11.10.2014 Eberharts Reisetagebuch, von Port Grim nach Larifa.

Author: Nils /


„Und dies, edle Marquis, war das Ende der Ereignisse um das Anwesen – und die Blutlinie - der Chabrons.“ Joachim ließ seine Hand sinken, mit der er einige der haarsträubenderen Details unterstrichen hatte.
Marquis Kendara Orlanda lehnte sich in Ihrem Stuhl nach vorne und schlug mit der Hand auf die Tischplatte. 



„Famose Geschichte, Freunde! Ich hatte ja schon einiges über Euch gehört, nach dem Angriff der Goblins und dieser Geschichte im Malstrom, aber das schlägt dem Fass den Boden aus.“ Sie sprang auf und wanderte um den Tisch, wobei das Schwert an Ihrer Seite beinahe Mel touchierte. Sie lehnte sich lässig von vorne an den Schreibtisch und verschränkte Ihre Arme vor der Brust.

„Ich denke, ich würde mich freuen, die Gründung Eurer Gesellschaft zu unterstützen.“

Ich rieb mir die Hände. „Großartig, Marquis. Ich habe mir die Freiheit genommen, mit meinen Freunden schon einige Entwürfe erstellen zu lassen. Wir werden die Bauangelegenheiten dann mit Meister Eichenstein absprechen, wie Ihr empfohlen habt.“ Ich reichte die Papiere an einen der Schreiber. „Somit können anstoßen, auf die Gründung der Gesellschaft für Abenteuer und Entdeckung von Maracasar!“

Wir ließen die Gläser klirren und schlugen uns gegenseitig auf die Schultern, umarmten einander und ließen die Marquis hochleben. Es war erfrischend, eine solch bodenständige und vernünftige Adlige zu treffen, ganz im Geiste der Freiheitsliebe von Port Grim.
Schließlich ergriff Joachim wieder das Wort. „Kommen wir nun wieder zu ernsten Angelegenheiten. Wie Ihr aus unseren Beschreibungen entnehmen konntet, gibt es anscheinend noch weitere Hintermänner in dieser Verschwörung. Wir müssen diesem „Rat der Sieben“ auf den Zahn fühlen. Sei es nur, um sicher zu gehen, das von Ihnen keine weitere Gefahr für Port Grim ausgeht.“ Er tippte auf den Brief, den wir bei Aldern gefunden hatten. „Leider fehlen uns jegliche Kontakte in die Hauptstadt – könntet Ihr uns an jemanden verweisen, der uns dort bei unseren Nachforschungen helfen könnte? Der Sheriff hat uns bereits jemanden bei der dortigen Wache genannt, aber eventuell müssen wir uns in höheren Kreisen dort einführen.“

Kendara tippte sich mit einem Dolch an die Lippen, den sie wohl als Brieföffner benutzte. „Hm, der einzige, der sich eventuell auf Euch einlassen würde, ist Ortei, mein Onkel. Er ist der Besitzer der Brauerei „Extravagante Riffklaue“. Ich sag Euch was. Übermorgen geht die vorerst letzte Ladung Gerste, die wir an Onkel Ortei liefern können. Ich werde Euch ein Schreiben anvertrauen, das unsere Lage und Probleme erklärt – alles weitere überlasse ich dann Euren versilberten Zungen.“ Sie zwinkerte Akbash zu. „Ach, und falls Ihr Euch wirklich beliebt machen wollt, bringt ihm ein paar Himbeeren mit!“


Aurelia schaute mir über die Schulter und tippte auf einen Teil der Zeichnung. „Die Fenster müssen entweder noch schmaler oder du lässt Sie ganz weg. Da käme ich sogar noch durch, und du hast gesehen, wie dürr diese Goblins sind.“



„Du hast recht. Und erinnere mich daran, das wir in Larifa nach den entsprechenden Schlössern für den Kellern schauen. Vielleicht kann dieser Puck uns dahingehend helfen.“ Ich rollte die Pläne glatt und schaute in die Runde. Mit einem Kohlestift tippte ich auf die entsprechenden Zimmer.

Darf ich vorstellen, das Anwesen unserer Gesellschaft. Zwei Stockwerke, aus Stein, mit einem flachen Dach. Von außen nahezu ungebrochen abgesehen von den Eingänge, dafür zum Innenhof hin offen, um sowohl Licht als auch Luft an die Zimmer zu bringen. Hier eine umlaufende Veranda, mit Blick auf den Garten. 



Unsere Zimmer befinden sich dort im ersten Stock. Im Erdgeschoss befinden sich der Empfangs und Essenssaal, die Gästezimmer und das Krankenzimmer. Versenkt unter dem Innenhof unsere Schatzkammer. Und hier, das Prachtstück – unser Emblem!“ 


Sogar Heidrun musste kurz auflachen, als sie den Umriss des Krebses mit dem goldenen Helm erkannte, der uns unter dem Distelkopf begegnet war. Er hatte eine Zange wie zum Salut erhoben und grinste uns frech entgegen.
„Der Schmied will es für den Eingang fertig haben, wenn wir zurück sind. Auch wenn die Bauarbeiten noch lange dauern werden, wollte ich doch, das die Anwohner von Port Grim sich möglichst schnell an unser Zeichen gewöhnen.“ Ich grinste in die Runde. „Ich kann es kaum glauben wir sind Gesellschafter!“

Über Larifa selbst will ich nicht viel erzählen – geübtere Beobachter als ich haben schon Buch um Buch über die Stadt der Monumente geschrieben. Ich will nur soviel sagen, das der gewaltige Zornwall den Vergleich mit Marienburg und den Städten der 6 Königreiche nicht scheuen muss. Und die Teilung in Ober und Unterstadt ließ mich tatsächlich etwa nostalgisch werden, war mein heimisches Kemperbad doch ähnlich aufgebaut, wenn auch um vieles kleiner. Manchmal vermisse ich die sorgenlose Zeit, als ich als Schreinerlehrling auf einer Ladung Bretter die Kräne und Flaschenzüge hinauf ritt, unter mir nur der Reik und über mir der Himmel.

Wenn ich dem sogenannten „Marniefest“ glauben konnte, das ich während meiner Reise zu kopieren begann, war allerdings auch zu dieser Zeit schon einiges im Argen gewesen. Der Aufstieg der Sackheimbande war in zahllosen Theaterstücken und Epen verewigt worden, aber die schmutzigen, skandalösen Details dieser Zeit lasen sich sehr ernüchternd. Chaoskulte, Verschwörungen, bürokratische Inkompetenz und eine ungemein flexible Auffassung bezüglich körperlicher Gewalt und bestehender Besitzrechte durchzogen die Geschichte Marnie Sackheims, Kurfürstin des Reiches, und Ihrer Gefährten.

Ich riss mich von meinen Erinnerungen los, um noch einmal den Plan mit meinen Freunden und Mitgesellschaftern durchzugehen.

„Ich bleibe dabei – wir sollten Mel oder Joachim als Aldern verkleiden und sehen, was passiert. Heidrun schaute mich skeptisch an.

„Deine Pläne reiten irgendwie immer andere in den Mist. Warum verkleidest Du Dich nicht?“ Sie wehrte einen Vorstoß von Akbash Degen mit Ihrem neuen Schild ab und antwortete mit einem Schwerthieb, der den Glücksritter beinahe entmannte.

Ich ließ die Hände an meinem Körper herabfahren. „Danke für das Kompliment, aber irgendwie denke ich, es ist einfacher, Mel ein bisschen größer oder Achim etwas kleiner wirken zu lassen, als meinen Prachtkörper in so ein Jäckchen zu pressen.“ Der letzte Erbe der Chabrons hatte recht schmale Jacken und enge Hosen bevorzugt, und wir hatten einige nach diesem Vorbild besorgt.
„Vielleicht müssen wir das gar nicht“. Aurelia meldete sich aus den Wanten, von dem Sie dem Duell an Deck zuschaute. Wir können doch auch diesen Feinmechaniker befragen, der die Käfige gebaut hat.“ Heidrun hatte Akbash inzwischen mit wilden Hieben bis an die Reling zurück gedrängt.
„Oder wir fragen erst mal bei der Wache nach. Hem hat uns doch diesen Hauptmann empfohlen, und wir sollen ihn doch sowieso wegen Wachrekruten ansprechen.“ Mel arbeitete an den merkwürdig tänzelnden Waffenabfolgen, die ihm die Xaan in ihrem Tempel beigebracht hatten.
„Ich kann mit Wachen nichts anfangen“ Akbash hatte endlich Heidruns Schwert in seinem Parierdolch verhakt und versuchte jetzt, sie wieder zurück zu schieben. Die Waldläuferin blieb einfach stoisch stehen, den Schild gegen seine Brust gepresst. Joachim trat an Deck und rieb sich die Augen. Er blinzelte in die Sonne und erschauderte kurz, als müsse er eine Erinnerung von sich werfen. „Ich muss auf jeden Fall zum Tempel der Stürme. Diese Bücher, die wir mitgenommen haben . Er rieb sich die Arme, als wäre ihm immer noch kalt. „Sie müssen sicher verwahrt werden.“

Ich griff schnell zu, als Heidrun Akbash mit einem Grunzen über die Reling schickte und bewahrte ihn vor einem salzigen Bad.

„Na, dann haben wir doch einiges vor. Aber ich denke wir sind uns einig, das wir zu aller erst bei der Brauerei vorbei schauen.“ Jubel und Zustimmungsrufe ertönten an Deck, während wir unter den ersten Ausläufern des Zornwalls in die Bucht von Larifa einfuhren.


Die „Extravagante Riffklaue“


Unser Treffen mit Ortei Kendara, dem Besitzer der „Extravaganten Riffklaue, lief überraschend gut. Wir mussten zwar den ersten Schreiber überwinden, aber ein Gefecht mit bürokratischen Mitteln war eine freudige Abwechslung zu Feuergefechten und Schwerthieben. Ortei war auch bereit, uns unter die Arme zu greifen, nachdem wir ihm erklärt hatten, das wir in das Gerstegeschäft einsteigen wollten. Er organisierte eine erfahrene Führerin für Larifa, die uns das Bewegen in diesem Moloch von einer Stadt erleichtern sollte. Zwischen der Oberstadt, der Unterstadt, den Monumenten und den Schatten unter der Brücke war es nicht leicht, sich zurecht zu finden. Wir mieteten uns im „Goldenen Krug“ ein, inmitten des Theaterviertels von Larifa, ein Kompromiss zwischen den Hafenkneipen von früher und den überteuerten Adelsvierteln der Oberstadt.

Unsere erste Erkundung mit Timmirin führte uns vorbei an einem weiteren Monument. Nach den Windanzeigern des Hafens und der lebenden Stadtkarte waren wir erst ein wenig irritiert über einen – Baum – allerdings muss ich gestehen, das die Stille und der Friede unter dem gewaltigen Blätterdach inmitten der Stadt schon etwas besonderes war. Timmirin erklärte, das dies eine Geschenk der elfischen Verbündeten von Larifa war, und ich glaube, tatsächlich befand sich noch ein Hauch feenhafter Magie in diesem Kunstwerk. Zumindest fühlten wir uns alle beschwingt und erfrischt, obwohl wir kaum 10 Minuten im Schatten des Baumes verweilten.

Diese Erfrischung war auch bitter nötig, als wir uns auf den langen Weg in die Oberstadt machten, vorbei an diversen Wachposten, die den Aufgang kontrollierten. Die Architektur von Larifa war atemberaubend. Die gewaltigen Ruinen, die die Grundlage der Stadt bildeten, gaben der jungen Siedlung etwas ungemein majestätisches. So auch dem Tempel der Stürme, der unsere erste Anlaufstelle sein sollte.

Seit seiner Wiedererweckung als Garcia war Joachim verständlicherweise sehr gläubig, auch wenn ich seinen Enthusiasmus bezüglich der Priesterschaft an sich nicht unbedingt teilen konnte. Allerdings war es immer gut, sich des Wohlwollens der Götter zu versichern – man weiß ja nie, mit wem – oder was - man es zu tun bekommt.

Nach kurzer Verhandlung führte man uns zum örtlichen Questor. Ich bin immer wieder überrascht , wie unbeeindruckt die Priesterschaft von einem wandelnden Wunder Laros' ist. Andererseits, wenn man sich die anderen berühmten Garcias so ansieht, ist es vielleicht angebracht, diesen Segen mit Vorsicht zu betrachten.

Nachdem wir dem Quästor von unseren Problemen in Port Grim erzählt hatten, insbesondere von den Morden im Zeichen des Sihedron, eröffnete er uns schockierende Neuigkeiten. Die Tode im Zeichen des Sihedron waren hier nicht nur bekannt – es gab über 40 Opfer! Eine unfassbare Zahl. Dies ließ entweder auf eine unglaubliche Inkompetenz der Wache schließen – oder, viel ernüchternder, auf jemanden, der die Wache in der Hand hatte. Auch wenn uns der Tempel keine weitere Unterstützung anbieten konnte, verstärkte diese Information unsere Entschlossenheit, diesem Rat der Sieben auf die Spur zu kommen.

Pucks Feinmechanik

Unsere nächste Spur führte uns zu Pucks Feinmechanik, einem Emporium wundersamer mechanischer Tüfteleien. Aufziehbare Vögel und Äffchen, beinahe schon arkan anmutende Schlösser und andere Wunderwerke der Technik bezauberten uns und führten auch schnell dazu, das wir bei dem exzentrischen Halbling nicht nur Schlösser für unser Gesellschaftshaus, sondern auch einige Modifikationen für meine Lieblingspistole in Auftrag gaben.

Das wichtigste allerdings war, das wir in seinen Auftragsbüchern endlich die Adresse des Stadthauses ausfindig machten. Einer Umsetzung meines Planes stand nichts mehr im Wege!

Im Haus der Chabrons

Nachdem wir das Anwesen ausfindig gemacht hatten, schmiedeten wir einen Plan. Besonders ausgereift war er zugegebener maßen nicht, er bestand weitestgehend darin, Akbash als den jungen Chabron zu verkleiden in der Hoffnung, eventuell einige Informationen aus den Kontaktleuten heraus zu kitzeln, bevor wir aufflogen. Was aufgrund unserer schauspielerischen Fähigkeiten eigentlich nur eine Frage der Zeit sein konnten.

Womit wir nicht gerechnet hatten, war eine Begegnung mit Aldern und Iesha Chabron, lebendig, munter und ganz und gar nicht erfreut, das wildfremde Menschen in Ihr Haus eindringen! Wir waren perplex. Wie konnte das sein? Wir hatten die beiden sterben sehen, Ihre Körper hatten als untote Verspottung Ihrer jetzigen Gestalt aufeinander eingeschlagen, bis wir Ihrem Leiden mit Feuer und Schwert ein Ende gesetzt hatten. Jetzt standen sie vor uns, Hand in Hand, und verstanden kein Wort von unserem Gerede über den Rat der Sieben und ähnliches. Ich stand kurz davor, eine Waffe zu ziehen, aber letztendlich nagte der Zweifel an mir. Was, wenn es sich bei den Leichen, die wir gesehen hatten, nur um Simulakren oder Doppelgänger gehandelt hatte? Wie nah ich an der Wahrheit war, erfuhr ich, als wir uns zum gehen wandten, um zunächst unser weiteres Vorgehen zu besprechen. Unmittelbar fielen die beiden über uns her!

Ein wilder Kampf entbrannte. Obwohl wir in der Überzahl und schwer bewaffnet waren, hielten uns die beiden auf Trab. Allerdings war auch das Pech wieder mal einer unserer ständigen Begleiter. Heidrun hackte zwar mit Ihrem ersten Hieb beinahe den Arm „Alderns“ ab, was uns ob des schleimigen Sekrets, das als sein Blut herhielt, endgültig von seiner Nichtmenschlichkeit überzeugte. Dann allerdings rutschte sie in ebendieser Pfütze aus und taumelte von Wand zu Vase zu Teppich, als hätte Sie Orteis Biervorräte intus. Aurelia rannte bei einem Ausfall unmittelbar in den Dolch „Ieshas“, der in Ihren Rippen abbrach – das würde eine hässliche Narbe geben. Joachim war Zauber um Zauber, aber die wilde Magie Maracasars war uns wieder mal nicht hold, so das außer Funkenflug und Lichteffekten recht wenig Wirkung herum kam.

Und um den Demütigungen die Krone auf zu setzen, warf sich „Aldern“ schließlich auf mich und stieß mir eine scharfe, lange Zunge in den Hals! Zum Glück konnte Mel das Monster abstechen, bevor er zu viel meiner Lebenssäfte aussaugen konnte. Als Rache schnitt ich ihm die widerliche Zunge ab und verwahrte sie in einer der Bierflaschen, die Aurelia zufällig dabei hatte. Ein guter Anfang für unser geplantes Trophäenzimmer.

Im Tode verwandelten sich die beiden in gesichtslose, blasse Körper, die mehr von Maden hatten als Menschen. Wir verscharrten sie im Garten, um später dann die Inquisition Laros herzuschicken, aber erst mal wollten wir sie nicht mehr herumliegen haben.



Eine Durchsuchung des Anwesens brachte uns leider weniger harte Fakten, als wir uns erhofft hatten, aber ein Schriftstück gab uns zumindest einen Anhaltspunkt.
Es handelte sich um einen Darlehensvertrag für das Erwerben des „Verhängnis“-Grundstücks, unterzeichnet vom Rat der Sieben mit einigen merkwürdigen juristischen Verwicklungen. Das interessanteste daran war, das eine sogenannte „Siebenmühle“, hier in Larifa, als Sicherheit herangezogen wurde. Worum es sich auch immer handelte, dieser Ort würde uns hoffentlich auf die Spur dieser Gesellschaft bringen!


-----------------------

„Ich bleibe dabei – warum in Kjulls Namen stellt eine Geheimgesellschaft von Khainitischen Assassinen einen Vertrag mit einem Möchtegern-Nekromanten aus. Und was viel wichtiger ist – unterschreibt Ihn dann mit einem nicht nach zu vollziehenden Siegel, Kürzel, Synonym?“ Ich raufte mir die Haare, während ich auf das Papier vor mir starrte. Joachim hob seine Hände in einer Geste der Verzweiflung.
„Ist das wichtig? Das interessante ist doch, das wir jetzt wissen, dass sie etwas mit dieser Mühle zu tun haben. Der Papierkram ist doch uninteressant.“
Ich vergrub mein Gesicht in den Händen. „Genau wegen dieser Einstellung kümmere ich mich um die Finanzen. Papierkram IST wichtig. Und DU bist Dir sicher, dass dies hier kein magischer Vertrag ist, der irgendwie mit Blut unterzeichnet ist oder sowas?“ Joachim nahm den Zettel noch einmal in die Hand und untersuchte ihn von allen Seiten. „Ich finde keinerlei Runen oder ähnliches. Mel, kennst Du noch irgendwelche Tricks, wie man solche Papiere nutzen könnte?“
Mel nahm ein Vergrößerungsglas aus eine Tasche und überprüfte den Text. „Ich hatte mal einen Fall, da waren in den Punkten und Kommas winzige Pentagramme versteckt, und mit Zitronensaft waren die Verbunden, um ein Siegel zu formen. Aber das hier scheint mir ein ganz mundaner Finanzierungsvertrag zu sein, mit zugegebener maßen merkwürdigen Konditionen und Parteien, aber sonst kann ich nichts finden.“ Er kratzte noch am Papier, um eventuelle Doppelte Bögen zu finden oder Wasserzeichen, aber nichts ergab sich.

Die anderen blickten uns ratlos an. Aurelia räusperte sich. „Das ist ja alles sehr spannend, aber können wir uns die Mühle nicht einfach mal ansehen und schauen, ob da was stinkt?“ Ich hob den Blick und schaute sie irritiert an.
„Äh, ja, das ginge natürlich auch. Es kommt mir nur so – einfach - vor. Aber du hast recht, sie liegt sogar auf dem Weg zu Pucks, da könnte ich mal nach dem Fortschritt meiner Betty fragen.“
Kollektives Aufstöhnen schlug mir entgegen. Akbash klopfte mir auf die Schulter. „Eberhart, mein Freund – du solltest Deinen Pistolen keine Namen geben. Und schon gar keine Frauennamen. Die Leute reden eh schon.“
„Was, wo, reden, wer sollte denn über mich reden?“ Ich war völlig perplex. Akbash grinste unverschämt. „Naja, größtenteils die Leute, denen ich die verstörenden Geschichten über Dich und Deine Peitschen und Pistolen erzähle.“ Er schnappte seinen Hut und ging zur Tür. „Wie auch immer, ich werde mal die örtlichen Wasserlöcher überprüfen. Das letzte Mal hab ich ja auch den Bösewicht in der Kneipe getroffen. Lasst uns hoffen, dass die hier auch meinen Geschmack teilen!“ Damit war er aus der Tür. Als ich mich wieder gefangen hatte, wandte ich mich an Heidrun und Aurelia.
„Sollten wir ihn wirklich alleine losziehen lassen?“ Heidrun zuckte nur mit den Schultern.
„Also in die Läden, die Akbash bevorzugt, kriegen mich keine zehn Pferde.“
Aurelia grübelte kurz nach. „Normalerweise wäre ich dabei, aber ich will ein Auge auf die Schlösser dieser Mühle werfen, falls wir nachts nochmal in Ruhe reinschauen wollen. Und vielleicht ist er alleine auch unauffälliger als mit uns als Anhang.“
Also machten wir uns auf zur Erkundung der Siebenmühle.

Die Sägemühle war recht modern, und die Holzvielfalt interessant. Wieder bereute ich es, dass die Verhandlungen mit den Holzhändlern von Marienburg so kläglich gescheitert waren. Mit Tropenhölzern waren ordentlich Taler zu machen. Aber nichts in diesem Gebäude ließ uns auch nur entfernt an den Rat der Sieben oder den Sihedronkult denken. Keine Zeichen, keine misstrauischen Blicke, einfach nur eine wassergetriebene Sägemühle mit größtenteils freien Arbeitern und ein paar Sklaven. Die einzige Verbindung, und die war nun wirklich weit her geholt, war der Mord in Port Grim im dortigen Sägewerk. Aber der Besitzer dort war ja nur ein Opfer und hatte nichts mit dem Häuter an sich zu tun. Wir landeten ohne sinnvolle Informationen wieder im „Goldenen Krug“.

„Das war mal unspektakulär“, verkündete Mel. „Lohnt es sich wirklich, da nachts nochmal vorbei zu schauen?“
Aurelia packte Ihren Rucksack mit Feinwerkzeugen, Seil und ähnlichen nützlichen Utensilien. „Hast Du etwas Besseres vor? Das ist weiter unsere einzige Spur. Denk an die Tunnel unter Port Grim. Larifa steht auf ähnlich alten Ruinen. Ich verwette meinen zweitbesten Dolch, das wir unter der Mühle einen Zugang finden.“
Joachim überprüfte noch einmal unsre Blessuren aus dem Kampf mit den Doppelgängern. „Das klingt nicht mal so abwegig. Und wir wissen ja, das diese Sihedron-Verschwörung irgendwie mit der alten Kultur zusammen hängt, die auch Larifas Ruinen hinterlassen hat.“ Er zurrte den Verband an meinem Hals etwas zu fest, was mich keuchen ließ. „Also, auf zu nächtlichen Erkundungsgängen!“ Wir schritten also mit vollem Einbrechergepäck die Treppe herunter, als ein Trupp Stadtwachen durch die Vordertür trat.
„Ihr da! Im Namen Larifas, Ihr seid festgenommen!“
Wir wechselten einen schnellen Blick, aber leider keinerlei Informationen, dann rannten wir los, wie vom Hafer gestochen. Ich polterte zurück in unser Zimmer und verriegelte die Tür. Aurelia und Heidrun versuchten Ihr Glück auf dem Dach, Joachim und Mel verlor ich sofort aus den Augen.
Panisch rannte ich zum Fenster, nur, um dort in der Gasse zwei weitere Wachen zu entdecken, die mir hämisch zuwinkten. Meine Gedanken rasten, und eine Art „Plan“ kristallisierte sich heraus. Ich griff mir ein großes Kissen, riss das Fenster auf und streute mit der rechten Hand Goldmünzen aus dem Fenster. Dann, ohne zu prüfen, wie die Wachen reagierten, stürzte ich mich mit dem Kissen als Schutz aus dem ersten Stock. Lasst es Euch gesagt sein – wie weich Kissen auch im Bett wirken, als Schutz gegen Pflastersteine sind sie lausig. Als ich mich aufrappelte, sah ich einen Wächter gemütlich meine Münzen einsammeln, wärend der andere mit lässig in die Hüften gestemmten Fäusten über mir stand.
„Was war das denn, mein Dickerchen?“ Ich ließ das Kissen auf dem Boden und sah in verbeult an.
„Ein Fluchtversuch. Und hundert Goldmünzen sagen, er war erfolgreich.“ Ich reichte ihm einen schweren Beutel von meinem Gürtel. Sein Grinsen offenbarte diverse interessante Lücken in seinem Gebiss, aber auch seinen Hang zur Geschäftstüchtigkeit. Er schnappte den Beutel und lehnte sich an die Wand, nur um dann zu rufen. „Verdammt, er ist uns entwischt. Der Fettmops ist glitschiger, als er aussieht.“ Ich gab alles, was leider überschaubar ist, wenn es Rennen und Klettern angeht. Aber die Götter schienen mir hold zu sein (oder, wie ich im Nach hinein denke, besonders hinterhältig), denn mit Ach und Krach konnte ich meine Verfolger in den Gassen Larifas abhängen. Zu dumm, das ich mich dabei komplett verirrte. Und keinerlei Ahnung hatte, wie ich meine Freunde wieder finden sollte.

Es erschien mir nur logisch, dass ich mich zum Sägewerk durch fragte. Schließlich war das unser Ziel, und ein weiterer Treffpunkt kam mir nicht in den Sinn. Ja, im Nachhinein hätte mir der Temple der Stürme einfallen können, aber ich bin unter Stress nicht unbedingt der Mann mit den besten Entscheidungen. Ich suchte mir ein Versteck in einer der umliegenden Gassen und hoffte, bald meine Freunde auftauchen zu sehen.

Wieder schäme ich mich nicht, zu zu geben, das mir das schnell öde wurde. Eine unbestimmte Zeit später kam mir der Gedanke, das die anderen durchaus auch IN der Mühle sein konnten. Schließlich war ich ganz schön umhergeirrt, bevor ich hier gelandet war. Also machte ich mich katzengleich auf den Weg zur Mühle, um dort an der Tür nach Einbruchsspuren oder anderen Hinweisen zu suchen. Was ich fand, war ein stumpfer Gegenstand. Oder er fand mich. Beziehungsweise meinen Hinterkopf. Ich selber fand nur mich, Stunden später, gefesselt in einem dunklen Karren, zusammen mit Mel. Der nur mitleidig den Kopf schüttelte, als ich ihm erklärte, wie ich hier gelandet war.
„Na das hättest Du Dir auch sparen können. Wir wollten doch zu Wache. Jetzt können wir denen alles erklären.“ Zum Glück konnte Mel im Dunkeln meine Grimasse nicht sehen.
„Ich glaube nicht, dass das hier die Wache ist…“

Die Chabrons

Author: Nils /

 


Aldern Chapron - ist der Adelige den ihr gerettet habt, Sohn von Traver Chapron, Großneffe von Vorel dem Erbauer des Guthauses, der sein Erbe angetreten hat und naja....umkam^^


 
Iesha Chapron die Frau Alderns, die später so aussah


Bleibt noch der Ursprung des Übels Vorel Chapron, der Erbauer des Gutshauses, über den wir wissen das er einst ein wohlhabender Kaufmann aus Larifa war. Die Chaprons werden traditionell mit den Brüdern der Sieben in Verbindung gebracht, einer Gesellschaft von Ehrenmännern, mit Sitz in Larifa.

Der Untergang des Häuters

Author: Nils /

Seid beruhigt, liebe Leser. Aurelia überstand Ihre unfreiwillige Feuertaufe. Von hier an müssten wir also vermuten, das jeder Angriff auf das Haus mit gleicher Münze vergolten werden würde.
Das stellte natürlich unsere Idee mit der Sprengung etwas in Frage. Überhaupt gebe ich zu, diese Mission wurde immer komplexer.
Nach einiger Suche fanden wir dort im Keller denn einen unheimlichen Zugang in eine noch tiefere Ebene, aus der uns der Geruch nach Meer und Verwesung entgegen schlug. Jetzt stellte sich aber die Frage - was täten wir denn dort unten. Wir hatten noch immer kein klares Bild über die Geschichte des Anwesens, und die Erfahrung lehrte uns, das Unwissenheit durchaus zur Katastrophe führen könnte.
Ich will Euch den Rest der grausigen Funde ersparen, die uns im Verhängnis erwarteten, bis auf die eine, die schließlich den Untergang herbeiführte.
Unter dem Dach, in einer schwer verrammelten Kammer, darbte der Leichnam einer jungen Frau dahin. Ja, ich sagte darbte denn diese Leiche war keinesfalls zufrieden mit Ihrem Schicksal. Kaum hatten wir die Tür geöffnet, fegte sie Akbash und Aurelia zur Seite und machte sich auf dem Weg in die Tiefe. Jetzt galt es schleunigst zu handeln, denn uns allen war klar, das es nun zu einer wichtigen Entscheidung kommen würde.
Der Abgrund
Wir folgten der Verstorbenen die Treppe hinunter, und schon bald verloren wir den Überblick, wie tief wir inzwischen waren. Sicher war nur, das wir in einem Bereich waren, der deutlich älter war als das Verhängnis. Wahrscheinlich waren diese Ruinen aus derselben Zeit wie die verborgenen Tempel unter Port Grim.
Ein mysteriöser, schneckenförmiger Abgang führte uns immer tiefer in die Felsen der Klippe. Der Leichnam vor uns bewegte sich mit schlafwandlerischer Sicherheit, während wir zögerten, den feuchten, mit Pilz und Moos überwucherten Abstieg zu meistern. Am Ende erreichten wir eine massive, eichene Tür, beschlagen mit Eisen und bewachsen mit denselben wuchernden Parasiten, die auch den Anhang bevölkerten.
Mit monotoner Regelmäßigkeit ließ unsere tote Fremdenführerin Ihre Fäuste gegen das Holz krachen. Ich gebe zu, das es uns noch deutlich mulmig wurde als wir erkannten, das sie mit dieser Strategie Erfolg hatte. Mit bloßen Händen zerschmetterte sie eine Tür, die wir ohne schweres Gerät nie überwunden hätten. Bis heute wissen wir nicht genau, was diese furchtbare Kreatur oben in Ihrem Zimmer gehalten hat, war sie doch fähig, das gesamte Anwesen Stein für Stein niederzureißen.
Nachdem die letzte Barriere gefallen war, schritten wir vorsichtig in das finstere Herz des Verhängnis...
Vereint im Tode
Dort erwartete uns das, was von dem bemitleidenswerten Erben des Anwesens übrig geblieben war. Eine Kreatur, die kaum noch Ähnlichkeit mit dem jungen Adligen hatte, den wir vor über einem Jahr vor den Goblins von Port Grim retteten. Einzig seine Kleidung, selbst in seinem grausam veränderten Zustand noch makellos in der Farben der Chabrons, identifizierte ihn als das letzte Opfer des Fluchs.Hätten wir sein Schicksal damals vorher gesehen, vielleicht hätten wir ihn besser den Monstern überlassen, bevor er selbst zu einem wurde.


"Willkommen, willkommen. Endlich seid Ihr hier, um Euch der Leute anzuschließen, mein liebster Akbash. Und nicht nur das, Ihr habt meine Geliebte gefunden ! Es geht doch nichts über die Familie." Mit tänzerischen Schritten näherte er sich dem Leichnam, sein sägenartiges Mordinstrument schwang beinahe vergessen an seiner Seite.
"Komm im meine Arme, Geliebte! Lass uns tanzen auf unser neues Leben!"
Der Leichnam zögerte. Wie ein Tier, das nicht verstand, legte sie den Kopf schief und starrte die bizarre Gestalt des Häuters an. Der Bann brach, als er die Arme um sie legen wollte. Mit einem gepeinigten Aufschrei stieß sie ihn zurück.
"Was denn, meine Liebe. Trägst du mir tatsächlich etwas nach, das ich meinem Alten Leben getan habe?" Er zuckte mit den Schultern. "Akbash, was ist mit dir? Ein Tänzchen?" Er hob seine freie Hand.
Akbash hob sein Rapier und richtete es auf das Herz des Häuters .
"Gerne - aber wir tanzen nach meinen Regeln."
Das Monster riss seinen Kopf in den Nacken und kreischte vor Lachen. "Deshalb MUSST du Teil der Meute werden. Niemand bringt mich so um Lachen wie Du. Ich-" Sein Monolog wurde rüde unterbrochen, als der Leichnam sich auf ihn warf und zu Boden riss.
Akbash kicherte und rief uns über die Schulter zu: "kommt schon, die Kleine hat recht . Sein Gelaber war schon immer anstrengend." Und damit warf er sich ins Getümmel.
Aus den pilzüberwucherten Wänden platzten weitere Ghule hervor, und im Null Komma Nichts verwandelte sich der Keller in ein Schlachtfeld. Akbash und der Leichnam malträtierten den Häuter, während Mel und Heidrun die Ghule zurück hielten. Aurelia und ich suchten nach einem Weg zu helfen, ohne Häutung oder Ghulbisse zu riskieren.
Aurelias scharfe Augen fanden dann auch bald unser nächstes Problem.
"Eberhard, siehst du den Haufen Pilz und Schimmel an der Rückwand?" Sie deutete auf eine gewaltige Fläche des widerlichen Bewuchses im Hintergrund der Höhle.
"Ist jetzt die Zeit für ein Schimmelproblem?" Gab ich zurück, während ich eine Gelegenheit zum Schuss auf den Häuter suchte.
Ihre Hand traf mich am Hinterkopf. "Schau hin. Das muss er sein. Der erste Chabron!" Ich folgte Ihrem Blick und erkannte, was  sie meinte. Inmitten des Gewuchers war eine Gestalt auszumachen , gebeugt, den Mund zum ewigen Schrei der Verzweiflung verzerrt.
"Oh- du meinst DAS ist bei seiner Unsterblichkeit rausgekommen?" Ich packte Joachim bei der Schulter, der grade einen Funkenzauber auf einen der Ghule geworfen hatte.
"Joachim, wenn das da der Grund für den Fluch ist - was sollten wir dann tun?"
Er zögerte kurz, dann tippte er auf das Zauberöl an meiner Seite. "Pilzbefall brennen wir mit heissen Kohlen aus." Aurelia stöhnte. "Ja, es schien ihm nicht zu gefallen, als wir Ihn angezündet haben." Sie fuhr sich über die grade erst magisch geheilte Haut an Ihren Armen.
Dann schnappte sie die Flaschen von meinem Gürtel.
"Ich schmeiße die Flaschen, du die Fackel." Sie wandte sich dem Kampf zu. "Mel, Akbash, Heidrun! Plan B!" Dann begann sie zu werfen.
Akbash duckte sich unter einem Schwinger des Häuters, nagelte einen seiner Füsse mit seinem Parierdolch fest und rief über die Schulter. "Warum enden alle unsere Abenteuer mit Plan  B? Und warum ist das überhaupt Plan B?"
Heidrun und Mel trieben die Ghule derweil in die sich rasch ausbreitende Pfütze Zauberöl.
Ich überlegte kurz. Dann warf ich die Fackel in hohem Bogen über die Ghule und verwandelte die halbe Höhle in ein flammendes Inferno. Dann rief ich zurück: "'Brennt alles nieder!' hat einfach dieses gewisse etwas!"

Ich gebe offen zu, danach verlor ich in dem ganzen Rauch den Überblick. Schreie, Säbelgerassel, ein Aufbäumen des ganzen Hauses - ich kroch auf allen vieren heraus und schaffte es dann auch noch irgendwie die Treppe nach oben zu kommen. Ich denke, es war Mel, der dann am Ende noch die Fässer ins Haus rollte und das elende Anwesen restlos in Schutt und Asche legte. Wie auch immer es am Ende war, das Verhängnis ist nicht mehr. Und die Ghulmorde haben ein Ende. 

Aber...

Da gab es noch zu viele offene Enden. 

Ein Brief, gefunden zwischen den Unterlagen des wahnsinnigen Experimentators,  der auf einen Plan nach der Verwandlung des Häuters verweist., gespickt mit Hinweisen auf das Sihelion-Ritual.

Die Überlebenden Nachfahren des Hauses Chabron. 

Die Käfige für die Monströsitäten, gefertigt von einem Laden namens "Pucks Feinmechanik". 

Ein löwenköpfiger Schlüssel, den der Häuter am Körper trug, und der zu keiner Tür im "Verhängnis passte. 

Und all diese Spuren führen nach Larifa, Perle von Maracasar, das Tor zum Südmeer. Dorthin also würden unsere Schritte als nächste führen.


Das Verhängnis der Chabrons

Author: Nils /

Das Verhängnis der Chabrons

In den Überresten des Gruftschreckens fanden wir eine kleine Truhe, die sich nur mit viel Wohlwollens ob unserer Schlösserkundigen Aurelia öffnen wollte. Darin der Truhe war ein Schlüssel, dessen Griff das Wappen der einer der alten Adelsfamilien von Maracasar darstellte, den Chabrons.
http://img4.wikia.nocookie.net/__cb20120825075830/finalfantasy/images/c/c6/Eureka_Key_FFIII_Art.png

Wir machten uns also auf den Heimweg nach Port Grim. Zu Fuß war die ganze Reise noch deutlich strapaziöser als mit dem Boot, aber im großen und ganzen dauerte es auch nur wenig länger. Zurück in Port Grim mussten wir erfahren, das es auch hier nicht still geblieben war. Es war in den Nächten zu Hetzjagden gekommen, bei denen 2 weitere Menschen dahin gerafft wurden. Ihre Verwundungen ließen auf Ghule schließen, wie wir sie jetzt schon zur Genüge kannten.

Wir streckten unsere Fühler aus, um mehr über die Chabrons zu erfahren, und der Sheriff riet uns, eine alte Dame namens Mvashit aufzusuchen, angeblich eine Seherin. Nun, wir waren immer geneigt weitere interessante Persönlichkeiten des schönen Port Grim kennen zu lernen, und die Gute erwies sich denn auch als ein Quell des Wissens.

Die Chabrons hatten Verbindungen zur Gesellschaft der 7 aus Larifa und wollte mit Zweiklippen eine Konkurrenz zu Port Grim aufbauen..Dazu bauten Sie ein Anwesen auf einer der beiden Klippen und legten darunter eine Siedlung an. Eins kam zum anderen, und schließlich wurde Zweiklippen von einer Seuche dahin gerafft. 20 Jahre später versuchten die Nachfahren, es aufzubauen. Aber da schien sich schon ein Fluch über das Anwesen gelegt, zu haben, denn das endete mit dem Tod von Hakan Chabrons Eltern. Seitdem bezeichnen die Port Grimmer den Ort nur noch als das „Verhängnis“.

Hakan waren wir tatsächlich schon begegnet – er war einer der wenigen Anwohner von Port Grim, die sich beim Angriff der Goblins nicht versteckt hatten, sondern sich mit den Invasoren anlegte, und wir konnten Ihn aus einer üblen Schlägerei mit einem der Goblinhunde retten. Seitdem hatten wir aber nichts mehr von ihm gehört.

Offensichtlich versucht Hakan inzwischen mit Crosby, dem einohrige Verwalter, das Verhängnis wieder aufzubauen und zu beziehen. Das klang nun wiederum für uns alle nach einer absolut hirnrissigen Idee. Joachim konnte schließlich ein Lied davon singen, wohin einen tolle Erbschaften in Adelsfamilien so bringen. Heidrun erinnerte sich, das der Gruftschrecken auch nur ein Ohr hatte... Na großartig, blieb uns nur zu hoffen, das unsere einschlägigen Erfahrungen mit Erbflüchen uns diesmal helfen würden, dem Problem vorher Einhalt zu gebieten.

Als wir Madame Mvshit verlassen, treffen wir wie befürchtet auf eine dieser Hetzjagden – es sind Ghule, also hat die Seuche auch Port Grim erreicht. Wir können den Sheriff noch rechtzeitig warnen, als die Leichen in seinem Keller auch schon zu untoten Schrecken werden, mit denen wir aber kurzen Prozess machen.

Auf zum Verhängnis

Es hilft alles nichts, wir müssen zur Quelle dieses Problems vordringen. Es erweist sich nicht als trivial, ein Schiff zu chartern. Orte mit Namen wir „Verhängnis“ und mit Seuchen und Selbstmord in Ihrer Geschichte ermutigen Seeleute selten, dort anzulegen. Aus irgendeinem Grund ist die Begeisterung meiner Gefährten denn auch begrenzt als ich vorschlage, selbst ein Schiff zu kaufen und unter meiner Führung dorthin zu segeln. Akbash murmelte irgendwas von „kann man ja gleich am Meeresgrund laufen“ und Heidrun bestand darauf, das wir immer in Sichtweite des Ufers fahren, aber bloß nicht zu nah.

Um nicht unbedarft in die Villa zu stolzieren, sammelten wir Schießpulver, Fackeln, Zauberöl und Strickleitern, Handschellen und ähnliches. Vielen Geisterhäusern hätte eine Heißrenovierung gut getan, allerdings bestand noch die Hoffnung, das wir Hakan befreien könnten.

In den zwei Jahrzehnten seit dem letzten Wiederaufbau hatte sich der Dschungel von Maracasar Zweiklippen nahezu gänzlich zurück geholt. Zum Glück stand eines der Piere noch, so das wir beinahe problemlos anlegen konnten. Ich bestehe weiterhin darauf, das unsere Probleme am Unverständnis meiner Mannschaft liegen – meine seemännischen Fachausdrücke könnten sie langsam aber auch mal verstanden haben. Nun, da wir das Boot gut vertäuten, würde es wohl trotz des Lecks nicht untergehen, also konnten wir uns aufmachen, den Aufstieg zum „Verhängnis“ zu finden. Was sich ober der überwucherten Ruinen allerdings als echte Herausforderung darstellte. Nachdem wir uns fast zwei Stunden durch Unterholz gehackt hatten, fanden Heidruns scharfe Augen schließlich den Pfad, der auf die Klippen führte, so das wir die Handkarre mit unserer Ausrüstung nachholen konnten.

Was soll ich sagen – das Haus erfüllte all unsere Erwartungen und viele unserer Befürchtungen.
https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjR-6xjwkfADPzLpXJmazDFjLDRNAHtjw7xpcd0s8GukzSO1QP_enmPM339U1v12tHnvYGL4RQtNiu57631TgLd0PRxXGQ08Z1oLXrbyiQI6vOlc1AavlmRrM0in88otpRbVfYB46erSPTG/s1600/Misgivings.jpg

Wir erwägen ernsthaft, das Haus mittels mitgebrachten Schießpulvers zu sprengen. Was immer für ein Übel darin verbirgt, ein paar Tonnen Steine sollten es erst mal eindämmen. Akbash glaubt allerdings nicht, das sprengen hilft und will die Hütte erst mal untersuchen. Er ist überzeugt davon, das er seinem Fluch eh nicht entgehen kann, und so herunter gekommen das ganze Anwesen auch aussieht, vielleicht fände sich ja doch noch die ein oder andere nützliche Trophäe für unser Foyer. Gesunde Einstellung.

Was soll ich sagen - im Foyer empfangen uns diverse Trophäen, inklusive eines Mantikors! Daraufhin löst sich ein Schuss - ja, ich habe mich erschreckt. Ein Mantikor ist unheimlich, bei Sigmar! Wir lassen ob der Sperrigkeit erst mal unseren Sprengstoff hier, bevor wir den Rest des Anwesens untersuchen.

Ab jetzt verwandelt sich das ganze in eine ausgewachsene Geistergeschichte – glaubt mir, meine Freunde, das nächste mag sich nüchtern oder gar lustig lesen, aber dabei gewesen zu sein, hat meine Unterwäsche schwer in Mitleidenschaft gezogen!

- Im Musikzimmer verfalle ich einem magischen Piano. Ich werde zum Tanz mit einer strangulierten Braut gezwungen, der mich panisch und erschöpft zurück lässt.

Im Badezimmer lauert in einem Badezuber eine widerliche aufgeblähte Ratte, die Akbash zum Glück schnell und geschickt aufspießt. Ein widerliches Vieh!

Als nächstes wird Aurelia vom Geist einer Frau besessen, die Angst vor Ihrem Mann im Keller und mit Ihrem Kind (Johannes) aus dem Haus fliehen muss. Als wir Ihr folgen, wird Mel von einem flammenden Mantikor angefallen! Direkt neben unserem Schießpulver!

Zum "Glück" wird nur er versengt. 

Im Keller fackelt Aurelia ein Rattennest ab, daraufhin übergießt Sie sich selbst mit Zauberöl und ich zünde Sie an. Ja, geneigte Leser, Ihr habt richtig gelesen. Und an dieser Stelle unterbrechen wir für eine kurze Verschnaufpause.




Midgard-Tagebuch - Februar

Die Akbash-Akten Teil I

Alte Lasten

Zunächst einmal ein Abschluss unter das Kapitel der Gräfin Del Mar – oder wie immer Ihr wahrer Name ist. Der Umfang Ihrer Täuschungen ist - gelinde gesagt – deutlich größer als von uns erwartet. Nicht nur, das Sie unsere geheime Ladung, mit der wir vor mittlerweile 2 Jahren aus Middenheim aufgebrochen sind, an sich gebracht hat und uns dann mehr oder weniger in Ihr Gefolge zwang. Sie hat uns dann auch noch mit diesem Sprengstoff allein gelassen. Nun liegt das Marniefest in unseren Händen. (Alleine der Titel übrigens lässt mich mal wieder daran zweifeln, ob unser Adel wirklich die beste Alternative ist, ein Land zu regieren)

Die Inhalte sind – brisant. Der Aufstieg unseres geliebten Königs Richard Todbringer mit Hilfe seiner tapferen Gefährten Helena der Schönen, Vangard dem Elementarmeister, Deborah der Bardin, dem edlen Wilden Geschmeidige Kralle und dem mysteriösen Dreckbart lesen sich aus Ihrer Sicht eher wie das verzweifelte Wühlen in den Abgründen der imperialen Gesellschaft, durchzogen von Mördern, Kutlisten und korrupten Politikern. Und das Erbe der Wittgensteins und der purpurnen Hand scheint auch bis Maracasar zu reichen.

Ich kann nur hoffen, das mit dem bizarren Tod der Gräfin und Sandros auch unsere Verknüpfungen mit dieser Intrige ein Ende finden. Zwar ist unser aller Stolz (inklusive des Sheriffs) ein wenig angeschlagen ob unserer Misshandlung der merkwürdigen Elfen auf der Sonnentänzer, aber jedes Abenteuer, das man überlebt, war ein gutes Abenteuer. Mit der Entschädigung der Reikwasser Handelsgesellschaft und der Rückgabe Ihres Schiffes ist auch hoffentlich dieses Kapitel abgeschlossen.

Neue Investitionen

So werfen wir uns denn freudig in unsere neue Rolle inmitten der Gesellschaft von Port Grim. Unser erstes Dinner, bei dem wir unsere neue Gesellschaft und die Unterstützung der Glaserfamilie verkündet haben, war ein voller Erfolg. Die Häuser von Port Grim sind nicht begeistert, einen neuen Spieler auf dem Feld zu haben, aber sowohl der Sheriff als auch Bürgermeister Wrack heißen uns willkommen.

Ich bin mir sicher, die Gesellschaft für Erkundung und Abenteuer wird ein großer Erfolg! Ich habe beim örtlichen Schmied schon mal Siegelringe mit unserem Emblem und ein großes Schild für unser Haupthaus in Auftrag gegeben. 


Neuer Ärger

Gesellschaft für Erkundung und Abenteuer
Mehr als eine Woche der Ruhe und Entspannung war uns leider nicht vergönnt. Schon kurz nach unserem Bankett rief uns der Sheriff zu sich, um uns seine Sorgen anzuvertrauen.
Offensichtlich treibt ein Mörder sein Unwesen im schönen Port Grim. Gerade erst hat sich das Städtchen vom Schrecken des Hackebeil-Mörders erholt (eine Episode, die wir auf See wohl verpasst haben), da schlägt eine neue Gestalt zu – die Hoheit.

Diese Gestalt hat wiederholt zugeschlagen und auf grausamste Art und Weise Ihre Opfer verstümmelt und ermordet – mit äußerst unklaren Motiven. Zu Ihren bisherigen Opfern gehören eine Bande von Trickbetrügern und der Besitzer eines Sägewerks, sowie seine Geliebte.

Da das ganze so kurz nach der letzten Mordserie geschehen ist, und offensichtlich auch noch während des Sklavenmarktes, bittet der Sheriff uns um unsere Unterstützung.

Der Tatort in der Stadt offenbart grausame Details und wirft diverse Fragen auf. Zunächst entdecken wir das Symbol des Septhelions, des siebenstrahligen Sterns der alten Zivilisation von Maracasar. In den Ruinen unter der Stadt waren wir schon auf diese Symbole getroffen – nicht zuletzt trägt Akbash ein magisches Amulett in dieser Form.

Die Spuren weisen auf einen bemerkenswerten Täter hin – er hat einen Fluss durchschwommen, das Dach katzengleich erklommen und konnte den kräftigen Sägewerksbesitzer samt seiner Geliebten überwältigen, obwohl dieser sich offensichtlich sogar mit einer Axt zur Wehr setzte. Und an der Axt sind noch Spuren von Fleisch, das unnatürlich stark nach Verwesung stinkt…

Und der Probleme nicht genug, hat die Hoheit offensichtlich auch noch Gefallen an unserem guten Akbash gefunden! Beim Untersuchen des Tatorts fanden wir wahrhaftig einen Brief, der direkt an Ihn gerichtet ist. Er soll sich der Hoheit hingeben, steht dort.

Akbash streitet jedwede Verbindung mit irgendwelchen Hoheiten vehement ab. Zwar hat er in seiner Zeit hier in Port Grim diverse Bekanntschaften gemacht, sowohl freundlicher als auch amouröser Natur, aber von einer Hoheit war da nichts zu entdecken.

Bei unseren Recherchen decken wir dann noch schmutzige Geschäfte mit einer der berüchtigteren Adelsfamilien von Port Grim auf und dem männlichen Opfer wird ein gar übler Leumund angehängt (ein Schwerenöter und Filou soll er gewesen sein), aber diese Spuren sind kalt, denn keiner seiner Feinde würde sich eines solch exotischen Mordmittels bedienen.

Unsere Erkundungen bezüglich der alten Kultur Maracasars führen uns zu Professor Wassweissich . Er postuliert so einige Theorien ob der Religion der damaligen Herrscher, offensichtlich eine götterunabhängige Verehrung von sieben Tugenden. Kurz vor dem Fall des Reichs hat es dann wohl eine Pervertierung dieser Tugenden in entsprechende Sünden gegeben, was dann wohl ein Faktor zum Niedergang dieses Reiches war. So verfielen die Paragone der Kühnheit mehr und mehr dem Zorn und der Raserei, Liebe wurde zu Lust und Ambition zu Gier.

Ob es sich hier um jemanden handelt, der diese alten, verdorbenen Riten wieder aufleben lassen will?

In die Wildnis

Uns bleibt nur, die Aussage des einzigen Überlebenden der ersten Tat der Hoheit zu suchen. Unglücklicherweise hat dieser den Verstand verloren und ist in ein Sanatorium eingewiesen worden, das eine Tagesreise entfernt in der Wildnis liegt. Ich kann verstehen, das man solche Orte nicht in der Stadt haben will, aber eine vernünftige Straße hätte man ja dorthin bauen können.
Schon nach wenigen Stunden wird mir klar, warum die Erkundung Maracasars so schleppend voran geht. Das Inland ist eine schwitzige, feuchte und moskitoverseuchte Hölle! Kaum ist der Strand außer Sicht, legt sich eine solch widerlich drückende Hitze über uns, das ich am liebsten direkt umgekehrt wäre.
Trotz allem genossen wir die Aussicht und die Naturwunder des wilden Maracasar – wie Goblinhorden, die mit Riesenkrokodilen kämpfen und so weiter. Bis wir schließlich das feine Haus des Magister – Soundso erreichten.
Villa des Wahnsinns

Zu sagen, der Verwalter des Hauses war nervös, als wir um seine Hilfe baten, wäre ungefähr so als würde ich behaupten Mel wäre manchmal schwer zu durchschauen. Eine Sigmar-schändliche Untertreibung.

Nachdem wir mit goldenen Zungen, Drohungen und Bestechungsgeldern endlich Einlass in seine Hütte gefunden hatten, führte uns eines dieser domestizierten Echsenwesen in die Sicherheitszellen, wo sich der Überlebende dann auch mitsamt kuscheliger Zwangsjacke befand. Unsere rustikalen, aber zivilen Verhörmethoden drangen denn auch recht schnell durch den Nebel im Kopf des Insassen. Unglücklicherweise schienen sie auch eine Art ein trainierte Reaktion hervorzurufen. Der Gute begann nämlich zu leuchten und sabberte Dinge wie „Die Hoheit erwartet Dich! Schließ- Dich der Meute an!“ und ging dann dazu über, Akbash anzugreifen. Da hatte er sich den richtigen ausgesucht, und kurz darauf ging der Patient zähnespuckend zu Boden.

Daraufhin kam es dann zu einem unglücklichen Missverständnis zwischen dem Verwalter und meiner Wenigkeit – es könnte sein, das ich während des Gesprächs kurz zur Pistole gegriffen habe, um ein Argument zu verdeutlichen. Ihr wisst ja, wie das manchmal so ist. Nun, jedenfalls reagierte dieser Mensch komplett über, bezichtigte uns des Einbruchs und Überfalls und ergriff die Flucht. Nun, man kann nicht mit jedem befreundet sein, und es hätte ja alles gut ausgehen können, aber dieser unverantwortliche Mann hatte doch tatsächlich nichts Besseres zu tun, als uns eine rasende Werratte auf den Hals zu hetzen!

Nun, dank der starken Arme von Heidrun und Akbash konnten wir das Monster zurück in die Hölle schicken, aus der es ersteigen war, doch beide Recken wurden zuvor von dem Untier gebissen. Nun ist das normalerweise dank Joachims Heilkünsten kein größeres Hindernis, aber diesmal schien unser guter Doktor in Sorge.

„Die Lykantropie ist eine hinterhältige Krankheit, sowohl schwer zu diagnostizieren als auch nahezu unmöglich zu heilen. Tatsächlich ist man sich unter Gelehrten noch nicht mal sicher, ob es sich tatsächlich um eine Krankheit oder um eine Abart der Besessenheit oder der Flüche handelt. Um es kurz zu fassen – ich persönlich kann nicht sagen, ob Ihr Euch angesteckt habt oder nicht. Und falls es so ist, muss ich Rat suchen, um Euch zu helfen.“

Das wog uns nicht gerade in Sicherheit. Wir mussten uns der harten Frage stellen, ob wir die beiden mit solch einer möglichen Krankheit mit zurück nach Port Grim nehmen konnten. Schlussendlich waren wir uns aber einig, das Sie dort deutlich besser aufgehoben wären als in diesem Irrenhaus.

Der Mann hinter dem Doktor

Unserem Verlassen dieses ungastlichen Ortes standen nun leider noch ein paar Hindernisse im Weg, teilweise von stark schuppiger Art. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern, ließ ich mich auf eine Diskussion mit dem Besitzer dieses merkwürdigen Ortes ein. Zur allgemeinen Überraschung handelte es sich hier nicht um den Doktor, der uns empfangen hatte, sondern um eine zwielichtige Gestalt, die sich „Der Magister“ nannte. Es schien wohl ein gebildeter Mensch zu sein, aber so einiges schien uns denn doch merkwürdig, nicht zuletzt die komplette Absenz der summenden Plagegeister, die uns seit dem verlassen der Küste unentwegt zur Ader gelassen hatten.

Der Mann gab sich zivilisiert, wollte aber keineswegs unseren Argumenten trauen, die zur Mitnahme von Akbash und Heidrun nötig waren. Zwar konnte ich ihm einige vernünftige Punkte nicht absprechen, aber alles in allem war er doch recht uneinsichtig.

So verfielen wir auf die alte Kjull'sche Regel „wenn die Verhandlung nicht läuft, steig übers Dach ein“. Unter Vortäuschung der Kooperation ließen wir also Heidrun und Akbash zurück und ließen dann Aurelia mittels unserer magischen Säge den Weg in die Freiheit bahnen. Ich denke nicht, das der Magister weiter am Sponsoring seines Heims durch die Gesellschaft für Erforschung und Abenteuer interessiert ist...

Ghule auf den Feldern
Nun wollten wir uns auf den Rückweg nach Port Grim machen, doch noch in der finsteren Nacht stolperte uns ein Notsuchender Bauer in die Arme. Der Gute war schwer verletzt und offensichtlich gepeinigt von schlimmen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit.

Er war nicht besonders kohärent, aber alles deutete daraufhin, das es ein furchtbares Gemetzel gegeben hatte unter den örtlichen Farmern, angerührt von – Vogelscheuchen? Nun, was immer es war, wir mussten dort nach dem Rechten sehen. Es waren der Zufälle dann doch einige zu viele, wenn wir auf der Suche nach einem Mörder dann auf weitere Morde auf den Feldern stießen.

Was wir dort fanden, ist schwer, in Worte zu fassen. Das Grauen, die uns erwarteten, hatte epidemische Ausmaße angenommen, und sprach von unfassbarer Grausamkeit. Menschen, die zum sterben an Pfähle gebunden und in die Felder gestellt wurden, wo sie sich dann in grässliche fleischfressende Ghule verwandelten. Eine ganze Scheune voller Leichen, aufgetürmt zu einem grässlichen Haufen zum Mahl der Leichenfresser.

Und zuletzt ein Gruftschrecken, ein Monster, das sich in einen Schwarm von Ungeziefer zu verwandeln vermochte und Blitze finsterer Energie aus seinen Händen schießen konnte, Nun, aus der Tatsache, das Ihr diese Zeilen lesen könnt, ist zu schließen, das wir über all diese Grauen obsiegten, aber unsere Herzen und Seelen werden sich vielleicht nie von den Erlebnissen erholen. Schließlich verloren wir auch jene Männer und Frauen, die wir noch lebendig fanden, und mussten manches Mal mit an sehen, wie sie sich vom Tode erhoben und Ihre klammen Hände um unsere Hälse legen wollten. Gerade Joachim schien schwer erschüttert, stellte dies doch seine Berufung als Heiler in Frage, als Ihre Leben durch seine Hände glitten.

In den Überresten des Gruftschreckens fanden wir schließlich den Hinweis, der uns zur Quelle all dieses Übels führen sollte.

Ausgaben diesen Abend:
400 Gold für Krafttrünke bei Churun Elfe
800 Gold für diverse Ausrüstung.
Schiff gemietet für 300
Interesse an Schiff bekundet.

Eberharts Resietagebuch, Januar

Auf der Wellenreiter

„Eine Million Goldkronen. Eine – Million – Goldkronen. Eine MILLION Goldkronen. Eine-AU“ Eine leere Flasche prallte von Eberharts immensem Bauch ab und verschwand in der Südsee.
„Wir haben es verstanden, es ist viel Gold. Aber wenn Du es noch genießen willst, solltest Du aufhören, diese Zahl herunterzubeten.“
Weißhaar hing irgendwo unter der Rah in den Wanten und öffnete die nächste Flasche.
Indigniert erhob sich Eberhart auf seine watschelnden Füße.
„Seid Ihr Euch auch nur im entferntesten bewusst, was diese Summe bedeutet?“
Johann meldete sich sofort: „Unabhängigkeit von der Weißen Hand!“
Aurelia kam kurz danach „Rum, zwei kräftige Burschen mit Palmfächern, und ein Plätzchen an der Sonne“
Heidrun blickte versonnen in die Ferne. „Das sie uns endlich alle in Ruhe lassen.“
Mel lächelte nur still in sich hinein und kritzelte etwas in ein Büchlein.
Akbash ließ sich elegant an einem Seil von der Rah herab.
„Ehrlich gesagt, nein. Was bedeutet es?“
Eberhart wandete sich ab und blickte dem Horizont entgegen, hinter dem Marakasar wartete.

„Da ist das Problem. Es kann ALLES bedeuten. Mit einer solchen Summe sind wir nicht mehr irgendwelche Bauern auf dem Spielfeld. Das ist genug Geld, um etwas zu verändern. Und es ist zu viel Geld, als das es geheim bleiben könnte. Wir sollten also über die Konsequenzen nachdenken.
Als ich mit Euch aufbrach, da dachte ich daran, irgendwo einen kleinen Profit herauszuschlagen. Ich dachte an eine Kutschenverbindung zwischen Middenheim und Altdorf, später dann eine Ladung exotischer Hölzer von den Inseln nach Marienburg, solche Dinge. Jetzt? Jetzt könnte ich daran denken, mich in die Südmeergesellschaft einzukaufen. Wir könnten die Marquis kaufen und die Herrscher hinter dem Thron von Port Grim werden. Fakt ist – wir sind ein politischer Faktor. In einer sehr brisanten politischen Lage. Marakasar hat sich erst vor kurzem unabhängig erklärt, und das Imperium ist nicht begeistert. Die Südmeergesellschaft will sich auf der ganzen Insel etablieren und nutzt dazu alle Möglichkeiten von Handelsblockade über Bestechung bis – wer weiß, wie weit sie gehen. Wir sollten also scharf überlegen, mit wem wir uns verbünden wollen.“

Johann schüttete ein wenig Wasser in seine Hände. „Ich bin ein Sturmgeborener- ich muss zumindest zum Tempel zurück und berichten, das unsere Mission erfolgreich war.“

Akbasch nahm einen weiteren Schluck Rum. „Und wir wissen immer noch nicht genau, was dieser komische Tempel unter der Glashütte zu bedeuten hatte. Könnte mir vorstellen, dass da noch mehr Ärger wartet.“

Aurelia stupste Eberharts Bauch an. „Du willst doch auch zu diesem Zuckerbäcker zurück, gib’s zu. Und ich könnte mir vorstellen, den guten Ramirez zu kaufen und ihm die Freuden der Freiheit zu zeigen.“
Heidrun nickte versonnen beim Gedanken an Ramirez starke Arme und seinen knappen Lendenschurz.
„Es wäre auf jeden Fall schön, mal etwas zur Ruhe zu kommen. Einen Platz, wo man den Mantel aufhängen und die Füße hochlegen kann.“
„Eine Operationsbasis“ murmelte Mel. „Aber wir brauchen auf jeden Fall einen sicheren Lagerplatz für das Gold. Was haltet Ihr vom Distelkopf?“

Johann nickte zustimmend. Eine gute Idee – ein abgelegener Ort, den außer ein paar Goblins nur wir kennen, mit einem geheimen Zugang vom Wasser. Solange jemand anders als Eberhart steuert, sollte das klappen.“

„Nur Kritik bekommt man, nur Kritik. Aber das hört sich doch nach einem Plan an. Wir lagern das Gold im Distelkopf und kehren dann ruhmreich nach Port Grim zurück, um dort erst mal angesehen Bürger zu werden. Vielleicht fehlt Ihnen ja noch immer ein Hafenmeister?“

In dem Moment erscholl ein Ruf aus dem Krähennest.

„Marakasar voraus!“