Flucht auf dem Reik

Author: Nils /

Das Donnern der Kanonen war noch nicht ganz verhallt, als uns Käpt'n ap Trion zur Rede stellte. Für eine so kleine Person konnte sie ganz schön aufbrausend sein, Ihre roten Haare wehten wie im Sturm. Nur mit Mühe konnten wir sie beruhigen, nachdem wir durch Ihre Aktion nicht nur Ihr Leben, sondern auch Ihr Schiff in Gefahr gebracht hatten. Zu guter Letzt hatten wir wohl auch Ihre Lizenz mit der Reikshandelsgesellschaft zunichte gemacht. Wir beruhigten sie mit dem alten Hausmittel Gold und Versprechungen.

Auch fanden wir jetzt erst Gelegenheit, den Inhalt der Kiste zu prüfen. Zu unser aller Erleichterung fanden wir tatsächlich ausreichend Geldmittel, um Kaptän ap Trion zu beruhigen, als auch noch einige weitere gegenstände, die unsere frühere Reisegesellschaft in ein neues Licht (oder in tiefere Schatten?) tauchte.

Anscheinend wahr die gute Fürstin del Mar eine Nachfahrin des berüchtigten Korsaren Escobar del Mar, der ein gutes Jahrhundert zuvor die Mittlere See unsicher gemacht hatte. Nach seinem Verschwinden häuften sich dann die Gerüchte über die sagenahften Schätze, die er im Mahlstromarchipel in einem Geheimversteck angehäuft haben sollte.Dieses sei nur zu finden mit einem Schiff, das von Ihm selbst gesteurt wurde.

Aufgrund unserer Erfahrungen mit dem medialen Begleiter der Fürstin und dem Fund einer mumifizierten Hand mit dem Siegelring der Del Mars wurde uns dann recht schnell der Plan der guten Fürstin gewahr. Wir waren umso erleichterter, diese merkwürdige Gesellschaft hinter uns gelassen zu haben.

Unglücklicherweise scheinen wir die Götter gegen uns aufgebracht zu haben. Nicht anders kann ich es mir erklären, das wir es keine zwei Tage über den Reik schafften, bevor wir die Opfer einer üblen Flußpiratenbande wurden. Mittels einer Ballista schossen sie uns vom Ufer einen gewaltigen Bolzen in den Bug, der mittels einer kurzen Kette und einem langen Tampen verankert war, um uns ans Ufer zu treiben.

Heidrun und Mal eröffneten sofort Feuer auf die Banditen, während Akbash einen wagemutigen Plan zu unserer Rettung fasste. Er wollte sich auf die Kette werfen und dann bis zum Tampen vorhangeln, um uns freizuschneiden. Aurelia und ich sicherten ihn an einem Seil, was auch mehr als nötig war, denn schon beim Sprung auf die Kette schlug er sich die Stirn an und wurde dann unter die „Wasserratte gespült“ Der Ruck riss mich beinahe über Bord, und sowohl Aurelia als auch ich mussten ordentlich Seil geben, bevor wir uns wieder aufrappeln konnten. Wir hatten Akbash grade wieder an der Oberfläche, als das von Joachim gekappt Segel auf uns landete und wieder zu Boden riss.

Trotz heldenhafter Bemühungen schaffte es Akbash nicht, das Seil zu kappen, bevor wir auf Grund liefen. Als dann weitere Enterhaken zu uns herüberflogen, holten wir ihn lieber schnell wieder an Bord, um uns auf den Angriff vorzubereiten. Joachim wühlte ein Diadem der Füstin hervor und zog es an und murmelte irgendwas von „Besser konzentrieren“. Ich glaube, er hält dem Druck nicht mehr lange stand, der Gute.

Der fette Piratenkapitän stellt uns ein Ultimatum. Nachdem wir mit Käpt'n ap Trion unsere Optionen durchgegangen sind, entscheiden wir uns zum Kampf. Wir antworten dem fetten Schuft mit einer vollen Salve aus Pistole, Armbrust und Langbogen – zum Glück können wenigstens Heidrun und Mal zielen, so das der Pirat von seiner Kiste gepustet wird.

Dann beginnt die Schlacht – brennendes Öl fegt über unser Schiff, und während wir noch die Feuer löschen, trifft ein verfluchter Pfeil Heidrun am Kopf und halbiert damit unser effektives Fernkampfpotential. Trotz tapferen Gegenfeuers von Mal kann er alleine die Bande nicht niederhalten, und so kommt es wie es kommen muss, die Piraten stürmen das Schiff.

Wir kämpfen wie die Löwen, aber am Ende sind es einfach zu viele Piraten. Einzig Akbash, der alleine das Kastell gegen drei Piraten verteidigt hat, und Kapitän ap Trion, können entkommen, wir anderen müssen uns ergeben, als die Piraten sowohl Joachim als auch mich überwältigt haben.