Reisetagebuch, 6. Juni 1427

Author: Nils /

Nachdem Joachim wieder einigermaßen gehen konnte, beschlossen wir, uns aufzuteilen. Joachim und meine Wenigkeit machten sich auf ins Gildenviertel, um dort das Hauptquartier der Weißen Hand aufzusuchen, während die anderen die Spur von Drak wieder aufnehmen wollten.

Das Gildenviertel ist ein wahr gewordener Traum. Hier treffen sich Adel und Bürgertum auf Augenhöhe, und selbst der Klerus muss vor der Macht des Kapitals weichen. So ist tatsächlich der Tempel der Churun an die Gilde der weißen Hand abgetreten worden! Nun, das macht die aggressive Haltung der Churun-Jünger etwas verständlicher, aber Gewalt kann hier nicht die Antwort sein. Da müssen sich die Tempelschwestern halt was einfallen lassen, um auch in der Oberschicht wieder angesehener zu werden.

Kurz bevor wir die „heiligen“ Hallen betraten, kamen Joachim allerdings Zweifel. Tatsächlich gab es einige Risiken dabei, ein solches Machtzentrum zu betreten. Auch wenn wir die Justiz des Imperiums hinter uns gelassen hatten, war es durchaus möglich, das die Fahndung nach uns auch die Gildenleitung der weißen Hand erreicht hatte. Immerhin wurde Joachim auf den Steckbriefen als Hexer angeklagt, der unter Tarnung eines Heilers durch die Lande zog. Auch war uns nicht klar, wie die Weiße Hand auf den Zwischenfall mit dem Dämon reagieren würde. Alles in allem war Joachim das Risiko zu hoch, und wir beschlossen, ein kleineres Gildenhaus mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen aufzusuchen.

Akbash, Heidrun, Aurelia und Mel waren zwischenzeitlich produktiver. Zwar war der Name „Drak“ wohl ungünstiger weise recht verbreitet, dennoch gab es erste Hinweise auf eine „Oma Hattie“, die quasi jeden im Viertel kennt, und einen Mann von der Seefahrergilde, der sich wohl mit Seesöldnern auskennen sollte.

Leider lösten sich nicht nur Probleme, es ergaben sich auch neue. Käpt'n ap Trion war mittlerweile seit 2 Tagen von Bord. Angeblich hatte sich jemand gemeldet, der Hinweise auf den Verbleib Ihres Vaters und dieses Zwerges hat, den sie sucht.

So mussten wir jetzt zwei vermisste Personen finden. Glücklicherweise waren beide auf der Insel Stössel unterwegs. Der Kontakt mit der Seesöldnergilde war eher unergiebig – trotz Bestechung schien der Gildenmeister uns im Verdacht zu haben, das wir diesen Drak irgendwie über's Ohr hauen wollen.

Oma Hattie war da schon ergiebiger. Zwar hatte sie ein unappetitliches Interesse an Akbash und Joachim, alleridngs auch brauchbare Hinweise. Der Mann, der Käpt'n ap Trion kontaktierte hatte, natte sich „Wolfenhart“ und war wohl Grubenkämpfer in den übelsten Spelunken der Stadt, dem „Wrackhuis“ und dem „Schwarzen Pitt“. Drak hatte angeblich das sogenannte „Klabauterhuis“ erstanden, ein Inselbekanntes Spukhaus.

Da es auf dem Weg lag, besuchten wir zunächst das Wrackhuis, unter dem Deckmantel eines neuen Grubenkampfteams. Um unsere Tarnung aufrecht zu erhalten, ließ sich Akbash zu einem Messerkampf überreden. Er stach einen Burschen namens „Aal“ nieder, der zum Glück schnell einsah, das er unterlegen war.

Besonders weiter brachte uns das nicht, aber immerhin erfuhren wir, das Wolfenhart keine wirklche Terminplanung hat und sich Käpt'n ap Trion hier unbeliebt gemacht hatte.

Auf dem Weg zum Klabauterhuis wurden wir dann von ein paar Wegelagerern überfallen, die uns in einen Hinterhalt lockten. Akbash bremste ein vom Dach geworfenes Fass mit dem Gesicht, ansonsten waren die Burschen eher Abschaum. Ich hoffe, es spricht sich schnell genug rum, das mit uns nicht zu spassen ist.

1 Kommentare:

Sventasie hat gesagt…

Eberhards Reisetagebuch gehörtzu den besten Pamphleten die zur Zeit in Marienburg zuhaben sind und begeistern jetzt schon jung und alt. Weietr so Eberhard