Midgard-Tagebuch - Februar
Die Akbash-Akten Teil I
Alte Lasten
Zunächst einmal ein Abschluss unter
das Kapitel der Gräfin Del Mar – oder wie immer Ihr wahrer Name
ist. Der Umfang Ihrer Täuschungen ist - gelinde gesagt – deutlich
größer als von uns erwartet. Nicht nur, das Sie unsere geheime
Ladung, mit der wir vor mittlerweile 2 Jahren aus Middenheim
aufgebrochen sind, an sich gebracht hat und uns dann mehr oder
weniger in Ihr Gefolge zwang. Sie hat uns dann auch noch mit diesem
Sprengstoff allein gelassen. Nun liegt das Marniefest in unseren
Händen. (Alleine der Titel übrigens lässt mich mal wieder daran
zweifeln, ob unser Adel wirklich die beste Alternative ist, ein Land
zu regieren)
Die Inhalte sind – brisant. Der
Aufstieg unseres geliebten Königs Richard
Todbringer mit Hilfe seiner tapferen Gefährten Helena der
Schönen, Vangard dem Elementarmeister, Deborah der Bardin, dem edlen
Wilden Geschmeidige Kralle und dem mysteriösen Dreckbart lesen sich
aus Ihrer Sicht eher wie das verzweifelte Wühlen in den Abgründen
der imperialen Gesellschaft, durchzogen von Mördern, Kutlisten und
korrupten Politikern. Und das Erbe der Wittgensteins und der
purpurnen Hand scheint auch bis Maracasar zu reichen.
Ich kann nur hoffen, das mit dem
bizarren Tod der Gräfin und Sandros auch unsere Verknüpfungen mit
dieser Intrige ein Ende finden. Zwar ist unser aller Stolz (inklusive
des Sheriffs) ein wenig angeschlagen ob unserer Misshandlung der
merkwürdigen Elfen auf der Sonnentänzer, aber jedes Abenteuer, das
man überlebt, war ein gutes Abenteuer. Mit der Entschädigung der
Reikwasser Handelsgesellschaft und der Rückgabe Ihres Schiffes ist
auch hoffentlich dieses Kapitel abgeschlossen.
Neue Investitionen
Ich bin mir sicher, die Gesellschaft
für Erkundung und Abenteuer wird ein großer Erfolg! Ich habe
beim örtlichen Schmied schon mal Siegelringe mit unserem Emblem und
ein großes Schild für unser Haupthaus in Auftrag gegeben.
Neuer Ärger
| Gesellschaft für Erkundung und Abenteuer |
Offensichtlich treibt ein Mörder sein
Unwesen im schönen Port Grim. Gerade erst hat sich das Städtchen
vom Schrecken des Hackebeil-Mörders erholt (eine Episode, die wir
auf See wohl verpasst haben), da schlägt eine neue Gestalt zu –
die Hoheit.
Diese Gestalt hat wiederholt
zugeschlagen und auf grausamste Art und Weise Ihre Opfer verstümmelt
und ermordet – mit äußerst unklaren Motiven. Zu Ihren bisherigen
Opfern gehören eine Bande von Trickbetrügern und der Besitzer eines
Sägewerks, sowie seine Geliebte.
Da das ganze so kurz nach der letzten
Mordserie geschehen ist, und offensichtlich auch noch während des
Sklavenmarktes, bittet der Sheriff uns um unsere Unterstützung.
Der Tatort in der Stadt offenbart
grausame Details und wirft diverse Fragen auf. Zunächst entdecken
wir das Symbol des Septhelions, des siebenstrahligen Sterns der alten
Zivilisation von Maracasar. In den Ruinen unter der Stadt waren wir
schon auf diese Symbole getroffen – nicht zuletzt trägt Akbash ein
magisches Amulett in dieser Form.
Die Spuren weisen auf einen
bemerkenswerten Täter hin – er hat einen Fluss durchschwommen, das
Dach katzengleich erklommen und konnte den kräftigen
Sägewerksbesitzer samt seiner Geliebten überwältigen, obwohl
dieser sich offensichtlich sogar mit einer Axt zur Wehr setzte. Und
an der Axt sind noch Spuren von Fleisch, das unnatürlich stark nach
Verwesung stinkt…
Und der Probleme nicht genug, hat die
Hoheit offensichtlich auch noch Gefallen an unserem guten Akbash
gefunden! Beim Untersuchen des Tatorts fanden wir wahrhaftig einen
Brief, der direkt an Ihn gerichtet ist. Er soll sich der Hoheit
hingeben, steht dort.
Akbash streitet jedwede Verbindung mit
irgendwelchen Hoheiten vehement ab. Zwar hat er in seiner Zeit hier
in Port Grim diverse Bekanntschaften gemacht, sowohl freundlicher als
auch amouröser Natur, aber von einer Hoheit war da nichts zu
entdecken.
Bei unseren Recherchen decken wir dann
noch schmutzige Geschäfte mit einer der berüchtigteren
Adelsfamilien von Port Grim auf und dem männlichen Opfer wird ein
gar übler Leumund angehängt (ein Schwerenöter und Filou soll er
gewesen sein), aber diese Spuren sind kalt, denn keiner seiner Feinde
würde sich eines solch exotischen Mordmittels bedienen.
Unsere Erkundungen bezüglich der alten
Kultur Maracasars führen uns zu Professor Wassweissich
. Er postuliert so einige Theorien ob der Religion der
damaligen Herrscher, offensichtlich eine götterunabhängige
Verehrung von sieben Tugenden. Kurz vor dem Fall des Reichs hat es
dann wohl eine Pervertierung dieser Tugenden in entsprechende Sünden
gegeben, was dann wohl ein Faktor zum Niedergang dieses Reiches war.
So verfielen die Paragone der Kühnheit mehr und mehr dem Zorn und
der Raserei, Liebe wurde zu Lust und Ambition zu Gier.
Ob es sich hier um jemanden handelt,
der diese alten, verdorbenen Riten wieder aufleben lassen will?
In die Wildnis
Uns bleibt nur, die Aussage des
einzigen Überlebenden der ersten Tat der Hoheit zu suchen.
Unglücklicherweise hat dieser den Verstand verloren und ist in ein
Sanatorium eingewiesen worden, das eine Tagesreise entfernt in der
Wildnis liegt. Ich kann verstehen, das man solche Orte nicht in der
Stadt haben will, aber eine vernünftige Straße hätte man ja
dorthin bauen können.
Schon nach wenigen Stunden wird mir
klar, warum die Erkundung Maracasars so schleppend voran geht. Das
Inland ist eine schwitzige, feuchte und moskitoverseuchte Hölle!
Kaum ist der Strand außer Sicht, legt sich eine solch widerlich
drückende Hitze über uns, das ich am liebsten direkt umgekehrt
wäre.
Trotz allem genossen wir die Aussicht
und die Naturwunder des wilden Maracasar – wie Goblinhorden, die
mit Riesenkrokodilen kämpfen und so weiter. Bis wir schließlich das
feine Haus des Magister – Soundso erreichten.
Villa des Wahnsinns
Zu sagen, der Verwalter des Hauses war
nervös, als wir um seine Hilfe baten, wäre ungefähr so als würde
ich behaupten Mel wäre manchmal schwer zu durchschauen. Eine
Sigmar-schändliche Untertreibung.
Nachdem wir mit goldenen Zungen,
Drohungen und Bestechungsgeldern endlich Einlass in seine Hütte
gefunden hatten, führte uns eines dieser domestizierten Echsenwesen
in die Sicherheitszellen, wo sich der Überlebende dann auch mitsamt
kuscheliger Zwangsjacke befand. Unsere rustikalen, aber zivilen
Verhörmethoden drangen denn auch recht schnell durch den Nebel im
Kopf des Insassen. Unglücklicherweise schienen sie auch eine Art ein
trainierte Reaktion hervorzurufen. Der Gute begann nämlich zu
leuchten und sabberte Dinge wie „Die Hoheit erwartet Dich! Schließ-
Dich der Meute an!“ und ging dann dazu über, Akbash anzugreifen.
Da hatte er sich den richtigen ausgesucht, und kurz darauf ging der
Patient zähnespuckend zu Boden.
Daraufhin kam es dann zu einem
unglücklichen Missverständnis zwischen dem Verwalter und meiner
Wenigkeit – es könnte sein, das ich während des Gesprächs kurz
zur Pistole gegriffen habe, um ein Argument zu verdeutlichen. Ihr
wisst ja, wie das manchmal so ist. Nun, jedenfalls reagierte dieser
Mensch komplett über, bezichtigte uns des Einbruchs und Überfalls
und ergriff die Flucht. Nun, man kann nicht mit jedem befreundet
sein, und es hätte ja alles gut ausgehen können, aber dieser
unverantwortliche Mann hatte doch tatsächlich nichts Besseres zu
tun, als uns eine rasende Werratte auf den Hals zu hetzen!
Nun, dank der starken Arme von Heidrun
und Akbash konnten wir das Monster zurück in die Hölle schicken,
aus der es ersteigen war, doch beide Recken wurden zuvor von dem
Untier gebissen. Nun ist das normalerweise dank Joachims Heilkünsten
kein größeres Hindernis, aber diesmal schien unser guter Doktor in
Sorge.
„Die Lykantropie ist eine
hinterhältige Krankheit, sowohl schwer zu diagnostizieren als auch
nahezu unmöglich zu heilen. Tatsächlich ist man sich unter
Gelehrten noch nicht mal sicher, ob es sich tatsächlich um eine
Krankheit oder um eine Abart der Besessenheit oder der Flüche
handelt. Um es kurz zu fassen – ich persönlich kann nicht sagen,
ob Ihr Euch angesteckt habt oder nicht. Und falls es so ist, muss ich
Rat suchen, um Euch zu helfen.“
Das wog uns nicht gerade in Sicherheit.
Wir mussten uns der harten Frage stellen, ob wir die beiden mit solch
einer möglichen Krankheit mit zurück nach Port Grim nehmen konnten.
Schlussendlich waren wir uns aber einig, das Sie dort deutlich besser
aufgehoben wären als in diesem Irrenhaus.
Der Mann hinter dem Doktor
Unserem Verlassen dieses ungastlichen
Ortes standen nun leider noch ein paar Hindernisse im Weg, teilweise
von stark schuppiger Art. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern,
ließ ich mich auf eine Diskussion mit dem Besitzer dieses
merkwürdigen Ortes ein. Zur allgemeinen Überraschung handelte es
sich hier nicht um den Doktor, der uns empfangen hatte, sondern um
eine zwielichtige Gestalt, die sich „Der Magister“ nannte. Es
schien wohl ein gebildeter Mensch zu sein, aber so einiges schien uns
denn doch merkwürdig, nicht zuletzt die komplette Absenz der
summenden Plagegeister, die uns seit dem verlassen der Küste
unentwegt zur Ader gelassen hatten.
Der Mann gab sich zivilisiert, wollte
aber keineswegs unseren Argumenten trauen, die zur Mitnahme von
Akbash und Heidrun nötig waren. Zwar konnte ich ihm einige
vernünftige Punkte nicht absprechen, aber alles in allem war er doch
recht uneinsichtig.
So verfielen wir auf die alte
Kjull'sche Regel „wenn die Verhandlung nicht läuft, steig übers
Dach ein“. Unter Vortäuschung der Kooperation ließen wir also
Heidrun und Akbash zurück und ließen dann Aurelia mittels unserer
magischen Säge den Weg in die Freiheit bahnen. Ich denke nicht, das
der Magister weiter am Sponsoring seines Heims durch die Gesellschaft
für Erforschung und Abenteuer interessiert ist...
Ghule auf den Feldern
Nun wollten wir uns auf den Rückweg nach Port Grim machen, doch noch
in der finsteren Nacht stolperte uns ein Notsuchender Bauer in die
Arme. Der Gute war schwer verletzt und offensichtlich gepeinigt von
schlimmen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit.
Er war nicht besonders kohärent, aber alles deutete daraufhin, das
es ein furchtbares Gemetzel gegeben hatte unter den örtlichen
Farmern, angerührt von – Vogelscheuchen? Nun, was immer es war,
wir mussten dort nach dem Rechten sehen. Es waren der Zufälle dann
doch einige zu viele, wenn wir auf der Suche nach einem Mörder dann
auf weitere Morde auf den Feldern stießen.
Was wir dort fanden, ist schwer, in Worte zu fassen. Das Grauen, die
uns erwarteten, hatte epidemische Ausmaße angenommen, und sprach von
unfassbarer Grausamkeit. Menschen, die zum sterben an Pfähle
gebunden und in die Felder gestellt wurden, wo sie sich dann in
grässliche fleischfressende Ghule verwandelten. Eine ganze Scheune
voller Leichen, aufgetürmt zu einem grässlichen Haufen zum Mahl der
Leichenfresser.
Und zuletzt ein Gruftschrecken, ein Monster, das sich in einen
Schwarm von Ungeziefer zu verwandeln vermochte und Blitze finsterer
Energie aus seinen Händen schießen konnte, Nun, aus der Tatsache,
das Ihr diese Zeilen lesen könnt, ist zu schließen, das wir über
all diese Grauen obsiegten, aber unsere Herzen und Seelen werden sich
vielleicht nie von den Erlebnissen erholen. Schließlich verloren wir
auch jene Männer und Frauen, die wir noch lebendig fanden, und
mussten manches Mal mit an sehen, wie sie sich vom Tode erhoben und
Ihre klammen Hände um unsere Hälse legen wollten. Gerade Joachim
schien schwer erschüttert, stellte dies doch seine Berufung als
Heiler in Frage, als Ihre Leben durch seine Hände glitten.
In den Überresten des Gruftschreckens fanden wir schließlich den
Hinweis, der uns zur Quelle all dieses Übels führen sollte.
Ausgaben diesen Abend:
400 Gold für Krafttrünke bei Churun Elfe
800 Gold für diverse Ausrüstung.
Schiff gemietet für 300
Interesse an Schiff bekundet.
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