Aus der Runenschmiede in ein neues Port Grim

Author: Nils /

Es fällt mir schwer, die Notizen in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, denn was immer in der Runenschmiede geschah, es hat unseren Köpfen und unserer Erinnerung nicht gut getan. Fakt ist, nachdem wir mit Hilfe des Sihedrons der Runenherrscher einen Weg in die merkwürdige Ebene der Runenschmiede geöffnet hatten, zersplittern unsere Erinnerungen in diverse Fragmente. 


Das einzige, was sicher scheint, ist unser Überleben - und selbst das in manchen Fällen nicht so, wie wir es uns wünschen würden. Denn offensichtlich ist das passiert, was wir alle befürchtet hatten - die Kanaille Nomorius hat sich des Körpers unseres Gefährten Joachim bemächtigt und will jetzt seine Stellung als Garcia des Meeresgottes und die gewaltige arkane Macht nutzen, um eine neue Weltordnung zu erschaffen. Immerhin hat er verstanden, das Karzoug nicht der Heilsbringer ist, als den er sich ihn vorgestellt hat, sondern genau die verdorbene und verdammte Kreatur, die wir erwartet hatten. 


Anscheinend hatten wir in der Runenschmiede nämlich eine erneute Konfrontation mit einem Avatar des Runenherrschers, diesmal in Gestalt einer gewaltigen Marmorstatue, die von seinem Geist besessen war. Das erklärte auch, warum wie alle mehr oder weniger dem Tode nahe um einen Runenbrunnen herum lagen und unzeremoniell den Boden vollbluteten.


Was es nicht erklärte, war eine merkwürdige, weißhäutige Gestalt, die uns erklärte, das unser Handel somit abgeschlossen wäre und er sich jetzt gerne diese neue Welt da draußen anschauen würde. Außerdem war Brodert bei uns und hat in seiner Tasche “alles, was wir brauchen”- Nach einer kurzen Entleerung der anscheinend magischen Tasche bezog sich das leider im großen und ganzen auf Bücher, weniger auf Heiltränke oder anderes magisches Material.

 

Kurz danach ließ uns dann auch Nomorius im Stich und verschwand mit dem Körper Joachims. Mit Ach und Krach konnten wir uns dann mittels eines Heiltranks, den uns Nomorius gnädigerweise überließ und den Heilkünsten Aurelias wieder auf die Beine bringen. Gemeinsam versuchten wir dann, aus unseren lückenhaften Erinnerungen irgendeine sinnvolle Reihenfolge in die Ereignisse zu bringen. 

Es war nicht viel. Anscheinend hatten wir an diesem Ort zwei “Waffen der Macht” geschmiedet - mächtige runenmagische Artefakte, die mit den gegenteiligen Sünden zu Nomorius Gier erschaffen worden waren. Eines davon war das neue, pink glühende Rapier an Akbash Seite, das wohl mit der Energie der Wollust erfüllt war. Was Mels Schwert für eine Waffe war, wollte ich gar nicht so genau wissen. 

Wir hatten wohl all unsere magischen Gegenstände in der Schmiede aufgelöst, um so das Rohmaterial für diese Waffen zu erschaffen, und hatten jetzt noch einige dieser Runenmetalle übrig, um Munition für unsere Fernkämpfer zu gießen. 


Und dann gab es da wohl noch eine sehr merkwürdige Episode, bei der wir unsere Körper getauscht hatten - eine zutiefst verstörende Erfahrung, über die wir uns nicht näher austauschen wollten. Allerdings gab sie uns die Hoffnung, das Joachims Seele in einem der Körper steckte, der mit uns durch den Runenbrunnen gefallen war. Das ich diesen Körper wohl in der Schlacht erschossen hatte, ließ ich lieber unerwähnt. 

Als wir schließlich wieder einigermassen auf den Beinen waren und unsere Umgebung erforschten, wartete dort eine fröhliche Überraschung auf uns - dieser Runenbrunnen war mitten in Port Grim! Es war tatsächlich der Brunnen, den wir vor Jahren unter der Stadt entdeckt hatten und der sich nach der Sphärenkonjunktur wieder aktiviert hatte. Aber anstatt des Kraters, den der Wachdämon hinterlassen hatte, stand hier nun ein Gasthaus unter dem Namen Ruthvek. War das etwa Valexa von Ruthvek, die gnomische Artefakthändlerin aus Haven? Sie hatte erwähnt, das sie nach Port Grim kommen will - aber. Wieviel Zeit war vergangen? 


Schnell liefen wir den sicheren Hafen unseres Gildenhauses an, das den Göttern sei dank noch stand - und welch ein Empfang uns dort erwartete! All die neuen Rekruten, die wir angeheuert hatten, unser Majordomus und noch andere Gesichter, die wie noch nie gesehen hatten. Eine Last fiel von unseren Herzen - die Gesellschaft florierte in unserer Abwesenheit. All die Dinge, die sie geschafft hatten - einen Angriff von Okeno abgewehrt, eine berühmte Zwergin befreit, die Informationen über Xin-Shallast hat UND Beweise für die schändlichen Verstrickungen der Hanse in Sklaverei, Piraterie und andere Grausamkeiten! 


Es tut einfach gut zu wissen, das nicht das gesamte Schicksal unserer Heimat alleine auf unseren Schultern ruht, sondern das unsere neuen Mitglieder fähige Abenteurer sind - und fordernde neue Mitglieder anwerben. Es gab gerede über Wahlen der Führung und neue Strukturen der Gesellschaft, ethische Bedenken und allerlei Dinge, aber zunächst liessen wir es uns alle in den Händen der weißen Hand gut gehen und erholten uns ein wenig von den Grausamkeiten, die unsere Körper offensichtlich erleiden mussten. 

Wie immer trieben uns allerdings unmittelbare Sorgen schon schnell wieder zum Handeln. Es waren wohl an die vier Monate vergangen, seit wir nach Drachenkrone aufgebrochen waren, und viele unserer Verbündeten hatten die Zeit zum Handeln genutzt. Die weiße Hand hatte nicht nur ihr versprochenes Haus gegründet und mit Heilern versorgt, das Flaggschiff ihrer Söldnerflotte lag ihm Hafen - nicht weit von der Imperia Sackheim, einem imperialen Schiff unter diplomatischer Flagge! Niemand geringeres als Marnie Sackheim selbst, Reichsfürstin und Anführerin der sagenumwobenen Sackheimbande hatte einen ihrer Diplomaten geschickt, um Kontakt mit der Führung von Port Grim aufzunehmen. Und was soll ich sagen, wie gehören dazu! 


So dauerte es denn auch nicht lange bis Eldrad von Corrin, Botschafter des Imperiums vor unserer Tür stand und eine Audienz erbat. Das führte dazu, das wir als Gesellschaft uns noch einmal darüber klar werden mussten, was das Imperium von Valconnen denn für uns bedeutet. Wir alle hatten es hinter uns gelassen, waren das eine ums andere Mal sowohl im Ziel der Inquisition gewesen, aber hatten uns schon damals größtenteils mit der Hanse angelegt und weniger mit dem Adel selbst. Vieles hatten wir ins unserer Abwesenheit gehört über das Imperium unter Todbringer und Liebewitz. Die neue Stabilität im Lande hatte ihm gut getan. Der schwelende Konflikt zwischen Askarvaarg und Sigmar beigelegt durch den gemeinsamen Auswerwählten Imperator, Träger von Ghal Maraz aus der Fürstenfamilie von Middenheim, dem Zentrum des Askarvarg-Glaubens. Durch die Hochzeit mit Emmanuelle von Liebewitz waren auch Norden und Süden vereint, mit den Schmieden von Nuln und den Weißen Wölfen des Nordens Seite an Seite. Die Sackheimbande mit Zwergen, Gossenzwergen und Halblingen hatte auch viel dafür getan, das Imperium offener zu machen für andere. Und jetzt wo der Schrecken des Chaos und der Mutation für die ganze Welt offenbar wurde, wäre die Erfahrung der Hexenjäger Valconnens, so grausam sie auch sind, eine wichtige Quelle für den Umgang mit dieser neuen Welt. 


Eldrad war denn auch ein Diplomat wie aus dem Buche, der sich zunächst informierte, was denn die Ziele und Ideale unserer Gesellschaft seien, bevor er uns die Vorschläge des Imperiums unterbreitete. Auch ein weltoffeneres Imperium ist nicht begeistert von T´SKrang und Hexen als Vollmitglieder der Gesellschaft, aber Maracasar sind nicht die Sechs Königreiche. Die derzeitige Vision wäre ein Vertrag zu einem Bündnis ziwschen dem Rat von Port Grim und dem Imperium, mit einer Garnison in unmittelbarer Nähe, aber nicht der direkten Kontrolle der Stadt. Sowohl Aurelia als auch Akbash waren überrascht über die gemäßigte Vorgehensweise - kannten sie doch noch das totalitäre Regime unter Karl-Franz und die strengen Doktrinen des Sigmartempels unter Yorri dem 15. 


Ohne feste Zusagen, aber mit einem durch und durch positiven Gefühl entliessen wir Eldrad und bereiteten uns vor zur Beratung mit der Marquis von Meseidon. Unsere Expedition nach Xin Shalast würde nicht mehr lange auf sich warten lassen und wir mussten dafür sorgen, das Port Grim in guten Händen waren, während wir Karzoug in seiner Heimat stellten.