Heute ist mein Geburtstag! Nicht, das irgendeiner meiner Gefährten daran gedacht hätte, aber ich habe mich auch bedeckt gehalten. Am Ende hätten Sie Kuchen von mir verlangt...
Statt dessen nutze ich ein paar Stunden der Ruhe zwischen den Schiffsarbeiten, den Schwimm- und Waffenbüungen und dem gezicke zwischen den beiden dominanten Weibsbildern und bringe mein Tagebuch auf den neuesten Stand.
Dieser einleitende Satz stellt schon unser Hauptproblem dar. Fürstin Del Mar und Kapitänin ap Trion geraten ständig aneinander. Das gravierendste Beispiel ergab sich wenige Tagesreisen südlich von Altdorf, kurz nach der Grenze zur neuen Provinz Drakensang. (Die politischen Entwicklungen in Ontara werde ich in einem spätere Eintrag genauer betrachten).
Käpt'n ap Trion schlug vor, die Vorräte in einem kleinen Dorf außerhalb der Metropole Marienburgs aufzufüllen, um den horrenden Preisen der Hafenstadt zu entgehen. Die gesamte Einwohnerschaft war verdächtig abweisend, so das wir keinerlei Problem darin sahen, ein Händlerpaar, das in Schwierigkeiten geraten war, auf unser Schiff zu nehmen. (gegen ein geringes Transportentgelt natürlich).
Oh, hätte ich gewusst welch einen Konflikt wir da heraufbeschworen. Der Käpt'n fand plötzlich sein churunsche Ader und wollte die beiden als Dienst am Mitmenschen mitnehmen, während die Fürstin sich nur mit der Aussicht auf einen gewaltigen Schub für unsere Reisekasse überzeugen ließ. Als sie dies erfuhr, explodierte der Käpt'n geradezu, und wir fanden uns in einem Konflikt zwischen adliger Herrschaftsgewohnheit, Kapitänsverantwortung und nicht zuletzt unserem Standpunkt zu alldem wieder.
Es war zum Haareraufen! Und führte uns wieder einmal die absolute Rücksichtslosigkeit unserer Mitreisenden vor Augen. Das ganze ist weiterhin eine unwiederbringliche Gelegenheit, aber ich werde auf keinem Fall der Fürstin, ihrem gedungenen Mörder van Berg oder diesem merkwürdigen Spiritisten den Rücken zuwenden.
Nachdem wir jetzt Sigmars Reich endgültig hinter uns gelassen haben, müssen wir uns mehr denn je auf uns selbst verlassen.
Eberharts Reisetagebuch, 16.5.1427
Author: Nils /
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