Auf der Jagd nach den Kadaverspinnen

Author: Sventasie /



Noch immer ließ sich das volle Ausmaß des Geschehenen, dessen Zeuge die Abenteurer:innen der Gesellschafter in den letzten Minuten geworden waren nicht in seiner Gänze fassen.

In dieser spezifischen Nacht hielt Sakhmet, die grüne Hexe, die auch als Göttin des Unheils gilt, ihr fahles, grünliches Auge auf Port Grim gerichtet. Während das Sphärenbeben, ein kosmisches Ereignis, welches im direkten Zusammenhang mit dem Tod des Goldenen Propheten Nomorius als auch mit dem Erwachen des Runenherrschers Karzougs verbunden ist, den Vergessenen Kontinent erneut erschütterte.

Die Gründer der Gesellschaft, wurden Augenzeugen, wie sich am Firmament über Port Grim Sphärenrisse öffneten, durch die sich im fahlen Schein des grünlichen Hexenmonds alptraumhafte Kreaturen in ihre Welt pressten.



Die riesige Gestalt eines überdimensionierten Mischwesens, dass den grauenhaften Eindruck erweckte, als habe sich eine Pflanze mit einem Insekt zu einem grauenvollen Ganzen vereint, entfaltete seine Schwingen, um seinen unförmigen, chimärischen Leib nach kurzem zögern von Port Grim aus in Richtung Drachenkrone zu tragen. Nicht ohne den Verstand jener zu malträtieren, deren Willen bei dem Anblick dieser Kreatur zusammen brach.

Zeitgleich mit dem Wesen, für das die Bezeichnung Dämon nicht mehr ausreichend erscheint, schlüpften ein halbes Dutzend spinnenartige Konstrukte, aus weiteren Ebenenbrüchen in die Welt. An armdicken Netzsträngen geleiteten sie von den Himmelsrissen hinab, in die Gassen von Port Grim.

Aurelia und Mel kümmerten sich um den sichtlich mitgenommene Eberhard, der auf Grund der Ereignisse apathische Aussetzer hatte und nur noch Wirr stammelte und gen Himmel deutete - während Heidrun, Akbash und Joachim aka Erasmus ihre Ausrüstung griffen, um der neuen Bedrohung, der Port Grim ausgesetzt war, entgegen zutreten.

Das ungesunde, fahlgrüne Licht des Hexenmonds umhüllte die drei als sie den Hauptsitz der Gesellschaft verließen. Die Schatten der Gassen schienen in dieser Nacht dunkler und tiefer als gewöhnlich und die unnatürliche Stille, die sich über die Hafenstadt gesenkt hatte, verstärkt die beklemmende Atmosphäre, die über der Stadt lag.

Es dauerte nicht lang bis Heidrun die ersten Spuren gefunden hatte. Obgleich die Bewohner sich wohlweislich in ihren Häusern verbarrikadiert hatten und Port Grim wie ausgestorben wirkte, fanden sich an einigen Häusern verbrannte Stellen, wo augenscheinlich jemand erfolglos probiert hatte, klebrigen, schimmelfarbigen Netzreste von der Hauswand abzuflämmen.

Unweit davon entfernt entdeckte Heidrun große, rundliche Fußabdrücke, die auf die schweren Körper der spinnenhaften Kreaturen hinwiesen. Jeder dieser Abdrücke war mit einer dünnen Schicht von schleimigem, grünen Sekret bedeckt, das einen furchtbaren Geruch absonderte.

Den Spuren durch die Gassen von Port Grim folgend, entdeckte das Trio di avventure bald darauf gelblich-grüne Pfützen. Die Flüssigkeit, die sich in den leichten Vertiefungen des Bodens gesammelt hatte, war schwer zu identifizieren, sonderte aber einen ekelerregenden Geruch ab. Joachim, der auf das Wissen seines früheren Lebens als Heiler zurückgriff, verglich das sämige Substrat, dem der Geruch der Verwesung anhaftet, mit einer Art nekrotischem Leichensekret, dass bei Verwesungsprozessen entsteht.

Nur wenige Meter weiter, in einer schummrigen Gasse, die im fahlen, grünen Licht des unheimlichen Mondes lag, wurde die Luft schwer und stickig und war erfüllt von einem widerlichen Geruch, der Akbashs Sinne betäubte und den Atem von Heidrun und Joachim stocken ließ.

Der Geruch von Blut lag in der Luft – metallisch und scharf, mit einer Note von Eisen, die sich sofort in der Nase festsetzt und einen bitteren Geschmack auf der Zunge der Gefährten hinterließ. Unter den unverwechselbaren süßlichen Duft von vergossenem Leben, der unnachgiebig, durch die Gasse zog, mischt sich der weit intensivere Gestank von Verwesung. Tief und faulig, wie eine Mischung aus faulendem Fleisch, feuchter Erde und dem säuerlichen Aroma von verwesendem Obst, war der Geruch so schwer und durchdringend, dass er bei Akbash, Heidrun und Joachim ein tiefes Würgen auslöste. Zeitgleich versetzt die Kombination dieser beiden Gerüche – frisches Blut und fortschreitende Verwesung – die Gefährten in eine erhöhte Alarmbereitschaft.

Erst auf den zweiten Blick, als die Augen sich an das schwache Licht und die Dunkelheit gewöhnt hatten wurde der Ursprung dieses abscheulichen Duftes klar. In der Mitte der schmalen Straße neben dem Bühnenhaus von Port Grim, lag der Kadaver eines Maultieres, grotesk verzerrt und in einer Stellung des Todes erstarrt. Das Tier war aufgequollen, seine Haut gesprungen und mit dunklem Blut und gelbem Eiter überzogen – Heidrun reichte der Anblick aus, um das Tier nicht weiter zu untersuchen. Die Waldläuferin konzentrierte sich auf die Spurensuche und fand kurz darauf sowohl weitere rundlich Abdrücke, als auch die Spuren von Stiefeln, die sich schnell von dem niedergestreckten Maultier entfernt hatten.

Unweit des Maultierkadavers, stießen die drei Jäger auf den aufgequollenen Leichnam des Reiters. Schon der erste Anblick der Haut, übersät mit dunklen, violetten Flecken und so aufgedunsen, dass sie jeden Moment zu platzen drohte, ließ Joachim, ähnlich wie Heidrun zuvor, vermuten, dass es das Klügste wäre, den Toten sofort in Zauberöl zu tränken und abzufackeln.
Hätte Joachim an dieser Stelle auf sich gehört, ihm wäre einiges erspart geblieben.

Stattdessen betrachtete Joachim das Opfer, das mit zahlreichen furchtbaren Bisswunden übersäht war aus denen gelblich-grüner Eiter sickerte. Die Augen des Toten waren weit geöffnet und starrten leer in den Nachthimmel, während der Mund in einem stummen Schrei des Entsetzens erstarrt war. Hätte Joachim Wundheiler ein wenig mehr auf die Geräusche geachtet, hätte er ein unangenehmes Zischen und Blubbern aus dem Inneren des geschundenen Leichnams vernommen.

Akbash trat an Joachim heran, Begehrlichkeit*in seinen Händen, die im fahlen grünen Mondlicht ein leuchtendes Pink erstrahlen ließ. Heidrun nutzte die Zeit, um die Fährte der Spinnenkreatur erneut aufzunehmen und stand deshalb einige Meter entfernt, als die straff gespannte Haut des Toten, plötzlich und ohne Vorwarnung, mit einem ekelhaften, schmatzenden Geräusch wie eine überreife Frucht aufplatzte. Dunkelgrüner Eiter und Blut regnete auf Akbash und Joachim nieder.

Dem nicht genug, machte Joachim chitinartige Extremitäten in den frisch aufgerissenen Wunden aus, die sich im inneren des zerrissene Fleisch wie Gliedmaßen bewegten - eine Beobachtung unter der Joachims geistige Stabilität zusammenbrach und sein Verstand aussetzte. Von Panik und aufkommendem Wahnsinn getrieben, floh der Drachentöter von Port Grim in die Schatten, wo er sich zusammenkauerte und in Tränen ausbrach. Das Unheil der Hexennacht, forderte auch von den größten Helden seinen Tribut.




Allerdings nicht von allen – Heidrun stand unweit entfernt und betrachtete das Geschehen eher beiläufig. Gänzlich unbeeindruckt (PW:Willenskraft 01) zog sie ihre Waffe der Herrschaft, dachte an einen schnellen Snack und weihte Sternenschleier, ihre neuste Errungenschaft aus der Runenschmiede ein, indem sie gemeinsam mit Akbash das untote Konstrukt bezwang. Anschließend suchten die beiden Joachim, der noch eine Weile brauchte, bis er sich gefasst hatte und wieder bereit war, sich den Herausforderungen der Jagd erneut zu stellen.

Den Fertigkeiten der Waldläuferin folgend, durchquerten die drei weitere schattige Gassen.
Eine von innen nach außen aufgebrochene Tür, die in ein verwahrlostes Wohnhaus führte, das mit verstörenden Zeichnungen bedeckt war und von einem langsamen Abgleiten in den Wahnsinn des ehemaligen Bewohners erzählte, weckte jedoch kein sonderliches Interesse und sollte von den jüngeren Abenteurer:innen der Gesellschaft zu einem späteren Zeitpunktuntersucht werden.

Ganz anders verhielt es sich bei der Entdeckung der seltsamen Glyphen, die frisch auf eine Hauswand aufgetragen worden waren. Joachims Ehrgeiz war geweckt: Schnell analysierte er, dass es sich bei den Symbolen, um druidische Schutzrunen handelte - jedoch waren diese mit den Sigillen des Wandlers der Wege durchsetzt. Zu Joachims großem Bedauern blieb keine Zeit mehr für genauere Nachforschungen und die Frage, wie und warum die unheiligen Chiffren Tzeentchs ihren Weg auf diese Weise an die Hauswand gefunden hatten. - Heidrun hatte das erste Nest der Kadaverspinne ausfindig gemacht.







Der Showdown der Jagd war überraschend unspektakulär, obwohl die dämonische Kadaverspinne einem lebendig gewordenen Alptraum glich, der aus den tiefsten Abgründen des Wahnsinns aufgestiegen war.

Diese Oger-große Kreatur, mit ihrem mächtigen Panzer aus schwarz glänzendem Chitin, der unheilvoll im schwachen Licht schimmerte und sowohl Tod als auch Verfall verkündete, hätte furchterregender nicht sein können. Ihr abscheulicher Hinterleib bestand aus fauligem Gewebe, das aus halbverwesten Leichenresten zusammengesetzt war, die sich in einem unheiligen Eigenleben zuckend und windend bewegten. Arme, Beine und Köpfe ragten aus diesem ekelerregenden Konstrukt heraus, während halbverweste Gesichter klagende Stöhne ausstießen, die die Luft mit dem Echo von Tod und Verzweiflung erfüllten.

Doch trotz ihres grotesken Erscheinungsbildes und ihrer furchteinflößenden Präsenz, war die Kadaverspinne für die Helden von Port Grim kein ernstzunehmender Gegner. Mit einer beeindruckenden Mischung aus Geschick, Mut und Entschlossenheit gelang es Akbash, Heidrun und Joachim, diese abscheuliche Bedrohung schnell und effizient zu beseitigen. Was als schreckliches Ungeheuer erschien, wurde in kürzester Zeit zu einer weiteren Trophäe in der Legende um die Abenteurer:innen der Gesellschafter von Port Grim.

Die spektakulärste Szene dieses Kampfes gehörte jedoch wieder mal Akabsh, der in einem gekonnten Doppelpatzer (Kritischer Fehler beim Angiff gefolgt von Kritschen Fehler bei der Abwehr) seinen Titel als Patzerkönig sowohl gekonnt als auch professionell verteidigte und das obwohl keine Möbel in der Nähe waren – aber er stand, zugegeben, auf Holz - einer kleinen unscheinbaren Brücke über einen Kanal.
Die Patzer führten dazu, dass Akbash erst die neu gewonnen Waffe der Herrschaft, fast ins angrenzende Hafenbecken schleuderte, um sich direkt im Anschluss Schweiß und Blut ins Auge zu reiben, um eine Runde nicht Angreifen zu müssen.

Es ist ok - ich hab verstanden das eine untote, dämonische Spinne Grad 20 keine Herausforderung für euch darstellt, ihr müsst euch nicht selbst verletzten damit der Kampf fair wird.

1 Kommentare:

info hat gesagt…

Wir haben verspätet angefangen und hatten mit einigen technischen Problemen zu kämpfen, weil einzelne Karten bei Markus und mir nicht vollständig geladen wurden - trotzdem muss ich selbstkritisch eingestehen, dass auch für das mini Event 3 Std. irgendwie wieder zu knapp waren.
Am Ende hat das Finale mit einem grotesken Endgegner gelitten, auch weil ich dann müde war - merke lieber das Finale auf eine extra Session schieben und es ausführlich Spielen.
Außerdem gelingt es mir auch weiter nicht adäquate Endgegner für hochstufige Midgard Charaktere zu schreiben - da muss ich mal dran arbeiten^^