Schwertwall und Brettschneiders Reise nach Haeven!

Author: Nils /


Nach langem, langem Hin und her stellen sich Joachim und ich schließlich der Reise nach Haeven, um mit der Weißen Hand zu verhandeln. Brodert Guint empfahl uns noch, dort eine seiner Koleginnen, Valexia von  Ruthvek zu treffen. Angeblich wäre sie die richtige Ansprechpartnerin für den Absatz merkwürdiger Antiquitäten UND sehr bewandert in der Erforschung Maracasars. 

Nachdem dann noch ein missglückter Anschlag der Blutkrabbe unser gemütliches Abendessen verdarb, machten wir uns auf mit einem äußerst exzentrischen Reiseveranstalter names MalGon Maloni auf eine Rundreise um halb Maracasar nach Haeven.


Um meinen Lesern einen Eindruck dieser Reise zu vermitteln, habe ich einen kleinen Bildband in Auftrag gegeben [Link Bildband]

Haeven ist bizarr riesig und ungebändigt, beherrscht von sieben Sturmlords

Verabredung ist in 14 Tagen holt uns Malgon Maloni wieder ab. Wir schlagen uns mehr schlecht als Recht mit dem Kessel und Beute durch Haeven.

Nach langer Quälerei finden wir endlich in Alttor das Gildenhaus der weißen Hand. Hier  werden wir höfflich Empfangen und können uns Ausruhen.Wir erfahren, dass das eigentliche Zentrum der Macht in den Haevener Heilstätten zu finden ist. Die Heilstätte, die auch die weiße Basilika genannt wird bildet das Zentrum von Ruhstadt, einem Distrikt der sich ganz der Heilung und Erholung gewidmet hat.

Die weiße Hand ist eine wirklich, WIRKLICH große Gilde. Das hatten mir meine Nachforschungen zwar schon vermittelt, aber vor den gewaltigen Ausmaßen ihrer Anwesen in Haeven zu stehen ist eine ganz andere Sachen. Wir sprachen zunächst in ihren Heilstätten vor, ein Tempel des Wohlfühlens und der Medizin. Dort empfing uns der junge Rakorius von Alttor, ein Advokat in Diensten der Hand. 

Ich will meine Leser nicht mit den Details unserer Probleme und Verhandlungen langweilen - lassen wir es damit genug sein, das Joachim eine immense Schuldenlast gegenüber seiner Gilde trug und auch noch diverse Prüfungen abzulegen hatte. 

Während ich also mit dem Advokaten den Papierkram durchging, vertiefte sich Joachim in seine Studien. Endlich konnte er mal nach Herzenslust fachsimpeln und sich mit den verschiedensten Philosophien und Techniken der Heilkunst auseinander setzen. Wie ich es nicht anders erwartet hatte, schnitt er bei den praktischen Übungen vorbildlich ab, konnte sich aber nicht mit den buchhalterischen Tätigkeiten und Regularien anfreunden. Vielleicht hatte ich ihm da einfach zu viel aus der Hand genommen, aber Arbeitsteilung ist einfach sinnvoll. Jeder nach seinen Stärken. 

Meine Nachforschungen zu anderen wichtigen Spielern bei der Weißen Hand brachten einige spannende Verwicklungen zu Tage. So war uns der Conde Alonso de Figuero wohl nicht sonderlich wohlgesonnen. Als oberster Advokat der Gilde ist ihm unser schlampiges Umgehen mit den Regeln wohl übel aufgestoßen. 

Alonso de Figuero

 

Eine Möglichkeit zum Ansetzen ergab sich ob der Interessen des Erz Tribuns Acies, der Hand des Westens. Auch, wenn wir nicht direkt mit ihm interagieren mussten, hörte man doch, das er großes Interesse an der Politik der Sechs Königreiche hegte. Und da es hier in Haeven anscheinend auch durchaus Königsfeinde der Siebensteine gab, sah ich die Chance, ein lange verstaubendes Andenken an unsere Heimat zu nutzen. Als ich Rakorius gegenüber erwähnte, das wir ein Originalmanuskript aus den Händen der Kurfürstin Marnie von Sackheim, der Königsmacherin in Händen hielten, sah er schnell, das wir nicht nur ein weiteres Häkchen in seinem Buch sein würden. Die Gesellschaft hatte sich nicht nur einen Namen gemacht, wir hatten auch die Mittel, Dinge langfristig zu verändern. 

Das Sackheim Ma(r)niefest

So vermittelte er für uns eine Audienz mit Sajiana von Zornbrecht, einer Admiralin mit imperialen Wurzeln. Unser Wortgefecht mit Sajiana wird gewiss irgendwann in die Lehrbücher des Advokatentums eingehen, ich bin mir sicher, der gute Rakorius hat sich da einiges an Notizen gemacht. Es gab verbale Finten, rhetorische Ausfälle und geistreiches Geplänkel - alles in den faszinierenden Hallen der Basilika.

Sajiana von Zornbrecht

Das Wirken Kharzougs, des Runenmeisters der Gier, war auch hier nicht unentdeckt geblieben. Eine meiner ab jetzt ständigen Erinnerungen all seine allumfassenden Intrigen,die überall in Maracasar auftauchen, ist eine Münze mit der Rune der Gier darauf. Joachim zwingt mich inzwischen dazu, sie in einem bleiernen Kästchen aufzuhalten, aber manchmal halte ich sie in den Händen und sinniere über die zwei Seiten einer solchen Sünde - ist Gier nicht nur die finstere Seite der Ambition? Ist eine gewisse Gier nicht nötig, um voran zu kommen? Ohne diese Einsicht wären meine Verhandlungen mit Frau von Zornbrecht vielleicht anders verlaufen, und wir hätten nicht einen Verbündeten der weißen Hand in Port Grim, der dort in Kürze unsere politische Position stärken wird. 

Wenn man wirklich weitreichende Veränderungen erreichen will, wie beispielsweise die Abwendung von der schändlichen Praxis der Sklaverei, dann konnte man das nicht mit freundlichem Bitten.  

So sieht es in Kürze aus. Die weiße Hand erlässt uns unsere Schulden. Dafür helfen wir ihnen, ein neues Gildenhaus in Port Grim zu errichten, dem Rakorius vorstehen wird. Dafür darf seine Eminenz das Marniefest im Original studieren, als dauerhafte Leihgabe der Gesellschaft. 

Langfristig planen wir mit der weißen Hand zusammen eine Expedition nach Xin-Shalast, sobald wir den genauen Standort ermittelt haben. 


Mehr Spuren in Haeven

Tatsächlich waren wir ja nicht nur in Haeven, um mit der weißen Hand zu verhandeln, auch wenn das unser Hauptgrund war. Aber Joachim nutzte die Gelegenheit, um sich mit einem anderen Vertreter des Larosglaubens über seine Rolle als Sturmgeborener auseinander zu setzen. Baruch Wellensturm ist „der Wächter“ und damit höchster Diener des Laros in Haeven. 

 


Und welch Überraschung, der Vertreter dieses Glaubens in der Piratenstadt Haeven ist deutlich weniger entspannt als der Questor Tobayn vom Tempel der ewigen Strömung in Port Grim. Er ließ Joachim wissen, das seine Wiedergeburt zwar ein Wunder war, aber nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einem wahren Sturmgeborenen. Eine lebensgefährliche Prüfung gleich in diesem Tempel zeigte uns dann auch schnell, das Joachim noch keineswegs von den Kräften des Sturmkönigs zehren konnte. Denn wie er mir später erklärte war eine der Fähigkeiten von Priestern, das sie an heiligen Stätten anstatt ihre eigene Energie zu nutzen direkt von den Kräften ihrer Götter gespeist wurden. 

Wellensturm empfahl Joachim dringen, sich mit seinem Glauben auseinander zu setzen und eine Pilgerfahrt zur Bucht der verlorenen Tränen und dem darin gelegenen Mare Liberum, dem höchsten Pilgerziel aller Larosjünger in Maracasar. Ob der uns wohlbekannten Sterblichkeitsquote bei diesen Pilgerfahrten schoben wir das mal eher in die weitere Zukunft, falls wir uns überhaupt damit auseinander setzen würden.

Nach all diesen schweren spirituellen Prüfungen wollten wir dann endlich mal ein wenig Profit machen. Brodert Quint hatte uns ja empfohlen, mit seiner Kollegin Valexa von Ruthvek Kontakt aufzunehmen, die hier ein Etablissements names „Arche“ führte. Sie sollte ein Auge und auch die richtige Kundschaft für unsere doch teilweise recht exotischen Handelsgüter haben.

Bei der Besichtigung der Ausstellung ging mir auch direkt das Herz auf, aber Joachim warnte mich. Hier gab es mehr als ein Artefakt der Runenherrscher, und jeder, der sich mit ihnen auseinandersetzte, war eine potentielle Gefahr.

Unser Gespräch mit der extravaganten Gnomin war aber eine beruhigende Offenheit geprägt. Sie gab offen zu, rein vom Profit gesteuert zu sein, ohne die Motive ihrer Kunden zu hinterfragen. Im Nachhinein ist sie damit natürlich ein ideales Opfer für Karzougs Machenschaften, aber ich hoffe, das er seine Klauen noch nicht in sie treiben konnte. Immerhin haben wir viele seiner mächtigen Helfer erledigen können - wenn seine Machenschaften selbst Haeven schon übernommen hätten, wäre Port Grim trotz unserer Taten sang und klanglos untergegangen. 

Valexa hat ein ganz ähnliches Interesse wie wir - auch sie finanziert riskante Expeditionen zur Bergung wertvoller Schätze aus der Vergangenheit Maracasars. So nahe sind unsere Interessen, das sie im Laufe des Gesprächs sogar Interesse an einer Mitgliedschaft in unserer Gesellschaft äußerte! Auch hier bremste Joachim wieder meinen OPtimismus, aber einem Besuch Valexas bei uns und einem geführten Besuch der geheimen Untergründe waren wir alle nicht abgeneigt. 

Leider hörte unsere Glückssträhne hier auf. Als wir unsere gesammelten Schätze aus dem Warenlager in Graustein bergen wollten, erwarteten uns Leichen, Kugelblitze und winzige Dämonendamen! 

Anscheinend war die Besitzerin des Hexenessels, den unsere Nachwuchsabenteurer geborgen hatten, keineswegs nur ein Kindermärchen aus vergangenen Zeiten. Issandra ist eine mächtige, rachsüchtige Hexe. Nachdem sie sich auch logischen Argumenten nicht zugänglich zeigte, beschlossen Joachim und ich, ihren widerlichen dämonischen Vertrauten den Garaus zu machen.  

Ich bleibe dabei, das das die richtige Idee war. Irgendwann ist die Diplomatie am Ende und es werden Blitze geworfen. Leider unterschätzten wir beide die Möglichkeiten Issandras - als wir ihren Vertrauten am Boden hatten, öffnete sie allen Ernstes mitten in der Stadt ein Portal zu einer Wüstenei, aus der uns dann ogergroße Hyänenmenschen entgegentraten!

 


 Das war der Punkt, an dem wir uns schweren Herzen von jeglichem Gewinn verabschiedeten, der unsere Reise hätte refinanzieren können. 

Trotz alledem halte ich unsere Reise nach Haeven für einen Erfolg. Wir haben wichtige Verbindungen geknüpft, Joachim ist sich seiner Rolle sowohl in der Gilde als auch als Sturmgeborener (oder eben nicht) sicherer, und die Gesellschaft wird Port Grim mehr und mehr zu einem wichtigen Knotenpunkt Maracasars machen. 

Und dann, wer weiß? Xin-Shalast, wir kommen! Kharzoug, mach dich auf was gefasst, die Gesellschaft für Entdecker und Abenteurer hat dich im Visier!