Das Pack verschleppt uns in ein Räuberlager, aber zu meiner Überraschung behandelt man uns fast zivilisiert. Sogar eine Schwester der weißen Hand kümmert sich ums unsere Wunden. Das folgende Verhör allerdings stellt dann die Zivilisiertheit der Schurken schwer in Frage. Tatsächlich lässt es sich der Kapitän nicht nehmen, mit einer Pistole auf mich zu schießen! Einen wehrlosen Gefangenen! Offensichtlich ist der Kapitän sehr am Inhalt unserer Geheimkiste interessiert, hat aber Angst, sie zu öffnen – vermutlich zu Recht. Mit vagen Drohungen und einem Loch in der Schulter läßt er uns zurück.
Am nächsten Morgen sehen wir uns tatsächlich unseren Gegnern von der goldenen Maske gegenüber. Einem Moment lang bin ich beeindruckt, von welch langer Hand diese ganze Sache geplant ist und mit welcher Reichweite die Goldene Maske handelt – bis der Piratenkapitän sie hintergeht und ebenfalls zu uns in die Zellen wirft.
Tja, offensichtlich ist kein Geheimbund so allmächtig das er nicht von plumpen Strandpiraten überrumpelt werden kann. Ich überlege kurz, ob das nicht auch eine Karrierewahl für uns darstellt – das kriminielle Register haben wir vorzuweisen, und bei einem Überfall mal zur bwechlsung die aktive Rolle zu übernehmen hat einen gewissen Reiz.
Leider sind unsere Optionen dahingehend recht begrenzt, und der Kapitän will so eine Art Spiel mit uns spielen – wir sollen einer nach dem anderen versuchen, die Kiste zu öffnen. Bei Versagen werden wir an die Fische verfüttert. Akbash erklärt mir, das es sich da um so eine Art Kopfspiel geht, mit dem man uns als Gruppe unter Druck setzen will. Es überrascht mich immer wieder, was für merkwürdiges Wissen dieser Bursche mit sich herum trägt.
Mal versucht ein Gegenangebot – offensichtlich sind seine Auftraggeber auch eine recht rabiate Vereinigung, die vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken, wenn es um Ihr Eigentum geht. Langsam aber sicher keimt der Verdacht in uns auf, ob Mal nicht für die Masken arbeitet, was die beiden Masken in unserer Zelle unterstützen. Aber auch hier kann es sich um reine Kopfspiele beider Seiten handeln. Nichts desto trotz sind Mals Motive und Hintermänner etwas, was mir Sorgen macht.
Auch unsere Warnungen, das er sich mit dem Besitz der Kiste nicht glücklich macht, schlägt der Piratenanführer in den Wind – tatsächlich werde ich für meine ernst gemeinte Warnung nochmals nieder geschossen!
Vielleicht sollte ich eine Karriere als Prophet anstreben – der Kapitän und seine Bande sind zu Mittag des nächsten Tages tot, nieder gestreckt von einer Kompanie Marienburger Seesöldner, die uns aus Reikhafen verfolgt haben.
Ich kann nicht sagen, was schlimmer war, nachdem sie uns an Bord der „Holden Prinz“, Ihres Schiffes gebracht haben. Der Spott des Marienburger Söldners oder der Wutausbruch der Fürstin del Mar, in dessen Auftrag die Söldner stehen.
Nachdem Joachim und ich verzweifelt versuchen, unsere Situation zu erklären, exekutiert die Gräfin schlichtweg die beiden Masken und wirft unsere Geheimtruhe über Bord! Diese Frau ist eindeutig wahnsinnig! So langsam wird mir bewusst, das die von Joachim verabreichten Kräuter anscheinend das einzige waren, das uns bis dahin von Ihrem furienhaften Wesen bewahrt hat. Wir hüllen uns in Schweigen, um nicht noch Ihren Zorn auf uns zu ziehen, und finden uns damit ab, in einem Altdorfer Kerker zu landen.
Irgendwie ist es auch ein wenig befreiend, diese Verantwortung nicht mehr zu tragen – auch wenn ich mir sicher bin, das uns die Konsequenzen noch einholen werden. Aurelia stellt noch die Theorie auf, das wir nur die Ablenkung für den Transport der wirklichen Kiste waren – das würde immerhin erklären, warum wir seit dem ersten Schritt verfolgt wurden. Leider sind Inkompetenz und Verrat in meinen Augen ebenso solide Gründe, aber inzwischen ist es müßig, sich darüber Gedanken zu machen.
Immerhin sind die Strömung und der Schlick des Reiks eine recht gute Absicherung gegen das Auffinden der Kiste durch Verbündete der Maske, aber in Nuln wird sie wohl nie ankommen.
Gefangen!
Author: Nils /
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2 Kommentare:
Eberhard, ihr solltet hoffen das ich euer Tagebuch niemals finde. Es war nicht der Wahnsinn der mich dazu veranlasst hat die Truhe in den Reik befördern zu lassen. Es war vielmehr eine Hilfe, die ich euch gewährt habe, damit ihr euch auf das wesentliche [meine Ziele] konzentrieren könnt. Für einen Händler sollte doch stets der Profit im Vordergrund stehen, was die Aussichten meines Unternehmens doch wesentlicht attraktiver macht als euer Auftrag für die weißen Wölfe.
Nett das du uns für tot hälst Eberhard, die Wahrheit jedoch ist, das Fleischhaken, Schwarzpulver Fin, die grausamme Vionna und ich durch den Fluchttunnel entkommen sind. Gut, ihr habt es geschafft zu entkommen und uns unsere Beute zuberauben, aber wir leben :-) und auch wir vergessen nicht - allerdings sind unsere Mittel gerade eher begrenzt, treiben wir doch gerade in einem kleinen Boot nur langsam mit der Strömung den Reik hinunter.
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