Das Klabauterhuis

Author: Nils /


Ich habe lange gebraucht, bis ich diese Zeilen schreiben konnte – unseren Besuche im Klabauterhuis...

Wie Ihr schon aus meinen früheren Einträgen wisst, stehe ich dem Übernatürlichen sehr skeptisch gegenüber. Unglücklicherweise ist unsere Welt durchdrungen von Hexern, Göttern und Dämonen, die uns normalen Sterblichen selten freundlich gesonnen sind und sich auch noch ständig in unsere Angelegenheiten einmischen.

Aber zurück zu meine Aufzeichnungen. Der ominöse Draak, Besitzer des viel versprechend benannten Schwertes „Seelenfresser“, hatte sich wohl vor kurzem das angeblich verfluchte „Klabauterhuis“ angeschafft. Schon von außen sah die Ruine von einem Haus wenig einladend aus. Eine Trümmerhütte inmitten eines verwilderten Gartens samt Schuppen und überwuchertem Brunnen. Eine Trauerweide rundete die Stimmung ab.

Wir beschlossen, uns aufzuteilen (weil das in den Theaterstücken immer so gut klappt), und ich ging mit Aurelia und Joachim zur Vordertür, während Akbash, Heidrun und Mel versuchten, über ein anderes Grundstück an den Hintereingang zu geraten.

Schon der erste Schritt auf das Grundstück ließ mich erschauern. Es schien, als würde hier ewiges Zwielicht herrschen statt der strahlenden Sonne draußen, und eine unheimlich klagender Wind erhob sich. Wir rissen uns zusammen und schritten zur Tür. Unser Klopfen blieb unbeantwortet, statt dessen fand Joachim eine unheimliche Inschrift im Türrahmen.
„Ein Schritt über die Schwelle ist schon zu viel...“ oder etwas in der Richtung. Es machte mich auf jeden Fall nicht glücklicher. Aus dem Augenwinkel schien es mir ständig, als würde sich etwas in den Büschen verbergen.

Wir beschlossen, eine Nachricht für Draak zu hinterlassen. Noch während ich sie schrieb, spürte ich, wie etwas sich um meine Füße zu schlingen begann. Als ich sah, das es sich um eine Wurzel handelte, verlor ich die Nerven und rannte zum Tor. Von jetzt an brach die Hölle los. Das Tor ließ sich nicht mehr öffnen. Beim Versuch, die lanzenartigen Pfähle zu übersteigen, spießte ich mich fast auf. Joachim und Aurelia mussten mich vom Zaun weg reißen.

Uns blieb nur der Weg zum Kanal, wo wir wussten, das die anderen eindringen wollten. Aber vom Kanal her näherte sich eine Nebelwolke, geradewegs aus dem Reich der Verdammten. Ich wusste, das die Berührung dieses Nebels mich meine Seele kosten würde und weigerte mich, darauf zu zu gehen. Doch das war nicht die einzige Höllenbrut, die mich verzehren wollte. Auch die Trauerweide offenbarte Ihr dämonisches Wesen und versuchte, mich in ein klaffendes Maul zu zerren. Ohne meine Freunde wäre ich jetzt nicht mehr hier.

Ich weiß nicht mehr, wie sie mich schließlich aus den Fängen dieses Höllenhauses befreiten. Ich weiß nur, das sie mich alle merkwürdig ansehen, als wäre ich der einzige, der die Unholde gesehen hat. Der einzige, der den Schein der Dämonen durchschauten – doch ich trage Ihre Wunden an meinem Bein!

Ich weiß nur eines – es muss einen anderen Weg geben, an dieses Schwert zu kommen, als unsere unsterblichen Seelen derart in Gefahr zu bringen.