Besitz des merkwürdigen „Grafen“, der in den Fluch auf Joachims Haus involviert war.

Offensichtlich befand sich ein weiteres dieser Schwerter hier in Marienburg, und Mel hatte einen Kontakt , der in dorthin führen konnte. Ich muss Mel hier loben, offensichtlich hatte er sich unsere Worte hinsichtlich Vertrauens und Zusammenarbeit zu Herzen genommen, der er schlug schlichtweg vor, das wir uns gemeinsam die Informationen anhören sollten, um dann zu entscheiden, ob wir zusammen arbeiten oder er alleine die Spur verfolgen würde.

Das Angebot war verlockend - wir sollten eine Waffe namens "Seelenfresser" von einem Burschen namens "Drak" besorgen, für nicht weniger als 2000 funkelnde Goldmünzen - auch wenn es nur diese elende gelochte Währung ist, kann man so ein Angebot nicht einfach in den Wind schlagen.


Nach einigen Erkundigungen zum Gildenhaus der weißen Hand, die hier offensichtlich hoch angesehen waren, trafen wir dann auch den Kontaktmann im so genannten „Salthuis“, einem Salzlager auf der Insel Stoessel. Der Kontakt war nicht gerade angetan von Mel's vorgehen – offensichtlich ist diese Organisation tatsächlich so geheimnis verliebt, wie Mel angedeutet hatte. Das ganze hatte einen wahrlich verschwörerisch, ja konspirativen Flair, der uns ein wenig zu denken gab. Es ging um die Beschaffung eines Schwertes von einer lokalen Berühmtheit, einem Seefahrer namens – hab ich vergessen, muss ich mal in meine Unterlagen sehen. Der Mann soll hier im Suiddock eine Unterkunft haben und ist wohl nicht zum Verkauf bereit.

Die Bezahlung klang anständig, und es war eine erwünschte Ablenkung von der bevorstehenden Seereise und dem ständigen Zusammen hocken mit unseren beiden Furien, also erklärten wir uns bereit, den Auftrag gemeinsam durch zu führen.

Das ganze ließ sich in den ersten Schritten hervorragend mit einer Erkundung der Inseln, gastronomisch und merkantil, kombinieren. Während dieser Touren fiel uns recht schnell ein Verfolger auf, ein zwielichtiger Bursche, der uns schon kurz nach dem Anlegen aufgefallen war, weil er Joachim quasi mitten in einem Lokal nach einer Behandlung gefragt hatte.

Wir schnappten uns den Kerl in einer dunklen Gasse und spielten das gute Alte „Inquisitor und Anwalt“ Spiel. Der Junge brach auch schnell zusammen – es schien sich um einen angeheuerten Kleinkriminellen zu handeln, der für irgendwelche großen Fische arbeitete. Wir versuchten also, ihn mit Geld und Drohungen um zudrehen, um vielleicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können und so gleich einen Kontakt zur örtlichen Unterwelt aufzubauen. Wir verabredeten uns mit Ihm zu einem Treffen in einem örtlichen Badehaus...

Das war leider eine krasse Fehlentscheidung. Der Bursche war leider keineswegs so unbedarft, wie wir angenommen hatten – oder unsere Menschenkenntnis doch nicht soweit, wir wir dachten. Mit ein paar Freunden setzte er uns im Bad unter Drogen und verschleppte Joachim in ein nahe gelegenes Lagerhaus. Sigmar sei Dank konnten wir die Drogen schnell abschütteln und uns auf seine Spur begeben.

Im Lagerhaus dann fanden wir ein Bild wie aus einer Metzgerei. Sowohl Joachim als auch drei Schergen lagen blutüberströmt auf einem Haufen. Unsere „Entführer“ waren wohl Jünger der Churun – zumindest trugen sie Akolythengewänder. Das ganze machte von vorne bis hinten keinen Sinn.

Gewalttätige Churun-Anhänger? Ein Attentat auf einen einsamen Vertreter der weißen Hand? Und wer hatte dann das Blutbad angerichtet, Joachim aber am Leben gelassen?

Fragen über Fragen, und bei unseren Forschungen nach dem Schwer stehen wir ebenso am Anfang wie zuvor. Ach wären wir doch einfach an Bord geblieben...

Eberharts Reisetagebuch, 16.5.1427

Author: Nils /

Heute ist mein Geburtstag! Nicht, das irgendeiner meiner Gefährten daran gedacht hätte, aber ich habe mich auch bedeckt gehalten. Am Ende hätten Sie Kuchen von mir verlangt...

Statt dessen nutze ich ein paar Stunden der Ruhe zwischen den Schiffsarbeiten, den Schwimm- und Waffenbüungen und dem gezicke zwischen den beiden dominanten Weibsbildern und bringe mein Tagebuch auf den neuesten Stand.

Dieser einleitende Satz stellt schon unser Hauptproblem dar. Fürstin Del Mar und Kapitänin ap Trion geraten ständig aneinander. Das gravierendste Beispiel ergab sich wenige Tagesreisen südlich von Altdorf, kurz nach der Grenze zur neuen Provinz Drakensang. (Die politischen Entwicklungen in Ontara werde ich in einem spätere Eintrag genauer betrachten).

Käpt'n ap Trion schlug vor, die Vorräte in einem kleinen Dorf außerhalb der Metropole Marienburgs aufzufüllen, um den horrenden Preisen der Hafenstadt zu entgehen. Die gesamte Einwohnerschaft war verdächtig abweisend, so das wir keinerlei Problem darin sahen, ein Händlerpaar, das in Schwierigkeiten geraten war, auf unser Schiff zu nehmen. (gegen ein geringes Transportentgelt natürlich).

Oh, hätte ich gewusst welch einen Konflikt wir da heraufbeschworen. Der Käpt'n fand plötzlich sein churunsche Ader und wollte die beiden als Dienst am Mitmenschen mitnehmen, während die Fürstin sich nur mit der Aussicht auf einen gewaltigen Schub für unsere Reisekasse überzeugen ließ. Als sie dies erfuhr, explodierte der Käpt'n geradezu, und wir fanden uns in einem Konflikt zwischen adliger Herrschaftsgewohnheit, Kapitänsverantwortung und nicht zuletzt unserem Standpunkt zu alldem wieder.

Es war zum Haareraufen! Und führte uns wieder einmal die absolute Rücksichtslosigkeit unserer Mitreisenden vor Augen. Das ganze ist weiterhin eine unwiederbringliche Gelegenheit, aber ich werde auf keinem Fall der Fürstin, ihrem gedungenen Mörder van Berg oder diesem merkwürdigen Spiritisten den Rücken zuwenden.

Nachdem wir jetzt Sigmars Reich endgültig hinter uns gelassen haben, müssen wir uns mehr denn je auf uns selbst verlassen.

Auf zu neuen Gestaden

Author: Nils /

Aber zu unserem Glück hatten wir alle zwei Spieler völlig vergessen – Kapitänin ap Trion und Akbash Weißhaupt! Offensichtlich hatten die beiden unser Schicksal aus der Entfernung beobachtet, auch wenn mir bis heute unklar ist, was die beiden die ganze Zeit getrieben haben. Käpt'n ap Trion behauptet, sie hätte Akbash gefunden, als er nackt wie ein Wahnsinniger im Kreis gelaufen wäre, während Akbash steif und fest behauptet, Sie wäre eine größenwahnsinnige Meerhexe, die er gerade noch davon abhalten konnte, das Piratendorf mit uns zusammen anzuzünden.

Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, und ich war durchaus erleichtert, als die beiden des Nachts über die Bordwand kamen und uns befreiten – beinahe...

Zwar waren die wenigen verbliebenen Marienburger Wachen kein Problem, aber Hakan vom Berg durchaus... Der „Hexenjäger“ stellte uns kurz, bevor wir uns von unseren Ketten befreien konnten. Hakan ist alles in allem ein deutlich vernünftigerer Verhandlungspartner als die Fürstin, und immerhin kennen wir jetzt seine wahre Motivation – Geld. Das ist eine Basis, auf der man aufbauen kann.

Nachdem wir ein letztes Mal unsere Situation durch gesprochen hatten, beschlossen wir gemeinsam, das eine Expedition in die Mahlstrominsel alles in allem wahrscheinlich die vernünftigste Alternative für uns alle darstellte. Zwar schmeckte es keinem von uns, mit einem solchen Haufen offener Rechnungen davon zu laufen, aber wieder einmal schien uns das Schicksal schlichtweg keine vernünftige Alternative zu bieten.

Käpt'n ap Trion und der Admiral waren nach den Berichten über den Schatz schnel überzeugt, sich uns anzuschließen. So verabschiedeten wir uns von unseren Marienbürger Freunden an Bord eines kleinen Ruderbootes – ich ließ es mir nicht nehmen, dem Kapitän noch einen Spruch über die Wankelmütigkeit der Götter reinzudrücken, bevor ich Ihm vom Kastell seines eigenen Schiffs zuwinkte.

So setzen wir Segel gen Süden, über Marienburg in die Mittlere See! Ahoi, Kameraden, auf zu neuen Gestaden!

Gefangen!

Author: Nils /

Das Pack verschleppt uns in ein Räuberlager, aber zu meiner Überraschung behandelt man uns fast zivilisiert. Sogar eine Schwester der weißen Hand kümmert sich ums unsere Wunden. Das folgende Verhör allerdings stellt dann die Zivilisiertheit der Schurken schwer in Frage. Tatsächlich lässt es sich der Kapitän nicht nehmen, mit einer Pistole auf mich zu schießen! Einen wehrlosen Gefangenen! Offensichtlich ist der Kapitän sehr am Inhalt unserer Geheimkiste interessiert, hat aber Angst, sie zu öffnen – vermutlich zu Recht. Mit vagen Drohungen und einem Loch in der Schulter läßt er uns zurück.

Am nächsten Morgen sehen wir uns tatsächlich unseren Gegnern von der goldenen Maske gegenüber. Einem Moment lang bin ich beeindruckt, von welch langer Hand diese ganze Sache geplant ist und mit welcher Reichweite die Goldene Maske handelt – bis der Piratenkapitän sie hintergeht und ebenfalls zu uns in die Zellen wirft.

Tja, offensichtlich ist kein Geheimbund so allmächtig das er nicht von plumpen Strandpiraten überrumpelt werden kann. Ich überlege kurz, ob das nicht auch eine Karrierewahl für uns darstellt – das kriminielle Register haben wir vorzuweisen, und bei einem Überfall mal zur bwechlsung die aktive Rolle zu übernehmen hat einen gewissen Reiz.

Leider sind unsere Optionen dahingehend recht begrenzt, und der Kapitän will so eine Art Spiel mit uns spielen – wir sollen einer nach dem anderen versuchen, die Kiste zu öffnen. Bei Versagen werden wir an die Fische verfüttert. Akbash erklärt mir, das es sich da um so eine Art Kopfspiel geht, mit dem man uns als Gruppe unter Druck setzen will. Es überrascht mich immer wieder, was für merkwürdiges Wissen dieser Bursche mit sich herum trägt.

Mal versucht ein Gegenangebot – offensichtlich sind seine Auftraggeber auch eine recht rabiate Vereinigung, die vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken, wenn es um Ihr Eigentum geht. Langsam aber sicher keimt der Verdacht in uns auf, ob Mal nicht für die Masken arbeitet, was die beiden Masken in unserer Zelle unterstützen. Aber auch hier kann es sich um reine Kopfspiele beider Seiten handeln. Nichts desto trotz sind Mals Motive und Hintermänner etwas, was mir Sorgen macht.

Auch unsere Warnungen, das er sich mit dem Besitz der Kiste nicht glücklich macht, schlägt der Piratenanführer in den Wind – tatsächlich werde ich für meine ernst gemeinte Warnung nochmals nieder geschossen!

Vielleicht sollte ich eine Karriere als Prophet anstreben – der Kapitän und seine Bande sind zu Mittag des nächsten Tages tot, nieder gestreckt von einer Kompanie Marienburger Seesöldner, die uns aus Reikhafen verfolgt haben.

Ich kann nicht sagen, was schlimmer war, nachdem sie uns an Bord der „Holden Prinz“, Ihres Schiffes gebracht haben. Der Spott des Marienburger Söldners oder der Wutausbruch der Fürstin del Mar, in dessen Auftrag die Söldner stehen.

Nachdem Joachim und ich verzweifelt versuchen, unsere Situation zu erklären, exekutiert die Gräfin schlichtweg die beiden Masken und wirft unsere Geheimtruhe über Bord! Diese Frau ist eindeutig wahnsinnig! So langsam wird mir bewusst, das die von Joachim verabreichten Kräuter anscheinend das einzige waren, das uns bis dahin von Ihrem furienhaften Wesen bewahrt hat. Wir hüllen uns in Schweigen, um nicht noch Ihren Zorn auf uns zu ziehen, und finden uns damit ab, in einem Altdorfer Kerker zu landen.

Irgendwie ist es auch ein wenig befreiend, diese Verantwortung nicht mehr zu tragen – auch wenn ich mir sicher bin, das uns die Konsequenzen noch einholen werden. Aurelia stellt noch die Theorie auf, das wir nur die Ablenkung für den Transport der wirklichen Kiste waren – das würde immerhin erklären, warum wir seit dem ersten Schritt verfolgt wurden. Leider sind Inkompetenz und Verrat in meinen Augen ebenso solide Gründe, aber inzwischen ist es müßig, sich darüber Gedanken zu machen.

Immerhin sind die Strömung und der Schlick des Reiks eine recht gute Absicherung gegen das Auffinden der Kiste durch Verbündete der Maske, aber in Nuln wird sie wohl nie ankommen.

Flucht auf dem Reik

Author: Nils /

Das Donnern der Kanonen war noch nicht ganz verhallt, als uns Käpt'n ap Trion zur Rede stellte. Für eine so kleine Person konnte sie ganz schön aufbrausend sein, Ihre roten Haare wehten wie im Sturm. Nur mit Mühe konnten wir sie beruhigen, nachdem wir durch Ihre Aktion nicht nur Ihr Leben, sondern auch Ihr Schiff in Gefahr gebracht hatten. Zu guter Letzt hatten wir wohl auch Ihre Lizenz mit der Reikshandelsgesellschaft zunichte gemacht. Wir beruhigten sie mit dem alten Hausmittel Gold und Versprechungen.

Auch fanden wir jetzt erst Gelegenheit, den Inhalt der Kiste zu prüfen. Zu unser aller Erleichterung fanden wir tatsächlich ausreichend Geldmittel, um Kaptän ap Trion zu beruhigen, als auch noch einige weitere gegenstände, die unsere frühere Reisegesellschaft in ein neues Licht (oder in tiefere Schatten?) tauchte.

Anscheinend wahr die gute Fürstin del Mar eine Nachfahrin des berüchtigten Korsaren Escobar del Mar, der ein gutes Jahrhundert zuvor die Mittlere See unsicher gemacht hatte. Nach seinem Verschwinden häuften sich dann die Gerüchte über die sagenahften Schätze, die er im Mahlstromarchipel in einem Geheimversteck angehäuft haben sollte.Dieses sei nur zu finden mit einem Schiff, das von Ihm selbst gesteurt wurde.

Aufgrund unserer Erfahrungen mit dem medialen Begleiter der Fürstin und dem Fund einer mumifizierten Hand mit dem Siegelring der Del Mars wurde uns dann recht schnell der Plan der guten Fürstin gewahr. Wir waren umso erleichterter, diese merkwürdige Gesellschaft hinter uns gelassen zu haben.

Unglücklicherweise scheinen wir die Götter gegen uns aufgebracht zu haben. Nicht anders kann ich es mir erklären, das wir es keine zwei Tage über den Reik schafften, bevor wir die Opfer einer üblen Flußpiratenbande wurden. Mittels einer Ballista schossen sie uns vom Ufer einen gewaltigen Bolzen in den Bug, der mittels einer kurzen Kette und einem langen Tampen verankert war, um uns ans Ufer zu treiben.

Heidrun und Mal eröffneten sofort Feuer auf die Banditen, während Akbash einen wagemutigen Plan zu unserer Rettung fasste. Er wollte sich auf die Kette werfen und dann bis zum Tampen vorhangeln, um uns freizuschneiden. Aurelia und ich sicherten ihn an einem Seil, was auch mehr als nötig war, denn schon beim Sprung auf die Kette schlug er sich die Stirn an und wurde dann unter die „Wasserratte gespült“ Der Ruck riss mich beinahe über Bord, und sowohl Aurelia als auch ich mussten ordentlich Seil geben, bevor wir uns wieder aufrappeln konnten. Wir hatten Akbash grade wieder an der Oberfläche, als das von Joachim gekappt Segel auf uns landete und wieder zu Boden riss.

Trotz heldenhafter Bemühungen schaffte es Akbash nicht, das Seil zu kappen, bevor wir auf Grund liefen. Als dann weitere Enterhaken zu uns herüberflogen, holten wir ihn lieber schnell wieder an Bord, um uns auf den Angriff vorzubereiten. Joachim wühlte ein Diadem der Füstin hervor und zog es an und murmelte irgendwas von „Besser konzentrieren“. Ich glaube, er hält dem Druck nicht mehr lange stand, der Gute.

Der fette Piratenkapitän stellt uns ein Ultimatum. Nachdem wir mit Käpt'n ap Trion unsere Optionen durchgegangen sind, entscheiden wir uns zum Kampf. Wir antworten dem fetten Schuft mit einer vollen Salve aus Pistole, Armbrust und Langbogen – zum Glück können wenigstens Heidrun und Mal zielen, so das der Pirat von seiner Kiste gepustet wird.

Dann beginnt die Schlacht – brennendes Öl fegt über unser Schiff, und während wir noch die Feuer löschen, trifft ein verfluchter Pfeil Heidrun am Kopf und halbiert damit unser effektives Fernkampfpotential. Trotz tapferen Gegenfeuers von Mal kann er alleine die Bande nicht niederhalten, und so kommt es wie es kommen muss, die Piraten stürmen das Schiff.

Wir kämpfen wie die Löwen, aber am Ende sind es einfach zu viele Piraten. Einzig Akbash, der alleine das Kastell gegen drei Piraten verteidigt hat, und Kapitän ap Trion, können entkommen, wir anderen müssen uns ergeben, als die Piraten sowohl Joachim als auch mich überwältigt haben.